Variable Lounge statt starre Dinette: der KEC Motors Mountaineer Grand Expedition

KEC Motors Mountaineer Grand Expedition
Dieser Sprinter-Camper schafft die Dinette ab

Neuheiten 2027
ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.08.2026
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Wer einen sieben Meter langen Kastenwagen betritt, erwartet meist eine Dinette mit fest montierter Sitzbank und Tisch. KEC Motors geht beim neuen Mountaineer Grand Expedition einen anderen Weg: Statt der klassischen Sitzgruppe steht hinter dem Fahrersitz eine kompakte L-Sitzbank. Eine ausziehbare Verlängerung schafft Platz zum Lesen oder Beinehochlegen. Der Tisch auf Lagun-Gestell verdoppelt seine Fläche bei Bedarf per Klappfunktion – blockiert aber nie den Durchgang nach hinten.

Flexibel bleibt das Konzept trotzdem: Wer einen dritten Sitzplatz braucht, tauscht das vordere Lounge-Element gegen einen drehbaren Einzelsitz mit Dreipunktgurt. Auch zwei herausnehmbare Einzelsitze bietet KEC als Option an.

Doppelter Küchenzugang innen und außen

Den Küchenblock platziert KEC direkt an der Schiebetür – ohne den Einstieg zu versperren. Alle Utensilien liegen in Schubladen auf Griffhöhe bereit. Besonders praktisch: Eine bidirektionale Schublade öffnet sich sowohl nach innen als auch nach außen. Wer vor dem Fahrzeug kocht, steckt einen zusätzlichen Tisch außen an den Küchenblock und greift auf 12-Volt-, USB- und 230-Volt-Anschlüsse zu.

Bei der Ausstattung lässt die Manufaktur freie Wahl: Kühlschränke mit 42 oder 82 Litern, Diesel-Ceran, Induktion oder Gas – alles passt KEC individuell ans Reisekonzept an.

Schubladen ersetzen tiefe Klappenschränke

Gegenüber der Küche zieht sich eine 90 Zentimeter hohe Möbelzeile durch den Wohnraum. Auch hier dominieren Schubladen statt Klappenschränke. Darüber bieten durchgehende Hängeschränke zusätzlichen Stauraum, die sich beim Öffnen automatisch beleuchten. LED-Streifen unter den Oberschränken und an den Fußleisten schaffen indirektes Licht.

Nasszelle mit verschiebbarer Toilette

Zwischen Küchenzeile und Bett installiert KEC eine geräumige Nasszelle. Gerade Wände und eine Edelstahlverkleidung im Spritzbereich vereinfachen die Reinigung. Ein cleverer Kniff vergrößert die Duschfläche: Waschbecken und Clesana-Beuteltoilette rollen auf Schienen und verschwinden beim Duschen einfach aus dem Nassbereich. Tageslicht fällt durch ein Fenster, ein MaxxFan zieht die Feuchtigkeit ab.

Querbett mit modularer Heckgarage

Ganz hinten wartet ein 1,95 × 1,80 Meter großes Querbett. Eine ausziehbare Trittstufe erleichtert den Einstieg, eine herausnehmbare Platte trennt den Wohnbereich von der unter dem Bett liegenden Heckgarage. Die lässt sich modular bestücken: Heckauszüge nehmen wahlweise Mountainbikes, eine Waschmaschine oder Stauboxen auf.

Autark durch alle vier Jahreszeiten

Der Grand Expedition zielt auf Camperinnen und Camper, die lange unterwegs sein und unabhängig von Campingplätzen stehen wollen. Dafür packt KEC 400 Ah LiFePO₄-Batteriekapazität ins Fahrzeug, gesteuert über Victron-Komponenten. Eine 240-Wp-Solaranlage lädt nach, eine netzunabhängige Klimaanlage kühlt auch ohne Landstrom. Im Winter sorgen eine Diesel-Warmluftheizung und eine Infrarot-Fußbodenheizung für mollig warme Füße – der Unterflur-Abwassertank ist ebenfalls beheizt. Der Frischwassertank fasst 93 Liter.

Trotz Expeditionsanspruch soll sich der Innenraum wohnlich anfühlen: Warme Materialien, eine Akustikpaneldecke und gute Dämmung grenzen den Grand Expedition bewusst von nüchternen Offroad-Ausbauten ab.

Zehn Zentimeter höher und mit Seilwinde

Als Basis dient der Mercedes-Benz Sprinter 419 CDI mit 190 PS, 9G-Tronic-Automatik und Allradantrieb. KEC legt das Fahrwerk um zehn Zentimeter höher und ergänzt ein Luftfahrwerk an der Hinterachse. General-Grabber-AT3-Reifen in 265/75 R18 greifen auf Delta-Hamna-Felgen. Vorne schützt ein Aluminium-Unterfahrschutz Motor, Getriebe, Tank und Differential – eine Windenstoßstange mit 5,5-Tonnen-Seilwinde zieht das Fahrzeug notfalls aus dem Schlamm. Das Ersatzrad sitzt außen an der linken Hecktür.

Begehbare Dachluke mit Zulassung

Eine Besonderheit versteckt sich im Dach: Durch eine Bootsluke erklimmen Camperinnen und Camper das Campingbus-Dach. Die Luke öffnet sich bis zu 180 Grad – von innen wie von außen – und dient als vollwertiger Dachausstieg. Auf dem Aluminium-Dachträger findet ein Dachzelt für zwei weitere Schlafplätze Platz.

Jedes Fahrzeug ein Unikat

KEC Motors verkauft den Mountaineer nicht als starres Serienmodell. Grundriss, Oberflächen, Polster und Technik stimmt die Manufaktur individuell mit den Käuferinnen und Käufern ab. Seit 2016 entstanden rund 125 Ausbauten, etwa 80 davon als Offroad-Reisefahrzeuge. Das geht auch mit einem kompakteren Fahrzeug, wie dem VW Bulli.

Das Mountaineer-Konzept bietet KEC neben dem Sprinter auch auf Basis von VW Crafter und MAN TGE an.

KEC Mountaineer Grand Expedition – Technische Daten:

  • Basis: Mercedes-Benz Sprinter 419 CDI, 190 PS, 9G-Tronic, Allrad
  • Maße: 7,00/2,09/2,83 m (L × B × H)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 4.400 kg
  • Grundpreis: ab ca. 185.000 Euro (Messefahrzeug ca. 240.000 Euro)

Fazit