Bosch Cookit Test Nane Rauscher
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Küchenmaschine Bosch Cookit im Praxistest

Bosch Cookit Multifunktionskocher Wie praktisch ist eine Küchenmaschine im Camper?

Für viele CamperInnen gehört eine Küchenmaschine zur Grundausstattung im Wohnmobil. promobil hat den Bosch Cookit in der Praxis getestet .

Campingküche ist bei mir vor allem eines: schnell, simpel und lecker. Daher experimentiere ich auf Reisen oft mit One-Pot-Gerichten. Die Rezepte? Sie entstehen meist frei Schnauze. Im Topf landet einfach alles was gerade so da ist.

Als die Testanfrage von Bosch für ihre Küchenmaschine Cookit kam, war ich daher umso neugieriger. Denn die Küchenmaschine ermöglicht so einiges. In nur einem Topf kann man Fleisch anbraten, Reis und Nudeln kochen, Fisch dämpfen, Knödel simmern, Gemüse hexeln, Teig kneten und vieles mehr. Es gibt zig Auf- und Einsätze für den Topf. Die Küchenmaschine soll einem viele Handgriffe abnehmen und so Zeit ersparen.

Natürlich dauert das Nudelnkochen in der Küchenmaschine genauso lange wie in einem normalen Topf. Doch man muss nicht dabei stehen bleiben und darauf achten, dass nichts überkocht oder anbrennt. Das übernimmt die Küchenmaschine und man selbst kann sich in dieser Zeit sorglos anderen Dingen widmen, ein Buch lesen oder einfach kurz die Beine vor dem Camper hochlegen.

Viel zu groß? Eine Glaubensfrage!

Auf den ersten Blick wirken alle Küchenmaschinen nicht gerade wie leichtes Reisegepäck. Doch wer sich auf Stell- oder auch Campingplätzen umsieht, findet immer wieder UrlauberInnen, die beim Camping niemals auf ihre geliebten Küchenallrounder, wie z.B. dem Vorwerk Thermomix, verzichten würden. Wie campingtauglich hierzu im Vergleich das neueste Produkt von Bosch ist, haben wir ausprobiert.

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Klein ist die Küchenmaschine Cookit von Bosch nicht.

Als das Cookit-Paket im Umzugskarton-Format bei uns in der Redaktion eintrudelt, ist mein erster Gedanke "Was ein Oschi". Zwischen Styroporpolstern verstecken sich neben dem eigentlichen Grundgerät mit Topf und Deckel immerhin sechs weitere Zubehörteile sowie ein Kochbuch. Während letzteres beim Camping getrost zuhause bleiben kann, sollte man sich zur vollen Nutzbarkeit genau überlegen, ob man Garaufsatz oder Rührbesen im Urlaub braucht.

Erster Eindruck

Aus der Schutzhülle gepellt, wirkt der Cookit sehr hochwertig, gleichzeitig auch echt wuchtig. Zum Aufstellen wird eine Stellfläche von 34 mal 46 Zentimetern benötigt – nicht gerade wenig, vor allen in kleinen Campingkombüsen. Zum Vergleich: Ein Thermomix braucht 33 mal 33 Zentimeter Küchenarbeitsplatte.

Der leere Kochtopf wiegt rund 4 Kilogramm, fasst aber ganze 3 Liter. Das ist selbst für eine ganze Familie groß genug und ein Pluspunkt gegenüber dem 2-Liter-Topf von Thermomix. Damit man das Gerät betreiben kann, ist ein 230-Volt-Anschluss notwendig, den gibt es heutzutage auf fast allen Stell- oder Campingplätzen. Mit Wechselrichter funktioniert die Nutzung auch in autarken Fahrzeugen. Die Inbetriebnahme ist einfach: Einstecken und die Ein-Taste drücken; es gibt ein Touchdisplay und 3 Touchknöpfe.

App und Rezept-Datenbank

Ich lade mir die "Home Connect"-App von Bosch herunter und nachdem ich den Cookit ins gleiche Wlan-Netz wie mein Smartphone eingewählt habe, wird mir das Gerät auf dem Handy angezeigt. Die App ist nutzbar zur Suche von Rezepten, die mit einem Klick an die Küchenmaschine übertragen werden können.

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Über die Bosch "Home Connetct App" kann man Rezepte suchen und sie mit einem Klick an die Küchenmaschine übertragen.

Hier kann man nach verschiedenen Speisearten, Ernährungsformen oder Spezialrezepten filtern. Es ist nicht auf den ersten Blick zu sehen, welches Zubehör man für ein Gericht benötigt, wäre ein Filter für Gerichte mit möglichst wenigem Zubehör wünschenswert – oder sogar eine "Campingrezepte"-Kategorie.

Ganz neu ist die Funktion "Mein Rezept". Hier kann lassen sich Eigenkreationen angelegen und dann wie die Gerichte aus der Datenbank ans Gerät zum Nachkochen senden. Wer also einmal Omas beliebtes Suppenrezept hinterlegt, kann es künftig 1:1 nachmachen. "Guided Cooking" nennt Bosch diese Schritt-für-Schritt-Anleitung vom Zerkleinern, übers Kochen bis zum fertigen Gericht.

Aber zurück zur App: Nicht so gut gefällt, dass die Portionsgrößen nicht anpassbar sind. Ist ein Gericht standardmäßig mit 6 Portionen in der Datenbank hinterlegt, muss ich benötigte Gramm oder Literzahlen selbst runter- oder hochrechnen. Die angezeigte Menge auf dem Cookit bleibt aber immer die des Standardrezepts. Aber selbst BesitzerInnen aktueller Thermomix-Modelle warten bisher vergeblich auf diese Funktionserweiterung.

Die Rezeptdatenbank ist im Gegensatz zum Platzhirsch von Vorwerk um ein Vielfaches kleiner. Derzeit beinhaltet die Cookit-Datenbank über 1.500 Gerichte. Allerdings kommen tägliche neue dazu. Bosch bietet daneben mit dem regelmäßigen, kostenfreien Magazin "Simply Cookit" samt Website eine zusätzliche Anlaufstelle für Rezeptideen. Wer hier ein Konto erstellt, kann sich auch Einkaufslisten und Rezeptsammlungen zusammenstellen.

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Aktuell gibt es über 1.500 Rezepte in der Datenbank.

Zudem gibt es eine langsam aber stetig wachsende Facebook-Gruppe. Zur Einordnung: Das Bosch-Gerät ist noch keine zwei Jahre auf dem Markt. Hier hat Vorwerk mit dem Thermomix, den es seit den 1980er Jahren gibt, einen deutlichen Zeitvorsprung bei der Rezeptentwicklung.

Bosch Cookit im Praxistest

Wir starten mit etwas Einfachem: "Auberginen-Joghurt-Dipp" – klingt nach einer leckeren Ergänzung für den nächsten Grillabend auf dem Campingplatz. Doch das Rezept gibt schon in Schritt 6 vor, dass die Aubergine in einer separaten Schüssel gewogen, geschält, gewürfelt und beiseitegestellt werden soll. Wozu habe ich den Cookit denn, frage ich mich? Naja, gut.

Nachdem Sonnenblumenkerne im Cookit geröstet und rausgeholt wurden, geht es ans Dampfgaren der vorgeschnittenen Auberginenstücke mit dem Dampfaufsatz. Danach muss ich den Topf entleeren, ausspülen und abtrocknen. Das restliche Zubereiten und Vermengen der Zutaten mit dem Kocher funktionieren einfach, die Arbeitsanweisungen sind gut verständlich. Wenn man allerdings verschmierte oder nasse Hände vom Zubereiten hat, reagieren Touchknöpfe und -pad nicht mehr ganz so einfach. Die Geschmackstest besteht der Dipp auf jeden Fall.

Für den nächsten Kochversuch auf Campingtauglichkeit wähle ich in der Datenbank das "Risotto Milanese".

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Zunächst wiege ich den Reis im Cookit ab und stelle ihn zur Seite. Danach wandert der Parmesan in den Topf, wo er fein zerhäckselt wird. Auch der Käse muss zunächst auf die weitere Verwendung warten. Im nächsten Schritt zerkleinert die Küchenmaschine die Zwiebeln und brät sie danach zusammen mit der auch im Cookit geschmolzenen Butter an. Es folgen Wein und Gemüsebrühe in den Topf. Während der Reis im Topf köchelt und vom Cookit auf der richtigen Temperatur gehalten und gerührt wird, habe ich eine Auszeit. Praktisch: Sobald ein Kochschritt beendet ist, bekomme ich eine Benachrichtigung auf mein Smartphone. Am Ende kommt noch der Parmesan hinzu, ich würze etwas nach und schon ist das Risotto fertig. Es schmeckt prima.

Kein Zaubertopf

Küchenmaschinen kochen keinesfalls ganz von alleine die tollsten Gerichte. Wer eine Küchenmaschine kauft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass man bei vielen Rezepten während des Kochens den Topf spülen, Einsätze wechseln oder Gemüse in einem separaten Topf oder Pfanne anbraten muss. Letzteres könnte im Camper zum Problem werden. Denn die Küchenmaschine nimmt im Küchenblock so viel Platz ein, dass man in den allermeisten Fällen nicht mehr den Gasherd benutzen kann, weil er voll gestellt ist. Der große Vorteil von Küchenmaschinen ist ganz klar, dass der Koch oder die Köchin nicht am Herd stehen muss, während das Essen vor sich hin köchelt.

Fazit: Bosch Cookit fürs Camping?

Der 3-Liter-Topf samt Grundgerät sowie Zubehör nehmen in Küchen durchschnittlicher Campingmobile sehr viel Platz ein. Allein mit Dampfaufsatz & Co. lässt sich leicht ein ganzes Küchenstaufach füllen. Vom sicheren Verstauort vom gesamten Gerät während der Fahrt ganz zu Schweigen.

Wer sich ein Multikochgerät wie den Bosch Cookit kaufen und auch beim Camping nutzen möchte, sollte daher unbedingt vorab auf die gegebenen Maße des gewünschten Geräts als auch des vorhandenen Platzes achten.

Nach einigen Wochen testen bin ich daher hin- und hergerissen: Ich schätze mittlerweile die Automatikprogramme, um beispielsweise Nudeln perfekt al-dente zu kochen oder um Reis und Kartoffeln zuzubereiten. Der Cookit hält alles auf perfekter Temperatur und ich muss nicht daneben stehen, um ein Überkochen zu verhindern.

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Wer sich eine Küchenmaschine wie den Bosch Cookit kauft, sollte unbedingt vorab auf den vorhandenen Platz im Wohnmobil achten.

Nach beendetem Kochvorgang bekomme ich eine Nachricht aufs Smartphone und kann die Lebensmittel weiterverarbeiten. Dazwischen kann man gut die Zeit für andere Dinge nutzen, zum Beispiel die Sonne vor dem Wohnmobil genießen. Top.

Die Cookit-Rezeptdatenbank, die ständig erweitert wird, regt zum Ausprobieren neuer Gerichte an. Das finde ich im Alltag super, für unterwegs würde ich mir vorab Gerichte auf den Cookit speichern. Schön wäre dabei ein Filter in der Datenbank für "einfache" Rezepte mit wenig Kochzubehör.

Während des Testzeitraums fällt mir immer wieder auf, wie viele Handgriffe tatsächlich vonnöten sind. Das ist in der Praxis nicht immer campingtauglich.

Zusammengefasst: Ich könnte mich an die Vorzüge des Bosch Cookit gewöhnen und würde das Gerät, wenn es mein Camper platzmäßig erlaubt, vielleicht sogar mit in den Urlaub nehmen. Allerdings würde ich mir davor auf jeden Fall eine Auswahl an campingtauglichen Gerichten zusammenstellen.

Funktionen des Cookit

Multifunktionskocher mit insgesamt 6 Zubehörteilen

    Guided-Cooking (Gerichte aus der Rezeptdatenbank Schritt für Schritt zubereiten)Automatikprogramme:
      Anbraten (Gemüse, Fisch, Fleisch, Dampfgaren)Kochen (Pasta, Kartoffeln, Wasser erhitzen)Reis (kochen, quellen lassen, Milchreis)Simmern (Fisch, Gemüse, Knödel, Klöße)Sous-vide (Vakuum garen)Teige (feste, weiche, flüssige Teige; gehen lassen)Aufwärmen (Suppen, Eintöpfe, Würstchen, Milch)Schokolade schmelzenReinigen

Bewertung: Bosch Cookit zum Camping (maximal 5 mögliche Punkte)

Bedienung: 4 von 5

Handlichkeit/Stauraumbedarf: 2 von 5

Funktionsumfang: 4 von 5

Campingtauglichkeit: 3,5 von 5

Vor- und Nachteile des Bosch Cookit auf einen Blick

 Gerät mit 3 Grundfunktionen (Kochen, Anbraten, Dampfgaren), insgesamt 27 Funktionen + 6 Zubehörteile.
 Der Cookit kommt mit App, ist aber auch ohne Home Connect und WLAN nutzbar.
 Kann sehr heiß werden (bis zu 200 Grad, z.B. für Popcorn) (zum Vergleich Thermomix nur 160 Grad).
 Topf läuft unten nicht so steil zu, wie z.B. Thermomix – anbraten von Fisch, Fleisch oder Gemüse gelingt auf dem Boden.
 Nach Einstellung der gewünschten Kochfunktion (z.B. Nudeln kochen), kann man das Gerät getrost arbeiten lassen, ohne darauf Acht zu geben.
 Benutzung selbsterklärend, "Verschicken" des auf dem Smartphone ausgewählten Rezepts auf das Gerät funktioniert einwandfrei.

  Einkaufslisten generierbar, aber nicht in der App, sondern auf Simply-Cookit.de.

 Schwerer Topf.
 Wenn es beim Kochen dreckig wird, Touchknöpfe am Gerät nicht ideal.
 Portionsgrößen der Gerichte können nicht angepasst werden in der App.
 Geringe Anzahl der Gerichte.
 Viele Gerichte verlangen viel Zubehör, viel Zur-Seite-stellen, Warmhalten und Reinigung des Topfes zwischendurch.

Preis

Der Cookit inklusive allem Zubehör kostet 1.299 Euro. Hier bei Ebay kaufen.

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