Neu gekauft, voll ausgestattet, erste Reise geplant – und trotzdem Ärger. Wer glaubt, dass ein neues Wohnmobil automatisch sorgenfrei ist, wird oft schon in den ersten Monaten enttäuscht. Eine aktuelle Leserumfrage zeigt: Gerade junge Fahrzeuge machen überraschend häufig Probleme.
Probleme nehmen seit Jahren zu
In der Leserwahl 2025 gaben 64 Prozent der teilnehmenden Wohnmobilbesitzerinnen und -besitzer an, in den vergangenen zwölf Monaten Probleme mit ihrem Fahrzeug gehabt zu haben. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt einen klaren Trend: 2022 lag der Wert noch bei 49 Prozent, 2023 bei 59 Prozent, 2024 bei 61 Prozent. Von einer kurzfristigen Schwankung kann also keine Rede sein – der Ärger nimmt seit Jahren zu.
Grundlage der Auswertung ist eine regelmäßig durchgeführte Leserbefragung. Wie bei allen freiwilligen Umfragen ist nicht auszuschließen, dass Betroffene mit Problemen häufiger teilnehmen. Der über mehrere Jahre hinweg konstante Anstieg deutet jedoch auf strukturelle Schwachstellen hin.
Die Top 3 der Problemzonen: Basisfahrzeug, Bordelektrik, Wasseranlage
An der Spitze der Mängelstatistik stehen drei Bereiche, die häufig unmittelbare Auswirkungen auf die Reise haben:
- Basisfahrzeug: 26 Prozent meldeten hier Probleme – unabhängig vom Fahrzeugalter. Defekte am Motor, Fahrwerk oder Fahrzeugelektronik zählen weiterhin zu den größten Risikofaktoren und führen nicht selten zu Reiseabbrüchen.
- Bordelektrik: 22 Prozent aller Befragten waren betroffen. Auffällig ist der Altersunterschied: Bei Wohnmobilen bis vier Jahre lag der Anteil mit 26 Prozent deutlich höher als bei älteren Fahrzeugen (20 Prozent). Moderne Steuerungen, komplexe Ladesysteme und vernetzte Komponenten erhöhen den Komfort, schaffen aber zusätzliche Fehlerquellen.
- Wasseranlage: Ebenfalls 22 Prozent meldeten Defekte. Hier zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Ältere Fahrzeuge sind mit 26 Prozent häufiger betroffen als jüngere mit 20 Prozent – typische Alterserscheinungen spielen eine größere Rolle.
Alle Details zu den häufigsten Wohnmobil-Problemzonen lesen Sie in diesem Artikel.
Möbelbau: Schwachstelle bei jungen Wohnmobilen
Besonders deutlich fällt der Unterschied beim Möbelbau aus. Insgesamt nannten 21 Prozent der Befragten Probleme in diesem Bereich. Bei Wohnmobilen bis vier Jahren lag der Anteil jedoch bei 34 Prozent, bei älteren Fahrzeugen lediglich bei 14 Prozent.
Defekte Scharniere, klemmende Schubladen oder versagende Push-Locks sind selten ein Grund für einen Reiseabbruch. Sie prägen jedoch den Alltag an Bord – und sorgen gerade bei teuren Neufahrzeugen für Frust. Die Zahlen legen nahe, dass Möbelprobleme häufig schon kurz nach dem Kauf auftreten und später behoben werden. Dadurch erscheinen ältere Fahrzeuge in der Statistik robuster, als sie es zu Beginn ihrer Nutzung waren.
Damit kämpfen eher ältere Fahrzeuge
In mehreren Bereichen zeigen sich typische Alterseffekte:
- Kühlschrank: 22 Prozent bei Fahrzeugen über vier Jahre, 16 Prozent bei jüngeren.
- Aufbaudichtigkeit: 18 Prozent bei älteren Mobilen, 12 Prozent bei jüngeren.
- Markise: 12 Prozent bei älteren, 6 Prozent bei neueren Fahrzeugen.
Fenster, Dachhauben, Aufbautür und Heizung liegen altersunabhängig auf ähnlichem Niveau. Die Gasinstallation bildet mit 3 bis 5 Prozent das Schlusslicht der Statistik.
Warum ältere Wohnmobile oft besser abschneiden
Dass ältere Fahrzeuge in mehreren Kategorien geringere Mängelquoten aufweisen, hat mehrere Gründe. Früh auftretende Defekte sind meist bereits behoben, die Technik ist häufig weniger komplex und die Besitzer kennen ihr Fahrzeug besser. Zudem fallen Probleme bei Neufahrzeugen besonders stark ins Gewicht, da sie kurz nach dem Kauf auftreten und hohe Erwartungen enttäuschen.
Neu oder gebraucht – eine Frage der Prioritäten
Trotz höherer Mängelquoten in einzelnen Bereichen sind neue Wohnmobile nicht grundsätzlich die schlechtere Wahl. Sie bieten modernes Fahrverhalten, geringeres Gewicht, aktuelle Assistenzsysteme sowie zeitgemäße Energie- und Autarkiekonzepte. Garantie und Gewährleistung ermöglichen es zudem, früh auftretende Mängel konsequent beheben zu lassen – vorausgesetzt, sie werden dokumentiert und gemeldet.
Ältere Fahrzeuge punkten dagegen oft mit erprobter Technik und größerer Robustheit im Alltag.












