Ein klassischer 540er-Kastenwagen hat hinten ein Querbett – der Viica 54 nicht. Statt Schlafplatz gibt es eine große Lounge-Sitzgruppe direkt an den Hecktüren. Türen auf, Moskitonetz runter, Beine hoch: Fertig ist das Draußen-Gefühl, ohne den Van zu verlassen. Ein Konzept für alle, die Aufenthaltsqualität über Stauraum stellen.
Die Hecksitzgruppe als Herzstück
Der Viica 54 dreht die Prioritäten um: Wo andere Kastenwagen ein Bett einbauen, entsteht hier eine vollwertige Sitzlandschaft. Tagsüber sitzt man bequem – auch zu viert lässt sich hier gut essen oder arbeiten. Für einen Kastenwagen dieser Länge ist das ungewöhnlich viel Platz.
Das Highlight zeigt sich bei schönem Wetter: Mit geöffneten Hecktüren und heruntergelassenem Moskitonetz verschmilzt der Innenraum mit der Umgebung. Man sitzt geschützt vor Mücken, aber mit freiem Blick nach draußen – ein Wohngefühl, das klassische Heckbett-Grundrisse so nicht bieten können.
Schlafen? Geht auch – oben
Geschlafen wird beim Viica 54 überwiegend im Aufstelldach. Das Sky-Up-Dach mit Scherentechnik bietet eine Liegefläche von 2,05 × 1,28 Metern und funktioniert laut Test sehr gut. Tagsüber entsteht oben ein zusätzlicher Rückzugsraum – für Mittagsschlaf, Kinder oder einfach etwas Ruhe.
Optional lässt sich die Hecksitzgruppe auch zum Bett umbauen (1,80 × 1,20 m) – oder ein Hubbett darüber installieren. Aber Achtung: Die Kombination aus beidem ist in der Praxis "fast zu viel". Man wird sich entscheiden müssen.
Premium-Gefühl im Innenraum
Der Viica setzt nicht nur beim Grundriss auf Wohnlichkeit. Die Wände sind mit Kunstleder und Mesh-Gewebe verkleidet, indirekte Beleuchtung sorgt für Atmosphäre. Die Möbelbauqualität ist laut Test sehr gut – das Interieur fühlt sich hochwertig an.
Auch die Technik stimmt: Lithium-Akku (100 Ah), Inverter, Außendusche und elektrische Wassertankventile gehören zur Ausstattung. Die Küche überrascht mit flexibler Armatur, guten Arbeitsflächen und zwei versteckten Mülleimern.
Der Kompromiss: Stauraum ist Mangelware
Das Lounge-Konzept hat seinen Preis – und der heißt Stauraum. Die Dachstaukästen im Heck sind so schmal, dass laut Test nicht einmal ein Fahrradhelm hineinpasst. Campingstühle? Fehlanzeige. Wohin mit dem Bettzeug tagsüber? Bleibt eine offene Frage.
Wer viel Gepäck oder Campingmöbel mitnehmen möchte, stößt hier schnell an Grenzen. Der Viica 54 ist kein Fahrzeug für Vollausstatter – sondern für alle, die bewusst leicht reisen.
Für wen ist das Konzept gemacht?
Der Viica 54 wirkt am stimmigsten für:
- Alleinreisende, die ein Bett zum Schlafen nutzen und die Hecksitzgruppe tagsüber als Arbeitsplatz, Sofa oder Rückzugsort verwenden
- Digitale Nomaden und "Business-Vanlifer", die viel Aufenthaltsqualität brauchen
- Paare mit flexiblem Reisealltag, die Wohngefühl über Stauraum stellen
Viica 54: Daten und Preis
- Basis: Citroën Jumper, 140 PS, 8-Gang-Automatik
- Maße (L × B × H): 5400 × 2020 × 2654 mm
- Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
- Preis: ab 74.900 Euro





