Zehn Tage Gratis-Campingurlaub in Dänemark und dabei ein neues Caravan-Gespann ausgiebig auf Herz und Nieren prüfen: Das war auf der Camp-Life-Test-Tour 2026 möglich.
promobil und der niederländische Campingplatzexperte ACSI führten die Tour in diesem Jahr zum zweiten Mal durch, zusammen mit den Schwestermagazinen CARAVANING sowie auto, motor und sport. Mit dabei war auch ein Gespann aus dem Hyundai Santa Fe mit Hybrid-Benziner und dem LMC Edero 470 K.
Für Familie Weinhold aus Oberschwaben war das Reisen mit Wohnwagen Neuland. Bislang waren Evi (41) und René (48) mit ihren Kindern Lennart (9) und Amelie (12) in einem sechs Meter langen Kastenwagen unterwegs. Ob der vergleichsweise kompakte und einfach ausgestattete Caravan der vierköpfigen Familie genügend Platz und Komfort bietet?
Für die Reise wurde das Gespann mit Ausrüstung von Zubehörspezialist Fritz Berger ausgestattet. Von Campingmöbeln über Küchenausrüstung bis zu Auffahrkeilen, Kabeltrommel und Gasgrill war alles an Bord.
Zehn Tage lang konnte die Familie den LMC Edero 470 K im Campingalltag auf die Probe stellen. Im Folgenden berichtet sie von ihren Erfahrungen, was am Wohnwagen besonders überzeugt hat und wo noch Verbesserungspotenzial besteht.
Team Family: LMC Edero 470 K mit Hyundai Santa Fe im Gespann
Eigentlich ist der LMC Edero 470 K ein ziemlich kleiner Wohnwagen. Für Familie Weinhold aus dem schwäbischen Biberach fühlt er sich trotzdem riesig an. Bislang campen Evi und René mit Tochter Amelie und Sohn Lennart in einem Sechs-Meter-Kastenwagen mit Doppelstockbett im Heck, ergänzt um ein Aufstelldach.
Dank Einzel-Stockbetten im Heck haben Amelie und Lennart im Edero 470 K nun jeweils ihren eigenen Schlafplatz – mit Fenster, Licht und Vorhang, ein perfekter Rückzugsort. "Die Kinder wollen deshalb ab jetzt nur noch mit Wohnwagen verreisen", geben die Eltern zu.
Evi und René wiederum sind von der wandelbaren Sofalounge im Bug angetan. Nachts wird daraus mit wenigen Handgriffen das Elternbett. Tagsüber hat die ganze Familie auf dem Sofa und den zwei seitlichen Sitzen genug Platz, um auch mal einen Regentag abzuwettern. "Die Kinder hatten sogar Platz zum Legospielen", freut sich Evi.
Das Bett hingegen dürfte aus ihrer Sicht nicht kleiner sein. 140 Zentimeter Breite reichen den Eltern gerade so aus. Die Matratze empfinden sie als etwas hart, aber nicht unbequem. Immerhin gebe es eine richtige Matratze und man müsse nicht auf dem Polsterpuzzle einer umgebauten Sitzgruppe schlafen.

Die 140 Zentimeter Breite des Doppelbettes halten Evi und René für gerade ausreichend. Große Bug- und Seitenfenster lassen viel Licht in den Wohnwagen.
Wenig Technik, aber viel Flexibilität
Dass der Edero nur über eine rudimentäre Bordtechnik verfügt, hat die Familie nicht gestört. Gekocht wird ohnehin draußen, das machen die Weinholds auch im Urlaub mit ihrem Kastenwagen so. Morgens und abends kommt statt fester Heizung der Heizlüfter zum Einsatz. "Das hat prima funktioniert." Und der Kühlbox statt festem Kühlschrank kann René den Vorteil abgewinnen, dass er sie für einen Ausflug einfach mit ins Zugfahrzeug nehmen kann und so immer kühle Getränke dabeihat.
Skeptisch war René zunächst beim reduzierten Lichtkonzept. Neben einer festen Leuchte über der Küchenarbeitsplatte gibt es nur abnehmbare Akkulampen, die per USB-C-Kabel geladen werden können. Doch deren flexible Einsatzmöglichkeiten, etwa auch als Taschenlampe, lernt die Familie schnell zu schätzen. "Ein paar mehr von diesen Lampen könnten an Bord sein – aber man kann sie ja schnell selbst nachrüsten", sagt René. Generell finden die Weinholds das Design des Edero sehr gelungen und gemütlich.

Auf dem Campingplatz ist der Wohnwagen schnell einsatzbereit. Das Auto steht nun bereit für Ausflüge, was die Familie sehr zu schätzen lernt.
Einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt bei der Familie der Multifunktionsraum, der mit einer mobilen Toilette ausgestattet werden kann. In dem Raum hängt aber auch ein textiler Kleiderschrank. "Klo und Kleiderschrank in einem Raum, das würden wir nicht machen", sagen Evi und René. So haben sie die mobile Toilette ihres Edero während der Tour auch nicht benutzt, waren stets auf den Sanitäranlagen des Campingplatzes.
Überrascht hat René das völlig unkomplizierte Handling mit dem Wohnwagen – auf der Straße wie auf dem Campingplatz. "Der fährt sich fast wie ein kleiner 750-Kilogramm-Anhänger vom Baumarkt." Wenn sie mal eine Abzweigung verpasst haben, konnten sie häufig in nur einem Zug wenden.
Wegen des geringen Gewichts ließ sich der Edero zudem mit zwei Personen leicht auf die Parzelle des Campingplatzes schieben. Grenzen setzt hier nur arg unebener und weicher Untergrund, etwa auf einem Platz in den dänischen Dünen – dann müssen eben die Platznachbarn mit anpacken.
Clevere Outdoor-Möbel, kleine Schwächen im Alltag
Große Klasse findet die Familie die Outdoor-Möbel des Edero. Die Sitzpolster der Einzelsitze innen können abgenommen und draußen auf ein Holzgestell gesteckt werden. "Chilligere Sessel hat niemand auf dem Campingplatz", freut sich Evi. Weil die Polster wasserabweisend sind, können die Möbel auch mal bei einem Regenschauer draußen stehen bleiben. Im Innenraum überzeugen die Sitzgelegenheiten dagegen weniger, denn hier steht die Lehne sehr steil, und die Polster empfinden die Weinholds fürs aufrechte Sitzen am Tisch als zu weich.
Ansonsten sind es eher Kleinigkeiten, die der Familie am Edero negativ aufgefallen sind. Für den großen Bugstauraum halten sie eine zweite Seitenklappe für unverzichtbar. "Sonst kommt man an nach hinten gerutschte Ausrüstung kaum dran." Aus dem Regal mit halbrunder Öffnung bekommt man die große Filzbox kaum heraus, wenn sie gefüllt ist.

Sofalounge und Seitensitze bieten der Familie viel Platz, auch bei Regentagen. Das Design des Edero finden die Weinholds stimmig und gemütlich.
René moniert, dass das Küchenlicht zu flackern beginnt, sobald man die Wasserpumpe betätigt. Öffnet man die Aufbautür, während der Schlüssel steckt, kann dieser die Aufbauwand beschädigen. Und weil zwischen Abwasserauslass und mobilem Tank ein größerer Abstand bleibt, tropft es häufig neben diesen Tank – ein typisches Problem bei vielen Wohnwagen. Erfahrene Camper behelfen sich häufig mit einem Trichter oder einer aufgeschnittenen Plastikflasche zwischen Tank und Auslass.
Wohnwagen oder Kastenwagen: Was überzeugt mehr?
Nach der Test-Tour steht für die Kinder Amelie und Lennart fest: Sie würden den Kastenwagen sofort gegen einen Wohnwagen eintauschen – den vielen Platz und das eigene Stockbett wollen sie künftig nicht mehr missen. Evi und René fällt die Entscheidung schwerer. Zwar haben sie die Vorteile eines Pkw vor Ort sehr geschätzt, konnten Ausflüge unternehmen und den Caravan einfach auf dem Campingplatz zurücklassen. Die Anreise mit dem Gespann empfanden sie aber doch als aufwendiger und unflexibler, vermissen die Möglichkeit, spontane Stopps abseits von Rasthöfen an der Autobahn einzubauen.
Den Edero sehen sie als perfekte Option für Menschen, die bislang mit dem Zelt unterwegs waren, nun ein festes Dach überm Kopf wollen, aber nicht gleich einen großen und deutlich teureren Wohnwagen brauchen.
Technische Daten: LMC Edero 470 K
- Preis: ab 14.990 Euro
- Gesamtgewicht: 1.100 kg
- Länge/Breite/Höhe: 5,98/2,23/2,50 m
- Empfohlene Personenzahl: 4–5














