Nachhaltigkeit im Urlaub
Nachhaltigkeit im Urlaub
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Studie zur Klimabilanz des Campingurlaubs

Studie zur Klimabilanz von Campingreisen Wie umweltschonend ist Campingurlaub?

Laut einer neuen Studie ist Campingurlaub umweltschonender als die meisten anderen Urlaubsformen. Kastenwagen haben den geringsten CO2-Ausstoß. Flug-, Hotelreisen und Kreuzfahrten schneiden dagegen nicht gut ab.

Urlaub mit dem Reisemobil liegt nicht nur um Trend, sondern ist laut einer neuen Studie auch relativ umweltschonend. Das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) hat eine Studie herausgebracht, welche die Emission von klimaschädlichem CO2 verschiedener Urlaubsreisen untersucht. Dabei haben sie Campingurlaub mit Flug-, Bahnreisen und einer Kreuzfahrt verglichen. Zuvor hat das Institut die entstehenden Treibhausgas-Emissionen bei der Herstellung und Entsorgung von Freizeitfahrzeugen berechnet.

Emission bei Herstellung und Entsorgung der Freizeitfahrzuegklassen

Den niedrigsten CO2-Ausstoß bei der Herstellung und Entsorgung hat ein Kastenwagen mit 15,2 Tonnen pro Fahrzeug. Darauf folgt das teilintegrierte Wohnmobil mit 17,8 Tonnen und die höchste Emission haben Integrierte mit 18,6 Tonnen pro Stück.

Am wenigsten CO2 benötigt ein Caravan bei der Herstellung und Entsorgung mit gerade einmal 5,6 Tonnen. Allerdings kann sich ein Wohnwagen nicht allein fortbewegen und benötigt immer noch einen Zugwagen.

Ein Mittelklasse Diesel-PKW verbraucht, laut ifeu, etwa 10 Tonnen CO2 für Produktion und Entsorgung. Die Studie zeigt auf, dass die Produktion des Basisfahrzeugs hierbei die größte Belastung bringt. Für die Entsorgung dagegen fällt der kleinste Emissionswert an.

Im nächsten Schritt beschäftigt sich die Studie mit den Treibhausgas-Emissionen bei einer Übernachtung mit dem Freizeitfahrzeug auf dem Campingplatz. Bei einer Nacht auf dem Campingplatz entstehen 3,9 Kilogramm CO2. Zu den Emissionen des Platzes kommen die jeweiligen Emissionen des Freizeitfahrzeugs hinzu. Schließlich nutzt man darin auch Strom und erzeugt Wärme. Dabei liegt der CO2-Ausstoß bei den Integrierten mit 9,7 Kilogramm pro Nacht wieder am Höchsten und bei Kastenwagen mit 8,1 Kilogramm am niedrigsten. Das ifeu rechnet in der Studie immer mit einer Zwei-Personen-Besatzung pro Fahrzeug. In einem Hotel stoßen zwei Personen mit 22,1 Kilogramm CO2 pro Nacht mehr als doppelt so viel aus.

Für eine Fahrt mit dem Freizeitfahrzeug berechnet das Institut zwischen 181 und 198 Gramm CO2, je nach Fahrzeugtyp, pro Personenkilometer. Das sind etwa 10 Prozent weniger Emissionen als bei einem Flug.

Campervan, Kanada, Vanlife
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Den niedrigsten CO2-Ausstoß bei der Herstellung und Entsorgung hat ein Kastenwagen mit 15,2 Tonnen pro Fahrzeug.

Treibhausgas-Emission im Urlaub

Was eine komplette Reise an Treibhausgasen ausstößt haben die Forscher an drei Beispielen verdeutlicht. Das erste Beispiel simuliert eine Reise nach Rügen mit dem Freizeitfahrzeug, mit dem PKW und mit der Bahn plus die dortige Übernachtung auf Stell-, Campingplatz oder im Hotel.

Bei einer Anreise mit dem PKW und einem Hotelaufenthalt ist mit 1.048 Kilogramm CO2 pro Übernachtung die Emission am höchsten. Wer mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln anreist und im Hotel übernachtet, stößt 742 Kilogramm CO2 aus. Den niedrigsten Emissionswert haben Reisemobilisten, die in einem Teilintegrierten anreisen und auf einem Stellplatz übernachten (731 Kilogramm). Wer einen Campingplatz wählt, hat eine höhere Treibhausgas-Emission.

Bei einer Reise nach Südfrankreich steigen die Emissionen bei Reisemobilisten nicht signifikant an. Bei Übernachtung auf dem Stellplatz liegen die CO2 Ausstöße bei 900 Kilogramm pro Nacht. Wer mit dem Flugzeug anreist und im Hotel übernachtet hat eine deutlich höhere Emission (1.300 Kilogramm/Nacht).

Nochmal deutlich mehr CO2 stößt ein Kreuzfahrtschiff aus, was das Beispiel einer Skandinavien-Reise zeigt. Pro Nacht stoßen zwei Personen 2.769 Kilogramm CO2 aus. Das ist etwa doppelt so viel, wie bei einer Wohnmobilreise nach Skandinavien.

Am umweltschonendsten sind PKW-Fahrer, die im Urlaub auf einem Campingplatz übernachten, etwa in einem Mobilheim. Mit einer Vier-Personen-Besatzung sinken die Emissionen etwa um die Hälfte.

Fazit

Selbst wenn Freizeitfahrzeuge mehr CO2 ausstoßen als gängige Pkw, so sind Reisen mit ihnen doch deutlich umweltfreundlicher als beispielsweise mit dem Flugzeug. Hotels sind nicht auf eine effiziente Energienutzung ausgelegt und haben deswegen einen deutlich höheren Ausstoß als Campingplätze. Noch besser ist es dann natürlich, wenn man auf speziellen Eco-Campingplätzen übernachtet, die nachhaltig mit Blick auf die Umwelt betrieben werden.

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