Das Feature auf diesem Campingbus-Dach ist einzigartig: Beim Flowcamper Max Grande wird aus der Dachsolaranlage ein "Dachsofa". Was sind die Vorteile und Nachteile davon?
So entsteht das Dachsofa
Der Zugang aufs Dach läuft über eine Dachluke im Heck, nicht über eine außen montierte Leiter. Oben wird die hintere Solarzelle umgeklappt und mit Polstern ergänzt, sodass eine Sitzfläche mit Rückenlehne entsteht.
Beim Flowcamper Grande Max Spezial funktioniert das wie folgt: Grundlage ist ein eigener Dachträger, die hintere Solarzelle klappt auf, und als Rückenlehne dient ein begehbares Solarmodul (S-Vision von Solara). Die Idee dahinter ist, ohne zusätzliche Plattformen eine nutzbare Sitzposition auf dem Dach zu schaffen.
Damit wird das Dach zu einer Art Dachterrasse oder schnell herzustellenden Aussichtspunkt. Die Bedienlogik ist simpel: hochsteigen, Element umlegen, Polster auflegen – fertig.
Nutzen für Reise-Szenarien
Der praktische Mehrwert liegt vor allem dort, wo der Stellplatz wenig Aufenthaltsfläche bietet, etwa auf engen Parzellen oder bei schönem Wetter ohne Markise. Wer gerne Sonnenuntergang, Aussicht oder Abstand zum Boden sucht, bekommt einen zusätzlichen Aufenthaltsort direkt am Campingbus.
Ein ähnliches Dachterrassen-System ohne Solaranlage zeigt der Westfalia Columbus Liner. Eine richtige Dachterrasse als zweites Stockwerk präsentierte der Luxusliner Atventure 1070.
Als Konzept passt das Dachsofa gut zu einem Ausbau, der stark auf Autarkie und lange Reisen zielt. Bereits beim Flowcamper Max Grande Autark sind wichtige Systeme teils doppelt ausgelegt, etwa mit zwei Frischwassertanks (je 50 Liter), zwei Standheizungen und zwei Gasflaschen.
Grenzen und klare Trade-offs
Das Dachsofa ist kein Gratis-Gimmick, sondern Teil eines sehr aufwendigen Gesamtpakets. Der Flowcamper Max Grande Autark basiert auf dem Mercedes Sprinter L3 und misst 6,96 Meter; als Basispreis nennt Flowcamper 168.900 Euro.
Außerdem ist das Dach nicht nur Lounge, sondern auch Arbeitsfläche für die Solarzelle – das Konzept lebt davon, dass Module und Mechanik diesen Wechsel mitmachen. Beim Grande Max Spezial zeigt sich zusätzlich, wie schnell Dachaufbauten komplex werden können: Dort kombiniert Flowcamper das Dachsofa mit einem von innen bedienbaren Dachzelt (Liegefläche 1,20 × 2,10 Meter) und nennt dafür einen deutlich höheren Fahrzeugpreis von 247.000 Euro.
Für wen lohnt sich das?
Letztlich taugt das Dachsofa vor allem für zwei Zielgruppen: Outdoor-orientierte Reisende, die Aussicht und "oben sitzen" wirklich nutzen, und Kaufinteressierte, die bei einem hochpreisigen Sprinter-Ausbau gezielt nach besonderen Lösungen suchen. Wer dagegen primär mehr Solarfläche oder maximale Einfachheit will, wird das Konzept eher kritisch betrachten.












