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Puch Pinzgauer: Wohnmobil-Selbstausbau

Vom Planwagen zum einzigartigen Geländemobil

Ronald aus der Schweiz verwandelte den bei uns extrem seltenen Puch Pinzgauer in ein geländetaugliches Wohnmobil. Beim Umbau stellten sich jedoch immer wieder neue Hürden in den Weg. Hier ist seine Geschichte.

Ich bin ein Mensch, der immer mit Geländewagen zu tun hatte. Mein erstes Auto war ein Suzuki LJ80, in der Schweizer Armee fuhr ich auch schwerere Modelle, unter anderem Pinzgauer, die Allrad-Transporter des österreichischen Herstellers Steyr-Puch. Alles fing jedoch mit dem kleineren Puch Haflinger an. Bei einem Wiederholungsdienst der Armee sah ich lauter Haflinger, die zum Verkauf standen. 1996 war ich dann stolzer Besitzer meines ersten Haflinger, den ich zu jeder Jahreszeit zum Arbeiten verwendete.

In den folgenden Jahren kamen weitere drei Exemplare hinzu. Ich war mir aber immer sicher, dass ich keinen Pinzgauer wollte, doch es kam anders. 2015 entdeckte ich in England einen Pinzgauer mit Dieselmotor, der mich spontan begeisterte. Genau diesen musste ich haben. Ich schrieb den Verkäufer an, bekam aber keine Antwort. Erst nach Monaten meldete er sich unerwartet. Anscheinend interessierte sich niemand für dieses Modell. Günstig für mich, so konnte ich den Preis drücken.

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Ursprünglich hatte der Pinzgauer ein Planenverdeck. Im Vordergrund: ein ebenso seltener Puch Haflinger.

Ohne das Fahrzeug anzuschauen, entschloss ich mich zum Kauf. Jeder, mit dem ich darüber sprach, riet mir davon ab: Daraus wird nur ein Gartenhaus ohne Zulassung. Denn der Pinzgauer kam ursprünglich 2013 von Malaysia nach England, was die Zulassung in der Schweiz umso schwieriger machte. Es galt, die Original-Fahrzeugpapiere zu finden. Zwei Jahre suchte ich mit Hilfe des Verkäufers, bis – man glaubt es kaum – die malaysische Armee als vorheriger Besitzer das Dokument herausrückte. Im Herbst 2017 war es endlich geglückt: Der erste Pinzgauer 716 M erhielt die volle Zulassung in der Schweiz.

Puch Pinzgauer 716 M als Camper

Ein Ziel hatte ich dabei immer vor Augen: Aus dem Pinzgauer wird ein Camper, mit dem ich durch das gröbste Gelände komme und der mit allem ausgerüstet ist, das man braucht. Kein Kompromiss, keine Bastelarbeit sollte es werden, alles muss solide und stabil gebaut sein. Im September 2018 wurde mit Hilfe von Feumotech, einem Schweizer Spezialisten für Feuerwehrfahrzeuge, der Aufbau konstruiert.

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Die Rahmenkonstruktion des Aufbaus wird isoliert und außen mit eloxierten Aluminiumblechen versehen.

Von vorneherein war mir klar: Gegen die Schweizer Vorschriften und ohne Dokumente von einem Aufbauer geht bei der Zulassung nichts. Ich bediente mich der Profile, die auch in Feuerwehrautos verbaut werden. Langsam wuchs das Ganze, zwar ohne festen Plan, aber mit genauen Vorstellungen in meinem Kopf wurde alles so gemacht, dass man auch darin leben kann. Bei Minusgraden im November, Dezember und Januar schritt der Bau voran.

Im Dezember konnte ich endlich die Standheizung benutzen und mich um den Ausbau kümmern. Nachdem das Gerüst fertig war, wurde der Aufbau mit Isolierung von innen nach außen gebaut. Dann kam eloxiertes Aluminium als Außenhaut darauf, das hält lange.

Mitte Februar dieses Jahres kam plötzlich der schwärzeste Tag meines Lebens: Herzinfarkt. Warum in meinem Alter? Warum ausgerechnet in den Skiferien? Es war ein Schock für mich und meine ganze Familie. Damit schien auch das ganze Camper-Projekt ins Straucheln zu kommen. Ursprünglich wollte ich mit dem Pinz Anfang Mai nach Graz zu einem Haflinger-Treffen.

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Das Wasch- und Spülbecken wird aus einem 130-Liter-Tank versorgt, dank Boiler auch mit warmem Wasser; der Tisch ist einsteckbar.

Bis Mitte April ging nichts mehr, aber dann wurde der Camper-Ausbau zu meiner Therapie. Es ging wieder vorwärts und gab kein Halten mehr. Im August wurde mein Pinzgauer neu geprüft und als Camper zugelassen – auch wenn in den Papieren "Wohnwagen" steht. Ich war so glücklich wie ein kleines Kind an Weihnachten. Jetzt fehlen nur noch seitliche Sandbleche und eine Seilwinde am Bug, dann kann es auf große Fahrt gehen.

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