Am Stand in Halle 3 auf der CMT Stuttgart herrscht reger Andrang. Besucherinnen und Besucher drängen sich, um einen Blick auf den außergewöhnlichen Sprinter-Campingbus Vabo Vision Milano zu werfen. Komplett in Obsidian-Schwarz lackiert, mit mattgoldenen Felgen, zieht er die Aufmerksamkeit schon aus der Ferne auf sich. Einsteigen darf jeweils nur eine Handvoll Personen – das Seil, das den Van absperrt, sorgt für Spannung und Exklusivität.
Ein Stück Mailand auf Rädern
Mit dem Sprinter-Campingbus Vabo Vision Milano bringt Vagabond Vans ein Stück Mailand auf die CMT. Jedes Jahr wählt Gründer Andreas Stricker eine Stadt als Inspirationsquelle, um daraus einen einzigartigen Van zu entwickeln. Für die Umsetzung holt er gezielt Partner aus der Interieur- und Designbranche an Bord.
Während der Vabo Vision Copenhagen im vorigen Jahr für skandinavische Verspieltheit stand, zeigt sich der Milano diesmal klassisch-elegant nach italienischem Vorbild: Dunkles Wenge-Holz trifft auf stark strukturierte, marmorähnliche Oberflächen. Boden und Wandverkleidungen in der Trendfarbe Teal, einem dunklen Blaugrün, bilden das harmonische Hintergrundrauschen.
Küche: unsichtbares Kochfeld und cleverer Möbelbau

Das Kochfeld im Vabo Vision Milano ist unsichtbar unter der Neolith-Arbeitsplatte.
Die Küchenarbeitsplatte von Neolith ermöglicht ein besonderes Highlight: das unsichtbare Induktionskochfeld von Invisiacook. Lediglich zwei unauffällige Fadenkreuze markieren die Kochzonen. Die Bedienarmatur ist elegant frontal in die schlichte Kücheninsel eingelassen.
An der linken Seite der abgerundeten Insel versteckt sich eine kleine Überraschung: Zwei geschwungene Schrankklappen im Eingangsbereich öffnen sich seitlich und geben den Blick auf mehrere integrierte Barfächer frei. Elektromagnete verriegeln die Schränke automatisch beim Start der Zündung – eine Funktion, die man sich in der Branche häufiger wünschen würde.
Der Kühlschrank ist auf ergonomischer Höhe im Möbelbau untergebracht und eher klein dimensioniert – passend zum Konzept des Vans als Weekender. Der Campingbus präsentiert sich wie ein stilvolles, rollendes Citybreak-Apartment für verlängerte Wochenenden.
Lounge-Atmosphäre auf der Sitzbank

Das Längssofa mit dem kleinen Tischchen erinnert an eine elegante Hotelbar.
Hängeschränke über der Kücheninsel sucht man vergeblich – sie würden den freien Blick nach draußen von der längs angeordneten Sitzbank verstellen. Die geschwungene Sitzgelegenheit wirkt mit ihren Lamellen und dem sandfarbenen Bouclé-Bezug wie eine Kammuschel.
Hotel-Bar-Atmosphäre entsteht zusätzlich durch einen frei beweglichen Tisch, auf dem das Studienfahrzeug Kristallgläser mit klaren Getränken platziert. Ein großer Tisch für Mahlzeiten fehlt hier – wer ein üppiges Frühstück plant, sollte lieber außerhalb brunchen.
Schrank und Bad: minimalistisch und überraschend

Der Kleiderschrank ist eigens beleuchtet und mit zwei Schuhfächern ausgestattet.
Der Kleiderschrank neben dem Sofa ist individuell beleuchtet und verfügt über zwei integrierte Schuhfächer. Ein raumhoher Spiegel sorgt dafür, dass das Outfit vollständig abgestimmt werden kann – wichtig, denn im Bad ist kein Spiegel zu finden.
Der Sanitärraum wirft die meisten Fragezeichen bei den Messebesuchenden auf. Von innen ist das Bad kaum zu erkennen, da sich die Tür optisch kaum von den raumhohen Schränken unterscheidet. Vom Heck aus kann man jedoch direkt hineinschauen.
Hinter den Flügeltüren des Sprinter verbirgt sich kein klassischer Heckstauraum. Stattdessen blickt man auf eine Holzwand mit einer länglichen Aussparung auf der linken Seite, die durch eine Scheibe einen direkten Blick auf die schmale Dusche erlaubt.

Ein richtiges Badezimmer gibt es nicht, lediglich einen schmalen Raum zum Duschen, mit überraschend viel Durchblick ins Freie.
Der schlauchartige Raum ist konsequent auf diese Funktion reduziert. Lediglich die Duscharmatur, eine Ablagefläche aus dem gleichen strukturierten Neolith wie die Küchenarbeitsplatte und ausreichend Platz zum Stehen sind vorhanden. Die Scheibe, die den Blick hinein wie hinaus freigibt, soll sich künftig per Knopfdruck in Milchglas verwandeln. Vor der Messe reichte die Zeit dafür nicht; dieses kleine, aber wichtige Detail wird nachgerüstet.
Ein WC sucht man vergeblich, das einzige Waschbecken befindet sich in Form einer eleganten Spüle in der Küche. Allerdings stellt man sich den Vabo Vision Milano eher auf einem Stellplatz mit Spa und privatem Bad vor.
Schlafbereich: Aufstelldach für Weekender-Charakter

Das SCA-Aufstelldach ist eine Neuentwicklung mit durchgehend gleichbleibender Höhe.
Bleibt noch die Frage offen: Wo sollen die zukünftigen Eigentümer dieses Einzelstücks schlafen? Um dieses Grundbedürfnis zu erfüllen, arbeitete Vagabond mit Aufstelldachspezialist SCA zusammen und verbaute das erste Aufstelldach des Zubehörherstellers, das sich vollständig parallel öffnen lässt.
So entsteht eine durchgängige Höhe von ca. 1,20 m im Schlafbereich, die Liegefläche misst 1,25 × 2 m. Der Van bietet damit einen Maisonette-artigen Weekender-Charakter: klare Wohnzone unten, separates Schlafgeschoss oben.
Preisschild: unbezahlbar

Andreas Stricker gestaltet jedes Jahr einen Vabo Vision.
Auf die Frage nach dem Preis antwortet Andreas Stricker bewusst nicht. Der Van ist mehr ein emotionales Projekt als ein wirtschaftlich kalkuliertes Fahrzeug. Allein die Neolith-Arbeitsplatte kostet mehrere Tausend Euro, das Induktionskochfeld gibt es ab 3.000 Euro.
Hinzu kommen die autarke Technik und die hochwertige Sprinter-Basis – all das macht deutlich, dass der Vabo Vision Milano kein Camper für die Masse ist. Doch das muss er auch nicht.












