Der Marco Polo wird ab diesem Jahr nicht mehr bei Westfalia gebaut. Mercedes verlagert die Produktion ins eigene Werk nach Ludwigsfelde bei Berlin. Wer noch einen "Made by Westfalia" erwerben möchte, hat auf der CMT dazu letztmals Gelegenheit.
Lange wird der Westfalia-Schriftzug nicht mehr auf dem GFK-Aufstelldach des Mercedes Marco Polo zu sehen sein. Die Traditionsmarke aus Rheda-Wiedenbrück hat den Auftrag verloren, die im spanischen Vitoria gebaute V-Klasse zum Camper auszubauen. Beim Mutterkonzern von Westfalia, der französischen Rapido-Gruppe, hatte man internen Quellen zufolge bis zuletzt gehofft, die Produktion am Standort Rheda-Wiedenbrück halten zu können. Doch in Stuttgart fiel die Entscheidung, den Ausbau nach Berlin ins Mercedes-Werk Ludwigsfelde zu verlagern.
Bei Westfalia versucht man nun, mit dem Club Joker Urban zumindest einen Teil der frei werdenden Produktionskapazitäten auszulasten. Wie es dort weitergeht, werden wir zeitnah berichten.
Auch wenn keine offiziellen Zahlen genannt werden, dürften es über das Jahr hinweg mehrere Tausend Einheiten gewesen sein, die in Rheda-Wiedenbrück gefertigt wurden. Betroffen ist nicht nur der voll ausgestattete Marco Polo mit Aufstelldach, umlegbarer Rücksitzbank, Kühlbox und Herd, sondern auch der Marco Polo Horizon ohne Möbel, dafür mit Schlafsitzbank und zweiter Schiebetür.

Der ikonische Westfalia-Schriftzug wird bald nicht mehr auf dem Dach des Marco Polo prangen.
In Berlin noch kein Nachfolger in Produktion
Wie bereits vor Wochen im Rahmen einer Veranstaltung zum Nachfolger des Mercedes Sprinter bekannt wurde, handelt es sich dabei nicht um einen direkten Nachfolger auf der neuen Van.EA-Plattform. Ein neuer Marco Polo auf dieser Basis soll erst später im Jahrzehnt vorgestellt werden und sowohl als E-Camper als auch mit Verbrennerantrieb erhältlich sein. Die aktuelle Fertigung in Ludwigsfelde setzt weiterhin auf die V-Klasse als Basis. Ob und in welchem Umfang Änderungen am Konzept vorgenommen werden, ist bislang geheim.
Westfalia stand bereits 2004 vor einer ähnlichen Zäsur. Bis dahin ließ Volkswagen den California auf Basis von T3 und T4 bei Westfalia bauen. Vorbild war damals der Westfalia Club Joker, der bereits viele Gene der heutigen Klassiker Marco Polo und California in sich trug. Mit dem Modellwechsel zum T5 entschied sich VW jedoch, den Ausbau selbst zu übernehmen, und errichtete dafür ein eigenes Werk in Hannover-Limmer, in dem der California seither produziert wird.












