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Camping am Bodensee
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Camping-Geheimtipps am westlichen Bodensee

Untersee, Höri, Überlinger See Camping-Geheimtipps für den westlichen Bodensee

Der Bodensee hat viele schöne Ufer. Uns haben die westlichen Ausläufer begeistert: Unterwegs mit Wohnmobil und Fahrrädern am Untersee, auf der Halbinsel Höri und am Überlinger See.

Beim größten See Deutschlands fällt es schwer, von echten Geheimtipps zu sprechen. Doch es gibt auch am Bodensee Orte, die an schönen Frühlingstagen weniger überlaufen sind. Die Höri, eine urwüchsige Halbinsel zwischen Radolfzell und dem schweizerischen Stein am Rhein, ist so ein Fall.

Wir beginnen unsere Bodensee-Erkundung in Radolfzell, wo es einen Campingplatz und gleich zwei Wohnmobilstellplätze in Seenähe gibt. Der größere Stellplatz liegt auf der Mettnau – ebenfalls eine Halbinsel – und bietet Duschen, WC und kostenloses WLAN. Von hier aus geht es mit den Fahrrädern los: Am Ufer entlang und über eine schattige Allee erreichen wir die Höri. Auch dort verläuft die Strecke, die Teil des Bodensee-Radwegs ist, meist am Wasser.

Das "schwäbische Meer" ist im Sommer oftmals überlaufen, es gibt dennoch ein paar ruhigere Orte.

Start am Untersee

Zeit zum Durchatmen und In-die-Ferne-Schweifen. Vom Friedhof in Horn bietet sich ein besonders schöner Blick über den Untersee, die Reichenau, Konstanz und bis zu den Alpen. Abkühlung gefällig? Nicht weit entfernt kommt das Strandbad Horn in Sicht, das an einen Campingplatz grenzt. Nur ein kurzes Stück weiter, in Gaienhofen, verlockt der Garten des Mia- und Hermann-Hesse-Hauses zum Blick über den Zaun in das grüne Paradies, das der Dichter selbst angelegt hat. Im benachbarten Hemmenhofen wohnte der Maler Otto Dix. Sein Haus ist heute ein Museum, das zum Kunstmuseum Stuttgart gehört.

Vollauf zufrieden mit uns und der Welt, stellt sich bald ein angenehmer Rad-Rhythmus ein. Wir fahren nur so schnell, dass genug Zeit zum Umschauen und Genießen bleibt. Zum Beispiel in Wangen, wo das Museum Fischerhaus in vorchristliche Kulturen entführt. Die Pfahlbauten, die hier gut verborgen im Wasser schlummern, gehören zu den ältesten am Bodensee und sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die Räder fliegen nur so nach Kattenhorn hinunter, wo die schmucken Häuschen und grünen Oasen für mediterranes Flair sorgen. Kurz vor der Schweizer Grenze, die wir überqueren, geht der See in den Rhein über. Über die Brücke in Stein am Rhein erreichen wir die andere Flussseite. Von dort aus gelangt man wiederum über einen Steg zu einer kleinen Insel, wo das Kloster Werd steht und ein Labyrinth zum Nachdenken anregt. Wirft man einen Blick nach oben, schaut man auf die Burg Hohenklingen, die hoch über der Stadt thront.

Eine gemütliche Radtour und plötzlich befindet man sich in der Schweiz.

Wer nach den knapp 25 Kilometern genug hat, dreht um und radelt über Ramsen und das Hinterland zurück. Für alle anderen geht es am Schweizer Ufer noch ein Stück den Berg hinauf, vorbei an Obstplantagen und Weinbergen. Gottlieben am Seerhein ist mit rund 300 Einwohnern das kleinste Dorf am Untersee – herrschaftliche Riegelbauten und die Gottlieber Hüppen, feinste Konditorkunst aus Schokolade, laden zu einer Pause ein.

Zurück am deutschen Ufer erreicht man das Naturreservat Wollmatinger Ried. Im benachbarten Allensbach wohnt die Schriftstellerin Gaby Hauptmann. Ab und zu sitzt sie sicherlich auf einer der Bänke in den grünen Uferanlagen, den Blick aufs Wasser und die Insel Reichenau gerichtet.

Unsere Radtour geht zu Ende – noch zehn Kilometer bis Radolfzell. In der Ferne taucht der Kirchturm auf, der mit 82 Metern höchste am See. Zurück auf dem Marktplatz stimmen seine Glocken ihr abendliches Geläut an. Bevor es zum Stellplatz zurückgeht, gibt es in der Fußgängerzone noch ein Eis bei Fernando.

Später sitzen wir im Strandcafé Mettnau beim Sonnenuntergang in der ersten Reihe. Wer noch einen weiteren Tag auf der Mettnau bleiben möchte, kann entweder zum Mindelsee radeln, wo es einen Wild- und Freizeitpark gibt, oder in die Altstadt laufen. Radolfzell ist immerhin die drittgrößte Stadt am Bodensee. In der Sankt-Johannis-Straße hängt das Kunstwerk "Kampf um Europa" des provokanten und hintersinnigen Bildhauers Peter Lenk, der in der Region zu Hause ist und uns am Überlinger See wieder begegnen wird.

Bodensee steht für Genuss

Der nächste Stopp unserer Wohnmobilreise liegt nur gut 20 Kilometer entfernt. Wir verlassen die B33 und biegen in eine lange Pappelallee ein, die auf die Insel Reichenau führt. Die Bäume spenden angenehmen Schatten. Ihre Blätter rascheln leicht im Wind. Durch die Äste blitzt das Blau des Wassers. Wir erreichen die Kirche St. Georg, deren Wandbilder aus dem 10. Jahrhundert zu den frühesten Zeugnissen ihrer Art nördlich der Alpen gehören. Nur wenige Meter entfernt befindet sich der fast schon legendäre Fischimbiss "Bei Riebels". Das Gemüse, das es als Beilage gibt, ist knackig und frisch. Der Bodensee steht auch für Genuss und da dürfen Felchen und Wein nicht fehlen.

Auf der Insel Reichenau reifen viele gute Tropfen. Der Weinbau profitiert von den zahlreichen Sonnenstunden im Jahr.

Fast in der Inselmitte steht das Münster St. Maria und Markus, die älteste Kirche der Insel. Das Kloster wurde nach seiner wechselhaften Geschichte 1757 aufgelöst. Heute keltert dort der Winzerverein den Reichenauer Wein; die Vinothek hat an allen Werktagen geöffnet. Bereits 818 wuchsen auf der Insel die ersten Weinstöcke, die lange Zeit die Existenz der Familien sicherten – bis der Gemüseanbau die Reben fast verdrängte. 1896 wurde dann der Winzerverein gegründet. Die Trauben sind begünstigt durch mediterranes Klima mit ausgeglichenen Temperaturen. An den sanften Hängen mit Blick aufs Wasser gedeihen Weiß-, Grau-, Spätburgunder und Rosé. Inmitten der Rebhänge liegt die Hochwart mit Café, Galerie und einem Blick über die Insel und den See. Am Inselende ragen die Türme von St. Peter und Paul mit ihren Ziegeldächern in den Himmel.

Der Tag neigt sich dem Ende zu und unser Wohnmobil hält am Campingplatz Sandseele, der direkt am Wasser liegt. Was für ein Abend. Die Sonne senkt sich übers Hegau, während eine sanfte Brise das Wasser streift. Auf der Restaurantterrasse sind die Plätze begehrt. Aber am Wasser stehen ebenfalls ein paar Bänke und Tische, dazwischen liegen Baumstämme. Das Wasser plätschert sanft ans Ufer. Mit einem Glas Inselwein in der Hand kommt die Leichtigkeit wie von selbst. Auf der gegenüberliegenden Seite verschwindet langsam die Turmspitze der Kirche von Horn. Die Sonne ist inzwischen nicht mehr zu sehen und von den beiden Palmen am Strand können wir nur noch die Umrisse erahnen.

Weiter Richtung Überlingen

Szenenwechsel oder besser gesagt: Seewechsel. Vom Untersee fahren wir über den Bodanrück, eine stille Halbinsel zwischen Untersee und Überlinger See, nach Bodman. Hier am nordwestlichen Teil des Obersees liegt der Skulpturengarten des Künstlers Peter Lenk. Mit dem "Narrenschiff" hat auch seine Heimatgemeinde ihren Lenk. Das Kunstwerk ziert das Seeum, ein Veranstaltungsort und Restaurant direkt am Ufer. Es lehnt sich an das mittelalterliche Buch "Das Narrenschiff" von Sebastian Brant an. Das Bodmaner Narrenschiff zeigt ganz oben einen Klavierspieler, der die Situation vor dem Untergang der Titanic widerspiegelt. Vorne rechts tanzen und feiern Vorstandsvorsitzende der Automobilbranche. Gezeigt werden sie mit einem Auspuff. So hat Lenk den Diesel-Skandal verewigt.

Eine mittelschwere Wanderung – von Ausblick zu Ausblick – führt uns vom Strandbad in Bodman (mit Abstellmöglichkeit fürs Wohnmobil) zum Bisongehege auf den Bodanrück und auf 700 Meter Höhe. Dort kann man 20 Bisons beobachten und ins Hofgut Bodenwald einkehren. Zum Ausruhen und Abkühlen bietet sich nach der knapp zehn Kilometer langen Wanderung das Naturfreibad an.
Die Nacht verbringen wir auf dem Wohnmobilstellplatz im benachbarten Ludwigshafen.

Im Hafen gibt es das Triptychon "Ludwigs Erbe" zu bewundern – ein Werk von keinem Geringerem als dem Bodmaner Künstler. Es ist eine Gesellschaftssatire und die Abrechnung mit der menschlichen Habgier. Der freizügige Publikumsmagnet wird wie die anderen Werke von Peter Lenk kontrovers diskutiert. Lenks Kunstwerke verteilen sich entlang des Bodenseeufers, und spätestens in Konstanz rückt seine Kunst wieder ins Blickfeld.

Die Kunstwerke von Peter Lenk verteilen sich entlang des Bodenseeufers. Hier zu sehen der "Bodenseereiter" in Überlingen.

Doch vorher legen wir einen Stopp in Überlingen ein, genauer auf dem Campingplatz Nell mit Seezugang. Hier präsentiert sich dieses Jahr die erste Landesgartenschau am Bodensee – Corona-bedingt mit einem Jahr Verspätung: Neue Grünanlagen, innerstädtische Gärten und ein Blumenmeer in und ums Wasser laden zum Flanieren, Staunen und Verweilen ein.

Bei Überlingen hat auch der seltene Waldrapp seine Brutgebiete. Die vor rund 400 Jahren in Europa fast ausgestorbenen Vögel wurden über die letzten Jahre ganz in der Nähe von menschlichen Ziehmüttern aufgezogen und ausgebildet. Kaum zehn Kilometer entfernt liegt das älteste Freilichtmuseum Süddeutschlands: die Pfahlbauten in Unteruhldingen. Hier begibt man sich auf eine Zeitreise – über 10.000 Jahre zurück. Die nachgebauten Hütten liegen idyllisch am ersten Naturschutzgebiet am Bodensee. Bis zum Stellplatz in Meersburg fahren wir nur wenige Minuten. Mit dem Bus kommt man in die Altstadt, die ebenfalls auf eine reiche Geschichte zurückblickt und für deren Besuch man genug Zeit einplanen sollte.

Letzter Stopp: Konstanz

Wer gleich nach Konstanz weiterfahren möchte, ist in 15 Minuten mit der Autofähre am gegenüberliegenden Ufer. Die Schiffe verkehren 365 Tage im Jahr. In Konstanz spürt man das Flair der Universitätsstadt und sollte mindestens eine Übernachtung einplanen. Besonders gediegen sitzt man bei Kaffee und Kuchen im Schloss Seeheim, das am ruhigen Teil der Seepromenade und direkt vor dem Strandbad Horn liegt.

Im Hafen erhebt sich die "Imperia" über die ein- und auslaufenden Boote – das wohl bekannteste Werk von Peter Lenk. Sie misst knapp zehn Meter und bringt 18 Tonnen auf die Waage. Zum Übernachten fahren wir zwölf Kilometer weiter ans Klausenhorn, eine Landspitze mit Campingplatz, die sich zwischen den Fischer- und Bauerndörfern Dingelsdorf und Wallhausen ins Wasser schiebt. Auch am Bodensee gibt es noch ruhige Plätzchen zum Verweilen und Innehalten.


Campingplatz- und Stellplatz-Tipps

Das hier sind unsere persönlichen Lieblingsplätze am westlichen Bodensee.

Direkt am See liegt dieser Platz auf der Insel Mettnau:

Wohnmobilstellplatz Mettnau 78315 Radolfzell (D) 38 Bewertungen 15 EUR/Nacht

Auf dem familiären Platz in Gaienhofen treffen sich Kunst, Natur und Kultur. Ein Strandbad ist vor Ort und für die Campinggäste kostenfrei benutzbar:

Campingdorf Horn 78343 Gaienhofen (D) 3 Bewertungen 30 EUR/Nacht

In Öhningen findet sich dieser Platz, ebenfalls direkt am See und mit zugehörigem Strandbad:

Camping Wangen am Bodensee 78337 Öhningen (D) 26 EUR/Nacht

Auf diesem am Wasser gelegenen Campingplatz kann man sogar Palmen bewundern und den Hauswein probieren. Bierfreunde kommen ebenfalls nicht zu kurz:

Campingplatz Sandseele 78479 Reichenau (D) 29 EUR/Nacht

Der Platz in Bodman-Ludwigshafen liegt eher in zweiter Reihe:

Wohnmobilhafen am See 78351 Bodman-Ludwigshafen (D) 22 Bewertungen 14 EUR/Nacht

Hier gibt es einen guten Seezugang; Überlingen ist zu Fuß leicht erreichbar:

Campingplatz Nell 88662 Überlingen-Nußdorf (D) 1 Bewertung 19,50 EUR/Nacht

Alle drei städtischen Wohnmobilplätze haben durch Pendelbusse eine Anbindung in die Altstadt:

Wohnmobilstellplatz Ergeten 88709 Meersburg (D) 28 Bewertungen 15 EUR/Nacht

Etwa zwölf Kilometer von Konstanz entfernt liegt der Platz mit Strandbad unmittelbar am Wasser. Ein Linienbus verkehrt nach Konstanz:

Campingplatz Klausenhorn 78465 Konstanz (D) 1 Bewertung 32 EUR/Nacht

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Fazit

Der Bodensee lässt sich prima mit dem Rad erkunden. Am Untersee geht es ruhiger zu und es gibt viele idyllische Orte zu entdecken.

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