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Westfalia Sven Hedin im Test

Hohe Ausbauqualität, wenig Staumöglichkeiten

Westfalia Sven Hedin Foto: Ingolf Pompe 28 Bilder

So lang wie ein Durchschnitts-Ducato, so flink und handlich wie ein T6, so wohnlich wie ... hm, wie was eigentlich? Vorhang auf für eine der interessantesten Campingbus-Neuheiten 2018.

29.01.2018 Dominic Vierneisel
  1. Wohnen
  2. Beladen
  3. Technik
  4. Fahren
  5. Basisinfos und Preise
  6. Wertung und Fazit

Sagen wir es doch einfach geradeheraus: Aus Fahrersicht ist der VW Crafter derzeit der beste Transporter der 3,5-Tonnen-Klasse. Und das macht ihn für Campingbus-Ausbauer so überaus interessant. Allerdings stellt er sie auch vor ganz besondere Herausforderungen. Anders als das sachlich geradlinige VW-Design vermuten lässt, huldigt die Karosserie der dynamischen Linie. Sie wölbt sich – von oben betrachtet – in der Taille nach außen, zieht – von hinten gesehen – oben stark ein. Gerade Kanten gibt es nicht, und darin liegt – abgesehen von der auch insgesamt eher schmalen Hülle – das Problem.

Westfalia Sven Hedin Pop-out Foto: Ingolf Pompe
Der Pop-out sorgt für knapp zwei Meter Liegelänge und verbreitert die Karosserie.

Westfalia löst es beim Sven Hedin sehr elegant, und alle, die den Neuen schon mal gesehen haben, sagen: „Wow, interessant.“ Doch es schwingt auch ein bisschen Skepsis in dem Wort mit. Diese Idee mit dem Pop-out, um das Bett trotz der schmalen Karosserie auf zwei Meter Länge zu strecken, das ist ja schon eine clevere – denn schließlich will sich niemand mit Liegemaßen um 1,80 Meter zufrieden geben –, aber funktioniert das denn wirklich?

Jeder will wissen, ob die Rechnung, die Westfalia da aufmacht, wirklich aufgeht. Mit diesem ausführlichen Test liefert promobil die Antwort. Wir haben live und in Farbe ausprobiert, wie sich der Crafter-Ausbau so im Camping-Alltag schlägt. Seien Sie gespannt.

1. Wohnen

Gedanklich bewegt man sich bei einem Campingbus der 6-Meter-Klasse immer irgendwie im Ducato-Kosmos. Doch etwas ist signifikant anders im Sven Hedin: Das Brett vor dem Kopf fehlt. Während bei vielen Fiat-Ausbauten ein großes Gepäckfach über dem Fahrerhaus den Durchstieg ins Cockpit behindert, gönnt der Westfalia-Bus einem viel Luft nach oben. Die Kopffreiheit an der Sitzgruppe tut definitiv gut, denn insgesamt geht es im Wohnraum des Sven Hedin eher intim zu.

Westfalia Sven Hedin Fahrerhaus Foto: Ingolf Pompe
Sesselige Vordersitze, kein geschlossenes Staufach überm Fahrerhaus, Sitzbank mit bequemer Kontur. Der Tisch sollte aber stabiler stehen.

Um die zum Beifahrer hin verlängerbare, aber etwas wackeligeTafel finden zwei Personen genügend Platz; es gibt übrigens noch einen zweiten, etwas kleineren Tisch. Die Rücksitzbank ist ähnlich wie im Pkw konturiert in zwei einzelne Sitzflächen, mit einer neigungsverstellbaren Lehne und für den Bedarfsfall sogar mit Isofix für Kindersitze ausgestattet.

Die Vordersitze sind sesselig-komfortabel mit großen Schenkelauflagen, die jedoch für kleinere Menschen sehr hoch liegen. Um sie zu drehen, muss man sie in die oberste Position bringen, sonst schleift die Verkleidung an der Konsole. Auch ragt der Bügel für die Längsverstellung weit unter dem Sitz hervor, so dass die Wade öfter unliebsamen Kontakt hat. Eine zweite Armlehne werden Reisemobilfans bestimmt vermissen. Gut: zwei tiefe Ablagefächer neben der Bank und zwei über den Sonnenblenden.

Auch an anderer Stelle gibt sich Westfalia Mühe, der knapp geschnittenen Crafter-Hülle Lebensraum abzutrotzen. Ein Beispiel dafür ist die Küche, die komplett auf Hängeschränke verzichtet. Die Karosserie ist oben so stark eingezogen, dass ein Staukasten in Kopfhöhe massiv stören würde. So jedoch kann man die kleine Arbeitsfläche neben der Spüle tatsächlich für Kochvorbereitungen nutzen. Die Folge ist allerdings ein Mangel an Stauraum, den auch die drei zusätzlichen offenen Ablagen nicht voll kompensieren. Unser Standard-Küchenequipment für ein langes Wochenende mussten wir zum Teil in einer Klappbox unter das Bett auslagern.

Westfalia Sven Hedin 2018 - Pop Out
Westfalia Sven Hedin (2018) mit Pop-Out 43 Sek.

Über die zwei Kühlschrank-Schubladen an der Front des Küchenblocks, an die man auch von außen herankommt, kann man diskutieren:

  • Fakt 1: Es gibt kein Extra-Gefrierfach.
  • Fakt 2: Dumm, dass durch die offenen Drahtkörbe die ganze, mit Akkupower erzeugte Kälte herausfällt. Da wären geschlossene Laden auf jeden Fall besser.
  • Fakt 3: Dessen ungeachtet kriegt man eine Menge unter.

Standard in der 6-Meter-Klasse ist ein Bad – natürlich auch im Sven Hedin. Es fällt nicht sehr groß aus, doch auf Reisen freut man sich über die Unabhängigkeit, die einem die Toilette trotz unbequem hoher Sitzposition beschert. Außer der Auftischarmatur am kleinen Waschbecken gibt es auch eine Duschbrause, die Menschen bis etwa 1,80 Meter Körperlänge für die Ganzkörperhygiene nutzen können. Unter den kleinen Spiegelschränkchen nehmen fünf offene Ablagen Pflegeartikel auf. Auch das eine oder andere Handtuch kommt hier unter; ein, zwei klassische Haken wären uns dennoch recht, zumal dafür Platz vorhanden wäre. Richtig großzügig sind die Spiegel, raumhoch auf der Tür und auch sonst. Die Beleuchtung ist top.

Westfalia Sven Hedin Bett Foto: Ingolf Pompe
Fast zwei Meter Liegelänge immerhin, die Füße stecken im ausstellbaren Erkerchen. Breite: maximal 1,36 Meter.

Wie schläft es sich denn nun im Sven Hedin? Um es mit zwei Worten zu sagen, unser Test-Ergebnis lautet: ziemlich gut. Die Matratze ist im Mittelteil, wo das meiste Körpergewicht ruht, punktelastisch-bequem unterfedert. Ohne Unterlüftung bleiben ein schmaler Streifen am Kopfende und jenes Fußteil, das in den ausfahrbaren Erker umgelegt wird. Es dauert etwa 15 Sekunden, bis ein Stellmotor das Kunststoffteil nach draußen gehebelt und man selbst manuell Brett und Matratzenteil in die Horizontale gebracht hat. Dann streckt sich die Liegefläche von 1,48 auf 1,99 Meter, ist also auch von Menschen bis etwa 1,90 Meter Körpergröße ordentlich nutzbar. Je größer die Füße, umso mehr kann aber die Schräge am nur knapp einem Meter breiten Fußende stören. Und ja, der Kühlschrank-Kompressor unter dem Kopfende ist durchaus hörbar.

Das Ambiente im Sven Hedin ist Westfalia-typisch cool und clean. Weiße Fronten kontrastieren mit dunklem Holzdesign. Solide sind sowohl die kratzunempfindlichen CPL-Oberflächen als auch die Möbelkonstruktion mit Verstärkungsprofilen aus Metall. Griffe liegen gut in der Hand, Klappen schließen zuverlässig, Schubladen mit gedämpftem Endeinzug.

2. Beladen

Das schwerste Pfund, das der Sven Hedin in Sachen Gepäckaufbewahrung in die Waagschale wirft, ist der praktische Laderaum im Heck. Die nutzbare Ladebreite wird hier, anders als bei vielen Wettbewerbern, nicht von Möbelstollen links und rechts begrenzt und reicht deshalb von Wand zu Wand.

Westfalia Sven Hedin Ansicht unten Foto: Ingolf Pompe
Mit dem 3,5-t-Chassis bietet der Sven Hedin ausreichend Zuladung für zwei bis vier Personen.

So lassen sich Fahrräder, sofern man die Vorderräder entfernt, quer unterbringen und im Innenraum statt auf einem Heckträger transportieren. Wer es geschickt anstellt, Lenker und Sättel absenkt, kann anschließend die zum leichteren Einladen nach oben geklappte Betthälfte wieder in die Horizontale falten. Dann bleibt das Bett sogar trotz Beladung nutzbar. Für besonders sperriges Ladegut lassen sich die aufgestellten Betthälften bei Bedarf auch verschieben; es fehlt dann aber eine Fixierungsmöglichkeit. An den vorderen Teil des Bettkastens (wo ein Teil des Gepäcks in Klappboxen untergebracht ist) kommt man beim Campen auch vom Wohnraum aus bequem ran.

Davon abgesehen muss man mit dem Gepäck haushalten. Denn es gibt einfach nicht genügend Schrankraum, um nach Herzenslust alles einzuladen, was man unterwegs eventuell brauchen könnte. Der Kleiderschrank im Küchenblock ist schmal und verfügt nur über zwei Haken. Mit zwei wattierten Jacken ist er voll.

Westfalia Sven Hedin Sitztruhe Foto: Ingolf Pompe
Sitztruhe mit Platz für Schuhe und anderes.

Drei der sieben Hängeschränke sind eher niedrig, eignen sich gut für Shirts und Wäsche. Daneben finden sich ein verstecktes Fach über dem Wassertank, die Sitztruhe, an die man lobenswert einfach herankommt, etwas Platz in der Bettaufstiegsstufe, zwei große Ablagen in der Verkleidung neben der Sitzbank und – praktisch für Halbschuhe – ein Fach im Podest an der Sitzgruppe.

Keinerlei Sorgen bereitet die Zuladung. Bei dem durchschnittlich, mit klassenüblichen und Westfalia-typischen Extras ausgestatteten Testwagen bleibt eine Nutzlastreserve von annähernd 500 Kilo. Damit kommen zwei Personen sehr gut über die Runden. Ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen ist serienmäßig.

Zwischenfazit: Mit dem 3,5-t-Chassis bietet der Sven Hedin ausreichend Zuladung für zwei bis vier Personen. Mit den rund 120 Kilo Extras des Testwagens bleiben noch Reserven von 487 Kilo. Auch an den Achsen und Rädern bleibt noch Luft bis zur maximal zulässigen Lastgrenze

3. Technik: Bordtechnik und Ausbau

Westfalia Sven Hedin elektrischer Stellmotor Foto: Ingolf Pompe
Über ein Gestänge drückt der elektrische Stellmotor (Kreis) den Pop-out mechanisch nach außen.

Technisch legt sich Westfalia ins Zeug beim Sven Hedin, stattet die top verarbeitete Crafter-Karosserie mit planen, stufenlos ausstellbaren Rahmenfenstern aus und isoliert, anders als sonst bei ausgebauten Kastenwagen, sogar Schiebetür und Heckportale (Winterpaket). Die hochwertigen Remis-Dachfenster lassen selbst bei Autobahntempo kaum Windgeräusche durch. Der Mechanismus des Pop-out, der die Karosserie zum Schlafen verbreitert, ist sauber gemacht.

Es gibt aber auch einen Nachteil. Während im ein- und ausgefahrenen Zustand ein satt anliegendes Gummiprofil das Kunststoffteil abdichtet, klafft während des Ausstellens ein Spalt rund um den Ausschnitt, durch den vorübergehend auch Regen und Schmutz dringen können. Fühlbar kältere Stellen an der Innenseite zeigen zudem, dass die Isolation nicht ganz gleichmäßig ist. Die Verdunklung des Fahrerhauses wirkt mit einfachen Thermomatten ein wenig schlicht.

Slide-Out-Technik für ReisemobileVergrößerter Wohnraum

Außergewöhnlich für Campingbusse ist das Warmwasserheizsystem, das den Wohnraum gleichmäßig über wenige, aber sinnvoll verteilte Konvektoren erwärmt. Überaus angenehm ist dazu die optionale Fußbodenheizung in Gang und Bad. Einmal morgens barfuß Zähne putzen, und man möchte sie nicht mehr missen. Allerdings zieht die Dieselheizung ordentlich Strom, wie sich auch am irritierenden Flimmern der Lampen in der Anlaufphase zeigt.

Für mehr Autarkie ist eine zweite Bordbatterie unbedingt empfehlenswert. Serie ist nur ein 92-Ah-Bordakku. Durchschnittlich sind die Volumina von Frisch- und Abwassertank. Letzterer ist nur gegen Aufpreis beheizt.

Lichtcheck

Westfalia Sven Hedin integrierte Lampen Foto: Ingolf Pompe
In fast allen Bereichen kommt der Hedin auf die empfohlenen Helligkeitswerte. Die integrierten Lampen sind dimmbar.

Der Westfalia Sven Hedin ist ein leuchtendes Beispiel für gekonnte Lichtgestaltung. Die Lampen sind elegant in die Möbel integriert. Die Steuerung erschließt sich aber nicht intuitiv: Die meisten Schalter, auch die für Bad und Sitzgruppe, liegen zentral an der Küche. Besser verteilt sind die reichlich vorhandenen USB-Steckdosen. Wenig auszusetzen gibt es an der Sicherheitsausstattung. Ein serienmäßiger Crashsensor am Gasregler wäre aber wünschenswert.

angehlehnt an DIN EN 12464-1; Farbabstimmung auf zirka 4000 Kelvin:

  • Mit 220 Lux im Schnitt ist es an der Sitzgruppe angenehm hell. Die Helligkeit lässt sich aber auch herunterdimmen.
  • Nicht herausragend, aber okay: 170 Lux an der Küche. Über der Arbeitsfläche hinten fehlt eine Lampe.
  • Drei LED-Leisten spenden im Bad überaus viel Licht: durchschnittlich 744 Lux.
  • Die Grundhelligkeit im Bett ist top (ø 315 Lux). Noch besser wären flexibler schwenkbare Lesespots.

4. Fahren

Im Test finden wir uns sofort zurecht im VW Crafter-Cockpit. Jeder Knopf sitzt da, wo er hingehört. Das Volant wirkt mit Bedientasten aber etwas überfrachtet. Antritt und Ansprechverhalten des 140-PS-Motors sind erfreulich, solange man den Diesel mit Drehzahl bei Laune hält. Beim Anfahren auf feuchter Fahrbahn drehen die Vorderräder schon mal durch.

Der VW Crafter ist der modernste Kastenwagen in der 3,5-Tonnen-Klasse. Mercedes Sprinter vs. VW Crafter Zwei Basisfahrzeuge im Duell

Direkt, präzise und bei niedrigem Tempo extrem leichtgängig, trägt die Lenkung viel zur tollen Handlichkeit bei. Der kleine Wendekreis und die 360°-Überwachung samt Rückfahrkamera erleichtern das Rangieren. Seitlich einparken kann der Crafter allein, allerdings nicht vor- oder rückwärts wie bei Stellplätzen üblich.

Westfalia bietet viele VW-Extras an, auch das Spurhaltesystem mit aktivem Lenkeingriff, das zusammen mit dem Abstandstempomat eine Ahnung vom autonomen Fahren vermittelt. Es hebt auch das Sicherheitsniveau auf ein neues Maß. Dazu kommen zupackende Bremsen. Dass sich die Airbags in der Aufpreisliste (Komfortpaket 1) finden, irritiert – Abwertung.

Das Fahrwerk federt nachgiebig, bei niedrigem Tempo schaukelt der Wagen aber ausgiebig hin und her. Man fühlt sich von der Außenwelt genau um jenes Maß abgekoppelt, das man Komfort nennt. Das gelegentliche Poltern aus dem Fahrwerk kommt von weit weg. Ansonsten ist der Hedin auffallend leise, was auch an der besser gedämmten Trendline-Ausführung liegt, die Westfalia als Basis benutzt.

Reisemobil ManufakturVW Crafter Campingbus-Ausbau

5. Basisinfos und Preise

Der Grundpreis des Sven Hedin rangiert auf dem gehobenen Niveau vergleichbarer Ausbauten des Mercedes Sprinter. Das ist nachvollziehbar, zumal der Crafter den Stuttgarter Konkurrenten bei Fahreigenschaften, Assistenzsystemen und sonstigen Extras überflügelt. Auch die Ausbauqualität liegt über der der meisten Ducato-Busse.

Der Blick in die Aufpreisliste erstaunt. Dort finden sich neben sinnvollen Extras wie Front-Assist, Winterpaket oder Panorama-Dachhaube auch solche, die den Sven Hedin eigentlich erst ausmachen. So ist etwa der Bett-Pop-out Teil des 4749 Euro teuren Komfort-Pakets, das man sinnvollerweise gleich zum Komfortpaket 2 ausbaut. Für eine standesgemäße Ausstattung kommen schnell noch mal 15.000 Euro extra zusammen.

Gurte/Schlafplätze: 4/2
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 5,99/2,04/2,59 m
Grundpreis ab: 59.990 Euro

Die Baureihe Westfalia Sven Hedin/Columbus

Preise: 47.990 – 59.990 Euro
Basis: VW Crafter/Fiat Ducato
Länge: 5,41 – 6,36 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Weitere Modelle: 5
Charakter: Der Sven Hedin ist das einzige Campingbusmodell von Westfalia auf dem VW Crafter. Der moderne Ausbaustil und die hochwertige -technik entsprechen weitgehend der gehobenen Columbus-Baureihe, die auf den Fiat Ducato als Basis setzt. Das neueste Modell ist der Columbus 540, mit 5,41 Meter Länge sehr kompakt und mit einem Querbett im Heck. Daneben gibt es mit den Modellen 600/601 zwei weitere Varianten mit Querbett und mit 640 bzw. 641 zwei längere Versionen mit Längseinzelbetten. 1er Modelle haben eine Küche mit größerem 95-Liter-Kühlschrank.

6. Testwertung und Fazit

Das fiel negativ/positiv auf:

 Nutzfahrzeugig-nüchtern ist das Crafter-Cockpit, aber reich an Ablagen und ergonomisch tipptopp.
 Das System, das den Crafter automatisch einparkt, ist nur einer von vielen modernen Fahrassistenten.
 Ein Großteil der Liegefläche ist mit Tellerfedern unterlüftet. Davon profitiert der Schlafkomfort spürbar.
 / Westfalia spricht von 5 kg Gasvorrat; eine 11er Flasche passt auch. Anschließen ist aber mühsam.
 Leider im Bett deutlich zu hören: Der Kühlschrankkompressor liegt genau unter dem Kopfende.
 Nach oben verjüngt sich die Crafter-Karosse stark. Das kostet Platz und Lebensraum im Ausbau.

Wohnen
  • Hochwertige, gut verarbeitete Möbel mit robusten, unempfindlichen CPL-Oberflächen und Metall-Verstärkungsprofilen.
  • Fast zwei Meter langes Querbett, größtenteils mit Tellerfedern gedämpft und unterlüftet.
  • Konturiert gepolsterte Rückbank mit Isofix-Ösen und neigungsverstellbarer Rücklehne.
  • Küche mit brauchbarer Arbeitsfläche, Zweiflammkocher mit Elektrozündung, vier gut von oben zu beladende Schubladen.
  • Guter Sitzkomfort auf Rückbank und Vordersitzen. Serie sind ein größerer und ein kleinerer Tisch.
  • Saubere Verfugung im Bad.
  • Bett schmal und nicht vollständig unterlüftet. Fußende eingeschränkt.
  • Hoher Kälteverlust an den Kühlschrankschubladen durch offene Drahtkorbauszüge.
  • Vordersitze mit nur einer Armlehne, wackeliger Tisch.
  • Kleines Bad mit wenig Stauraum.
Beladen
  • Ungewöhnlich breiter Heckstauraum mit Durchlade, beleuchtet und beheizt, nach oben leicht erweiterbar.
  • Gute Zuladung für bis zu vier Personen, für die typische Zweier-Besatzung üppig.
  • Viele Ablagen an der Sitzgruppe, im Sanitärraum und im Fahrerhaus.
  • Kleiner, unbeleuchteter Kleiderschrank; keine Garderobe.
  • Hängeschränke teilweise klein und nicht unterteilt. Wenig sonstiger Stauraum für typisches Reisegepäck.
  • Vorderachszuladung nur durchschnittlich.
Technik
  • Für Campingbus-Verhältnisse gut isolierter Aufbau, Rahmenfenster serienmäßig.
  • Aufwendiges, Diesel-Warmwasserheizsystem mit guter Wärmeverteilung.
  • Ansprechende Beleuchtung, teils optional (LED Ambiente Lichtpaket 990 Euro).
  • Etwas umständlich zu bedienende Zentralsteuerung für Heizung, Kühlschrank usw.
  • Schlichte Fahrerhausverdunkelung.
Fahren
  • Funktionales, aufgeräumtes Cockpit. Gute Fahrleistungen mit 140 PS. Präzise, knackige Sechsgang-Schaltung.
  • Viele moderne Assistenz- und Sicherheitssysteme erhältlich. Gute Bremsen.
  • Komfortable Federung; geringes Geräuschniveau. Niedriger Verbrauch.
  • Airbags nur optional; Traktion befriedigend.
Preise
  • Angemessener Grundpreis.
  • Basisfahrzeug und Ausbauqualität überdurchschnittlich hochwertig.
  • Komfortable Federung; geringes Geräuschniveau. Niedriger Verbrauch.
  • Airbags nur optional; Traktion befriedigend.

Fazit

Frage des Anspruchs: Ist der Hedin besser als ein Ducato-Ausbau? Ja und nein, es kommt auf den Vergleich an. An den Wohnkomfort üblicher Ducato-Campingbusse kommt der Sven Hedin – ungeachtet der hohen Ausbauqualität von Westfalia – nicht heran, obwohl das lange Bett ein Pluspunkt ist. Für eine bessere Bewertung im Beladen-Kapitel fehlt es an Platz und Staumöglichkeiten; die Zuladung passt allerdings. Seine wahren Stärken spielt der VW-Westfalia auf der Straße aus, und die tollen Fahreigenschaften sind definitiv ein Kaufgrund. Sonderlich preissensibel dürfen Interessenten jedoch nicht sein.

Neuester Kommentar

@ feelrealfree

Danke.

Wenn man mal bedenkt, wo Dein bzw. die letzte Generation des James Cook konzeptionell und qualitativ damals bereits angekommen ist...

Das Layout und allein die Größe sowie Funktionalität des großen Bades im James Cook liegen (übrigens auch in Fragen der Designausführung) auf dem Niveau, das Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem 2019er California XXL anstrebt.

Das muss doch mal irgendwann auffallen.

Allein was das Thema Bad, Bad-Funktionalität und Bad-Größe bei Westfalia seit Mike Reuer und seit Einführung der Ducato-Baureihen (Columbus / Amundsen) angeht, sind hier alle bis dato erarbeiteten Werte des Begriffes Westfalia im freien Fall. Es ist auch wirklich nicht nachvollziehbar, da andere völlig an Westfalia vorbeiziehen.

Die Bäder von Hobby im Vantana sind Kunststoffkabinen hochwertigster Art. Da wurden keine Press-Spanplatten mit grob gezogenen Silikonfugen nach Baumarktmanier zusammengeschraubt. Die Badkabinen bei Hobby sind hochfunktional, bieten auf Wunsch unterschiedliche Größen, haben volle Duschfunktionalität, können nicht undicht werden und bilden keine unerwünschten Gammelecken aus.

Knaus und Pössl / Globecar bieten eine Reihe von hochentwickelten Raumbädern, die mit dem vorhandenen Platz umgehen können und eine gute Handhabung sowie perfekte Hygiene in Bezug auf alle Bauteile bieten. Auch hier 100% Duschfunktionalität, Platz und Funktion.

Das könnte man immer weiter so erzählen. Die Bäder von Westfalia - selbst in Fahrzeugen der 100000€ Klasse - sind meiner Ansicht nach wie weiße Press-Spanplatten-artige Kästen unglaublicher Enge und geringster Funktionalität - fast immer ohne Fächer, Schränke und ohne echte Duschmöglichkeit. Oftmals so eng, dass man auch als schlanker Mensch keine Beuge zum Hochziehen der Hosen vollziehen kann. Das war mal anders.

Und es wird immer bunter, was sich angeblich nur bei Westfalia alles nicht rechnet, am Standort Rheda zu teuer sein soll und was sich angeblich alles nicht verkaufen lässt.

Und während Westfalia derart mit eigenen Argumenten vor sich hin zieht, findet draußen die Realität statt.

All die kritischen Änderungen am Westfalia Crafter Entwurf mit fehlenden Deckenschränken über der Küche, einem extra verschlankten Kühlschrank, dessen Kompressor unterm Kopfende des Bettes liegt und dessen Kältemenge beim Ausziehen des gesamten Inhaltes nach unten ausfällt, dem fehlenden Gefrierfach, dem fehlenden Raumbad, der engen Waschkabine ansich, dem grenzwertigen Pop-Out Aufbau, der geringen Serieninkludierung (Pop-Out Extra), der unterdimensionierten 92Ah Batterie für Dieselheizung (keine 2. Batterie Serie) etc. zeigen doch: dieser Crafter Entwurf steht sich wirklich selbst im Weg.

Nimm den Knaus Crafter BoxDrive. Normale Küchenzeile mit orgendtlichen Fächern, ordentlichem Kühlschrank, ordentlichen Größen aller Elemente im Innenraum, leise, Raumbad, Deckenschränke, indirekte Beleuchtung etc.
Dies alles hat nichts mit der langen Bauart zu tun - auch bei einem Querbett der 2019er Version wird das alles bleiben.

Komisch oder?

Westfalia hat seit JAHREN die Chance, sich darauf vorzubereiten, ein paar Dinge besser zu machen.

Hat jemand mal den Sven Hedin konfiguriert? Da kommen Preise bei raus, da muss man Kraft haben, nicht zum BoxDrive oder California XXL zu schauen.

Merkwürdig auch, dass es einfach keine Hochdachversion wie jetzt beim eigens entwickelten Nugget Plus gab.
Ich nehme an, dass die Geschäftsführung mal wieder davon ausgeht, dass sich das alles angeblich nicht verkauft.

Wie macht LaStrada dies denn mit dem Regent S, Regent L (der wieder zurück kommt), dem größeren NOva gar auf Monocoque? Wie macht es Pössl denn mit der h-Line? Wie macht es Karmann? Wie macht es Bresler? Wie macht VWN es, die wirklich nur aktiv werden, wenn der Erfolg sich nicht mehr verdrängen lässt?!

Nur für Westfalia scheint sich angeblich all sowas wie Hochdach, Raumbad etc. nicht zu rechnen, zu lohnen oder zu verkaufen. Der James Cook war angeblich zu teuer. Kann bei den Kriterien der Westfalia vor Ort ja sein - Fakt ist aber, dass immer mehr andere Hersteller sich genau auf diesen Weg begeben.

Ohne Worte, wenn es noch darüber hinaus gehen soll...

Diana van Heide 1. Februar 2018, 10:22 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 01_2018
Heft 01 / 2018 13. Dezember 2017 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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