Was im Ford Van-Kosmos lange fehlte, ist ganz plötzlich da: ein elektrischer Basis-Transporter, der so günstig ist, dass er Wohnmobil-Umbauer anspricht. Mit 6 bis 8 Kubikmetern Ladevolumen, 1.000+ kg Nutzlast und einem Preis, der deutlich unter dem des Transit Custom liegt, könnte der Transit City der perfekte Einstieg in die Welt der E-Camper sein.
Aber: Reicht die Reichweite für Wochenendtrip? Und was bedeutet es, dass der Van aus China kommt?
Gebaut wird der Ford Transit City in China bei Jiangling Motors. Warum? Weil Ford hier seit 1995 Partner ist und weiß: Die Chinesen bauen günstig und schnell. Die Skepsis gegenüber "China-Transportern" kennt Ford – und setzt auf das bewährte Ford Pro-Ökosystem: Telematik, Flottenmanagement, Ladeanalysen. Für Gewerbetreibende ein Argument, für Camper-Vermieter vielleicht auch. Ob Privatpersonen ihren Campervan auf China-Basis kaufen, hängt wohl davon ab, wie sehr sie aufs Preis-Leistungs-Verhältnis schauen.
Transit City vs. Ford Nugget: Passt der Neue in die Camper-Welt?
Größenmäßig liegt der Transit City nah am Transit Custom – also perfekt für Wohnmobil-Umbauer, oder? Mit 6 bis 8 Kubikmetern Ladevolumen und 1.000+ kg Nutzlast reicht es für eine Mini-Camper-Küche und Sitzecke mit Schlafgelegenheit.

Beide Kastenwagen-Varianten verfügen über eine serienmäßige Grundausstattung mit robustem Frachtraumboden, teilverkleideten Seitenwänden und Verzurrösen.
Allerdings bietet der Elektro-Transit weder eine Anhängerkupplung noch Aufpreis-Optionen. Wer also einen robusten Basis-Van für Stadt und Kurzstrecken sucht, könnte hier fündig werden. Für Langstrecken-Camper oder schwere Aufbauten bleibt der Transit Custom die bessere Wahl.
Ob der Transit City dennoch eine Option für den Campingausbau Ford Nugget wäre?
Technik-Check: Was der Transit City kann
56 kWh Akku, 254 km Reichweite – genug für Wochenendtrip oder nur für die Stadt? Die Antwort: Es kommt drauf an.
Für alle, die unterwegs gerne viele Pausen einlegen, ergeben sich ohnehin genügend Ladepausen. Die Ladeleistung ist allerdings überschaubar: 87-kW-DC-Schnellladen soll innerhalb 33 Minuten von 10 bis 80 Prozent aufladen, fürs Nachladen an der Wechselstrom-Ladesäule oder Wallbox ist ein 11-kW-Bordlader installiert. Das ist praxistauglich für Gewerbetreibende, für Camper sind die langen Ladezeiten eventuell nervig.
Wer vor allem im urbanen Raum unterwegs ist, wird die One-Pedal-Drive-Funktion lieben: Rekuperation bis zum Stillstand macht das Fahren entspannter. Serienmäßig gibt's Assistenzsysteme wie Notbremsassistent und Rückfahrkamera – aber keine Luxus-Extras. Wer mehr will, muss zum Ford Transit Custom greifen.
Preis & Ausstattung: Ist der Transit City ein Schnäppchen?
Ford schätzt den Bruttopreis auf rund 46.800 Euro – deutlich günstiger als der Transit Custom Elektro (ab 58.905 Euro). Dafür gibt’s eine All-inclusive-Ausstattung: Sitzheizung, schlüsselloses Starten, 12-Zoll-Touchscreen. Keine Aufpreis-Optionen, keine Spielereien. Für Camper, die einen günstigen Basisvan suchen, könnte das ein Traum sein. Für alle anderen bleibt die Frage: Lohnt sich der Kompromiss?





