Strom statt Gas? So denken CamperInnen über den Technologiewandel im Wohnmobil.

Strom statt Gas im Wohnmobil
Ihre Meinung zum gasfreien Camping

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.11.2025
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Einbau_Gasdruck-Regelanlage
Foto: Andreas Becker

Die Diskussion über gasfreie Reisemobile nimmt Fahrt auf – und unsere Leserinnen und Leser sind mittendrin. Die Zuschriften zum Thema zeigen: Die Mehrheit begrüßt die technische Entwicklung hin zu elektrischen Geräten. Viele Reisemobilisten sind bereits heute gasfrei unterwegs oder planen dies bei der nächsten Anschaffung. Andere wiederum halten Gas für unverzichtbar – aus Überzeugung, aus Kostengründen oder wegen der eigenen Reisegewohnheiten.

Zwischen Zukunftsoptimismus und praktischen Grenzen

Ein oft genannter Punkt: Der Wandel weg von fossilen Energieträgern scheint unausweichlich. Gleichzeitig sehen viele im aktuellen Stand der Technik noch deutliche Herausforderungen.

Ein Leser bringt diese Befürchtung auf den Punkt:

"In Zukunft wird man wohl ohne fossile Energiestoffe wie Gas und auch Diesel im Wohnmobil unterwegs sein müssen. (…) Diese gasfreien und auch E-Mobile sind zurzeit alles noch Versuche und Tests. Sie können noch nicht Gas, Diesel und Landstrom komplett ersetzen."

Mit seiner Einschätzung geht dieser Leser weit über die Gegenwart hinaus:

"Unsere Enkel oder Urenkel werden ohne fossile Energiequellen im E-Wohnmobil unterwegs sein und auch dann 1000 km und mehr am Stück damit fahren können."

Doch beim Blick auf den eigenen Reisealltag bleibt er bodenständig – und eindeutig:

"Ich möchte auf Gas nicht verzichten, es ist die effektivste Energiequelle im Wohnmobil. (…) Gas ist also für mich unverzichtbar."— Siegfried Knust, Rüdersdorf

Am Beispiel des Viica 60 S erörtert promobil wie gasfreie Camper-Konzepte funktionieren. Hier geht es zum Artikel mit Video-Beitrag:

Technologiebegeisterte Pioniere: Ganz ohne Gas unterwegs

Andere Leser gehen bereits mutigere Schritte. So berichtet Michelle Magin, wie sie und ihr Partner ihren Van konsequent elektrisch ausgelegt haben:

"Bei der Planung unseres Selbstausbaus haben wir uns bewusst für einen gasfreien Van entschieden und bereuen dies nicht."

Dank eines ausgeklügelten Systems – zwei große Solarpaneele, leistungsfähige LFP-Batterien und zwei Wechselrichter – kommen sie selbst bei schlechtem Wetter mehrere Tage ohne externe Energie aus:

"Mit Sonne unbegrenzt."

Der Strombedarf wird komplett elektrisch gedeckt, selbst für Kochfeld und Kompressorkühlschrank. Ihr Fazit fällt eindeutig aus:

"Wir würden dieses Set-up immer wieder wählen."— Michelle Magin, per E-Mail

Gas bleibt für viele das Rückgrat des autarken Reisens

Die Gegenposition ist ebenso klar vertreten: Viele schätzen Gas vor allem wegen seiner Effizienz und Zuverlässigkeit – besonders beim Heizen und Kühlen.

Ein Leser bringt seine Gründe deutlich auf den Punkt:

"Wir möchten nicht auf Gas verzichten, da wir sehr oft autark über mehrere Tage stehen."

Er verweist auch auf steigende Strompreise auf Stellplätzen als Argument für den bewährten Energieträger:

"Man bezahlt heute zwischen 0,80 und 1,50 Euro pro Kilowattstunde. (…) Wir benutzen den Landstrom nur bei schlechtem Wetter."

Und er ergänzt einen interessanten, häufig unbekannten Aspekt:

"Was die meisten Camper nicht wissen, ist, dass es sich bei unserem Propan/Butan-Gas um ein Abfallprodukt der Öl- bzw. chemischen Industrie handelt, und wenn wir Camper nicht einen Teil davon verbrauchen würden, würde noch mehr einfach abgefackelt."— Gerd Eulenbach, Neustadt/Wied

Zwischen beiden Welten: Strom ja – aber nicht um jeden Preis

Manche Leser denken weniger in Extremen, sondern sehen die Zukunft im intelligenten Energiemix.

Joerg Reifschneider beschreibt seinen Wunsch nach einem gasfreien Fahrzeug – kombiniert mit moderner Diesel- und Solartechnik:

"Es ist für mich durchaus eine sehr interessante Option, bei der Auswahl des nächsten Wohnmobils die Anforderung an ‚Gasfreiheit‘ auf die Wunschliste zu nehmen."

Solarfläche und Energiedichte der Akkus seien entscheidend. Für die Heizung hat er jedoch eine pragmatische Lösung:

"Für die Versorgung der Dieselheizung (…) würde ich einen größeren Dieseltank mitbestellen."— Joerg Reifschneider, Donaustauf

Zu dieser Vision passt der Phönix Maxi-Alkoven 7800 RSL, ein gasfreies Luxuswohnmobil, dass Dieselheizung, Induktionskocher, Lithium-Batterien und Solarmodule kombiniert.

Fazit