Camper-Selbstausbau
Selbstausbau
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Campingbus-Selbstausbau: Mein Motorrad-Fahrerlager

Durchdachter Selbstausbau des Citroën Jumpers Mein Campingbus, mein Motorrad-Trial-Fahrerlager

Motorrad-Trial begleitet mich seit 14 Jahren, wurde vom Hobby zur Passion. Immer dabei: Mr. Jumper, der weiße Riese. Planung, Ausbau, die erste Reise, viele Kilometer und die ganz große Vanlove: mein Bus und meine Welt, wie sie mir gefällt.

Für ein Leben im Fahrerlager entschied ich mich mit zehn. Ich fand auch Ponyreiten cool, Blockflöte nicht so richtig, hatte trotzdem eine, dann mein erstes eigenes Motorrad. Schnell waren die Pferde vergessen, das Trialfahren wurde zum Familiending und unsere Wochenenden verlagerten sich nach draußen. Immer mit Wohnmobil, immer woanders und irgendwann wurde ich 18 – auf 2000 Metern Höhe, Weltmeisterschaft in Frankreich, Kuchen und Becherovka im Fahrerlager. Für mich natürlich nicht. Dennoch begann die große Freiheit: alleine wegfahren, mein Ding machen, in meinem eigenen Campingbus.

Selbstausbau als spannendes Winter-Projekt

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Ganz viel Liebe! Mein Motorrad, mein Mr. Jumper, zusammen mein eigenes kleines Wunschpaket.

Mr. Jumper habe ich ihn getauft, wie einfallsreich. Aber so wie er dastand, stolz und bereit, mein neuer Begleiter zu sein, passte es. Eine Dachluke fehlte dem Herrn noch, eine Isolierung, ein Bett – gut, eigentlich fehlte ihm irgendwie alles, er war innen total nackt. So wurde er zu meinem und meines Vaters Winter-Projekt. Dass es bei Minusgraden nicht so viel Spaß macht, Vierkanthölzer zu sägen und Armaflex zu kleben, erkannten wir erst später.

Das Herzstück sollte die Garage werden, zwei Motorräder rückwärts passen auf den Zentimeter. Im Gegensatz zu allem anderen, das dann oft irgendwie doch nicht passte, aber natürlich passend gemacht wurde. Lustige Aktionen mit Brötchenmesser und Matratze waren die Regel, Montagewinkel erledigten den Rest. Die Möbel gelten unter Vanlifern vielleicht nicht als supercooles Selfmade-Ding, sind aber äußerst praktisch: Badschränke einer Billig-Kette. Teilweise liegend angeschraubt, teilweise mit Arbeitsplatten und noch mehr, wirklich vielen Metallwinkeln verstärkt.

Als wir dann aber doch unser erstes eigenes Möbelstück gefertigt hatten, waren wir doch stolz: eine Bank für genau 1,5 Personen. Sie war die perfekte Möglichkeit, der Kühlbox – unverzichtbar – einen Platz zu geben und diesen doppelt zu nutzen. So konstruierten wir einen rollbaren Untersatz für die Dometic-Kiste und verkabelten zwei Zwölf-Volt-Stecker oberhalb, um sie während der Fahrt am Laufen zu halten.

Es chillt sich hervorragend auf der Bank. Taschen, Wäsche und Chaos lassen sich darauf allerdings auch gut ablegen. Es folgten einige Schönheits-OPs und mehr Flauschigkeit durch das aufgeklebte Lautsprecher-Vlies an den Wänden. Dann Licht und Strom, Deko-Folie, Fußmatte, Kaffeemaschine, Inventar und Teppichboden.

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Auf den Zentimeter vermessen: Zwei Motorräder passen rückwärts in die Garage, ein drittes ohne Vorderrad dazu.

Die Garage, wie gesagt das Herz von Mr. Jumper, war bis ins kleinste Detail ausgetüftelt: Auf Kosten der Liegefläche ließen wir noch etwas Platz zum Stehen am Rand, bauten ein Podest für den Pavillon, zwei Fächer für Helme und eine Halterung für einen frischen Reifen. Dann wurde hier – ganz wichtig – alles dicht gemacht. Denn wo Motorräder sind, ist auch Benzin. Und um nicht in der Sprit-Narkose zu entschlafen, sollten die Dämpfe schön hinten bleiben. Faszinierend, dass das wirklich geklappt hat: Bis heute riecht es im Wohnraum höchstens mal nach Kaffee, nie aber nach Kraftstoff der anderen Art.

Viel erlebt mit Mr. Jumper

Unsere erste gemeinsame Fahrt ging quer über den Ärmelkanal, Calais nach Dover, Weltmeisterschaft in England. Das Fahrerlager war eine nasse und abschüssige Wiese, heftiger Wind und ein übermüdetes Ich machten das Chaos komplett. Die Auffahrkeile unterbauten wir fast einen halben Meter mit Holzbrettern und Ziegelsteinen, dann schoben wir meinen Fronttriebler mit voll beladenem Heck hinauf. Erschöpft und glücklich schlief ich die erste Nacht in meinem Bus unter prasselndem Regen ein.

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Flauschige Innenwände, eine kleine Dachluke und ein bequemes Bett laden zum Entspannen ein.

Dieser sollte in den nächsten Jahren noch ein paar Mal zum Problem werden: Die kleine Dachluke war und ist noch immer Goldwert, leider aber zwischendurch an ihrer Belastungsgrenze. Durch die Rillen auf dem Jumper-Dach ist es nicht ganz leicht, den Rahmen 100 Prozent dicht zu bekommen. Stand der Bus in einer offenbar ungünstigen Lage, tropfte es munter auf mein Bett. Neu abgedichtet sollte es nun aber erst mal wieder eine Weile halten.

Was ich im Zusammenhang mit Regen auch gelernt habe: Klemmt man den Vorhang in der Schiebetür ein, so bildet sich eine wunderbare Wasserstraße, und die ganze Matratze könnte bei einem spontanen, leider auch verregneten Motorradurlaub in Italien nass werden. Wenn ich mich an Strom anstöpsele, regelt aber mein sparsamer Ölradiator schnell kleine Probleme wie diese und wärmt zudem fröstelnde Monas, wenn diese meinen, auch im tiefsten Winter Trial fahren zu müssen...

Ist unsere Beziehung zukunftsfähig?

Tausende Kilometer haben wir bereits zusammen erfahren, der eine oder andere Winkel gab nach, diese oder jene Glühbirne machte schlapp, aber: Mr. Jumper ließ mich noch nie im Stich. Er läuft und läuft, half mir bei vier Umzügen, der letzte ging nach Stuttgart. Da war doch was? Richtig. Sollte die Stadt entscheiden, auch Euro-5-Diesel auszusperren (Stichwort: Dieselverbote), bin ich dran. Aber würde ich meinen Bus dafür eintauschen, in die City fahren zu können? Die Antwort können Sie sich denken.

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