Aufstelldächer sind und bleiben beliebt. Sogar auf aufgebauten Reisemobilen findet man die Wohnraumerweiterungen mittlerweile. Aber das Haupteinsatzgebiet ist und bleibt der Kastenwagen. Und zwar traditionell und naturgemäß in der Bulligröße, aber seit einigen Jahren konstant auch bei den großen Kastenwagen à la Fiat Ducato und Mercedes Sprinter.
Hobby zieht nach
Der norddeutsche Wohnwagenspezialist Hobby, europäischer Marktführer bei den Wohnwagen, hat seit rund 40 Jahren auch Reisemobile und Kastenwagen im Programm. Aber: Bisher haben die Foggbecker für ihre Kastenwagen kein Aufstelldach im Angebot. Erstaunlich, denn gerade die Zielgruppe der Familien ist ihnen keine Unbekannte. Jetzt haben sie eine Lösung gefunden, zusammen mit einem Veredler ein Aufstelldach anzubieten. Der heißt Rocket Camper und baut selbst Kastenwagen aus und hat ein eigens entwickeltes Aufstelldach im Angebot. Wer nun ein High-End-Dach aus dem Schwäbischen für sein Hobby will, kann das zunächst auf dem Van Ontour 600 RTF verwirklichen. Kosten 6.666 Euro.
Eriba Car klappt auch auf

Der Eriba Car 600 mit Querbett und einem manuellen Aufstelldach.
Die Caravanmarke von Hymer, Eriba, hat seit einiger Zeit auch zwei Kastenwagen auf VW Crafter im Angebot. Jetzt bieten auch sie ein Aufstelldach an. Und war ein manuell zu öffnendes und bei Wunsch auch ein elektrisches. Elektrische Dächer sind in dieser Klasse gar nicht so häufig verbreitet. Immerhin rund 2000 Euro Zuschlag kostet die elektrische Variante (8900 Euro) im Vergleich zum manuellen, das mit 6900 Euro in der Optionslist zu Buche schlägt.
Freescape und Rhön Camp
Ein neu entwickelter Hingucker ist das Dach von Freescape, das auf dem gleichnamigen Van-Ausbau zu haben ist, sowie auf dem Rhön Camp New Ultimate. Hierbei handelt es sich um eine Entwicklung des Designers Tom Klüber-Voss, der mit seinem Studio Syn schon einige Arbeiten für die Branche gemacht hat. Es handelt sich um eine Luftschlauchkonstruktion, die mit einem recht leisen Kompressor ausgeblasen wird.
Geschlossen deckelt eine Hartschale die Konstruktion ab. Aufgebaut ist das Dach in wenigen Minuten. Die Entwickler sprechen von 8 Minuten. Das eigentliche Bett ist im Vergleich zu normalen Aufstelldächern neben dem Auto. Damit bleibt auch bei gebautem Doppelbett stets volle Stehhöhe vorhanden. Erkauft wird sich dieser Vorteil damit, dass das Dach nur mittels Stützen funktioniert und damit eher für Campingplätze funktioniert. Das schnelle Campen auf Stellplätzen oder das freie Stehen ist mit dieser Konstruktion weniger möglich.
Aktivecamper

Neues Dach, dass parallel aufstellt. Bei Aktivecamper zunächst auf Mercedes Vito/V-Klasse.
Sie zeigen ein elektrisch aufstellbares Parallel-Schlafdach (parallel pop up roof), kurz PaPo-Dach genannt. Weil es vorn und hinten gleich hoch geht, soll es schön viel Platz bieten. Dadurch wird der Innenraum fast verdoppelt und es entsteht ein Raumgefühl mit einer Stehhöhe von 237cm. Im "Obergeschoss" hat man eine Höhe von 100cm und kann somit im Bett noch gut sitzen. Das ganze Dach kann über eine Fernbedienung elektrisch nach oben gefahren werden.
Die neue Firma Stuff Bubble
Sie zeigt einen ersten Prototypen, ebenfalls mit Luftgestänge. Es handelt sich um eine klassische Aufstelldachschale für große Kasten der Firma SCA. Stuff Bubble entwickelt gewisse Kerntechnologien im Bereich Luftgestänge (z.B. Markise) oder Luftmöbel für Vans (Küchen). Diese möchte man nun in die Aufstelltechnik des seitlich öffnenden Daches anpassen. Früher gab es seitlich öffnende Dächer bei ersten Westfalia-Konstruktionen aus den 50ern und immer wieder bei Herstellern im angelsächsischen Raum. In den letzten Jahren sind sie kaum noch verbreitet. Zuletzt war bei Tonke der Id. Buzz aufgetaucht. Beim Stuff Bubble-Konzept ist noch erwähnenswert, dass der Zeltbalg frei bedruckbar sein wird und auch öffenbar – zum entspannten Hinausschauen in die Natur.

Aufblasbare Möbel, aufblasbare Luftgestänge im Aufstelldach. Das neue Start-Up Stuff Bubble geht eigene Wege.
Elan – mit Schwung aufs Dach

Elan, kennt man als Skimarke. Auf dem Stand von Robeta findet man sie als Dachhersteller.
In Slowenien baut man Ski. Daher dürfte den meisten auch der Markenname bekannt sein. Auf dem Stand von Robeta findet man denselben Schriftzug auch auf dem Aufstelldach des Robeta Pegasus. Die Slowenienconnection hält nicht vor Adria. Auch hier sind die Skifahrer mit ihrer Firma Elan Composits Expert vertreten. Neben GFK-Dächern mit modernen Vakuuminjektionsverfahren (leichter als Handlaminat) bauen sie auch leichte Flugzeuge und Windkrafträder.
SCA-Paralleldach

Der Vagabond Van Vision Milano ist ein reines Showcar. Preis unbekannt. Die Delta Felgen kann jeder kaufen.
Bei Vagabond zeigt man mit dem Vabo Mission Milano ein Showcar. Auf dem Dach sitzt ein neues, parallel aufstellendes Dach von SCA. 120 cm Kopffreiheit verspricht es bei einer Bettfläche von 1,25 mal 2 Meter. Man kann gespannt sein auf die Stabilität. Die seitlichen Aufstellscheren wirken sehr schmal. Andererseits hat SCA genügend Erfahrung im Dachbau. Parallel aufstellende Dächer sind auf jeden Fall im Kommen. Man sieht sie immer mehr.
Sky Up

Immer mehr Hersteller statten ihre Fahrzeuge mit Aufstelldächer vom italienischen Hersteller Sky Up aus.
Auch der italienische Hersteller hat so ein Dach im Programm. Dessen Produkte sieht man immer mehr als OEM-Produkt. Pössl oder Chausson verbauten unter anderem die markanten Dächer als Option auf ihren Fahrzeugen.
Hymer

Der Hymer Venture S mit seinem Luft-Zeltbalg für rund 250.000 Euro ist immer noch sehenswert.
Schon oft gesehen, aber immer wieder ein Highlight ist das aufblasbare Dach auf dem Hymer Venture S. Rund 246.000 Euro muss man für den extrovertierten Van auf den Tresen blättern. Dafür schläft man dann im luftisolierten Aufstelldach.
Innovation bei X-Bull

X-Bull zeigt eine absolute Neuheit: Das Dach setzt nicht nur auf, darunter ist ein kompletter Dachausschnitt.
Die Thüringer Ausbauer X-Bull schneiden den Sprinter jetzt auf ganzer Länge aus. Dafür brauchte es eine Freigabe von Mercedes. Um die Stabilität zu gewährleisten, verbaut man einen Hilfsrahmen rund um den Ausschnitt. Das eigentliche Bett ist dann verschiebbar. So lässt es sich ganz nach vorn ziehen, um dann direkt im Ausguck zu liegen. Hoch und runter geht’s dann bequem über das Bett. Ist es nach hinten geschoben, hat man vorn volle Stehhöhe. Selbst bei geschlossenem Dach ist mit knapp 1,90 m Stehhöhe für die meisten genug Platz nach oben.
Essential

Mit einem etwas ungewöhnlichen Design das Aufstelldach von Campany auf dem Essential-Van.
Auf dem Stand von Essential Van findet man mit der Firma Campany einen bisher nicht so bekannten Dachhersteller. Die Firma aus Herten bei Recklinghausen hat sich auf Dächer für Sprinter und Crafter spezialisiert. Sie lassen sich natürlich auch nachträglich montieren. Inklusive Einbau beginnen die Preise bei 10.990 Euro.












