Im Alltag transportieren Camperinnen und Camper ihre Bikes oft auf einem Fahrradträger für die Anhängerkupplung ihres Pkw. Die ist aber belegt, sobald ein Wohnwagen am Auto hängt. Mit einem Adapter auf der Deichsel können Reisende den Kupplungsträger auch im Gespann verwenden.
Solche Deichseladapter, meistens ein Träger mit einem ISO-Kugelkopf, passen an viele Wohnwagen. Das klingt simpel und funktioniert auch sicher – wenn vorher drei Punkte geklärt sind: Stützlast, Rangierwinkel und Sichtbarkeit.
So funktioniert ein Deichseladapter
Zuerst montieren Campenden den Deichseladapter auf den Deichselholmen. Die Stahltraverse klemmt sich mit Bügeln und Gegenplatten fest, oben sitzt der Kugelkopf. Danach lässt sich der Kupplungsträger wie am Auto aufsetzen und verriegeln. Der Adapter bringt einen Kugelkopf dorthin, wo der Wohnwagen ihn sonst nicht hat.

Ein Deichseladapter schafft direkt vor dem Wohnwagen einen Kupplungskopf, auf dem sich ein Fahrradträger für die Anhängerkupplung montieren lässt.
Und wenn die Camperinnen und Camper dann am Urlaubsort eine Tour starten wollen, die nicht direkt am Campingplatz beginnt? Dann setzen sie den Kupplungsträger einfach ans Zugfahrzeug. Genau diese Flexibilität macht den "Ein-Träger-für-alles"-Ansatz so attraktiv.
Top-Modelle: Deichseladapter für Wohnwagen
Im Camping-Fachhandel gibt es verschiedene Deichseladapter für Wohnwagen, an denen Campende Fahrradträger für die Anhängerkupplung verwenden können:
- Eufab Deichseladapter für Fahrradträger bei unserem Partnershop Fritz Berger. Preis: 60 Euro; max. Traglast 65 kg.
- Carbest Deichseldapter für Fahrradträger bei Camping Wagner. Preis: 45 Euro; max. Traglast 50 kg.
Der wichtigste Punkt heißt Stützlast
Wenn Camperinnen einen Deichseladapter an den Wohnwagen montieren, müssen sie sich an zwei Stellen mit dem Thema Stützlast auseinandersetzen. Zuerst am Adapter. Auf dessen Kugelkopf dürfen in der Regel 65 Kilogramm Gewicht senkrecht lasten (Stützlast). Zu addieren sind deshalb konsequent Kupplungsträger und Fahrräder. Mit E-Bikes ist dieses Limit schnell erreicht, weil deren Rahmen und Motoren relativ schwer sind. Mehr als zwei Räder + Träger können Campende in der Konstellation kaum auf einem Deichseladapter transportieren.
An der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs kommt die maximal zulässige Stützlast zum zweiten Mal ins Spiel. Hier beträgt sie in aller Regel zwischen 75 und 100 Kilogramm und darf nicht überschritten werden. Fahrräder, Kupplungsträger und Deichseladapter am Wohnwagen verrücken Masse vor den Bug, die auf die Deichsel drückt. Das System ist damit schwerer als ein klassischer Deichselträger für Wohnwagen, der hier im Vorteil wäre.
Egal, ob mit Adapter und Kupplungsträger oder Deichselträger: Die Last, das Gewicht, das auf der Front liegt, müssen Campende beim Packen beachten. Viel Stützlast erhöht zwar die Fahrstabilität des Gespanns, liegt sie aber über dem maximal zulässigen Wert, muss sie durch geschickte Beladungsverteilung beim Packen ausgeglichen werden. Mehr zum Thema Stützlast erfahren Camperinnen und Camper in diesem Ratgeber:
Rangieren: Fahrradträger verkleinert Knickwinkel
Ein Fahrradträger auf der Deichsel verlängert quasi den Bug des Wohnwagens. Beim engen Lenkeinschlag kann der Träger dem Autoheck gefährlich nahekommen und dort sogar anschlagen. Deshalb sollten Campende den Knickwinkel vor der ersten Autobahnfahrt auf einem Parkplatz testen: langsam einschlagen, stoppen, Abstand prüfen. Die Probe verschafft ein Gefühl für den möglichen Rangierwinkel, das beim Rangieren in engen Parzellen oder auf Fährrampen nützlich werden kann.
Öffnen Campenden unterwegs regelmäßig den Gaskasten, bemerken sie den Nachteil sofort: Der Kupplungsträger steht im Weg und lässt sich wegen der Deichsel nicht so weit wegklappen wie normal. Damit die Klappe des Gaskastens aufgeht, müssen deshalb oft die Räder runter. Das ist jedoch nur während der An- und Abreise ein Problem. Am Urlaubsort gibt es dafür eine pragmatische Lösung: Räder runter und Träger abmontieren.

Spezielle Diechselsträger für Wohnwagen sind oft so optimiert, dass sich die Bugklappe, hinter der oft die Gasflaschen sitzen, noch öffnen lässt.
An beiden Punkten haben reine Deichselträger leichte Vorteile. Viele Systeme lassen sich oft weit genug wegschwenken, damit sich die Klappe des Gaskastens öffnen lässt, und sie sind in der Regel etwas schmaler, was den Rangierwinkel erhöht.
Licht und Kennzeichen: nach vorn darf nichts "rot" strahlen
Lässt sich der Deichseladapter nur weit hinten positionieren, kann der Kupplungsträger auch von vorn sichtbar sein. Besitzt er rote Rückleuchten und rote Reflektoren – dürfen diese nach vorn nicht sichtbar sein. Decken Sie solche Elemente ab oder entfernen Sie sie, wenn der Hersteller das vorsieht. Ein Wiederholungskennzeichen, das Sie am Auto brauchen, gehört auf der Deichsel ebenfalls nicht nach vorn.
Heck-Kupplung am Wohnwagen nachrüsten – lohnt sich das?
Die Idee klingt verlockend: Kugelkopf ans Heck des Wohnwagens, Kupplungsträger darauf, Deichsel bleibt frei. Fendt hat 2019 beim Bianco in Zusammenarbeit mit Alko auch tatsächlich versucht, ein solches System namens Carryback auf den Markt zu bringen. Es floppte bei Camperinnen und Campern jedoch. In der Praxis wirkt das Gewicht hinten wie ein Hebel. Es nimmt vorne zu viel Stützlast weg. Das Gespann kann dadurch leichter schaukeln, besonders bei Seitenwind oder beim Überholen von Lkw.












