Ist der Pössl Summit 600 L der beste Campingbus aller Zeiten? Der Test

Pössl Summit 600 L im Test
Der beste Pössl-Campingbus auf dem Markt?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
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f_ Pössl Summit 600 L, Außenaufnahme

Die Kollegen lungern auffällig häufig um die Bürotür herum. "Ist der Pössl am Wochenende frei?", "Kann ich den mal testen?" Es ist ja nicht so, dass im Testfuhrpark ein Integrierter von Eura stünde und ein riesiges 300.000-Euro-Mobil von Phoenix. Nein, sie wollen den Pössl Summit 600 L. Längsbetten, mittlere Länge und alles drin – und der Schriftzug Pössl außen drauf.

Sechs-Meter-Kastenwagen mit Längsbetten sind eine Herausforderung für die Grundrissplaner. Die Länge der Betten drückt auf das Bad, drückt auf die Sitzgruppe. Jeder Zentimeter muss wohlüberlegt und gezielt eingesetzt werden. Wenn das gelingt, ist ein Sechsmeter-Einzelbettenmodell hochspannend. Innen genug Raum, außen mit allen fahrtechnisch positiven Tugenden eines ausgebauten Kastenwagens. Und wenn dann die Qualität und der Preis noch stimmen, sind das Zutaten für einen Bestseller.

Konfigurationen und Ausstattung im Pössl

Dieser hier startet bei 53.999 Euro. Diese Zutat schmeckt schon mal. Der Testwagenpreis: 69.757 Euro. Man könnte sagen, da hat jemand das ganze Menü bestellt. In der Basisausstattung kommt der Summit mit einem soliden 140-PS-Motor Schaltgetriebe und dem Light-Chassis. Allein die Automatik kostet 3.599 Euro extra, bei gleicher Motorisierung. Im Testwagen fährt der 180-PS-Motor mit Achtgangautomatik auf dem Heavy Chassis (5.999 Euro). Das ist sicher und souverän und bei den Achszuladungen hat man mehr Spielraum. Doch das Light Chassis mit 140 PS und Automatik sollte oftmals ausreichen.

Wer gerne konfiguriert: Pössl schnürt zwei Pakete, Plus- und Premium-Ausstattung für das Basisfahrzeug, von denen eines allerdings Pflichtoption ist. Das kleine macht 1.999 Euro, das große 4.499 Euro aus. Dabei rechnet Pössl vor: Das große Paket beinhaltet Einzelpositionen wie Alufelgen, 90-Liter-Tank, Trittstufe, digitaler Rückspiegel und viele weitere Komponenten wie eine Diesel-Standheizung im Wert von 19.293 Euro – womit man fast 15.000 Euro spart. Auf der Homepage gibt es einen Konfigurator, mit dem sich transparent und einfach ein Fahrzeug zusammenstellen lässt. Pössl bietet relativ viele Optionen, etwa beim Polsterbezug, dem Holzdekor der Möbel (hier San Marco) oder der Heizung (Gas, Diesel, Diesel-Elektro oder sogar Diesel und Gas, was man als Hybridheizung anbietet).

Wohnlich eingerichtet: Das Wohnzimmer auf 4 Rädern

Nun aber Schiebetür auf, rein und Schiebetür zu – das (optionale) Softlock zieht die Tür leise surrend ins Schloss. Die Schiebetür ist mit einer grauen Innenverkleidung bezogen. Licht an und erst mal hinsetzen. Die Fahrersitze lassen sich gut drehen. Über ihnen ist ein Staufach angebracht. Da kann man sich den Kopf anschlagen, dafür passt viel rein. Im Querholm sind LED-Leisten eingelassen. Die spenden gut Licht, das hilft, die Tischplatte zu erhellen. Der Tisch ist clever konstruiert. Die Platte ist an Führungsschienen aufgehängt und lässt sich komplett senkrecht an die Wand klappen. So ist er während der Fahrt sehr gut aufgeräumt. Der Gag: An der Unterseite der Tischplatte ist noch eine kleine Platte befestigt, die man während der Fahrt als Ablage aufklappen kann.

Pössl Summit 600 L, Campingbus, Sitzgruppe
Ingolf Pompe

Die Sitzbank für Passagiere ist gut gepolstert, bequem und hat angenehme Bezugsstoffe. Der Blick geht durch ein hochwertiges Rahmenfenster, das von außen kaum aufträgt. Die Qualität der Fenster ist in dieser Preisklasse nicht unbedingt erwartbar. Der Möbelbau ist ebenfalls positiv hervorzuheben. Aufsteller und Klappen sitzen satt. Die Hakenschlösser sind angenehmer zu bedienen als Pushlocks. Die dafür mittig angebrachten Schließbleche sind klein und stören kaum.

Großer Küchenblock und ein besonderes Highlight

Pössl Summit 600 L, Campingbus, Küche
Ingolf Pompe

Gegenüber der Dinette steht der Küchenblock. Fast unscheinbar, mit zwei Flammen und einem Spülbecken. Er bietet ordentlich Arbeitsfläche dank eines, in den Flur hochklappbaren Zusatzbretts. So entsteht eine Art L-Küche. Mit Zweiflammherd für Töpfe in den Größen 22 cm und 16 cm. Richtig gut sind die Schubladen. Sie laufen leicht, sind wertig gefertigt und dabei schön tief, nehmen so das meiste Küchenutensil locker auf. Der Kühlschrank mit Kompressortechnik lässt sich von beiden Seiten öffnen und ist so auch von außen geschickt zugänglich.

Pössl Summit 600 L, Campingbus, Klo, Bad
Ingolf Pompe

Das Bad erweist sich als besonderes Highlight. Es ist eine schwenkbare Waschtischwand und trennt damit Toilette und Dusche sauber voneinander. Links duschen, mit vielen Ablagen, rechts das Klo mit drehbarem, schüsselförmigem Waschbecken. Größere Leute können gut auf dem Thron sitzen, für Kleine ist er ein bisschen hoch. Im Heck dann der Schlafraum mit Längseinzelbetten. Das ist einfach bequemer als ein Querdoppelbett, wo Paare immer mal wieder übereinander drübersteigen müssen. Dicke Polster, sinnvoll angeordnete Fenster, bei denen man nachts nicht die Faltplissees zerdrückt. Und darunter richtig viel Stauraum. Im großen Heckstauraum und in seitlichen Fächern. An die kommt man allerdings nicht so gut ran, weil sich die Lattenroste nicht per Scharnier und Fixierung gezielt aufstellen lassen. Das war’s dann aber praktisch schon an Kritik. Jeder Bereich im Summit ist durchdacht und mindestens mit "gut" zu bewerten – teils sogar mit "sehr gut".

Daten und Preise im Überblick

  • Aufbau: Stahlblechkarosserie, Isolierung Dach/Wand (PE-Schaummatten), Boden (RTM-Schaum), Pappelsperrholz, 4 PU-Rahmenfenster, 2 Dachhauben, 1 Dachfenster.
  • Ausbau: Möbel aus Sperrholz, Sitzbank mit 2 Dreipunktgurten, Einzelbetten 2 x 180/196 x 80 cm, Sanitärraum mit Kassettentoilette und Schwenkwand-Dusche, Küche mit Zweiflammkocher und Kompressorkühlschrank 92 L.
  • Bordtechnik: Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, Zusatz-Dieselheizung, Frisch-/Abwassertank 100/100 L, Bordbatterie Blei-AGM-Typ, 95 Ah, Gasflaschen 2 x 11 kg.
  • Basisfahrzeug: Citroën Jumper, Kastenwagen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2184 cm3, Leistung 132 kW/180 PS, Achtgang-Automatikgetriebe (Serie: 140 PS/Schalter).
  • Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe 599 x 205 x 258 cm, Radstand 403,5 cm, zulässiges Gesamtgewicht 3.500 kg, Zuladung Testwagen 522 kg.
  • Preise: Grundpreis 53.999 Euro, Citroën Jumper 35 Heavy, 180 PS und Achtgang-Automatik 5.999 Euro, Premiumausstattungspaket (u. a. Klimaautomatik, Pilotensitze drehbar, Radiovorbereitung, 90 L-Dieseltank, Standheizung Diesel, Beifahrerairbag, digitales Cockpit, lackierte Stoßfänger u. v. m.) 4.499 Euro, Lackierung Grau metallic 999 Euro, Wohnwelt Samba 429 Euro, Autonomous Driving-Erweiterung 1.199 Euro, zus. Steckdose 279 Euro, Truma Bedienteil iNetX 189 Euro, Schließhilfe Softlock 699 Euro.

Fazit