Hercules, der mythische Halbgott, steht für Kraft und Übergröße. Von außen erfüllt der Robeta Hercules diesen Anspruch, innen ist er dann jedoch ohne Zweifel ein Campingbus für zwei Personen mit kompaktem Wohnraum.
Der Hercules basiert auf einem 6,9 Meter langen Sprinter, teilt sich die DNA mit dem preisgekrönten Adonis und eine erhebliche Anzahl an Bauteilen. Es ist das erste 7-Meter-Modell von Robeta auf Mercedes-Benz Sprinter.
Robeta Hercules: 7 Meter Campingbus, konsequent für zwei Personen
Ein längeres Fahrzeug, eine andere Schlafgeometrie, dasselbe Premiumfundament. Der Hercules flirtet offen mit der Welt der Liner. Die Kernentscheidung hinter diesem luxuriösen Campingbus: Robeta investiert die zusätzlichen Zentimeter der 6,96 Meter langen Karosserie nicht in mehr Schlafplätze, sondern in mehr Komfort. Modulare Küche, 105 Zentimeter breites Bad und eine Premium-Lounge bilden das Rückgrat dieses Campingbusses für zwei Personen. Mit dem Hubbett reisen maximal zwei Personen.

Robeta baut den Hercules im Mercedes Sprinter aus.
Als Basis dient der Mercedes-Benz Sprinter 419 CDI mit 2,0-Liter-Diesel. Die stärkere Motorisierung des Messefahrzeugs mit 190 PS (140 kW) kostet 4.299 Euro Aufpreis, die Automatik ist ebenfalls optional. Der Basispreis liegt bei 141.990 Euro. Das Messefahrzeug mit allen Optionen erreicht rund 170.000 Euro. Weil die Homologation für Führerscheinklasse C erfolgt, liegt das zulässige Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen, mit Basisausstattung soll es drunter bleiben.
Die Küche im Robeta Hercules: Spülmaschine, Weinkühler, Heißluftfritteuse
Hier steckt das stärkste Alleinstellungsmerkmal. Die Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff lässt sich zur Seite schieben und gibt eine versenkbare Spüle frei. Im geschlossenen Zustand entsteht eine durchgehende, überraschend große Arbeitsfläche. Eine ausfahrbarer Apothekerauszug hält die Nespresso-Essenza-Kaffeemaschine (12 V/230 V) bereit, für die Weingläser gibt es oben neben dem Küchenblock einen Auszug mit Sichtfenstern.

Die Küche ist voll auf Elektrizität getrimmt und hat in der Serie zwei Induktionskochfelder. Zu den edlen Zusatkomponenten gehören ein Weinkühler, Mikrowelle oder Waschmaschine.
Das modulare Konzept geht noch weiter: Optional baut Robeta eine Spülmaschine, eine Mikrowelle, einen Weinkühlschrank oder eine Heißluftfritteuse ein. Letztere kostet 519 Euro und bleibt dem Hercules vorbehalten. Zwei Induktionskochfelder gehören zur Serie. Der seitlich zugängliche Kühlschrank fasst 90 Liter. Drei Schubladen in der Küchenzeile reichen für Geschirr und Besteck.
Bad im Robeta Hercules: groß dimensioniert, mit Kompromissen
Das 105 Zentimeter lange Bad bietet eine separate Dusche und ein verschiebbares Waschbecken. Als Toilette kommt die Verschweißtoilette Clesana C1 zum Einsatz. Sie benötigt weder Sanitärzusätze noch Wasser und ist dank Hochbarriere-Folie absolut geruchsdicht. Die Kehrseite: Das Bad ragt tief in den Grundriss. Der Durchgang wird dadurch spürbar eng.
Wohnen und Schlafen: Lounge mit Drahtseil-Trick
Die Rückbank lässt sich optional um 90 Grad drehen (2.299 Euro). Laut Robeta, um die Aussicht aus der Schiebetür zu genießen. Der Tisch schwenkt in jede Richtung, die Bank wandert an die Seiten- oder Rückwand. Tagsüber entsteht so echte Lounge-Atmosphäre.

Auch das Bett im Heck wirkt edel und gemütlich. Die Maße passen für zwei Personen.
Im Heck ist ein Längsbett mit einer Liegefläche von etwa 200 × 160 Zentimetern. Kompakt, aber für zwei Personen ausreichend. Die cleverste Detaillösung verbirgt sich an der Decke: Das optionale Hubbett (1.899 Euro) fährt an Drahtseilen herab. Die Motoren verschwinden in der Deckenverkleidung. Kein sichtbarer Mechanismus stört den Blick nach oben.
Stauraum und Autarkie: Leichtbau trifft Off-Grid
Drei Hängeschränke über dem Bett, Schubladen unter Weinkühler und Mikrowelle, Regalfächer im Heck und kleine Klappfächer unter den Oberschränken für Kleinkram: An Stauraum für zwei Personen mangelt es nicht.
Robeta setzt beim Möbelbau auf die hauseigene AIR-Technologie, die auf Wabenkern-Verbundplatten und verstärkten Verbindungen basiert. Diese Bauweise spart laut Hersteller rund 220 Kilogramm gegenüber konventionellen Campervan-Interieurs.
Wer autark reisen will, greift zum Off-Grid-Paket von Renogy (5.999 Euro): zwei Solarmodule mit je 230 WP und 500 Ah Batteriekapazität, die im Messefahrzeug montiert sind. Optional verdoppelt sich die Kapazität auf 1.000 Ah (2.999 Euro Aufpreis). Die Truma 4(D)E Dieselheizung gehört zur Ausstattung.
Die Stehhöhe im Robeta Hercules: kein Herstellerproblem
Beim ersten Check des Robeta Hercules auf der Messe wird klar, dass Menschen mit Körpergröße 1,90 und knapp drunter im Wohnraum nicht aufrecht stehen können. Das Sprinter-Hochdach H2 bietet ab Werk außen rund 2,58 Meter, innen rund 1,90 Meter Stehhöhe. Es gilt als Standard-Wohnmobilformat. Nach Dämmung und Bodenaufbau bleiben bei jedem Ausbauer, ob Hymer, La Strada oder Robeta, etwa 185 bis 188 Zentimeter. Das ist ein chassisbedingtes Thema, kein herstellerspezifisches. Trotzdem fehlt im Wohnraum des Hercules die Stehhöhe für große Heldinnen und Helden.
Ein zusätzlicher Faktor verstärkt den subjektiven Eindruck: Das konsequent dunkle Interieur in Obsidianschwarz mit Wood-Air-Holzdekor lässt den Innenraum kompakter wirken, als er ist. Mit über 16.000 Konfigurationsmöglichkeiten bietet Robeta allerdings genug Spielraum. Hellere Farben und Oberflächen wären also durchaus drin.
Teschnische Daten Robeta Hercules
- Basisfahrzeug (Grundausstattung): Mercedes-Benz Sprinter 319 CDI, 2,0-l-Diesel, (Messefahrzeug 419 CDI)
- Länge / Breite / Höhe: 6,96 m / 2,43 m / 2,66 m
- Bettmaße: Elektrische Längsbetten ca. 200 × 160 cm
- Zul. Gesamtgewicht: Basisvariante bis 3,5 t, Ausstellungsfahrzeug nur mit C-Führerschein fahrbar
- Grundpreis: 141.990 € (inkl. 19 % MwSt.)












