So testet promobil
Das promobil-Testprozedere
Fahrdynamik Fahrzeugtest Ingolf Pompe
Fahrdynamik Fahrzeugtest
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Fahrdynamik Fahrzeugtest 4 Bilder

Messung der Motorleistung der Basisfahrzeuge

So misst promobil die Fahrleistung Wie schnell beschleunigt das Womo von 0 auf 100?

Beschleunigung, Elastizität und Spitzentempo sind sicher nicht die wichtigsten Eigenschaften eines Reisemobils. Aber manchmal ist es gut, wenn man noch Reserven hat. Wie promobil die auslotet, zeigen wir hier.

Reisen, statt Rasen" ist ein Motto, das viele Reisemobilpiloten auf ihren Touren beherzigen und darum eher gemütlich unterwegs sind. Man will ja schließlich auch was von der Landschaft sehen. Das ist gut und richtig so, aber manchmal muss es doch schneller gehen, etwa wenn man den Lkw überholen will, die Fähre zu verpassen droht, der Campingplatz bald schließt oder man bei der Auffahrt zum Pass nicht zum Verkehrshindernis werden will.

Darum ist es gut zu wissen, wie die Motorleistung des Basisfahrzeugs mit dem stattlichen Fahrzeug zurechtkommt. 130 PS sind beispielsweisefür einen Kleinwagen schon ein recht sportliches Leistungsniveau, aber reicht das auch für ein 3,5-Tonnen-Wohnmobil?

Zentrale Messgrößen: Beschleunigungs- und Elastizitätswerte

Fahrdynamik Fahrzeugtest
Ingolf Pompe
Mit einem Messgerät aus dem Rennsportbereich werden die fahrdynamischen Werte bestimmt.

Um hier zu verlässlichen und vergleichbaren Werten zu kommen, bestimmt promobil für jeden Testwagen die Beschleunigungs- und Elastizitätswerte unter reproduzierbaren Bedingungen. Das heißt zum einen, dass auf einer ebenen Fahrbahn gemessen wird, und zum anderen, dass man mehrmals in beide Richtungen fährt unddie Werte mittelt, um Windeinflüsse auszugleichen.

Die Beschleunigungsmessung ist praktisch wie ein Hundertmeterlauf in der Leichtathletik, nur dass das Ziel nicht nach 100 Metern, sondern bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde erreicht ist. Zwischenwerte werden zudem bei Tempo 50 und 80 genommen. Wichtig ist dabei auch die Erfahrung des Testpiloten, um für optimale Beschleunigungswerte den richtigen Schaltpunkt für den Gangwechsel zu erwischen. Einfachergeht das natürlich bei einem Automatikgetriebe.

Unter der Elastizität versteht man dagegen das Beschleunigungsvermögen des Antriebs von niedrigen zu hohen Drehzahlen innerhalb eines Gangs. In der Regel werden hier die Fahrstufen vier und fünf von 60 bis 100 km/h und der sechste Gang von 80 bis 100 km/h gemessen. Dieser Test simuliert eine Zwischenbeschleunigung so wie bei einem Überholvorgang, wo man, ohne zu schalten, möglichst schnell an dem langsameren Fahrzeug vorbeikommen will.

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Unscheinbar, aber eminent wichtig ist die GPS-Antenne, die die Grundlage jeder Messwerterfassung ist.

Bei Automatikgetrieben ist das in der Form meist nicht möglich, weil die Gänge nicht zuverlässig gehalten werden können. Außerdem variiert die Anzahl der Gänge inzwischen stark. Darum wird hier die sogenannte Wiederbeschleunigung gemessen: Bei Tempo 60 wird das Gaspedal voll durchgetreten, und die Automatik entscheidet dann, mit welchen Gängen am schnellsten Tempo 100 erreicht werden kann.

Bleibt Vmax, also die Höchstgeschwindigkeit. Sie wird nur beim größten promobil-Testformat, dem Supercheck, ermittelt. Übrigens auch für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, die hierzulande maximal Tempo 100 fahren dürfen – ein Hinweis steht dann jeweils dabei.

Trotzdem ist das Messergebnis nicht unerheblich, denn in Ländern wie Frankreich sind teilweise höhere Geschwindigkeiten für schwerere Fahrzeuge erlaubt. Freilich steigt dabei dann der Spritverbrauch wegen des Luftwiderstands exorbitant an.

Welche Fahrwiderstände gibt es?

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Als Testgewicht für die Messungen wird jeweils die Normbeladung nach DIN EN 1646-2 zugrunde gelegt. Je nach Fahrzeug heißt es dann Sandsäcke einladen.

Zu den "Fahrwiderständen" gehören: der Rollwiderstand, der durch die Verformung der Reifen bedingt ist. Der Steigungswiderstand, der auf ebener Bahn gleich null ist. Der Beschleunigungswiderstand, der durch die Trägheit der Masse entsteht und mit dem Gewicht wächst. Und der Luftwiderstand, der von der Form und Querschnittsfläche abhängt. Dieser wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Darum wird er ab etwa Tempo 100 zum entscheidenden Faktor.

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