Batterien für Mover am Wohnwagen: Mit leichten Akkus halten Rangierantriebe länger durch

Stromversorgung für Rangierantriebe
Leichte Batterien für Mover und Co

vom Campingprofi seit 1959
ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.03.2026
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Kleine und kompakte Hochleistungs-Akkus sind der einzig weg, um das Gewicht von Rangierantrieben zu reduzieren und Zuladung zu gewinnen. Denn das Gewicht der Mover selbst kann nicht optimiert werden. Je nachdem, ob man ein Modell mit manueller oder elektrischer Anschwenktechnik wählt, muss man für zwei Antriebseinheiten samt Anbauteilen zwischen 30 und 40 Kilogramm rechnen. Und die gehen auf jeden Fall von der Zuladung des Caravans ab.

Lithium-Akkus sparen Gewicht und Platz

Also bleiben für die Gewichtsoptimierung nur die Akkus: LiFePO4-Akkus wiegen rund die Hälfte eines Blei- oder AGM-Akkus gleicher Kapazität. Da sich bei LiFePO4-Batterien zudem fast 100 statt 60–70 Prozent der angegebenen Kapazität nutzen lassen, können Campende für den Betrieb des Rangiersystems zusätzlich auf ein Exemplar mit geringerer Kapazität (in Amperestunden Ah) zurückgreifen. So sparen sie zusätzliches Gewicht und trotz insgesamt höherer Preise für LiFePO4-Batterien, auch Geld. Zudem schrumpfen die Gehäusemaße.

Doch selbst wer gar keine "Luft" mehr für eine Batterie hat, muss nicht auf Rangiersystem und Bordstromversorgung verzichten: Mit dem MPC hat Reich Easydriver einen Batteriekoffer mit integrierter Steuerung für den Rangierantrieb entwickelt, der im Zugfahrzeug transportiert werden kann und erst am Ort mit dem Easydriver-Rangiersystem durch bloßes Einstecken verkabelt wird. Auch Enduro hat das Thema weitergedacht: Bei der 2795 Euro teuren Rangierhilfe All In steckt an jedem Motor ein herausnehmbarer 3,5-Ah-Akkus, die Einachser bis 2,5 Tonnen rund 30 Minuten lang rangieren können sollen.

Kapazität hängt von Stromaufnahme der Rangierantriebe ab

Unabhängig von der Batteriekonfiguration stellt sich die Frage, wie viele Amperestunden (Ah) für ein Rangiersystem sinnvoll sind. Wichtiger noch als die Kapazität ist die Spitzenströme des Akkus in Ampere (A). Hier empfehlen die Hersteller unterschiedliche Werte:

  • Truma Mover (Kapazität/Spitzenströme): für Einachser mindestens 20 Ah/140 A; für Doppelachser 30 Ah/170 Ampere
  • Reich Easydriver (Spitzenströme): 180 Ampere, die mindestens drei Sekunden lang bereitgestellt werden sollen
  • Alko Mammut und Ranger (Spitzenströme): 80 A beim Mammut und 60 A

Spitzenströme sind vor allem beim Anfahren und an Steigungen entscheidend. Fürs Rangieren auf der Ebene geben die Hersteller deutlich niedrigere Werten.

Reich Easydriver und Enduro sind übrigens die einzigen Marken, die unter ihrem Namen auch Akkulösungen anbieten. Für Kunden hat das den Vorteil zu wissen, dass die Systeme mit- und füreinander entwickelt und getestet wurden. Truma immerhin spricht eine Empfehlung für die Powerxtreme-Batterien von Emergoplus aus. Auch Alko nennt diese Marke auf Nachfrage.

Da die Steuerung der Rangiersysteme zuverlässig Überlastungen erkennt, sollte die Batterie einen höheren Schwellenwert besitzen. Oder anders: Der Rangierantrieb bestimmt, wann Schluss ist, damit er sein Potenzial voll ausschöpfen kann. Für die Marktübersicht haben wir ausschließlich Batterien gewählt, die kurzzeitig mindestens 150 Ampere angeben können.

Wie lange kann man rangieren?

Legt man die 30 Ampere Stromaufnahme zugrunde, könnte ein Einachser mit einem 30-Ah-Akku rund eine Stunde lang autark rangiert werden. Da die Stromaufnahme üblicherweise höher liegt, muss man rund 50 Prozent abziehen. Das heißt, dass schon ein kleiner Akku für rund 30 Minuten Rangierarbeit ausreicht. Da der Caravan auf dem Campingplatz meist sofort wieder an den Landstrom angeschlossen wird, ist der Akku schnell wieder einsatzbereit.

Am Markt auch Akkus im fertig geschnürten Paket mit integriertem oder separatem, tragbarem Ladegerät erhältlich. Zusammen mit einer flexiblen Halterung ist die Stromversorgung schnell ausgebaut, um die Batterie zu Hause zu laden oder zu überwintern. Lithium-Akkus lassen sich unter 0 Grad nicht oder kaum laden und auch die Stromabgabe ist eingeschränkt. Kein Problem stellen tiefe Temperaturen laut Hersteller für die Natrium-Ionen-Batterie von Ective dar.

Marktübersicht – leichte Akkus für Rangierantriebe

Ausgewählte Modelle für Sie in der Übersicht zusammengestellt.

Bulltron 50 AH Mover

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Hersteller

Bulltron entwickelt und konfektioniert seine Batterien in Deutschland mit angelieferten Zellen. Die Mover-Batterie ist einzeln oder im Set inklusive 11-A-Ladegerät mit automatischer Ladeerhaltung erhältlich. Ist bereits ein Ladegerät im Caravan verbaut, kann dies laut Bulltron mit der Ladekurve für Blei-Batterien weiter genutzt werden. Bulltron verschraubt seine Gehäuse, wodurch die Batterien repariert werden können. Garantie: 5 Jahre.

CS-Batteries Mover Power Pack

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Hersteller

Die Sets bestehen aus einer Batterie mit passendem Lithium-Ladegerät, Ladekabel, Trennschalter und Batterie-Schnellklemmen. Das System kann bei Landstromanschluss über eine Schuko-Steckdose an Bord geladen werden. Das Lithium-Ladegerät schaltet nach dem Vollladen automatisch ab ohne weitere Ladeerhaltung. Wer während der Fahrt laden will, kann die Batterie mit einem Booster/12-V-Ladegerät verbinden. Zudem ist es möglich, dass die Batterie mit einem Solarregler verbunden wird.

Ective NaC 40 BT 12 V

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Hersteller

Ective geht mit der einzigen Natrium-Ionen-Batterie ins Rennen. Natrium ist einfach und kostengünstig zu gewinnen, gilt als weniger anfällig für Überhitzung als Lithium. Natrium-Ionen-Batterien können auch im tiefentladenen Zustand gelagert und transportiert werden, ohne Schaden zu nehmen. Sie funktionieren zudem effizienter in einem breiteren Temperaturspektrum, vor allem bei niedrigen Temperaturen. Natrium-Ionen-Akkus weisen eine potenziell sehr hohe Zyklenfestigkeit auf. Größter Nachteil von Natrium-Akkus: die geringere Energiedichte, weshalb sie bei gleicher Kapazität größer und schwerer sind als Lithium-Ionen-Batterien.

Liontron

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Hersteller

Die leichteste Batterie mit Mover-Eignung kommt aus der Marine-Serie von Liontron. Die Marke hat sich durch ihre verschraubten Gehäuse für Wartungs- und Reparaturfreundlichkeit etabliert. Die Zellenheizung der Arctic-Serie ist für die 55-Ah-Batterie allerdings nicht verfügbar. Alle Liontron-Batterien haben neben dem integrierten Batteriemanagementsystem ein Bluetooth-Modul integriert, über das sich die wichtigsten Daten der Batterie am Smartphone aus- und ablesen lassen. Die Herstellergarantie beträgt sieben Jahre.

Enduro LI 1220 und 1230 BT

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Hersteller

Der mit 20 und 30 Ah erhältliche Akku mit im Gehäuse integriertem Ladegerät ist mit einer LED-Anzeige und einem Bluetooth-Modul ausgestattet, wodurch die Überwachung und Steuerung der Einheit per Smartphone und App möglich ist. Zusätzlich ist die Batterie geerdet, was laut Hersteller für zusätzliche Sicherheit sorgt. Ein Hauptschalter mit Kabelfernbedienung ist im Serienumfang inbegriffen.

Lite Blox STR060

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Hersteller

Lite Blox entwickelt und produziert seine Batterien in Deutschland. Der Hersteller garantiert die angegebene Kapazität und dass diese tatsächlich nutzbar ist. Deshalb wird nach eigenen Angaben jede Batterie mit vorsortierten LiFePO4-Premium-Rundzellen bestückt, die vor der Fertigung gemessen werden. Über die Wireless-Schnittstelle können Akkudaten per Smartphone-App ausgelesen und zur Überprüfung an den Kundenservice gesendet werden. Das integrierte Batteriemanagement erlaubt die Parallelschaltung mit Lite-Blox-Batterien mit anderen Kapazitäten. Ein Ladegerät ist nicht im Lieferumfang enthalten.

Reich Easydriver MPC

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Hersteller

Eine 50-Ah-Batterie samt Ladegerät, Steuerungselektronik und Fernbedienung für die hauseigenen Rangiersysteme vermarktet Easydriver unter dem Kürzel MPC. Der Mobility Power Case wiegt 12,6 Kilo und sorgt auch für Autarkie. Dafür hat er ein integriertes Kabel mit Jäger-Steckdose, in die der Caravan angesteckt und mit 12 Volt versorgt wird. Dadurch müssen im Caravan weder ein Akku eingebaut noch Kabel von den Rangiermotoren durch den Wagenboden zu einer Steuerungszentrale verlegt werden.

Vor Ort kann der Koffer auf die Deichsel gelegt und die Kabel eingesteckt werden. Den Ladezustand überwacht die Digitalanzeige oder das Smartphone über die App. Nachladen lässt sich der MPC an einer 230-Volt-Steckdose. Im Gehäuse integriert sind zwei 12-Volt-Ausgänge sowie zwei USB-A-Steckplätze. Mit den Maßen 465 x 355 x 210 mm findet der MPC leicht im Zugwagen Platz. In den Preisen für das MPC ist das jeweilige Rangiersystem (Basic, Active, Infinity) inbegriffen.

Reich Easydriver MPP Neo

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Hersteller

Im Frühjahr 2026 präsentiert Easydriver seine neuen Mobility Power Packs (MPP) mit dem Beinamen Neo. Die drei Lithium-Akku-Pakete mit separaten, auf die Batterie angepassten Ladegeräten ersetzen die bisherigen Systeme, die mit AGM-Akkus arbeiten, sowie den kleinen 8,8-Ah-Lithium-Power-Pack. MPP Neo S setzt auf einen 15-Ah-Akku, M und L kommen mit Akkukapazitäten von 50 und 75 Ah. Alle drei sollen den von den Easydriver-Rangierantrieben geforderten Spitzenstrom von 180 A bereitstellen können. Exakte technische Daten und Preise nennt Easydriver aktuell noch nicht.

Emergoplus Powerxtreme X10, X20 und X30

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Hersteller

Drei kompakte Kombinationen aus LiFePO4-Akkus und integrierten Ladegeräten hat der niederländische Spezialist im Portfolio. Für das Laden während der Fahrt offeriert Emergoplus den wasserdichten 12-Volt-Lader XC3 für 137 Euro, der auch die Batterie des Zugwagens im Blick hat und die Ladung bei Unterspannung unterbricht. Über die eigene App lassen sich Ladestand, Batteriezustand (Health) und Temperaturen überwachen. Das integrierte Display gibt ebenfalls Auskunft über den Ladestand. Wird die Batterie registriert, gewährt Emergoplus 5 statt 2 Jahre Garantie (bis 2000 Ladezyklen).

Victron Peak Power Pack

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Hersteller

Das Peak Power Pack ist mit 20, 30 und 40 Amperestunden lieferbar und generell mit einem eingebauten Ladegerät ausgestattet. Damit ist das Laden über das elektrische System des Fahrzeugs während der Fahrt möglich – der passende Stecker liegt ebenso bei wie ein Druckschalter an einem zwei Meter langen Kabel, mit dem sich der Batteriestatus prüfen lässt. Schnelles Aufladen ist über den Hochstromausgang möglich (Hochleistungsausgang und nur bei 30-Ah-/40-Ah-Modellen). Falls notwendig, lässt sich das PPP auch per mitgeliefertem Adapter an 230 Volt aufladen. Auch ein Anschluss für ein Solarmodul ist im Gehäuse integriert. Neben dem Kabel-Ausgang mit hoher Kapazität für die Rangierantriebe ist eine Klemme für Niedriglast-12- Volt-Verbraucher auf der Gehäusevorderseite zu finden.

Der Weg zum Autarkpaket

Um den Akku für den Rangierantrieb auch als Bordbatterie für Licht und Pumpe nutzen zu können, braucht es, einfach ausgedrückt, ein Relais, das die Bordstromversorgung abkoppelt, sobald der Caravan 12 Volt über den Zugwagen bezieht. Am einfachsten realisieren lässt sich eine Autarkschaltung durch den Einbau eines speziellen Caravan-Ladeboosters mit – wichtig! – maximal 8 Ampere Ladestrom oder einem neuen Netzteil mit integriertem Ladegerät und Booster.