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Vanlife im Ford Nugget Nina Stiller
Vanlife im Ford Nugget
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Vanlife im Ford Nugget 10 Bilder

Vanlife im Ford Nugget: Homeoffice & Reisegefährte

Vanlife im Ford Nugget Homeoffice, mobiles Büro & Reisegefährte

Es war Liebe auf den ersten Blick! Als Katja Seidel auf dem Caravan Salon 2017 die Schiebetür des Ford Nugget aufmachte, wusste sie sofort: "Hier fühle ich mich zu Hause!" Ein Schlüsselmoment im Leben der Seminarleiterin und Buchautorin zum Thema Astrofotografie.

Eigentlich suchte ich lediglich einen alltagstauglichen Camper, der zum einen meinen Pkw ersetzen konnte und zum anderen ein komfortables Reisemobil auf meinen Fototouren sein würde. Campingerfahrung hatte ich zu diesem Zeitpunkt vor vier Jahren noch wenig. Ich war mal mit einem kleinen Wohnwagen unterwegs und hatte 2015 einmal einen Teilintegrierten für eine dreiwöchige Reise durch Südnorwegen gemietet – wobei ich schnell merkte, dass beide nicht die richtigen Campingmobile für mich waren.

Spätere Kurztrips mit einem kompakteren VW T6 Multivan und California ließen mich dann schon eher auf den Geschmack kommen. Aber dabei wurde mir auch schnell klar, was ich nicht wollte: einen Campingbus mit Aufstelldach, der dann auch noch preislich schnell jenseits der 75.000 Euro liegt! Der Ford Nugget, von dem ich vorher zugegebenermaßen nur wenig gehört hatte, passte allerdings perfekt zu meinen Anforderungen und war zudem bezahlbar. Schneller als geplant setzte ich dann meine Unterschrift unter den Kauf- bzw. Finanzierungsvertrag, und sieben Monate später stand er vor meiner Tür: der Campervan, der mein Leben verändern sollte! Wir hatten den Ford Nugget schon im Test: Hier finden Sie den ganzen Artikel.

Neun Monate Auszeit im Nugget

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Katja Seidel
Katja Seidl ist passionierte Fotografin, mit ihrem Nugget findet Sie die besten Locations.

2019 habe ich mir nach 15 Jahren in meinem Job als IT-Beraterin einen Traum erfüllt und mich zehn Monate lang ins "Abenteuer Auszeit" gestürzt. Schnell war für mich klar, dass ich einen Großteil meines Sabbaticals in meinem geliebten Nugget verbringen wollte. Ich lernte über mich, dass das Reisen im Van perfekt passte. Gerade auch als passionierte Astrofotografin wogen die Vorteile eines Campers besonders schwer – konnte ich doch äußerst flexibel auf die Wetterbedingungen reagieren und meist dort übernachten, wo ich vorher noch mehrere Stunden Nachtaufnahmen eingefangen hatte. Praktischerweise konnte ich mich während oder nach einer längeren Session auch aufwärmen und stärken, was insbesondere im Winter Nordnorwegens bei der Polarlichtfotografie ein unbezahlbarer Luxus ist!

Denn auch die Winterfestigkeit ist ein Feature des Nugget, welches manche Camper ihm so gar nicht zutrauen. Nach vielen Wochen in der Kälte Skandinaviens kann ich dem kleinen Campervan aber tatsächlich absolute Frostsicherheit der Wassertanks und -leitungen bei teilweise bis zu –28 °C bescheinigen. Ebenso hat die 3-kW-Dieselstandheizung hervorragende Dienste geleistet und mich auch im Hochdach bei –20 °C noch wunderbar warmgehalten.

Als Frau alleine unterwegs

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Katja Seidel
Alleine unterwegs als Frau, Katja Seidl hat keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Angst, alleine als Frau im Camper zu reisen und dabei vornehmlich freizustehen, hatte ich eigentlich nie wirklich. Mehr oder weniger einsam in der Natur zu stehen gibt mir noch immer ein sichereres Gefühl, als nachts alleine durch eine Großstadt zu laufen. Bedenken hatte ich eher davor, dass mir in den vielen Monaten im Bus die Decke auf den Kopf fällt oder sich Heimweh breitmachen könnte. Aber auch dies war unbegründet, da es zum einen so viel zu entdecken gab und ich mich zum anderen einfach sauwohl und geborgen gefühlt habe in meinem Kompaktcamper.

Ohne Dusche, aber mit Toilette

Dieser Wohlfühlfaktor ist für mich auch nach fast vier Jahren mit dem Nugget noch immer entscheidender als aller Luxus und Platz, der schließlich auch bezahlt werden muss. So vermisse ich beispielsweise das fehlende Bad mit Dusche im Nugget nicht wirklich, nachdem ich mit 42 Litern ausreichend Frischwasser, ein multifunktional nutzbares Waschbecken und mittlerweile sogar eine auf den Nugget zugeschnittene Trockentrenntoilette (BioToi) an Bord habe.

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Katja Seidel
Im Campervan ist der Haushalt schneller gemacht als in der Wohnung.

In den neun Monaten meiner Auszeit im Nugget lernte ich das Leben im Bus wirklich lieben! Natürlich muss man sich um vieles kümmern, was zu Hause selbstverständlich ist – wie Wasser, Entsorgung, Gas, Strom und Wäschewaschen – aber der kleine Haushalt ist andererseits auch sehr viel schneller geputzt als eine Wohnung oder ein Haus. Die Herausforderungen sind eben einfach andere.

Dafür gewinnt man auch eine unheimliche Freiheit – die Freiheit, an fremden, aufregenden Orten zu sein und die Sicherheit zu haben, sich in seine geborgene Höhle zurückziehen zu können. Oder wie heißt es so treffend? "Home is where you park it."

Vom Reisemobil zum mobilen Büro

Auch ein Liegenbleiben oder Beinahe-Einbruch während der Auszeit konnte meine Begeisterung nicht nachhaltig trüben. Im Gegenteil – dieses Freiheitsgefühl hat mir so viel gegeben, dass ich es nach der Rückkehr in meinen Job nicht mehr aufgeben wollte. Ein radikaler Schritt in ein Vollzeit-Vanlife war dabei allerdings gar nicht mein Ziel.

Ich hatte vielmehr auf meiner Reise einen anderen Vorteil des Nugget kennengelernt: Es lässt sich darin auch wunderbar mobil arbeiten! Als Autorin habe ich in dieser Zeit viel an meinem Blog, diversen Fachartikeln und einer Neuauflage meines Astrofotografie-Buches geschrieben. Dabei saß ich nicht nur sehr bequem am Nugget-Tisch, sondern erkannte auch das Potenzial einer inspirierenden Umgebung für kreative Tätigkeiten.

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Die Autorin in ihrem Nugget-Office.

Mein PC-Arbeitsplatz im Nugget war damals zwar noch vergleichsweise rudimentär ausgestattet, aber immerhin schaffte ich es in der kompletten Auszeit, nahezu ohne Landstrom auszukommen – Solarpanel und Ladebooster sei Dank! Anfang 2020 wurde der Nugget dann mein Dienstreisemobil und pandemiebedingt auch zu meinem vollwertigen Homeoffice.

Während manch andere am heimischen Küchentisch arbeiten mussten, genoss ich die Freiheit, mit meinem mobilen Büro nicht nur in der eigenen Hofeinfahrt, sondern auch an abwechslungsreichen Orten zu arbeiten. Und wenn es nur hieß, mal für einen Tag ein paar Kilometer entfernt auf einem schönen Waldparkplatz produktiv zu sein. Dies ließ sich nebenbei noch wunderbar mit einer entspannten Paddeltour nach Feierabend verbinden, was für meine mentale Verfassung, gerade in Coronazeiten, immens wertvoll war

Individuelle Anpassungen des Nugget

Technisch hat sich mein kleiner Camper demzufolge mit den Jahren stark weiterentwickelt. Nachdem ich in der Auszeit Business-Camping-Blut geleckt hatte, fing ich an, mir nach und nach einen vollwertigen PC-Arbeitsplatz im Nugget zu gestalten. Da ich schon immer Fan vieler Bildschirme war, fanden als Erstes äußerst praktische, platz- und stromsparende sogenannte portable Monitore den Weg in meinen Bus.

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Ob als Homeoffice oder mobiles Büro - dank portabler Monitore lässt sich im Nugget in wenigen Minuten ein ergonomischer Arbeitsplatz aufbauen.

Diese lassen sich einfach per USB-C mit dem Laptop verbinden und werden gleichzeitig von diesem mit Strom versorgt. Aus Ergonomiegründen habe ich die Bildschirme, ähnlich wie den Laptop, in Augenhöhe positioniert und durch eine externe Maus und Tastatur ergänzt. Mit dem passenden Licht, einer Webcam, einem Konferenztelefon und einem neutralen Fotohintergrund stand auch langen Videokonferenzen und Online-Workshops im Nugget nichts mehr im Wege.

Und auch die wichtigste Herausforderung eines mobilen Büros – eine stabile Internetverbindung – habe ich recht einfach lösen können: Ein mobiler LTE-Router mit externer Antenne und eine SIM-Karte mit unlimitiertem Datenvolumen leisten mir nun schon seit Jahren gute Dienste. Alle Geräte an meinem Arbeitsplatz lassen sich über 12 Volt mit Strom versorgen, was mir die Anschaffung eines teuren Wechselrichters gespart hat. Auf- und abgebaut ist der gesamte Arbeitsplatz in wenigen Minuten.

Der Nugget hat mein Leben verändert

Was mit dem Wunsch begann, meine Fotoreisen komfortabler zu gestalten, beherrscht mittlerweile einen Großteil meines Lebens. So arbeite ich nicht nur jeden Tag im Nugget, sondern schlafe aus Gewohnheit sogar jede Nacht darin – ob im Sommer oder Winter. Meine Begeisterung fürs Vanlife sorgte zudem für viele wertvolle Bekanntschaften und Freundschaften, die mich mit ihren Ideen und Lebenskonzepten immer wieder inspirierten. Und so gehe ich schließlich nach 18 Jahren in meinem IT-Job den Weg, meine Leidenschaft für die Astrofotografie und das Schreiben mit dem Reisen und Arbeiten im Camper zu verbinden.

Mein Elektronik-Setup für autarkes Reisen

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Katja Seidel
Ein Solarpanel versorgt den Campervan mit Strom.

Möchte man wie ich für längere Zeit autark im Camper reisen und arbeiten, braucht es neben der richtigen Ausstattung auch die nötige Energie. Damit meine ich nicht nur den eigenen Antrieb, sich jeden Tag auf dieses Abenteuer einzulassen, sondern vor allem auch die Stromversorgung des Reisemobils. Ich habe hier nach dreieinhalb Jahren aufgerüstet, um die Vorzüge eines mobilen Büros das gesamte Jahr über nutzen zu können. Neben der Umstellung von 2x 95-Ah-AGM- auf 200-Ah-Lithium-Batterie fand außerdem ein starker 90-A-Ladebooster den Weg in meinen Nugget.

Damit kann ich sogar im Winter bei dauerhaft laufender Standheizung und Kühlbox zwei Tage freistehen und arbeiten, um anschließend die Batterien in einer zwei- bis dreistündigen Fahrt wieder vollständig aufzuladen. Im Sommer liefern mir sowohl ein festes Solarpanel auf dem Dach als auch eine faltbare Solartasche mit jeweils ca. 100 Watt ausreichend Strom, um diese autarke Standzeit deutlich zu verlängern.

Und sollte es doch einmal knapp werden, kann ich meine leere Batterie über ein 30-A-Ladegerät auch über Nacht am Landstrom wieder aufladen. Um alle Ladeströme dediziert erfassen und somit den tatsächlichen Verbrauch berechnen zu können, nutze ich einen Bluetooth-basierten Solar- und Batteriecomputer (BlueBattery). Dieser liefert mir alle relevanten Informationen über eine App und zeichnet diese Werte sogar zur Auswertung auf.

Sie wollen ein Solarmodul nachrüsten? Wir erklären hier, wie es klappt. Festverbaute oder modulare Solarpanels für Campingbusse haben wir hier getestet.

Fazit

Ich habe es gewagt und Ende 2021 meine Festanstellung gekündigt, um mir zukünftig mit einem Leben als Fotografin, Autorin und Trainerin einen Traum zu erfüllen. Dabei geht es mir gar nicht darum, permanent unterwegs zu sein, um ständig neue Orte zu entdecken. Es geht vielmehr darum, jederzeit auf sein Herz hören zu können und diesem Weg mit einem flexiblen Heim auf Rädern folgen zu dürfen. Ohne den Nugget, der auch in meinem zukünftigen Arbeitsalltag eine entscheidende Rolle spielen wird, wäre ich diesen Schritt vermutlich nicht gegangen! Danke, mein Kleiner – auf viele weitere aufregende Jahre!

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