Einmal nicht aufgepasst beim romantischen Abendessen am Meer und der Traumurlaub endet im Krankenhaus: Das Auswärtige Amt in Berlin hat eine offizielle Reisewarnung für die süditalienische Region Kampanien herausgegeben. Der Grund sind deutlich erhöhte Fallzahlen von Hepatitis-A-Infektionen seit Jahresbeginn.
Wer jetzt die Koffer und Stauräume packt, muss nicht gleich in Panik verfallen. Sie sollten allerdings die Hintergründe kennen – und rechtzeitig vorsorgen.
Das Epizentrum: Kampanien und der Golf von Neapel
Die betroffene Region Kampanien liegt am Tyrrhenischen Meer und gehört aktuell, rund um die Osterferien und im Frühsommer, zu den absoluten Sehnsuchtsorten für Urlaubende aus Deutschland. Zur Region zählen die Millionenstadt Neapel, die berühmte Amalfiküste sowie die Inseln Capri und Ischia.
Der heftige Ausbruch der Infektionen steht in direktem Zusammenhang mit dem Verzehr von Meeresfrüchten. Nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden spielt mit Fäkalien kontaminiertes Wasser die zentrale Rolle. Gelangt das Hepatitis-A-Virus über Abwässer ins Meer, reichert es sich in Muscheln und anderen Meeresfrüchten in hoher Konzentration an. Da das Virus fäkal-oral (über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel) übertragen wird, gelten Muscheln aktuell als Hauptinfektionsquelle.
Strenge Maßnahmen vor Ort
Die Stadt Neapel hat bereits drastisch reagiert: Gastronomiebetrieben wurde der Verkauf und das Servieren von rohen Meeresfrüchten strikt untersagt. Wer dagegen verstößt, muss mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu 20.000 Euro rechnen.
Auch Camperinnen und Camper, die gerne selbst kochen oder auf lokalen Märkten einkaufen sind betroffen. Sie sollten diese Gefahr in der eigenen Campingküche ernst nehmen.
Was Reisende zwingend beachten müssen
Um das Risiko einer Infektion auf dem Campingplatz oder beim Restaurantbesuch zu minimieren, rät das Auswärtige Amt dringend zur Anpassung des eigenen Verhaltens. Die wichtigste Regel für den Italien-Trip lautet aktuell: Vorsicht bei Meeresfrüchten und strikte Hygiene!
Die wichtigsten Schutzmaßnahmen im Überblick:
- Keine rohen Meeresfrüchte: Verzichten Sie komplett auf rohe Muscheln und unzureichend gegarte Lebensmittel aus dem Meer.
- Hitze inaktiviert das Virus: Speisen müssen ausreichend und lange erhitzt werden. Kurzes Anbraten oder Erwärmen reicht oft nicht aus, um die Viren abzutöten.
- Hygiene am Stellplatz: Regelmäßiges und sehr gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang und vor der Essenszubereitung ist essenziell.
- Informationen einholen: Beachten Sie behördliche Warnhinweise und Aushänge vor Ort auf den Campingplätzen.
- Impfschutz prüfen: Der wohl wichtigste Schritt vor der Abreise ist der Check des eigenen Impfpasses.
Hepatitis A & B: Krankheitsverlauf und Impfung
Hepatitis A ist eine ernstzunehmende Virusinfektion der Leber. Die Symptome beginnen oft unspezifisch und ähneln einem grippalen Infekt: Fieber, Übelkeit, Erbrechen und starke Bauchschmerzen.
Im weiteren Verlauf kann es zu einer typischen Gelbfärbung von Haut und Augen kommen. Während die Krankheit bei vielen Betroffenen folgenlos ausheilt, kann sie gerade bei älteren Menschen einen schweren Verlauf nehmen.
Der Impf-Check vor der Reise
Für die Einreise nach Italien sind zwar keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben, Experten und die Ständige Impfkommission (STIKO) raten jedoch dringend dazu, die Standardimpfungen aktuell zu halten.
- Hepatitis A: Für Reisen in die südlichen Landesteile Italiens gilt diese Impfung als äußerst sinnvoll. Eine Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen. Die gute Nachricht für Kurzentschlossene: Bereits etwa zwei Wochen nach der ersten Dosis besteht bei den meisten Geimpften ein verlässlicher Schutz.
- Hepatitis B: Dieses Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen und kann zu chronischen Verläufen führen. Bei längeren Aufenthalten oder besonderen individuellen Risiken wird auch hier eine Impfung (freiwillig) empfohlen.












