Solarwunder für Camper oder Spielerei? Der Hepa Sunseeker 200 folgt der Sonne

Weltneuheit Hepa Sunseeker 200
Was bringt das nachgeführte Solarmodul für Camper?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.01.2026
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Hepa Sunseeker 200 Solarmodul für Wohnmobile richtete sich nach Sonne aus
Foto: Hepa

Solarmodule, die der Sonne folgen, sind gelegentlich von Freiflächenanlagen zu sehen, bisher nicht auf Wohnmobildächern. Dementsprechend ist der HEPA Sunseeker 200 eine echte Neuheit: Das erste sogenannte nachführende Solarmodul für Wohnmobile und Campingbusse. Die automatische Nachführung verspricht mehr Ertrag. Wie viel bringt das wirklich? Und lohnt sich die Anschaffung für Camper, die autark stehen wollen? Wir haben uns das Konzept angesehen.

So funktioniert der Sunseeker 200

Der Sunseeker 200 kombiniert ein monokristallines 200 Wp-Modul mit einem elektromechanischen Nachführsystem – genannt Solar-Tracker. Morgens klappt sich das System selbstständig auf, richtet sich nach dem Sonnenstand aus und dreht sich tagsüber mit der Sonne mit. Der Hersteller gibt eine Ausrichtung im Fünf-Minuten-Takt an. Sensoren messen Helligkeit und Wind. Wird es stürmisch, fährt das System automatisch in Parkposition. Angesteuert wird das Ganze über einen zentralen Controller, der gleichzeitig als Solarregler fungiert.

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Hepa verspricht hohe Ausbeute

Der Hersteller verspricht bis zu 250 % mehr Energie gegenüber einem flach montierten Solarpanel. Das klingt spektakulär, ist auch mit etwas Vorsicht zu genießen. Studien zeigen: Einachsige Solar-Tracker steigern den Energieertrag meist um 20 – 30 Prozent, abhängig von Wetter, Sonnenstand und Systemausführung. Wohlgemerkt im Vergleich zu feststehenden Freiflächen-Solarmodulen, die an ihrer Position bestmöglich ausgerichtet und angewinkelt sind. Das trifft auf Solarmodule auf Wohnmobilen nicht zu, weil diese flach auf dem Dach liegen. Insofern könnte die Ertragssteigerung durch die Nachführung im Vergleich zu herkömmlichen Camping-Solarmodulen deutlich höher als 30 Prozent liegen.

Hepa Sunseeker 200 nachgeführtes Solarmodul für Wohnmobile
Dominic Vierneisel

In der Praxis profitieren Camper hauptsächlich in den Randzeiten des Tages: morgens und abends, wenn die Sonne flach steht. Denn Solarmodule mögen Sonneneinstrahlung in steilen Winkeln, und die stellen Solar-Tracker her. Auch an wechselhaften Tagen kann sich der Sunseeker lohnen – weil er jede Minute Einstrahlung bestmöglich nutzt. Wer autark unterwegs ist und wenig Platz auf dem Dach hat, kann mit einem Tracker wie dem Sunseeker mehr aus einer kleinen Fläche herausholen.

Doch es gibt Grenzen: Der Gewinn fällt geringer aus, wenn das Fahrzeug im Schatten steht oder diffuse Einstrahlung überwiegt. Bei windigem Wetter fährt das System ein – dann arbeitet es wie ein flachliegendes Panel.

Einbau und Funktion im Wohnmobil

Das System wiegt rund 27 Kilogramm und benötigt Platz, sowohl beim Aufstellen als auch für die Rotation. Da der Sunseeker eine eigene Steuerungselektronik hat, kann er direkt ans Bordnetz angeschlossen werden. Damit ist die Installation zumindest bei der Verkabelung weniger aufwendig. Camper, die Wert auf Komfort legen, freuen sich über die automatische Ausrichtung ohne manuelles Nachjustieren. Das erfordert jedoch auch wieder eine Mechanik in der Anlage, die mehr Wartungsaufwand bedeuten könnte.

Hepa Sunseeker 200 nachgeführte Solaranlage für Wohnmobile
Dominic Vierneisel

Wer hingegen lieber feste Module verwendet und dafür einen höheren Gesamt-Wp-Wert realisiert, kommt mit mehreren klassischen Paneelen oft günstiger weg. Da diese nicht ausschwenken, kann zusätzliche Ausstattung wie eine Klimaanlage oder eine Satanlage zudem dichter daneben platziert werden. Beim Sunseeker muss hier die Rotationsfläche freigehalten werden. Dieses Problem löst sich jedoch, wenn der optionale Rahmen installiert wird. Dessen Breite entspricht etwa der Schwenkfläche des Moduls.

Für wen lohnt sich der Sunseeker 200?

Mit 1.395 Euro gehört der Sunseeker zu den teureren Solarlösungen fürs Wohnmobil. Dafür bekommen Campende ein Komplettsystem, das automatisch arbeitet und mehr Ertrag aus weniger Fläche holt.

Der Sunseeker 200 eignet sich für alle Campende, die:

  • oft autark stehen,
  • optimalen Solarertrag aus einer kleinen Dachfläche herausholen wollen,
  • Wert auf Technik und Komfort legen.

Weniger geeignet ist das System für Budget-orientierte Selbstbauer oder Campende mit großen Dachflächen, die auf wartungsarme Technik setzen. Denn für den Preis des Sunseekers 200 bekommen Campende im Fachhandel oft Photovoltaikanlagen mit zwei bis drei flach aufliegenden Solarmodulen à 200 Wp.

Mit dem Sunseeker 135 bietet Hepa übrigens noch eine kleinere Version eines nachgeführten Solarmoduls für Wohnmobile und Wohnwagen an. Es kostet rund 1305 Euro und der Wp liegt bei 135.

Technische Daten Hepa Sunseeker 200

  • Maße Solarmodul (L × B × H ohne Kunststoffrahmen): 117 cm × 96 cm × 14,5 cm
  • optionaler Kunststoffrahmen (L x B x H): 148 cm × 134 cm × 14,4 cm
  • Neigungswinkel: 0–45° automatisch nachgeführt
  • Windlast: ausgelegt bis Windstärke 7, Windsensor fährt das Modul bei etwa 60–70 km/h automatisch ein
  • Schneelast: max. 100 kg/m²
  • Gewicht des Systems: ca. 27 kg

Fazit