Ein von drei Seiten bequem zugängliches Queensbett verspricht hohen Schlafkomfort, ist aber meist größeren teil- und vollintegrierten Reisemobilen vorbehalten. Doch warum das Ganze nicht in einen kompakten Kastenwagen packen? Das dachten sich die Entwickler des französischen Rapido-Konzerns und bringen zum Modelljahr 2027 einen Queensbett-Campingbus auf den Markt.
Das Modell basiert auf dem 6,36 Meter langen Fiat Ducato und wird unter der Modellbezeichnung Rapido V64 oder – wie hier auf den Fotos zu sehen – unter dem Label der auf Campingbusse spezialisierten Schwestermarke Dreamer als D64 angeboten.
Um im Heck Platz für das Queensbett zu schaffen, sortieren die Franzosen auch im vorderen Bereich die Raumaufteilung neu. So findet sich die Küche nicht wie üblich an der Schiebetür, sondern auf der gegenüberliegenden, linken Fahrzeugseite hinter dem Fahrersitz.
Ungewöhnlicher Grundriss mit Ausziehtisch
Öffnet man die Schiebetür, steht man stattdessen direkt vor der Sitzbank mit zwei Gurtplätzen. Der Durchgang zwischen Sitzbank und drehbarem Beifahrersitz bleibt recht schmal, denn hinter der Sitzbank (und vor dem Queensbett) befindet sich noch ein geräumiges Bad mit schwenkbarer Waschtischwand. Dadurch entsteht hier im Handumdrehen eine recht großzügige Dusche. Wasser und Innenraum temperiert eine Dieselheizung.

Der ausziehbare Tisch lässt sich bis zur großen Tafel auffalten.
Fragt sich nur: Wo ist denn hier der Tisch? Die Antwort: er versteckt sich zusammengefaltet im Küchenmöbel. Man öffnet eine Möbelblende und kann den Tisch herausziehen. Die Platte ist dreiteilig gefaltet, so ist vom kleinen Teetisch bis zur langen Tafel über den gesamten Mittelgang alles möglich. Ein klappbarer Tischfuß stabilisiert die Platte in ganz ausgezogenem Zustand. Die Stabilität machte beim ersten Check einen ordentlichen Eindruck.
Ein großes Glasfenster über dem Fahrerhaus lässt viel Licht herein. Der Verzicht auf den Dachstauschrank an dieser Stelle verbessert zudem die Kopffreiheit deutlich.
Großer Kompressor-Kühlschrank
Die Küche fällt erstaunlich großzügig aus. Zwar bleibt nicht viel Arbeitsfläche, denn der Zweiflamm-Kocher mit elektrischer Zündung und die Rechteck-Spüle mit abgesetzter, mattschwarzer Armatur nehmen die Platte beinahe komplett ein. Doch in Schubladen und Hängeschränken findet sich reichlich Stauraum.
An den Küchenblock schließt ein großer, nahezu raumhoher Kompressor-Kühlschrank mit separatem Flaschenauszug an. Auch ein Kleiderschrank hat hier noch Platz, bevor das Schlafzimmer beginnt.
Variables Queensbett

Zum bequemen Liegen lassen sich die Kopfteile der Matratze aufstellen.
Das Queensbett misst 195 mal 140 Zentimeter – nicht schlecht für einen innen doch recht schmalen Kastenwagen. Seitliche Stufen erleichtern den Zugang, ein echtes Komfort-Plus im Vergleich zu einem klassischen Querbett. Klar ist aber auch: Der seitliche Zugang verschenkt viel Liegefläche. Ein großes Längsbett, das über die gesamte Breite reicht, würde deutlich mehr Platz bieten. Clever: die Kopfteile des Queensbetts lassen sich aufstellen, so kann man auf dem Bett prima lümmeln.
Unter dem Queensbett bleibt ein ordentlicher Heckstauraum. Super: Der hintere Teil des Bettes lässt sich an Gasdruckdämpfern ganz einfach hochklappen, dann reicht der Heckstauraum bis zur Decke. Weil keine seitlichen Podeste Platz wegnehmen sollen, sollen so auch Fahrräder hineinpassen.
Die Preise für den neuen Dreamer D64 und Rapido V64 hat der Hersteller noch nicht genannt.
Dreamer D64/Rapido V64: Daten
- Länge/Breite/Höhe: 6,36/2,05/2,58 Meter
- Zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg
- Grundpreis: noch unbekannt

















