Wohnmobilreise in Istrien Timo Großhans
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Wohnmobilreise in Istrien 18 Bilder

Wohnmobil-Reise durch Istriens Westen

Kulinarik-Genuss und malerisches Naturidyll

Wenn Trüffel auf Cevapcici treffen und Meer auf sanfte Hügel, ist man in Istrien. Und beim Camping ist die große Show geboten.

Der Trüffel fällt locker auf die Nudeln. Frisch gerieben vom Ober. Istrien ist Trüffelland. Jetzt im Frühsommer finden sie in den Wäldern den Schwarzen Trüffel. Sie, das sind die vielen zertifizierten Trüffelsucher mit ihren Trüffelhunden. Keine Schweine, Trüffelschweine gibt es auch sonst nur noch selten, hier suchen Hunde den wertvollen Pilz.

Es ist heiß im Wald. Die Mücken beißen böse, ich sehne mich zurück an den Morgen, an das Wasser des Mittelmeers. Das Bad in der Morgensonne war erfrischend, die Kraulerei belebend. Am Strand die Bäume, dahinter die große Liegewiese des Campingplatzes direkt an der Küste. Ich habe den Schnorchel dabei, ein paar Fische sieht man. Sie schwimmen in Schwärmen durch die kleinen Canyons. Schroff und felsig zeigt sich die Unterwasserwelt, wie auch der Strand, für den es sich anbietet, Wasserschuhe anzuziehen.

Die kroatische Toskana

Zurück zum Essen. Schon am Abend davor war die Kulinarik Istriens ein Highlight. Das Restaurant lag auf einem Hügel im Hinterland, die Sonne ging langsam unter und tauchte die Felder und Wiesen ringsum in dieses goldene Licht. Die Toskana Kroatiens nennt man Istrien auch. Und meint das respektvoll, ehrerbietend. Auch das Essen erinnert an das Land auf der anderen Seite des Mittelmeers. Zumindest bis es den traditionellen Grillabend gibt – die Cevapcici und Souvlaki-Spieße haben wenig mit toskanischer Küche zu tun, das ist urkroatisch deftig.

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Den feinen Köstlichkeiten der Region steht traditionell Deftiges entgegen. Ajvar, Souvlaki...

Zwischen dem Bad am Morgen und den Trüffeln am Mittag schlendere ich durch die Gassen des Künstlerdorfs Grožnjan. Künstlerdorf wird es genannt, weil das lange leer stehende Dorf von Künstlern belebt, bewohnt und hergerichtet wurde. Keramiken und Bilder prägen das Stadtbild. Auch heute leben vorwiegend Künstler in dem Dörflein mit weniger als 200 Einwohnern und kleinen, schattigen Gassen und bezaubernden Ausblicken ins Umland. Ein Kaffee im Schatten tut gut.

Modernes Camping am Meer

Tapetenwechsel. Einer Einladung folgend biege ich mit dem Reisemobil auf den just an diesem Tag zu eröffnenden erneuerten Campingpark in Poreč ein. Was für eine Anlage! Ein durchgestylter Freizeitpark, in dem man auch campen kann, so kommt es mir vor. Tourismus, das können sie hier in Kroatien, ein großer Teil der Menschen lebt davon, und das Istra Premium Camping Resort ist das allerneuste Vorzeigeobjekt. Direkt am Strand gelegen, fast 1000 Parzellen, Mietunterkünfte, nagelneue Einrichtungen, die kaum Wünsche offen lassen, und Urlaubsbespaßung für die ganze Familie. Beim Spaziergang durch Poreč lasse ich die polarisierenden Eindrücke nachwirken, esse geruhsam am Strand mit Blick aufs Meer.

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Fahrt in einem Batana, einem klassischen Fischerboot mit typischem Ruderer in Rovinj.

Am nächsten Morgen läuft der Kaffee noch nicht richtig in dem gerade eröffneten Café des Campingplatzes, was ausgerechnet heute doof ist nach der Eröffnungsparty. Ich starte meinen Alkoven, fahre weiter nach Rovinj – und würde dort am liebsten gleich wieder ins Wasser springen, so einladend frisch und klar ist es hier. Aber erst mal geht es auf das Wasser im Batana, einem traditionellen Boot. Der Mann, der uns rudert, ist über 70 Jahre alt, trägt seinen Hut und seine rote Schärpe mit Stolz. Seit seiner Jugend schippert er Touristen um die Altstadt, die sich vom Wasser aus prima beäugen und fotografieren lässt. Dann gibt es Fisch in einem kleinen, dunklen, sehr gemütlichen Restaurant namens Batanas. Und es gäbe Wein, wenn man schon wieder wollte.

Auf den Spuren der Geschichte

Die Hitze schlägt mir ins Gesicht beim Verlassen des Restaurants. Schweiß fließt, als ich den Hügel hoch zur Kirche der Heiligen Euphemia wandere. Diese Frau wurde um 300 n. Chr. wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen – die sie aber verschmähten. Ein Henker erstach die Ärmste, wurde dann selbst von den Bestien zerfleischt. Um das Jahr 800 überführte man Euphemias Sarg nach Istrien. Seitdem liegen ihre Gebeine in dieser Kirche. Euphemia ist Schutzpatronin der Stadt und von ganz Istrien. In ihrer Kirche ist es schön kühl.

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Im Hafen von Rovinj flicken Fischer Netze. Im Hintergrund die Altstadt mit der Kirche der heiligen Euphemia.

Die Besichtigung des Amphitheaters von Pula werde ich nach der anstrengenden Kulturwanderung heute nicht mehr schaffen. Ich fahre jetzt lieber mal Jetski, dieses Abenteuer steht schon lange auf meiner persönlichen Wunschliste.

Wasseraction in der Idylle

Der Campingplatz Veštar ist gemütlich, liegt schön in einer Bucht, hat viele Bäume, eine schöne, friedliche Stimmung. Ich brumme raus aufs Meer. Volle Leistung lässt sich dem Jetski erst ab 300 Meter vor der Küste entlocken. Plötzlich ist es so weit. Er beschleunigt, er beschleunigt weiter, er hört nicht auf, ich glaube das nicht. Ich halte an, vergewissere mich, was da auf dem Tacho stand. Drehe wieder am Hahn, er schiebt, er schiebt weiter, und dann steht da über 80 Kilometer pro Stunde, und ich ballere und krache über das Wasser. Bäm, bäm! Was ein Spaß!

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Die Marina des Campingplatz Veštar. Mit Wasserspielplatz und Jetski.

Kultur am Mittag, Blödsinn danach. Und jetzt gibt es Souflaki und Cevapcici und Hackbraten und Zwiebeln mit Ajvar. Istrien, du bist gut zu mir.

Spürnasen auf Suche nach dem Edelpilz

Drei Arten des Schwarzen und eine Art des seltenen Weißen Trüffels findet man in Istrien in den Böden der Wälder rund um Motovun und Buzet. Mit speziell dressierten Hunden gehen die zertifizierten Trüffelsucher auf die Jagd nach den schwarzen und weißen Diamanten.

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Touristen können beim Show-Trüffelsuchen erleben, wie Hunde und Führer fündig werden.

Lange kam auch der größte Trüffel der Welt aus Istrien, bis man den Titel an Italien verlor. Trotzdem: Der damalige Finder Giancarlo Zigante ist heute Gastronom und Produzent von Trüffelspezialitäten. Wer einmal exquisit essen gehen mag, macht einen Abstecher nach Livade zu Zigante.

Campingurlaub in Kroatien

Über Istrien informieren die unten aufgeführten Websites. Hier findet man Aktuelles zu Kultur, Veranstaltungen und Camping auf der Halbinsel. Kroatien hat traditionell eine hohe Camping-Infrastruktur. Über 500 Campingplätze stehen zur Verfügung, vom kleinen familiengeführten Platz bis zum großen Ressort. Die Zahl der Stellplätze ist dagegen weiterhin gering. Freies Stehen ist generell verboten.

Kroatische Zentrale für Tourismus, Stephanstr. 13, 60313 Frankfurt am Main, Telefon 0 69/2 38 53 50, E-Mail info@visitkroatien.de, www.croatia.hr/de-DE und www.istra.hr

Stellplätze im Westen Istriens

1. Camper Stop Motovun

Camper Stop Motovun 52424 Motovun (HR) 18 Bewertungen 30 EUR/Nacht

2. Stellplatz beim Friedhof

Stellplatz beim Friedhof 52440 Porec (HR) 4 Bewertungen 120 HRK/Nacht

3. Camp Terre

Camp Terre 52448 Sveti Lovreč (HR) 23 Bewertungen 20 EUR/Nacht

4. Seljački Turizam Jadruhi

Stellplatz Jadruhi 52447 Vižinada (HR) 6 Bewertungen

5. Stellplatz Vsar

Park Umag 52470 Umag (HR) 42 EUR/Nacht

6. Umag

Park Umag 52470 Umag (HR) 42 EUR/Nacht

7. Istra Premium Camping Resort

Istra Premium Camping Resort 52452 Funtana (HR) 1 Bewertung 55 EUR/Nacht

8. Vestar Campsite

Campingplatz Veštar 52210 Rovinj (HR) 49,50 EUR/Nacht
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