Mehrere Stockwerke, XXL-Garage, Dachsofa: Diese 5 Campervans machen alles anders

Ungewöhnliche Campingbusse
Diese 5 Campervans machen alles anders

Neuheiten 2027
ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.08.2026
Als Favorit speichern
Rocket Bike Heckansicht mit Fahrräder in Stauraum.
Foto: Philip Klumpp

Drehbare Sitze mit kompakter Sitzbank vorn, dahinter ein Kombibad und eine Küche an der Schiebetür – im Heck ein Quer- oder Längsbett. So sieht der klassische Campingbus-Grundriss aus.

Doch zur Saison 2027 wagen einige Hersteller den Bruch mit diesem Standard und präsentieren alternative Raumkonzepte. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Auf dem Caravan Salon Düsseldorf vom 28. August bis 6. September 2026 lassen sich viele dieser ungewöhnlichen Neuheiten live erleben. Wer dafür keine Zeit hat, bekommt hier einen guten Überblick:

1. Dreamer D64 Select – Das erste Queensbett im Campingbus

Ein Queensbett gilt als komfortabelstes Bett für zwei Personen, die gerne gemeinsam im Bett schlafen. Als erster Hersteller wagt sich die französische Marke Dreamer (und Schwestermarke Rapido) an ein Queensbett im Campingbus. So etwas kennt man bisher nur von teil- oder vollintegrierten Fahrzeugen.

Um dieses Bett im Kompaktsegment zu verwirklichen, mussten die Franzosen den eigentlich gängigen Rest des Grundrisses im wahrsten Sinne des Wortes auf links drehen. Die Küche mit Kühlschrank und Kocher rückt auf die Fahrerseite direkt hinter den Sitz, die Sitzbank mit zwei Plätzen wandert dafür an die Schiebetür.

Auf dem übrigen Raum bis zu den hinteren Flügeltüren befindet sich dann das Prunkstück: Das Doppelbett ist 1,95 × 1,40 Meter groß und von beiden Seiten gut zugänglich. Die Kopfteile des Queensbetts lassen sich getrennt aufstellen. Dadurch kann das Schlaflager tagsüber für eine gemütliche Lesestunde zum Sofaersatz umfunktioniert werden. Zudem erweitert ein senkrecht gestelltes Kopfteil den Stauraum unter der Doppelkoje im hinteren Teil von der Höhe her, so dass auch Fahrräder transportiert werden können.

Eckdaten:

  • Basis: Fiat Ducato (6,36 m Länge, 2,05 m Breite)
  • Maße: 6,36 × 2,05 × 2,58 m
  • zGG: 3.500 kg
  • Preis: ab 71.000 Euro (Dreamer D64 Select)

2. Rocket Bike – XXL-Garage für bis zu vier Fahrräder

Wer hochwertige Räder besitzt, kennt das Dilemma: Außen montiert drohen Wetter und Langfinger, drinnen verschlingt der Transport kostbaren Wohnraum. Rocket Camper löst dieses Problem mit dem Rocket Bike auf MAN-TGE-Basis, der 6,84 Meter misst und Bike-Fans glücklich machen dürfte.

Statt klassischer Heckbetten öffnet sich von hinten eine gewaltige Garage mit 2,20 Meter Ladetiefe – Platz genug für bis zu vier Räder, selbst anspruchsvolle Rennmaschinen oder schwere E-Mountainbikes verschwinden hier sicher.

Wie bei allen Rocket-Modellen gilt: Jedes Fahrzeug entsteht nach individuellen Wünschen, von der Möbelkonfiguration bis zu Details im Innenraum. Reisen nur zwei Personen ohne Aufstelldach, bleibt das Gewicht unter 3,5 Tonnen. Wer das optionale Dach und volle Besatzung mitnehmen möchte, sollte über eine Auflastung auf 3,8 oder 4,2 Tonnen nachdenken.

Eckdaten:

  • Basis: MAN TGE 3.160 4x2F, Euro 6e
  • Maße: 6,84 × 2,04 × 2,71 m
  • zGG: 3.500 kg
  • Preis: ab 87.000 Euro

3. Flowcamper Max Grande – Versteckspiel mit Küche und Bad

i_Flowcamper_Max_Grande_Autark
Flowcamper

Den Zusatz Grande bekommt der im vergangenen Jahr vorgestellte Max Autark, da sich Kundinnen und Kunden 2027 auch für den 6,96 Meter langen Sprinter als Basis entscheiden können.

Der Größengewinn fließt primär ins Längsbett mit den Maßen 1,50 × 2,00 Meter. Außerdem bietet der Max Grande noch ein echtes Highlight: ein Dachsofa-Konzept, gebaut aus der Solaranlage.

Ganz neu ist das sogenannte Flowvent-System. Dabei handelt es sich um ein kontrolliertes Belüftungssystem, das einen kontinuierlichen Luftaustausch ermöglicht.

Sämtliche Möbel entstehen in Echtholzbauweise. Da der Camper für ausgedehnte Reisen konzipiert wurde, sind alle wichtigen Systeme doppelt vorhanden.

Eckdaten:

  • Basis: Mercedes-Benz Sprinter L3/H2
  • Maße: 6,96 m Länge
  • zGG: 3,5 t
  • Preis: ab 168.900 Euro

4. Westfalia Columbus Liner – Maisonette auf vier Rädern

Es ist fast wie ein echter zweiter Stock auf dem neuen Campingbus Westfalia Columbus Liner. Der 6,36 Meter lange Fiat Ducato mit Superhochdach H3 trägt serienmäßig ein Aufstelldach und optional eine Dachterrasse. Das Besondere: Das Aufstelldach dient hier nicht als Schlafplatz, sondern als Aufenthaltsbereich. Von dort führt der Weg auf die Dachterrasse, die mit einer Absturzsicherung ausgestattet wird.

Das Heckbett sitzt erhöht, um darunter Raum für eine Fahrradgarage zu schaffen. Das Dachbett bietet bis zu 2,05 × 1,86 m Liegefläche bei 90 cm Kopffreiheit – von Enge keine Spur.

Die XXL-Heckgarage schluckt problemlos zwei E-Bikes plus zwei Kinderräder.

Eckdaten:

  • Basis: Fiat Ducato H3
  • Maße: 6,36 m Länge
  • zGG: n.n.
  • Preis: n.n.

5. Matist L – Zwei-Meter-Bett auf 5,55 Metern

Ein kompakter Van mit echtem Zwei-Meter-Längsbett? Klingt unmöglich, gelingt aber dem Matist L. Die Marke entsteht bei einem Ford-Autohaus im münsterländischen Steinfurt und überrascht immer wieder mit ungewöhnlichen Transit-Ausbauten.

Auf gerade einmal 5,55 Metern Außenlänge findet ein Längsbett mit 2,00 × 1,68 Metern Platz – in dieser Größenklasse praktisch ein Unikat.

Der Grundriss bricht mit Konventionen: Statt einer Dinette hinter den Vordersitzen lässt sich nur der Beifahrerplatz drehen. Direkt hinter dem Fahrer folgt ein kompaktes Bad mit Dusche, Klappwaschbecken, LED-Licht und drehbarer Chemietoilette.

Wohnliches Zentrum ist die Längsbank-Sitzgruppe im Heck, die nachts zum Bett umgebaut wird.

Ein cleveres Detail verbirgt sich am Ende der Sitzbänke: Zwei Schiebetüren öffnen den Zugang zum Stauraum. Klappt man den Tisch weg, passen Gegenstände bis zu drei Metern Länge hinein.

Eckdaten:

  • Basis: Ford Transit, 2.0 L EcoBlue, 130 oder 165 PS, Allrad optional
  • Maße: 5,55 m Länge
  • zGG: 3.500 kg
  • Preis: auf Anfrage

Fazit