So testet promobil
Das promobil-Testprozedere
promobil-Test Bordtechnik Ingolf Pompe
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So testet promobil die Bordtechnik

Wasser und Gas von Wohnmobilen im Test Durchdachte Technik oder großer Reinigungsaufwand?

Das Wichtigste an der Bordtechnik ist, dass sie funktioniert. In dieser Folge von "So testet promobil" kümmern wir uns um die Wasseranlage und Gasinstallation.

Zum Wiegen jedes Testfahrzeugs muss dessen Wasseranlage komplett gefüllt werden. Voraussetzung dafür ist, dass alle Ablasshähne und -ventile geschlossen sind – das ist nicht selten mit einiger Sucherei verbunden. Klar, wer viel mit seinem Fahrzeug unterwegs ist, weiß bald, wo er was findet, doch eine zentrale Anordnung aller Bedienteile ist für jeden hilfreich – und bringt in der promobil-Bewertung Pluspunkte.

Weitere Checkpunkte sind die Zugänglichkeit des Abwasser- und vor allem des Frischwassertanks für Reinigungszwecke. Denn trotz aller chemisch wirkenden Reinigungsmittel ist die mechanische Säuberung mit Bürste und Lappen immer noch ein wichtiger Teil der Hygienemaßnahmen.

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Wie steht es um die Zugänglichkeit des Frischwassertanks? Er sollte gut zu reinigen sein.

Natürlich gehen auch die Tankvolumina in die Note mit ein, wobei zu berücksichtigen ist, ob das Modell eher für eine Zwei- oder eine Vier-Personen-Besatzung gedacht ist. Beim Tankbefüllen gilt das Augenmerk auch möglichen Problemstellen bei Unaufmerksamkeit. Also, falls das Wasser mal überläuft, rinnt es dann einfach an der Außenwand herunter und auf den Boden oder läuft es womöglich in den Aufbau?

Zu den regelmäßigen Pflichten gehört das Entsorgen des Abwassers. Liegen der Ventilgriff und der Ablassstutzen nahe beieinander direkt im Spritzbereich eines Hinterrads, wird beim Öffnen nicht nur die Hand (vom dreckigen Griff) schmutzig, sondern auch Schuhe und Hosenbeine (vom Abwasserschwall, der aus dem Tank schießt). Das gibt Abzug bei der Bewertung. Pluspunkte heimsen Lösungen ein, deren Bedienelemente nicht verschmutzen und mit Abstand zum Ablassstutzen platziert sind – etwa Ablasshähne im Doppelboden oder elektrische Ventile mit Schalter. Ein kritischer Blick gilt zudem auch der Anordnung des Abwasserablassstutzens. Endet der beispielsweise irgendwo mittig unter dem Fahrzeug, wird das präzise Rangieren über einen kleinen Bodeneinlass zum Geduldsspiel.

Kasettentoilette und Gasanlage entscheidende Kritikpunkte

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Sind die vorgeschriebenen Gasabsperrhähne – wie hier – gut zu sehen und zu bedienen?

Begutachtet wird auch die Qualität der Armaturen – handelt es sich um einfache Campinghähne aus Kunststoff, die nur eine An- und Ausstellung kennen, oder sind solide Haushaltsarmaturen installiert, die sich präzise regulieren lassen? Eine Druckpumpe, die sofort Wasser fördert und meist länger hält, wird höher bewertet als eine Tauchpumpe. Bei den Installationen sind sauber geführte Rohrsysteme mit Muffen einem Schlauchwirrwarr mit Schraubschellen vorzuziehen.

Um Dichtigkeit geht es auch bei der Kassettentoilette. Ob der Schacht, in dem der Fäkalbehälter steckt, zum übrigen Ausbau abgedichtet ist oder nicht, macht vielleicht nur selten einen Unterschied. Aber wenn es doch zum Malheur kommt, vermeidet eine Auffangwanne, die sich gut reinigen lässt, ein noch größeres Ärgernis.

Weniger ums Verschmutzen als um Anstrengung und Sicherheit geht es dagegen bei der Gasanlage. Wenn die vollen, in der Regel mehr als 20 Kilo schweren Flaschen im Gaskasten hintereinanderstehen oder durch eine enge Öffnung mit hoher Ladekante bugsiert werden müssen, erfordert der Wechsel einen deutlich größeren Kraftaufwand, als wenn die Flaschen direkt und einzeln getauscht werden können.

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Den Tausch der schweren Gasflaschen macht jedes Hindernis – etwa eine hohe Ladekante – mühsamer.

Sollte ein Crashsensor an der Gasanlage serienmäßig sein, wird dies positiv bewertet. Ebenso auch, wenn die vorgeschriebenen Gasabsperrhähne im Innenraum gut erreichbar platziert sind. Wichtig ist es zudem, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, auf die Verlegung der Gasrohre, um mögliche Schwachpunkte zu erkennen.

Hätten Sie es gewusst?

Die Gas-Anlage im Reisemobil weckt bei manchem Unbehagen wegen der potenziellen Brandgefahr. Um die Anlage sicher betreiben zu können, gibt es darum die regelmäßige Gasprüfung und genaue Vorgaben, wie die Installationen auszuführen sind. Das DVGW-Arbeitsblatt G 607 schreibt etwa für die Verlegung der Leitungen vor, dass Kupferrohre mindestens alle 50 cm, Stahlrohre alle 100 cm fixiert sein müssen, um Schäden durch Vibrationen während der Fahrt auszuschließen.

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