Wenn die Kinder größer werden, ändern sich auch die Anforderungen an den Campingurlaub. Ab etwa 8 Jahren – spätestens im Teenageralter – wächst bei vielen der Wunsch nach Freiraum und Privatsphäre. Gleichzeitig ist oft absehbar: Die Familienreisen im Camper sind gezählt. Umso wichtiger ist es, nicht unnötig groß und teuer zu investieren, sondern auf clevere Fahrzeugkombinationen zu setzen, die flexibel, kosteneffizient und anpassbar sind.
Welche Fahrzeuge sich für Eltern und Babys, Kleinkinder und Kinder bis acht Jahre eignen, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.
Mehr Platz fürs Kind: Alternative Camper-Kombis
Wer Kinder im Schulalter oder darüber hinaus hat, kennt das: Auf begrenztem Raum wird es schnell eng – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Gemeinsames Reisen macht zwar noch Spaß, aber der Rückzugsbedarf wächst. Gleichzeitig ist oft unklar, wie lange die Kinder überhaupt noch mitreisen wollen.
Die Folge: Ein großes Wohnmobil mit vier oder fünf festen Schlafplätzen ist zwar komfortabel, aber selten langfristig ausgelastet. Außerdem ist es eine teure Investition, die eventuell nach ein paar Jahren schon wieder hinfällig wird. Sollten Sie also mit Ihren großen Kindern im Moment vor der Entscheidung stehen, ein neues Fahrzeug zu kaufen, haben wir für Sie Alternativen gesammelt, die flexibler und auch günstiger sind. Sinnvoll sind Kombinationen, die sich je nach Mitfahrerzahl anpassen lassen – ohne ständig umzubauen.
Fahrzeugkombinationen für flexible Familienreisen
1. Kastenwagen + Zelt mit Schlafkabine
Für wen? Eltern mit 1–3 Kindern ab 8 Jahren, Freunde der Kinder, Patchwork-Familien.
Vorteil:
- Separater Schlafraum im Zelt schafft Freiraum
- Günstig, leicht, schnell aufgebaut
- Besonders geeignet für Standcamping
Praxis: Kinder oder Teenager schlafen im Zelt, Eltern im Mobil. Bei Bedarf dient das Zelt auch als Lounge oder Spielzimmer.
Rechenbeispiel: 53.999 Euro (Pössl Summit 540) + 460 Euro (Fritz Berger Touring Easy Air mit Schlafkabine)= 54.499 Euro. Wer den Kastenwagen schon hat, zahlt nur fürs Zelt.
Gegenbeispiel Familienalkoven: 66.790 Euro (Benimar Sport 344 UP)
2. Auto mit Dachzelt + kompakter Wohnwagen

Mit einem Dachzelt wird auch der Pkw schnell zum Camper.
Für wen? Familien mit Kindern, die gerne mobil unterwegs sind. Der Pkw wird im Alltag genutzt. Zum Campen kommt ein Dachzelt drauf. Reisen mehr Personen mit oder länger in den Urlaub, kommt der Wohnwagen dran.
Vorteil:
- Kompakt und flexibel
- Kinder schlafen oben, Eltern im Wohnwagen
- Gespann nur nach Bedarf
Praxis: Ideal für flexible Personenanzahl. Ein Pkw mit Dachzelt allein ist außerdem ein praktisches Mobil für Kurztrips.
Rechenbeispiel: Dachzelt 2.890 (Horntool Themis) + 15.990 Euro (Caravelair Alba 366H) = 18.882 Euro
Gegenbeispiel: großer Familien-Wohnwagen 33.190 Euro (Hobby Excellent Edition 650 KMFe)
3. Wohnmobil + Faltcaravan

Faltcaravans sind klein und kompakt während der Fahrt und super geräumig auf dem Campingplatz.
Für wen? Familien mit größeren Kindern oder Großeltern-Enkel-Konstellation. Ein kleiner und günstiger Klappcaravan kann bei Bedarf ans Wohnmobil oder den Campingbus gekoppelt werden, bleibt aber ansonsten daheim.
Vorteil:
- Zwei vollwertige Rückzugsräume
- Mobil und getrennt nutzbar
- Leicht und kompakt, auch in Garage zu verstauen
Praxis: Jugendliche schlafen im Faltcaravan, Eltern bleiben im Hauptmobil – jeder hat seine Ruhe, aber alles ist kompakt.
Rechenbeispiel: 54.299 Euro (Carado V347): + 8.699 Euro (Campwerk) = 62.998 Euro
Gegenbeispiel: Alkoven für 68.530 Euro (Weinsberg Carahome 650 MEG)
4. Bus + Wohnwagen

Bus oder Campervan mit Wohnwagen hinten dran sind ein sehr flexibles Camper-Team.
Für wen? Familien, die länger an einem Ort bleiben, aber vor Ort mobil bleiben wollen und separate Schlafräume bevorzugen.
Vorteil:
- Großer Wohnraum im Caravan
- Bus bleibt als Alltags- und Ausflugsfahrzeug frei
- Viel Platz für Mitreisende oder Freunde der Kinder
Praxis: Wohnwagen als Familienlager, Bus für tägliche Fahrten oder Schlafplatz für einzelne Personen. Ebenfalls gut für große Teenies mit Partner-Person geeignet, die ihre Ruhe vor den Eltern haben wollen.
Rechenbeispiel: 55.923 Euro (VW Multivan mit Gute-Nacht-Paket) + 22.600 Euro (LMC Style 440 D) = 78.523 Euro
Gegenbeispiel: Alkoven 124.999 Euro (Dethleffs XL A)
5. Wohnmobil + Zelt
Für wen? Eltern mit Kind plus Mitreisendem. Zahl der Mitreisenden ist flexibel.
Vorteil:
- Zusätzlicher Schlafplatz einfach eingerichtet
- Klare Schlafzonen verhindern Konflikte
- Auch spontan gut erweiterbar
Praxis: Kinder und Freunde schlafen in Zelten – mit genügend Abstand, aber in Sichtweite. Zelt kann bei Nichtgebrauch als Stauraum dienen oder daheimbleiben.
Rechenbeispiel: 73.500 Euro (Pilote Pacific P620 D Expedition) + 119 Euro (Quechua Wurfzelt) = 53.619 Euro
Gegenbeispiel: Siehe Kombi Nr. 4.












