Campingbusse mit und ohne Bad
Kompakte Camper
Custom-Bus Camper (2020) A. Becker
Custom-Bus Camper (2020)
Custom-Bus Camper (2020)
Custom-Bus Camper (2020)
Custom-Bus Camper (2020) 9 Bilder

Custom-Bus Camper (2020) auf VW T6.1

5 Vorteile und 5 Nachteile des Custom-Bus Camper

Mit bewährten Features, modernisierter Basis auf VW T6.1 und neuem Aufstellfenster will der Custom-Bus Camper der bessere Bulli-Ausbau sein. Wir haben uns den Bus angesehen und 5 Vor- und 5 Nachteile zusammengefasst.

"Custom” ist Englisch und bedeutet so viel wie "maßgeschneidert". Das Wort ist Teil des Markennamens des Bulliausbauers Custom-Bus aus Langenhagen bei Hannover. Seit rund 14 Jahren fertigt der Hersteller kundenspezifische Kompakt-Busse.

Das Modell Camper testeten wir bereits in einem Vergleichstest auf der älteren T6-Basis. Zur Saison 2020 können Kunden den Custom-Bus Camper jetzt auf der neuen Basis des Volkswagen T6.1 bestellen. Er besticht durch einen klassischen Busausbau mit seitlicher Küchenzeile, die im Heck zum hohen Stauschrank wird, einer Schlafsitzbank für zwei und einem Aufstelldach mit Platz für weitere zwei Personen.

Custom-Bus Camper (2020)
A. Becker
Die Küche ist klassisch mit Gasflammkocher und 65-Liter-Kühlschrank ausgestattet. Seriemäßig sind ein 13-Liter-Frisch- und 13-Liter-Abwassertank an Bord. Gegen Aufpreis sind bis zu 45 Liter mit Außenduschenanschluss möglich.

Wenig Platz gut genutzt

Das begrenzte Raumangebot eines T6.1 sollte clever genutzt sein – ein Credo, an das sich viele Bulliausbauer halten – so auch Custom-Bus. Im Modell Camper zählt etwa die platzsparende Esstischlösung dazu. Der Hersteller funktioniert die Besteckschublade an der Küchenzeile als Unterbau der Tischplatte um. Magneten halten dann die Tischplatte. Während der Fahrt kommt sie sicher hinter dem Fahrersitz, an dem vorderen Möbelende der Küchenzeile unter.

Ungewöhnlich und praktisch ist außerdem die Option auf eine gasbetriebene Heizung, wie man sie aus größeren Wohnmobilen kennt. Die 11-Liter-Flasche dazu findet im Heckschrank ihren Platz. Im Bulli-Segment wird bei den meisten Herstellern als Heizung-Option nur eine Dieselheizung angeboten. Der Langenhagener Hersteller geht noch einen Schritt weiter: Denn Custom-Bus-Kunden können sogar optional einen Gastank ordern.

Custom-Bus Camper (2020)
A. Becker
Ist das Seitenfenster aufgestellt, kocht man an der Küchenzeile fast wie im Freien.

Passend zum Update des Basisfahrzeugs hat sich der Hersteller eine weitere Neuerung überlegt: das Aufstellfenster aus Echtglas an der Küchenzeile. Während es bei anderen Bus-Modellen oftmals nur ein kleines Fenster zum Aufschieben gibt, ist das patentierte Fenster von Custom-Bus über die ganze Küchenzeile hinweg zu öffnen. Damit Lüften auch abends funktioniert, ist übrigens ein Fliegenschutzgitter ebenso integriert.

Es sind diese kleinen Details, die den Ausbau von Custom-Bus etwa vom klassischen California-Ausbau von VW unterscheiden. Dies hat aber auch seinen Preis. Denn während der Camper in der Basiversion ab 48.800 Euro zu haben ist, fehlen dann doch Details, die das Camperleben erleichtern. Hierzu zählen etwa Campingtisch und -stühle für draußen, die genauso aufpreispflichtig sind wie etwa der 45-Liter-Frischwassertank (anstelle des 13-Liter-Tanks) oder das Aufstelldach.

Custom-Bus Camper (2020)
A. Becker
Ab 48.800 Euro ist der Custom-Bus Camper auf T6.1 zu haben. Das Aufstelldach kostet allerdings 6.300 Euro extra. Mit Panorama-Zeltbalg nochmals 430 Euro on top.

5 Vorteile des Custom-Bus Camper

  1. Mit dem neuen VW T6.1 ein sehr komfortables, neu überarbeitetes Basisfahrzeug mit ordentlicher Beschleunigung (als 150-PS-Variante) und gutem Fahrverhalten.
  2. Sehr gute Verarbeitungsqualität und spezielles Innendesign aus Echtholz (je nach Dekorwahl) angelehnt an den Yachtbau.
  3. Sehr luftiges und großzügiges Raumgefühl für einen Camper dieser Größer dank optionalem Aufstelldach und dem serienmäßigem, riesigen Aufstellfenster.
  4. Tolle Schlafsitzbank mit einfachem Mechanismus; herausnehmbar für erweiterten Stauraum.
  5. Sehr viele Individualisierungsmöglichkeiten dank großer Ausstattungsliste: der persönliche Traumcamper ist nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zusammenstellbar.

5 Nachteile des Custom-Bus-Camper

  1. Mit 78.900 Euro sehr teuer für ein Campingbus dieser Größe – und dazu noch ohne Bad. In der Basisversion für 48.800 Euro fehlen viele sinnvolle Extras wie das Aufstelldach, der große Frischwassertank oder die Heizung.
  2. Der Standort liegt in Langenhagen bei Hannover. Zwar gibt es viele Servicestellen von VW, sollte jedoch der Aufbau repariert werden müssen, gibt es nur eine Servicestelle.
  3. Das Beleuchtungskonzept ist ausbaufähig, im Kleiderschrank fehlt eine Lichtquelle.
  4. Das Aufstelldach gibt es nur als manuelle Variante. Für den Preis könnte man ein wenig mehr Luxus erwarten.
  5. Der optionale Frischwassertank liegt unterflur und ist damit nicht frostgeschützt.

Technische Daten: Custom-Bus Camper (2020)

Basisfahrzeug: VW T6.1 mit 150 PS (3.975 Euro extra)
Länge/Breite/Höhe: 4,90/1,90/1,99 Meter
Zulässiges Gesamtgewicht: 2,8 Tonnen
Schlaf/Gurtplätze: 2-4/4
Basispreis: ab 48.800 Euro
Zusatzausstattung: (Auszug) 150 PS und 7-Gang-DSG-Automatikgetriebe, Echtholzverkleidung, Zentralverriegelung, drehbare Fahrerhaussitze, Aufstelldach, 45-Liter-Frischwassertank (unterflur), Campingtisch- und -stühle
Testwagenpreis: 78.900 Euro

Den ausführlichen Test des Custom-Bus Camper lesen Sie in der Ausgabe 02/2020 des Extraheftes Campingbusse, das ab dem 7. Mai 2020 erhältlich ist.

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