Die Wohnmobilzulassung ist Voraussetzung dafür, ein Wohnmobil in Deutschland legal im Straßenverkehr zu nutzen. Unabhängig davon, ob es sich um ein neues Fahrzeug, einen selbst ausgebauten Camper oder ein importiertes Wohnmobil handelt, ist die Anmeldung bei der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle verpflichtend.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Voraussetzungen für die Wohnmobilzulassung erfüllt sein müssen, welche Unterlagen benötigt werden, wie der Ablauf bei der Zulassungsstelle aussieht und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten. Zusätzlich erhalten Sie praktische Hinweise, um typische Fehler zu vermeiden.
Was bedeutet eine Wohnmobilzulassung?
Die Wohnmobilzulassung bezeichnet den behördlichen Vorgang, bei dem ein Fahrzeug offiziell als Wohnmobil eingestuft und registriert wird. Erst nach dieser Einstufung darf das Fahrzeug rechtlich korrekt als Wohnmobil im Straßenverkehr genutzt werden.
Dabei ist entscheidend, dass nicht jedes Fahrzeug mit Schlafgelegenheit automatisch als Wohnmobil gilt. Die Anerkennung erfolgt nur dann, wenn bestimmte gesetzliche Mindestanforderungen erfüllt sind, die sicherheits‑ und ausstattungsorientiert vorgeschrieben sind. Technische Prüfstellen wie TÜV oder DEKRA prüfen diese Anforderungen im Rahmen der Zulassung. Dazu gehören Sitzgelegenheiten, Schlafplätze, eine Kochgelegenheit und ausreichend Stauraum.
Die korrekte Einstufung wirkt sich unter anderem auf die Kfz‑Steuer, die Versicherungsart und mögliche Zulassungsformen wie Saisonkennzeichen aus.
Kurz zusammengefasst:
- Die Wohnmobilzulassung stuft ein Fahrzeug offiziell als Wohnmobil ein.
- Gesetzliche Mindestanforderungen bestimmen, was als Wohnmobil anerkannt wird.
- Prüfstellen bewerten die technische und sicherheitsrelevante Ausstattung.
Voraussetzungen für die Wohnmobilzulassung

Ausbau ist nicht gleich Ausbau. Der TÜV stellt Mindestanforderungen für die Womo-Zulassung.
Damit ein Fahrzeug als Wohnmobil zugelassen werden kann, muss es über eine bestimmte Mindestausstattung verfügen. Laut ADAC zählen dazu Schlaf- und Sitzplätze, die sich zu Schlafplätzen umfunktionieren lassen, ein Tisch, eine Kochgelegenheit und Stauraum.
Wichtig ist, dass alle Einbauten fest mit dem Fahrzeug verbunden sind und den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Lose Campingmöbel oder spontane Einbauten reichen nicht aus. Mehr zu den Sicherheitsanforderungen des TÜV bei Selbstausbauten lesen Sie in diesem Experten-Interview.
Die wichtigsten Voraussetzungen auf einen Blick:
- Feste und sichere Schlaf‑ und Sitzplätze
- Tisch, Kochgelegenheit und Stauraum vorhanden
- Einbauten müssen sicher befestigt und normgerecht sein
- Elektrik und Gasanlagen müssen den technischen Standards entsprechen
Besonderheiten bei selbst ausgebauten Wohnmobilen
Bei selbst ausgebauten Fahrzeugen ist häufig eine Einzelabnahme oder ein Vollgutachten nach § 21 StVZO erforderlich. Dabei prüfen anerkannte Prüforganisationen, ob der Ausbau den technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen entspricht.
Laut des von uns befragten TÜV-Experten ist insbesondere die korrekte Befestigung der Möbel und die normgerechte Installation von elektrischen oder gasbetriebenen Anlagen entscheidend. Für Gasanlagen ist gegebenenfalls ein G607-Prüfnachweis notwendig, der die sichere Installation der Anlage bescheinigt.
Wichtige Punkte bei Selbstausbau:
- Vollgutachten oder Einzelabnahme § 21 StVZO
- Sicher befestigte Möbel und Einbauten
- Normgerechte Installation von Elektrik und Gas
- G607-Prüfnachweis bei Gasanlagen
Diese Unterlagen benötigen Sie für die Wohnmobilzulassung

Alle Dokumente bei der Hand zu haben, ist für die Zulassung entscheidend.
Für die Wohnmobilzulassung müssen bei der Kfz‑Zulassungsstelle alle erforderlichen Unterlagen vollständig vorliegen:
- Personalausweis oder Reisepass, ggf. mit Meldebescheinigung
- Zulassungsbescheinigung Teil I & II (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief)
- Nachweis über die Hauptuntersuchung (HU) – bei Gebrauchtfahrzeugen ab drei Jahren
- eVB‑Nummer der Versicherung – elektronische Versicherungsbestätigung
- SEPA‑Lastschriftmandat für die Kfz‑Steuer
- EG‑Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) – bei EU‑Importen
- G607‑Gasprüfung, falls eine Gasanlage eingebaut ist, ist seit 2025 die Gasprüfung Pflicht.
- Nachweis der Einzelabnahme § 21 StVZO, falls keine Typgenehmigung vorliegt
Ablauf der Wohnmobilzulassung
Der Ablauf ist grundsätzlich wie folgt strukturiert:
- Versicherung abschließen und eVB‑Nummer erhalten
- Technische Prüfung (HU/Gutachten) – ggf. inklusive G607‑Gasprüfung
- Termin bei der Zulassungsstelle vereinbaren
- Unterlagen einreichen und Wohnmobil zulassen
- Kennzeichen anbringen und Fahrzeug nutzen
Kosten der Wohnmobilzulassung

Kostenlos geht eine Zulassung nicht von statten.
Die Kosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen:
- Zulassungsgebühr (ca. 30 Euro)
- Kosten für Kennzeichen und Wunschkennzeichen
- Hauptuntersuchungskosten oder zusätzliche Gutachten
- Ggf. Kosten für G607-Gasprüfung oder § 21 StVZO-Abnahme
Insgesamt sollten Sie mit 100 bis 200 Euro oder mehr rechnen, abhängig vom Einzelfall und Aufwand.
Zulassungsarten für das Wohnmobil
Für Wohnmobile stehen verschiedene Zulassungsformen zur Verfügung:
- Ganzjahreszulassung – uneingeschränkte Nutzung
- Saisonkennzeichen – zeitlich begrenzte Nutzung -> Ab wann lohnt sich ein Saisonkennzeichen?
- Kurzzeitkennzeichen – kurzfristige Zulassung (z. B. Überführung)
- H‑Kennzeichen – für Oldtimer‑Wohnmobile (ab 30 Jahren)
Wohnmobil aus dem Ausland zulassen

Wer ein Wohnmobil aus dem Ausland importieren und in Deutschland zulassen möchte, muss zusätzlich an einiges denken.
Bei Importfahrzeugen sind zusätzliche Anforderungen zu erfüllen:
- EG‑Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) für EU‑Fahrzeuge
- Zoll‑ und Steuerformalitäten bei Nicht‑EU‑Importen
- Technische Prüfungen und ggf. Gutachten
Vorteile der Wohnmobilzulassung
Eine korrekte Wohnmobilzulassung bietet mehrere Vorteile:
- Oft niedrigere Kfz‑Steuer, da die Höhe nach Gewicht und Emissionen berechnet wird
- Passende Wohnmobil-Versicherungstarife, zugeschnitten auf Nutzung und Ausstattung
- Nutzung flexibler Zulassungsarten wie Saisonkennzeichen
- Rechtliche Sicherheit für Betrieb und Versicherungsschutz
Häufige Fehler bei der Wohnmobilzulassung
Typische Fehler entstehen durch:
- Nicht fest verbundene Einbauten
- Fehlende Prüf- oder Gutachtennachweise (z. B. G607)
- Unvollständige Unterlagen bei der Zulassungsstelle
- Falsche Reihenfolge beim Ablauf
Eine gute Vorbereitung reduziert diese Risiken deutlich.












