In diesem Artikel lesen Sie, welche Pizzaöfen die promobil-Redaktion bereits ausführlich im Camping- und Heim-Alltag getestet hat. Dabei haben wir Modelle in einer Preisspanne von günstigen 90 Euro bis zu Premium-Geräten für 500 Euro und mehr unter die Lupe genommen.P
Pizza & Wohnmobil: Das perfekte Gourmet-Event
Zugegeben, man sollte ausreichend Platz haben sowie genügend Muße und Freude am Pizzabacken. Damit sich der Aufwand lohnt, bringen Sie entweder selbst einen extrem großen Hunger auf Pizza mit – oder Sie versorgen gleich eine ganze Gruppe, die entsprechende Mengen abnimmt.
Als Mittelpunkt einer Wagenburg und gemeinsames Event auf dem Stell- oder Campingplatz wird der Pizza-Abend zu einem echten Urlaubs-Highlight. Am meisten Spaß macht die Aktion, wenn es ein Gemeinschaftsprojekt wird: Alle helfen beim Kneten und Schnippeln – und jede Person kann die eigenen Lieblingsbeläge auswählen. Am Ende räumen im besten Fall alle gemeinsam wieder auf.
1. Profi-Pizzaofen: Gozney Tread im Test
Der Pizzaofen Tread von Gozney ist ein mobiler Premium-Pizzaofen mit Gasbetrieb. Mit ihm kann man große Mengen Pizza in sehr kurzer Zeit ausbacken. Sein größtes Plus: Er sieht wahnsinnig gut aus. Nicht nur ein optisches Highlight ist die Flamme, die beim Gozney Tread einmal im Bogen an der Decke des Pizzaofens entlang züngelt.
Wir haben den Ofen auf der heimischen Terrasse und im Campingbetrieb getestet.
- Gewicht: 13 kg
- Außenmaße: 418 x 484 x 320 mm
- Innenmaße: 310 x 380 x 150 mm
- Thermometer: ja (integriert, analog)
- Gasverbrauch: 273 g/h (laut Hersteller)
- Hier bei Amazon kaufen
Schon das Unboxing des Gozney Tread ist ein Erlebnis. Details wie die beiliegende Rezept-Broschüre mit Starter-Tipps für die ersten Pizza-Versuche machen die User-Experience rund. Was sofort auffällt, ist das hochwertige Material des Pizzaofens.

Ausgepackt und aufgebaut ist der Gozney Tread in knapp 5 Minuten.
Zusammenbauen: Den Ofen zusammenzubauen, dauert keine fünf Minuten. Der Zünder benötigt Strom. Die Batterie dafür liegt bei, genauso wie das nötige Werkzeug. Dann noch die Blende für die Flamme und den Stein einsetzen. Gas anschließen. Fertig.
Die Frontablage für den Ofen sollte man auf jeden Fall dazubestellen. Sie lässt sich einfach drauf schieben.

Ganz hinten erreicht der Stein auch über 400 Grad. Vorne ist er durch die sehr niedrigen Außentemperaturen merklich kühler.
Aufheizen: Laut Anleitung soll der Goozney Tread 15 bis 20 Minuten auf voller Stufe aufheizen. Um die Temperatur zu überwachen, hat der Ofen außen eine Temperaturanzeige. Die Messung erfolgt am Stein.
Da wir den Pizzaofen bei Temperaturen nahe den null Grad im Winter getestet haben, brauchte er die 20 Minuten und lief bei der Zubereitung meist auf voller Power.
Die Messung mit dem Infrarot-Thermometer zeigt, dass der Stein nach dem Aufheizen eine Temperatur zwischen um die 400 Grad hat – perfekt, um die erste Pizza reinzuschieben.

Die Flamme züngelt an der Decke des Ofens entlang und schafft es so fast einmal komplett rum.
Zubereitung: Die erste Pizza braucht meist noch etwas länger. Danach kann man die Pizzen im 1-Minutentakt reinschieben.
Die erste Drehung bekommt die Pizza nach etwa 20 bis 30 Sekunden. Je nach Belag muss man die Flamme ein wenig runterregeln, da empfindliche Zutaten sonst schnell von oben verbrennen.
Damit die Pizza rundum perfekt wird, muss man sie alle paar Sekunden weiterdrehen und sehr aufmerksam darauf achten, welche Zonen schnell bräunen. Interessanterweise scheint die Hitze an der auslaufenden Spitze der Flammen-Brücke am extremsten zu sein. Hier brennt am häufigsten etwas an.

Die Fronterweiterung fängt überschüssiges Semola auf und hilft beim rangieren der Pizza im Ofen.
Praktisch an der Fronterweiterung: Man kann die Pizza nur zum Teil herausziehen, sodass ein schon sehr dunkler Bereich ein wenig geschützt ruhen kann, während ein anderer noch nachgart, wenn man mal nicht gut genug gedreht hat. Ein klarer Vorteil, gerade für Einsteiger.
Im Schnitt brauchen unsere Pizzen ca. 1:25 bis 1:40 Minuten – je nach Art und Menge des Belags.

Schon die ersten Ergebnisse sind lecker und sehen gut aus.
Reinigen: Pizzasteine muss man ausbrennen, um sie zu reinigen. Unsere Tests zeigen: Das klappt erstaunlich gut. Alle Reste auf dem Stein sollen dabei zu weißer Asche verbrennen. Beim Gozney blieben nach dreißig Minuten noch schwarze Spuren auf dem Stein zurück. Insgesamt sieht er aber wieder deutlich besser aus.
Die übrigen Zubehör- und Anbau-Teile des Gozney lassen sich gut reinigen und teilweise sogar in die Spülmaschine stellen.
Wichtig beim Camping: Der Gozney Tread Pizzaofen ist kein Leichtgewicht und braucht entsprechend Platz in der Heckgarage. Die passgenaue Tragetasche schützt den Premium-Ofen in der Heckgarage vor Kratzern.
Zubehör wie das Dreibein, die sperrige Pizzaschaufel, Gärboxen und Co. wollen ebenfalls sicher verstaut werden. Der Ofen kann wie ein Gasgrill problemlos mit einer normalen Campinggasflasche betrieben werden.
Preis: Wer diesen Pizzaofen im Warenkorb liegen hat, hat sein Budget schon vorab großzügig festgelegt. Schon der Ofen kostet knapp 500 Euro. Hinzu kommen ein paar empfehlenswerte Zubehörteile, die den Preis schnell auf ein Minimum von ca. 600 bis zu 900 Euro steigern. Der Gozney Tread Pizzaofen ist ein absolutes Premium-Produkt.
Gozney-Tread-Zubehör im Test

Das Zubehör für den Gozney Tread (ohne das Dreibein).
Frontablage (ca. 90 Euro): Hat sich im Test absolut bewährt – schon allein, damit beim Rangieren der Pizza nicht das ganze überschüssige Semola auf der Terrasse landet.

Dank des soliden Dreibeins kann der Pizzaofen frei stehen.
Gozney Gestell (ca. 250 Euro): Wer keinen passenden Platz in seiner Außenküche findet, setzt auf dieses Gestell. Es wirkt massiv und ist dementsprechend schwer. Dafür lässt es sich dank eingebauter Wasserwaage und verstellbaren Füßen exakt einstellen, sodass der Ofen auch auf unebenem Campingplatzboden perfekt gerade steht. Zur Montage wird eine Adapterplatte unter den Pizzaofen geschraubt, der dann auf das Gestell gedreht wird. Wegen des Gewichts geht das besser zu zweit.

Auf dem Roofrack können die passenden Servierbretter eingefügt werden.
Gozney Roofrack (ca. 100 Euro): Eine zweite Ebene, die an den Handgriffen festgeklemmt wird. Sie dient dazu, Werkzeug abzulegen oder mithilfe passgenauer Servierbretter eine Pizza zwischenzulagern, ohne dass der Ofen zerkratzt. Wichtig: Die Ablage wird nicht warm, es ist also eine reine Arbeits- und keine Warmhalteplatte. Die dazu passenden Servierbretter (je ca. 30 Euro) überstehen die Spülmaschine problemlos, sollten aber nicht zum Schneiden verwendet werden, da Messer schnell Spuren hinterlassen.

Die löchrige Schaufel ist perfekt zum Einschieben der Pizzen und an die Breite der Pizzaofen-Öffnung angepasst. Zum Drehen der Pizza braucht man den kleineren WEnder.
Pizzaschaufel (ca. 80 Euro) und Wender (ca. 70 Euro): Material, Gewicht und Handling der Goozney-Varianten sind sehr angenehm. Diese Art des Zubehörs ist generell sehr empfehlenswert, man muss es aber natürlich nicht zwingend von Gozney kaufen. Gleiches gilt für den Gozney-Pizzaschneider (ca. 45 Euro): Er ist schwer und ziemlich schick, fürs Camping tut es aber auch ein leichteres, günstigeres Modell.
2. Kompakter Pizzaofen: Ooni Koda 12 im Test

Der Ooni Koda 12 bewegt sich preislich im mittelfeld der mobilen Pizzaöfen.
Der Ooni Koda 12 gehört zu den bekanntesten mobilen Gas-Pizzaöfen auf dem Markt. Er verspricht extreme Hitze für authentische Ergebnisse und ist mit seinem moderaten Gewicht eine sehr beliebte Wahl für Camper.
- Gewicht: 9,25 kg
- Max. Pizzagröße: ca. 30 cm (12 Zoll)
- Backfläche: Quadratischer Pizzastein
- Preis: ab 399 Euro
- Hier Ooni Koda 12 bei Amazon kaufen
Aufbau & Aufheizen: Das Geheimnis einer perfekten Pizza ist die Backtemperatur – und diese Disziplin beherrscht der Koda 12 exzellent. Nach etwa 15 Minuten "Vollgas" detektiert das Infrarot-Thermometer knapp 500 Grad im Ofen.

Die Flamme des Ooni Koda 12 kommt von hinten.
Praxis & Backverhalten: Bei derart hohen Temperaturen müssen Sie am Ofen stets auf Zack sein und die Pizza im Sekundentakt drehen. Unsere ersten Versuche zeigten deutlich: Übung ist Pflicht! Wer zu wenig Trennmittel nutzt, bugsiert den klebenden Teig schnell nur noch als löchrige Calzone in den Brennraum. Mit mehr Semola (Hartweizengrieß) klappt das Einschießen viel besser. Ein Hinweis aus dem Test-Alltag: Das überschüssige Mehl sammelt sich an und fing in unserem Test nach vier Pizzen in Folge immer wieder Feuer auf dem heißen Stein. Hier lohnt sich der Aufpreis für den perforierten Pizzaschieber (ca. 60 Euro), durch den sich überschüssiges Mehl vorher abschütteln lässt.

Der Ooni Koda 12 ist kompakter und etwas leichter als der Gozney Tread und liegt auch preislich 100 Euro günstiger.
Camping-Check & Vielseitigkeit: Mit 9,25 kg ist der Koda 12 merklich leichter als der Gozney und lässt sich beim Camping besser handhaben. Ein Pluspunkt ist seine Vielseitigkeit: Auf kleinster Stufe lassen sich morgens Brötchen aufbacken, und mit der doppelseitigen Guss-Grillpfanne (ca. 70 Euro) wird er abends zum extrem heißen Steak-Grill.
3. Von und für Camper entwickelt: Ofen "Horst" im Test

Eine einfache und platzsparende Lösung für gute Pizza.
Wem Ooni und Gozney zu schwer oder zu sperrig für die Heckgarage sind, der findet bei Grove Camping eine clevere Alternative. Der mobile Backofen "Horst" ist kein eigenständiges 400-Grad-Biest, sondern ein Aufsatz für den bestehenden Gaskocher im oder vor dem Wohnmobil.
- Gewicht: 4,5 kg (zusammensteckbar)
- Packmaß: 280 x 275 x 60 mm (passt in eine Kuriertasche)
- Backfläche: 26 x 26 cm (nutzbar für Pizza: max. 24 x 24 cm)
- Ausstattung: Integriertes Thermometer in der Kuppel
Aufbau & Konzept: "Horst" besteht aus einzelnen Edelstahl-Platten, die werkzeuglos in unter fünf Minuten zusammengesteckt werden. Er wird einfach auf die Flamme des Gaskochers gestellt. Die Hitze erwärmt die Bodenplatte, und die heiße Luft strömt durch seitliche Schlitze nach oben – es entsteht ein echter Umluft-Effekt.

Die Ergebnisse gleichen nicht ganz denen der teuren Pizzaöfen, können sich aber sehen lassen.
Praxis & Backverhalten (Pizza): Auch wenn er nicht die Höllentemperaturen der reinen Pizzaöfen erreicht, liefert der "Horst" solide Ergebnisse. Nach einer kurzen Aufheizphase (5 bis 10 Minuten) bäckt eine Pizza bei ca. 200 °C in etwa 10 bis 12 Minuten fertig. Das Ergebnis überzeugt im Test: Die Ränder werden knusprig braun, der Boden leicht goldgelb und der Käse zerläuft perfekt.
Wichtige Tipps für Pizza-Fans:
- Nicht zu groß ausrollen: Machen Sie die Pizza maximal 24 cm breit. Wenn der Teig bis an den Rand des 26-cm-Backraums reicht, verdeckt er die seitlichen Lüftungsschlitze und der Umluft-Effekt bricht zusammen.
- Hitze im Griff behalten: Da die Flamme direkt von unten heizt, ist etwas Fingerspitzengefühl am Gasregler gefragt, damit der Pizzaboden nicht zu dunkel wird.
- Handschuhe nutzen: Der Frontdeckel-Griff wird sehr heiß. Wer die Pizza herausholt, braucht zwingend Topflappen oder Grillhandschuhe. (Tipp: Grove bietet passend zur Größe des Ofens auch einen extra kleinen Pizzaschieber an).

Die größten Pluspunkte des Horst: super kompakt, super leicht.
Camping-Check: Für Camper mit Platzproblemen ist der "Horst" die absolute Rettung. Er wiegt nur 4,5 kg, lässt sich extrem flach verstauen und nutzt die ohnehin meist vorhandene Gasflamme. Er backt neben Pizza auch problemlos Aufbackbrötchen oder Lasagne.
Warum wir beim Camping auf Gas setzen
Bisher haben wir in diesen Tests ausschließlich gasbetriebene Varianten berücksichtigt. Der Grund dafür ist simpel: Sie sind im Campingbetrieb mit Abstand am praktischsten. Gas hat man (mit Ausnahme von seltenen, komplett gasfreien Campern) ohnehin immer an Bord. Zudem darf ein Gas-Pizzaofen auf den allermeisten Campingplätzen ohne Probleme und Brandschutz-Bedenken eingesetzt werden.
Modelle mit Pellet-Betrieb sind hingegen deutlich schwerer zu regulieren und benötigen wesentlich mehr Eingewöhnungszeit. Auch die Rauchentwicklung macht sie – ähnlich wie klassische Holzkohlegrills – weniger campingfreundlich.
Elektrisch betriebene Modelle sind im autarken Betrieb ungünstig. Auf dem Campingplatz kommt es darauf an, ob Strom inklusive ist oder teuer zugekauft werden muss.
Unsere Tipps aus dem Test-Alltag
Ein gasbetriebener Pizzaofen hat ordentlich Power – oft über 400 Grad Celsius. Damit die Pizza wie beim Lieblingsitaliener gelingt, haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst:
- Hände statt Nudelholz: Rollen Sie den Teig niemals aus! Drücken Sie ihn stattdessen von innen nach außen mit den Händen flach. Nur so bleibt die wertvolle Luft im Rand (der "Cornicione") und er geht im Ofen wunderbar fluffig auf.
- Semola ist das Geheimnis: Nutzen Sie zum Ausformen des Teigs und für die Pizzaschaufel kein normales Mehl (das verbrennt bitter), sondern Semola di grano duro (Hartweizengrieß). Das wirkt wie kleine Kugellager, verhindert das Festkleben auf der Schaufel und gibt dem Boden eine tolle, knusprige Textur.
- Weniger ist mehr: Auch wenn der Hunger groß ist – überladen Sie die Pizza am Anfang nicht. Zu viel Sauce oder ein Berg an Belag machen den Teig in der Mitte matschig und erschweren das unfallfreie Einschieben in den Ofen. Tasten Sie sich langsam heran, bis Sie den Dreh raus haben.
- Geduld beim Vorheizen: Der Ofen mag schnell heiß wirken, aber der Pizzastein braucht Zeit, um die Hitze zu speichern. Heizen Sie den Ofen mindestens 15 bis 20 Minuten auf voller Stufe vor. Ein Infrarot-Thermometer ist hierbei eine lohnende (und oft günstige) Investition. Der Stein sollte in der Mitte etwa 400 Grad haben.
- Mut beim Einschießen – und dann zügig arbeiten: Sobald der Teig auf der Schaufel liegt und belegt ist, tickt die Uhr. Zögern Sie nicht zu lange, sonst weicht der Teig durch und klebt fest. Die Pizza mit einem leichten Ruckeln auf die Schaufel ziehen und mit einer fließenden Vor-Zurück-Bewegung auf den heißen Stein gleiten lassen.
- In Bewegung bleiben: In fast allen Gas-Pizzaöfen kommt die Hitze von hinten oder der Seite. Drehen Sie die Pizza nach etwa 30 bis 40 Sekunden zum ersten Mal und behalten Sie sie danach ständig im Auge. Ein paar Sekunden Unachtsamkeit reichen bei diesen Temperaturen für einen schwarzen Rand.
- Reinigung: Um nicht ein zweites Mal die Aufheizzeit und den damit einhergehenden Gasverbrauch zu haben, sollte man das Ausbrennen direkt im Anschluss an die Pizza-Session machen. Dafür muss der Ofen 20 bis 30 Minuten auf voller Stufe laufen.
Einfache Rezepte für die perfekte Pizza-Party
Das sind unsere Geheimrezepte für eine erste Pizza-Session.
Für den Einstieg: Der unkomplizierte 8-Stunden-Pizzateig
Wer im Campingurlaub oder zu Hause schnell gute Ergebnisse erzielen möchte, braucht keinen komplizierten Teig, der tagelang im Kühlschrank ruht. Ein solider Same-Day-Teig (am selben Tag gebacken) ist für den Anfang ideal und verzeiht kleine Fehler.
Das Grundrezept (für ca. 4 Pizzen):
- 560 g Pizzamehl (am besten Typ Tipo 00 mit hohem Proteingehalt)
- 420 ml Wasser (Zimmertemperatur)
- 15 g feines Meersalz
- ca. 2 g frische Hefe (etwa erbsengroß)
So geht's: Lösen Sie die Hefe im Wasser auf und mischen Sie das Mehl nach und nach unter. Zum Schluss das Salz hinzugeben. Nun heißt es kneten – wie im Vorwort erwähnt, per Hand gut 20 bis 30 Minuten, bis der Teig glatt und elastisch ist. Den Teig abgedeckt in einer Schüssel bei Raumtemperatur ca. 4 Stunden ruhen lassen (Stockgare). Danach formen Sie vier gleich große Teigkugeln (Teiglinge zu je ca. 200 g), legen diese in eine Gärbox oder Tupperdose und lassen sie weitere 4 Stunden bei Raumtemperatur gehen (Stückgare), bevor Sie die Pizzen formen.
Perfekt zum Üben: belegte Pizzabrote
Um das Einschieben der Pizza in den extrem heißen Ofen zu üben, eignen sich einfache Pizzabrot-Varianten hervorragend. Der große Vorteil: Ohne schwere, nasse Tomatensoße reißt der Teig weniger schnell und klebt seltener auf der Schaufel fest.
Bestreichen Sie den geformten Teig einfach mit etwas Crème Fraîche, verteilen Sie ein paar Oliven und Kräuter (Rosmarin, Thymian, Oregano) darauf und ab in den Ofen!
Das eigentliche Highlight folgt nach dem Backen: Belegen Sie das noch heiße, knusprige Pizzabrot frisch mit Rucola, Basilikum, Serrano-Schinken, Cocktailtomaten oder getrockneten Tomaten. Auch ein in der Mitte zerrissener, frischer Burrata oder gegrilltes, eingelegtes Gemüse passen perfekt.
Schneiden Sie die Brote in Stücke und stellen Sie sie zum Teilen in die Mitte des Campingtisches – so hat die ganze Gruppe direkt etwas zu naschen, während die nächste Pizza in den Ofen wandert.
Süßes zum Schluss: Der Trick bei Nutella-Pizza und Co.
Man kennt sie, man liebt sie: die Nachtischpizza. Vor allem die Variante mit Nuss-Nougat-Creme ist der krönende Abschluss eines jeden Pizza-Abends. Wer sie jedoch zum ersten Mal selbst in den Pizzaofen schiebt, stellt meist frustriert fest: Die süße Schokocreme verbrennt bei 400 Grad viel schneller, als der Teig gar wird.
Der Profitipp: Formen Sie den Pizzateig und bestreichen Sie ihn lediglich mit etwas Sahne oder verdünnter Mascarpone. So können Sie den Boden zunächst "blind" (ohne Nutella) ausbacken. Er bekommt dadurch die charakteristischen, knusprigen Blasen und Senken. Erst danach streichen Sie die Nutella auf die noch heiße Pizza. Wer mag, schiebt die fertig bestrichene Pizza bei komplett heruntergedrehter Flamme noch einmal für wenige Sekunden in den Ofen, damit die Schokolade perfekt schmilzt.
Wem das zu klassisch ist, der probiert die Gourmet-Alternativen:
- Fruchtig: Eine Basis aus Mascarpone mit hauchdünnen Apfelscheiben belegen. Das kann problemlos zusammen in den Ofen.
- Kalt-Warm-Kontrast: Den Boden mit Mascarpone bestreichen und mit (gerösteten, gesalzenen) Pistazien bestreut backen. Nach dem Backen etwas Pistazienmus darüber träufeln und – der absolute Geheimtipp – mit einer Kugel Pistazien-Eiscreme oder Erdbeer-Sorbet in der Mitte servieren. Perfekt für Liebhaber von Kalt-Warm- und Süß-Salzig-Kombinationen!
Reality Check: Lohnt sich das Mitschleppen im Camper?
Ein kurzer und wichtiger Disclaimer: Einen Pizzaofen mit in den Campingurlaub zu nehmen, lohnt sich nur in bestimmten Fällen, denn schon die Vorbereitung im Campingfahrzeug ist oft eher unbequem. Da man im Wohnmobil in der Regel keine Küchenmaschine dabei hat, bedeutet das: Der Teig muss insgesamt mindestens 30 Minuten lang von Hand geknetet werden.

So ein Pizzaofen samt Zubehör braucht Platz und kostet Zuladungsreserve.
Auch der Platzbedarf ist nicht zu unterschätzen. Die Gärboxen für den Teig fressen wertvollen Stauraum. Spätestens beim Ausformen der Pizzen fliegen Mehl und Semola unweigerlich durch den halben Aufbau, und für die Vorbereitung der verschiedenen Beläge braucht man ordentlich Arbeitsfläche. Kurzum: Komplett selbstgemachte Pizza im Campingurlaub ist alles andere als einfach und unaufwändig – vor allem in der Qualitätsstufe "Pizza Neapoletana".
Doch für wahre Pizza-Fans stellt all das kein Hindernis dar, sondern gehört einfach dazu. So wie wahre Kaffee-Genussmenschen ein Barista-Set-up fürs Camping als unerlässlich empfinden, genießen echte Pizza-Lover das Hobby "Pizza backen" unterwegs.





