Wohnmobiltour Rocky Mountains Photographer: Dr. Wilhelm Bootsv
Wohnmobiltour Rocky Mountains
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Wohnmobiltour Rocky Mountains 8 Bilder

Wohnmobil-Tour durch die Rocky Mountains

Magische Fotomomente in den Rockies

Eine Wohnmobiltour durch die Rocky Mountains ist nicht nur ein unvergessliches Erlebnis. Sie verspricht auch faszinierende Fotomotive wie die Milchstraße: also eine echte Traumreise für einen begeisterten Hobbyfotografen.

Der Herbst ist für mich die beste Jahreszeit für eine Campingreise in den USA. Im Gegensatz zum Sommer lässt dann die Reiseaktivität der US-Amerikaner nach, so dass man diese Jahreszeit für eine Fotoreise auswählen sollte. Als Reisefahrzeug erscheint uns ein gemietetes Wohnmobil optimal, um möglichst in den National und State Parks zu übernachten. So gelingt es, die morgendliche Anreise auf ein Minimum zu reduzieren und dem Besucherandrang, gerade am Wochenende, quasi vorwegzufahren.

Wohnmobiltour Rocky Mountains
Wilhelm Bootsveld
In der Nähe von Nationalparks gehören Mietmobile zum Straßenbild. Im Herbst ist auf den Campgrounds aber genug Platz für alle.

Ferner setzt im Herbst die Abenddämmerung frühzeitig ein, Fotografen fällt es also leichter, zur blauen Stunde zu fotografieren, da die Tage nicht mehr so lang sind. Mit Glück ist das Wetter im Herbst relativ stabil, die Tage sind noch mild, die Nächte kühl oder schon kalt. Die Sommergewitter sind vorüber und die Laubverfärbung, die Zeit des Indian Summers, erreicht ihren Höhepunkt, oft schon vor schneebedeckten Kuppen. Für Camper gibt es viele Möglichkeiten, in und an den Nationalparks einen Stellplatz zu finden (siehe unten). Insbesondere zur Hauptreisezeit ist eine Reservierung aber unerlässlich.

Generell empfiehlt es sich, bei Tageslicht am Platz anzukommen. Je einsamer die Übernachtungsstätte gelegen ist, umso schwieriger ist sie zu erreichen und umso schlechter ist die Beleuchtung – und die Nächte in den Rocky Mountains sind sehr dunkel. Tagsüber freut man sich darüber, dass die Plätze auf fast allen Campgrounds mit einer Tisch-Bank-Kombination sowie einer Feuerstelle ausgestattet sind.

Einzigartige Fotomomente vor herrlicher Kulisse

Im gemieteten Wohnmobil lässt sich auch umfangreiches Equipment problemlos unterbringen. Weil es aber nur eine oder zwei 12-Volt-Steckdosen gibt, sollte man zum Laden der Fotoausrüstung an Verteiler und entsprechende Ladegeräte denken. Zum Übertragen und Speichern der Daten benutze ich ein Netbook, zusätzlich gesichert wird auf USB-Sticks. So gerüstet, erfüllt sich der Traum von der Landschafts- und Tierfotografie. Immerhin hat man die Möglichkeit, Bären, Elche, Rothirsche (Wapitis), Rehe, Dickhornschafe, Kojoten, andere Kleinsäuger wie Kaninchen und Erdhörnchen, Vögel und natürlich fremde Landschaften und Formationen zu beobachten und zu fotografieren. Weil die Tiere überwiegend nachtaktiv sind, kann man sie am besten morgens früh oder am Abend sehen.

Durch die klare, saubere Luft und die Höhenlage gelingen wundervolle Aufnahmen vor herrlicher Kulisse. Mit etwas Glück gesellen sich einige Wolken dazu, die vielfältige Farben erzeugen und dem Bild eine dramatische Wirkung verleihen. Es lohnt sich, noch einen Moment zu warten, denn das Farbspiel am Himmel nach dem Sunset ist meist noch kräftiger.

Wohnmobiltour Rocky Mountains
Wilhelm Bootsveld
Faszinierendes Fotomotiv: Die Milchstraße.

Ein Höhepunkt ist sicher das Stargazing, also Sternegucken: In den Nationalparks gibt es die dunkelsten Nachthimmel in den USA. Die Lichtverschmutzung ist minimal, die Luft klar. So bietet sich eine Wohnmobilreise in den Rocky Mountains geradezu an, um das Spektakel am Nachthimmel auf die Speicherkarte zu bannen. Im Herbst kann dieser fotografische Spaß ab 20 Uhr gelingen. Die Ablichtung der Milchstraße, die mit bloßem Auge kaum zu erahnen ist, ist mit einer Digitalkamera ein Erlebnis besonderer Art. Das galaktische Zentrum, somit das Massenzentrum des Milchstraßensystems, wird beim „Star Shooting“ visuell. Allerdings ist auf der Nordhalbkugel nur von März bis Oktober Milchstraßensaison. Vor Ort gibt es dazu auch spezialisierte Exkursionen.

Malerische Bergketten in den Nationalparks

Die Rocky Mountains erstrecken sich in Nord-Süd-Richtung von Alaska im Norden bis nach New Mexiko im Süden der USA. Darin liegen zahlreiche Nationalparks. Unsere Reise beginnt in Denver im Bundesstaat Colorado, auch Mile High City genannt, weil sich die Stadt genau auf einer Meile Meereshöhe befindet. Im Osten liegen die High Plains, das weite, meist landwirtschaftlich genutzte Flachland, im Westen schießt die Front Range, eine Bergkette der Rockies, auf über 4000 Meter in die Höhe.

Nordwärts führt unsere Reise durch Colorado in den Rocky Mountains Nationalpark, dessen Markenzeichen die Trail Ridge Road ist, eine Passstraße, die den Park auf bis zu 3713 Meter Höhe durchquert. Weitere Ziele sind die Nationalparks Yellowstone und Grand Teton in Wyoming. Der Yellowstone-Park ist berühmt für seine Thermalaktivität mit heißen Quellen und Geysiren sowie für seinen Tierreichtum. Im Grand Teton erhebt sich die Teton-Range-Bergkette malerisch in die Höhe und war seit jeher ein Motiv für Fotografen, etwa für den berühmten Ansel Adams.

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Wilhelm Bootsveld
Beim Campen in der Natur bieten sich die Sonnenauf- und -untergänge zum Fotografieren an, wie die Teton Range im Morgenlicht.

In Colorado bewundern wir die Peaks der Rocky Mountains ebenso wie die unzähligen Berg- und Gletscherseen. Besonders lohnend sind Fahrten auf den Scénic Byways, also Nebenstraßen mit faszinierenden Ausblicken. Zu nennen wären der Peak to Peak Scénic Byway von Denver nach Estes Park, dem Ausgangsort zum Rocky Mountains Nationalpark, außerdem der Top of the Rockies Scénic Byway von Aspen aus über den Independence Pass und Twin Lakes bis nach Leadville oder der San Juan Skyway Scénic Byway. Er beschreibt eine Schleife von Ridgway über Telluride nach Durango und zurück über Silverton und Ouray. Wir besuchen alte Bergbaustädte wie Crested Butte, Silverton oder Leadville, noble Skiorte und Thermalbäder wie Steamboat Springs, Glenwood Springs oder Ouray, fahren auf Berg- und Talstrecken berühmte Pässe und ruckeln von Georgetown, Leadville oder Durango aus mit alten Schmalspurdampfbahnen in die Berge. Stellt sich am Ende die Frage, wie viel Zeit man für eine solche Reise benötigt. Die Antwort hängt von vielen individuellen Faktoren ab, aber aufgrund der langen Anreise aus Deutschland, der mitunter weiten Strecken und der vielen neuen Eindrücke sollte man mindestens drei Wochen ansetzen.

Camping-Tipps

Campingplätze
Privat geführte Campgrounds bieten in der Regel allen Komfort an, somit alle Anschlüsse (Full hook up mit Wasser, Strom, Abwasser) direkt am Stellplatz und möglicherweise Zusatzangebote wie Schwimmbad, Waschräume, Waschmaschinen oder Shop. Allerdings sind die einzelnen Flächen nicht allzu großzügig bemessen. Die Kosten liegen vergleichsweise hoch. Über das Internet lassen sich Campingplätze leicht im Voraus finden und buchen.

National/State Parks
Eine andere Campingmöglichkeit findet sich in den Parks, wo häufig sowohl einfachere als auch hochwertiger ausgestattete Stellplätze (Wasser, Strom, Abwasser) zu vergeben sind. Zufahrten sind meist asphaltiert. In der Regel bieten die Plätze mehr Natur und größere Stellflächen mit weniger Berührung zu den Nachbarn. Oft findet sich eine zentrale Dumping Station, also Entsorgungsstelle für Tankinhalte. Online-Reservierungen sind möglich. Campingplätze in den Parks sind begrenzt, teils wird eine Reservierung notwendig, ansonsten gilt: First Come, First Serve.

Federal Land
Es gibt auch Campingplätze auf Federal Land, das vom US Forest Service oder Bureau of Land Management verwaltet wird. Diese Campgrounds sind meist versteckt, z. B. in Wäldern, und primitiv, also ohne Anschlussmöglichkeiten oder Entsorgung. Dafür sind sie kostengünstig und liegen einsam in freier Natur. Über www.recreation.gov kann man sich informieren und teilweise reservieren.

Freies Übernachten
Der Vollständigkeit halber sei noch die Möglichkeit des freien Campens erwähnt, das sogenannte Boondocking. Aber Achtung: Dies ist nicht überall erlaubt. Häufig handelt es sich um Privatbesitz, und man kann sich strafbar machen. Falls man eine Dusche, Waschmaschine oder Entsorgung benötigt, ohne dass man eine Übernachtung benötigt, fragt man am besten auf einem Campingplatz und kann gegen entsprechendes Entgelt die Leistung buchen.

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