Basisfahrzeuge Vergleich promobil
VW T 6.1
VW California
Westfalia Marco Polo
Renault Trafic 25 Bilder

12 aktuelle Wohnmobil-Basisfahrzeuge

Alle Vorteile und Nachteile von Fiat, Mercedes, VW & Co.

Die Entwicklung der Basisfahrzeuge ist in Bewegung. Das Angebot ändert sich derzeit so stark wie nie. Wir stellen Ihnen die Neuheiten in der 3,5-Tonnen-Klasse und in der Gewichtsklasse darunter vor.

Ohne Antrieb geht nichts. Erst das Basisfahrzeug macht Wohnmobile oder Campingbusse mobil. promobil zeigt alle neuen Basisfahrzeuge und zeigt ihre Vorteile und Nachteile.

Basisfahrzeuge für Kompakt-Campingbusse

Unter den kompakten bis rund drei Tonnen Gesamtgewicht gibt der VW T6 den Ton an. Nicht nur VW selbst, sondern auch zahlreiche andere Ausbauspezialisten setzen auf den bekannten Bulli als Basis für kompakte Campingbusse. Doch der Platzhirsch hat in den letzten Jahren Konkurrenz bekommen, etwa von Mercedes und Ford. Zunehmend aber auch von Gemeinschaftsentwicklungen. In der Kompaktklasse kooperiert der PSA-Konzern mit Toyota und jüngst auch Opel. Renault macht mit Nissan und Fiat gemeinsame Sache. Die Kleintransporter dieser Klasse bieten – oft in Kombination mit einem Aufstelldach – Platz für eine campingtaugliche Ausstattung und fahren sich mehrheitlich so angenehm und komfortabel wie ein Pkw.

Basisfahrzeuge für kompakte Campingbusse

Die fünf aktuellen Modelle der kompakten Basisfahrzeuge inkl. der technischen Daten und Vor- und Nachteile finden Sie folgend.

1. VW T6.1

VW Multivan T6.1
Einzeltest

Der VW Transporter ist für kompakte Campingbusse die beliebteste Basis. Im Lauf dieses Jahres bekommt der T6 ein Facelift und manch technische Neuerung. Volkswagen bietet seinen Bestseller in zahlreichen Varianten an. Vom einfachen Kastenwagen mit geschlossener Blechkarosserie über die rundum verglasten Kombi und Caravelle bis hin zur Großraumlimousine Multivan und dem Campingbus California. Daneben schwören eine ganze Reihe von Ausbauspezialisten auf die Qualitäten beziehungsweise die Popularität des Bulli, der – egal ob fest eingebaut oder variabel – Platz hat für eine komplette Campingausstattung.

Den T6 gibt es in zwei Außenlängen und drei Aufbauhöhen sowie – ungewöhnlich für die Klasse – als Pritschenwagen und als Fahrgestell für seltene aufgebaute Wohnmobile mit dieser Basis. Unbestritten ist das gute Handling des VW. Den Vierzylinder-Turbodiesel mit 2,0 Litern Hubraum gibt es in vier Leistungsstufen von 90 bis 199 PS. Optional kann man das Schalten einer 7-Gang-Automatik überlassen. In der Grundausstattung hat der VW Vorderradantrieb, gegen Aufpreis gibt es den traktionsstarken Allradantrieb 4Motion. Ein optionaler Abstandstempomat und das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive Notbremsfunktion machen das Fahren bequemer und sicherer.

VW T 6.1
Hersteller
Der Bulli von VW ist der Platzhirsch bei den Campingbussen.

Mit dem Facelift baut VW im Herbst das Angebot an Assistenz- und Multimediasystemen aus. Serienmäßig kommt der Seitenwind- assistent, optional das Spurhaltesystem mit aktivem Lenkeingriff. Auch einparken kann der T6 künftig automatisch. Ein digitales Cockpit und konnektive Systeme sind optional erhältlich.

Aktuelles: Bekam ein Facelift und eine elektromechanische Lenkung zum u.a. Spurhalten.
Als Camper: Legendär, geliebt und weniger geliebt. Als Campingbus eine Bank.

 Das Angebot an ausgebauten T6 ist riesig und vielfältig.
 Fast ausschließlich als Campingbus erhältlich. Hoher Preis.

Technische Daten VW T6.1

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, Fahrgestell
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 84/102/150/199 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Allrad
  • Getriebe: 5-/6-Gang-Schaltgetriebe, 7-Gang-DSG-Automatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja

2. Mercedes V-Klasse/Vito

Westfalia Marco Polo
Hersteller
Der Marco Polo von Mercedes. Made by Westfalia. Spezialisten wie Terracamper oder Behl bieten ebenfalls Ausbauten der V-Klasse.

In zwei Grundversionen gibt es den kleineren der beiden Transporter von Mercedes. Die kultivierte Großraumlimousine V-Klasse ab rund 38.000 Euro Grundpreis hat Hinter- oder Allradantrieb und ein schick designtes Armaturenbrett. Nach vier Jahren Bauzeit stand im Frühjahr 2019 ein Facelift an, zudem gab es neue Motoren mit zwei Litern Hubraum und bis zu 239 PS und 500 Nm, zudem eine neue Automatik aus dem Pkw-Baukasten.

Die Nutzfahrzeug-Variante Vito ist als Einstiegsversion auch mit einem von Renault zugelieferten 1,6-Liter-Diesel mit 88 oder 114 PS zu haben. In diesem Fall gibt’s Vorder- statt Hinterradantrieb, mit dennoch recht harmonischem Fahrverhalten. Äußerlich tritt er etwas schlichter auf als die V-Klasse; die Basis hat unlackierte Stoßfänger. Auch innen geht der Vito auf Distanz, dennoch profitiert er von der Ausstattungsvielfalt wie LED-Scheinwerfern oder den zahlreichen Assistenzsystemen. Es gibt sowohl die V-Klasse als auch den Vito in drei Karosserielängen.

Aktuelles: Kommt mit neuer Antriebseinheit, neuem Motor, neuer Automatik.
Als Camper: Wird von Mercedes bei Westfalia zum erfolgreichen Marco Polo ausgebaut. Sonst wenig Marktrelevanz.

 Fährt sich wie ein hochklassiger Pkw.
 Wenig Angebot an Campern.

Technische Daten Mercedes V-Klasse/Vito

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren:
    • 1,6-l-TDI: 88/114 PS
    • 2,0-I-TDI: 163/190/239 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Hinter-/Allrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 9-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja
Ahorn Camp Van City
Neuheiten

3. Renault, Nissan, Fiat

Die dritte Generation des Renault Trafic kam 2014 auf den Markt. 2019 bekommt er eine Modellpflege: Äußerlich wird er dezent überarbeitet mit LED-Scheinwerfern, c-förmigen Tagfahrlichtern und mehr Chrom am Kühler. Zudem ersetzt eine Palette von 2,0-Liter-dCi-Motoren, die ein Leistungsspektrum von 88 kW/120 PS bis 125 kW/170 PS abdecken, die bisherigen 1,6-dCi-Aggregate. Erstmals gibt es ein automatisches Doppelkupplungsgetriebe als Alternative zur Schaltbox.

Renault Trafic
Hersteller
Wie viele andere Hersteller nutzt Renault den Wechsel zu neuen Motoren für eine dezentes Facelift.

Erhältlich ist der Transporter auch als Nissan NV 300 und Fiat Talento, jeweils in zwei Längen. Mit Assistenzsystemen hält sich das Trio bislang zurück. Für Campingbus-Ausbauten überaus praktisch ist die Karosserieform, die sich nach oben kaum verjüngt: Das ermöglicht viel Platz und ein breites Dachbett. Die Gesamthöhe überschreitet mit Aufstelldach jedoch die Zwei-Meter-Marke.

Aktuelles: Dieses Jahr gibt es ein Facelift und neue 2-Liter-Motoren.
Als Camper: Es gibt wenige, aber charmante Ausbauten als Campingbus.

 Gute Form für Campingausbauten. Gute Fahrleistungen.
 Überschreitet als Campingbus mit Aufstelldach die Zwei-Meter-Grenze.

Technische Daten Renault Trafic, Nissan NV 300, Fiat Talento

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 120/145/170 PS
  • Antriebsvariante: Vorderrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-DSG-Automatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Nein (Normaler Tempomat)
    • Spurhalteassistent: Nein
    • Seitenwindassistent: Nein
    • Bremsassistent: Nein

4. Citroën, Peugeot, Opel, Toyota

Aus dem Trio von Citroën, Peugeot und Toyota ist seit der Übernahme von Opel durch den französischen PSA-Konzern ein Quartett geworden. Auch Opel Zafira und Vivaro gibt es seit Kurzem baugleich in drei Längen von 4,60 bis 5,30 Metern. Beide profitieren von der kompletten Neuentwicklung durch PSA, die ihre jeweiligen Vorgänger technisch und optisch weit hinter sich lässt.

Citroën Spacetourer
Hersteller
Seit 2016 ist der Citroën auf dem Markt, hier als gehobener Spacetourer.

Der Transporter federt komfortabel, fährt sich agil und bietet moderne Sicherheitssysteme wie einen Abstandsregel-Tempomat, Spurhalte- und Notbremsassistent, eine 360-Grad-Rückfahrkamera und sogar ein Head-up-Display. Design und Bedienelemente orientieren sich an Peugeot-Pkw. Groß ist die Motorenpalette des Fronttrieblers mit SCR-Abgasreinigung. Citroën Spacetourer und Jumpy, Peugeot Traveller und Expert, Toyota Proace und beide Opel-Modelle sind mehr Van als Lieferwagen, bieten aber auch weniger Platz als die Konkurrenz.

Aktuelles: Als er neu kam, schlug er auch als Camper recht bombig ein.
Als Camper: Ein gutes Stück günstiger als VW- oder Mercedes-Ausbauten.

 Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, fährt sich ansprechend.
 Gewöhnungsbedürftige Kupplung, wenig Platz.

Technische Daten Citroën, Peugeot, Opel, Toyota

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren:
    • 1,6-l-TDI: 95/116 PS
    • 2,0-I-TDI: 122/150/180 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Allrad
  • Getriebe: 5-/6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja

5. Ford Transit Custom

Ford Transit MS-RT Wellhouse Campervan (2020)
Neuheiten

Ford hat sein Programm vor gut fünf Jahren in den großen Transit und den kleineren Custom aufgesplittet. Im letzten Jahr erhielt Letzterer ein Facelift mit neuen Scheinwerfern und Kühlergrill, vor allem aber ein deutlich wertigeres Armaturenbrett. Optional gibt es ein modernes Multimedia-Navi und einen Geschwindigkeitsbegrenzer, der Tempolimits erkennt und das Auto entsprechend abbremst. Verfügbar sind auch Regelsysteme wie ACC, Seitenwind- und Fahrspurassistent. Drei Leistungsstufen des 2,0-Liter-Diesels von 105 bis 170 PS stehen zur Wahl, die allesamt leise und vibrationsarm zu Werke gehen. Bereits der 130-PS-Motor ist für Campingbusse kräftig genug. Die Vielfalt an Karosserien umfasst zwei Längen und zwei Höhen.

Aktuelles: Neues Gesicht und hochwertigeres Cockpit seit letztem Jahr.
Als Camper: Der Nugget-Ausbau von Ford ist seit Jahren ein Renner für Familien.

 Moderner Van mit umfangreichen Assistenzsystemen.
 Gerade beim Nugget fällt der Geräuschpegel hinten auf.

Technische Daten Ford Transit Custom

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 105/130/170 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Allrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja
Knaus Boxstar 600 Street XL (2020)
Neuheiten

Basisfahrzeuge für Wohnmobile bis 3,5-Tonnen

Geht es weniger um Agilität, sondern vor allem um Nutzlast, Platz und Wohnkomfort, kommen die 3,5-Tonner ins Spiel. Ausgebaute Kastenwagen dieser Klasse haben in der Regel auch ein Bad an Bord. Das Bett steht üblicherweise dauerhaft zur Verfügung und muss nicht erst gebaut werden. Marktführer bei den Wohnmobilen in dieser Liga ist der Fiat Ducato. Daneben sind der baugleiche Citroën Jumper sowie der Mercedes Sprinter und der Ford Transit die verbreitetsten Basisfahrzeuge.

Es gibt sie nicht nur mit Blechkarosserie, sondern auch als Fahrgestell in verschiedenen Varianten – die Voraussetzung, um einen Wohnaufbau huckepack zu nehmen. Während bei Alkovenmobilen und Teilintegrierten das Fahrerhaus noch original erhalten ist, umbaut der Aufbauhersteller bei Integrierten und Linern das Cockpit mit einem eigenen Bug. Solche Fahrgestelle ohne Fahrerhaus nennt man Windlauf. Um ihn herum konstruieren Hersteller omnibusartige, oft große Kabinen, von denen sich aus die Welt entdecken lässt.

6. Fiat Ducato

Vergleich Dieselmotoren Ducato
Vergleichstest

Der Fiat Ducato ist das wichtigste Basisfahrzeug um 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Er prägt das Aussehen vieler Wohnmobile, 70 bis 80 Prozent bauen auf den Transporter aus Süditalien. Sein Erfolgsrezept: Fiat hat früh einen besonderen Service für Reisemobilfahrer aufgebaut. Bei der Entwicklung bindet der Hersteller regelmäßig die Reisemobilindustrie eng mit ein. Seine Karriere als fahrbarer Untersatz begann schon in den 80er Jahren, als Fiat eines der ersten Fahrgestelle mit Vorderradantrieb auf den Markt brachte.

Der tiefere Rahmen und das geringe Eigengewicht sind starke Argumente. Inzwischen folgen fast alle Kastenwagen der Klasse zumindest wahlweise dem Trend zum Frontantrieb. Die aktuelle Ducato-Generation wurde in ihren Grundzügen bereits 2006 vorgestellt. Zwischendurch gab es ein paar kleinere Retuschen und ein größeres Facelift 2014. Für 2019 wurden neue Motoren und eine 9-Gang-Wandlerautomatik vorgestellt, welche das bisherige, wenig geliebte automatisierte Schaltgetriebe ablöst. Auch bei den weitgehend baugleichen Citroën Jumper und Peugeot Boxer gibt es neue Motoren.

Fiat Ducato
Hersteller
Den Ducato gibt es für alle Aufbauarten. Aus Fahrerhaus und Rahmen wird ein TI.

Während der Ducato ab sofort von einem 2,3-Liter-Turbodiesel mit 120, 140, 160 oder 178 PS angetrieben wird, sorgt bei Boxer und Jumper ein 2,2-Liter-Selbstzünder mit 110, 130 und 163 PS für Vortrieb. Die Karosserie gibt es in vier Längen und drei Höhen, ab 5,41 Meter Außenlänge ist innen Platz für ein Bad. Die meisten großen Campingbusse nutzen den 6-Meter-Kasten. Für aufgebaute Wohnmobile sind unterschiedliche Fahrgestelle vom hohen Leiterrahmen über den niedrigen Flachrahmen bis hin zu speziellen Tiefrahmen von Spezialist Alko verfügbar. Letzterer federt etwas komfortabler als das recht straffe Serienfahrwerk. Auch einen Windlauf – also ohne Blech um den Triebkopf – für den Aufbau von Integrierten gibt es im Angebot.

Bislang war auch ein Allradantrieb verfügbar – nicht als Werkslösung, sondern vom französischen Hersteller Dangel, aber direkt bei Fiat bestellbar. Der entfällt nun voraussichtlich komplett für den Fiat Ducato und seine Pendants, denn die Homologationshürden wären zu hoch.

Aktuelles: Bekommt eine echte Automatik und neue Euro-6d-Temp-Motoren.
Als Camper: Über die Hälfte aller Ducato werden später ein Camper. Noch Fragen?

 Robust, vergleichsweise günstig, großes Servicenetz in Europa.
 Direktes Fahrverhalten.
 Als Kastenwagen breit genug für Querbetten.
 Vorderachse gibt sich gerne etwas störrisch.

Technische Daten Fiat Ducato

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, diverse Fahrgestelle
  • Motoren: 2,3-I-TDI: 120/140/160/178 PS
  • Antriebsvariante: Vorderrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 9-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Nein (normaler Tempomat)
    • Spurhalteassistent: Ja (ohne Lenkeingriff)
    • Seitenwindassistent: Nein
    • Bremsassistent: Ja

7. Citroën Jumper, Peugeot Boxer

Citroën Jumper
Hersteller
Der Citroën Jumper – hier als Pössl-Jubiläums-Van – stellt häufig die Basis ausgebauter Kastenwagen.

Der Citroën Jumper sowie der baugleiche Peugeot Boxer bekommen ebenfalls neue Motoren. Die Euro 6b-Motorisierungen werden aktuell durch neue Euro 6d-Temp-Motoren ersetzt. Damit erfüllen sie die neue Abgasnorm, die ab September 2019 für leichte Nutzfahrzeuge in Kraft tritt. Alle Motoren sind mit der kraftstoffsparenden Start-und-Stopp-Technologie ausgerüstet, um bestmögliche Verbrauchs- und Emissionswerte zu erzielen. Je nach Ausführung besitzen die neuen 2,2-Liter-BlueHDi-Dieselantriebe 120, 140und 165 PS.

Besonders der Citroën Jumper wird häufig als Kastenwagen-Camper ausgebaut, weil er gern mal rund tausend Euro günstiger angeboten wird als der Ducato-Bruder. Technisch spricht nichts gegen den französisch gelabelten Italiener. Außer, dass er auch beim aktuellen technischen Update kein Automatikgetriebe bekommt. Citroën- und Peugeot-Fahrer müssen weiterhin manuell schalten.

Was das Servicenetz angeht: Citroën hat ähnlich wie Fiat eine Camper Assistance, die derzeit ausgebaut werden soll. Grundsätzlich hat Citroën in Europa Tausende Werkstätten übers Land verteilt.

Aktuelles: Bekommt neue Motoren aus dem Hause PSA.

Als Camper: Sehr beliebt als günstiger Kastenwagen. Weil der Citroën Jumper meist etwas weniger als der Fiat Ducato kostet.

 Bewährt und solide.
 Großes Servicenetz.
 Robust, vergleichsweise günstig.
 Keine Automatik im Angebot.
 Vorderachse gibt sich gerne etwas störrisch.

Technische Daten Citroën Jumper, Peugeot Boxer

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, diverse Fahrgestelle
  • Motoren: 2,2-I-TDI: 120/140/165 PS
  • Antriebsvariante: Vorderrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Nein (normaler Tempomat)
    • Spurhalteassistent: Ja (ohne Lenkeingriff)
    • Seitenwindassistent: Nein
    • Bremsassistent: Ja

8. Mercedes Sprinter

Mercedes Sprinter
Hersteller
Auch den neuen Mercedes Sprinter gibt es mit Allradantrieb.

Der Mercedes Sprinter wird als komfortable Basis für Wohnmobile immer populärer. Vorgestellt wurde die aktuelle Generation 2018. Erstmals gibt es die Fahrgestell- und Busvarianten nicht nur mit Hinter- und Allrad-, sondern auch mit Vorderradantrieb. Dieser wird, versehen mit einem speziellen Tiefrahmen, vor allem als Basis für aufgebaute Reisemobile genutzt, während viele Campingbus-Ausbauten weiter vorwiegend auf den Hecktriebler setzen. Daneben sind mehr Assistenzsysteme, das topmoderne Multimediasystem samt online-basierter Bedienung mittels Sprachbefehlen (MBUX) und das grundlegend überarbeitete, ablagenreiche Armaturenbrett die Hauptneuerungen des Sprinter.

Für Vortrieb sorgen weiter Turbodieselmotoren mit 2,1 Liter Hubraum (114, 143, 163, 177 PS). Für den Hecktriebler ist auch ein 6-Zylinder mit 190 PS erhältlich. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 6- Gang-Schaltgetriebe oder über eine Wandlerautomatik mit sieben (Heck) bzw. neun (Front) Gängen.

Aktuelles: Kommt gerade bei vielen Reisemobilherstellern als zusätzliches Basisfahrzeug ins Programm.
Als Camper: Als Kasten sehr schmal. Holt mächtig auf Fiat auf.

 Starke Motoren, sehr gute Cockpit-Ergonomie.
 Querbett-Campingbusse nur mit Karosserieverbreiterung.

Technische Daten Mercedes Sprinter

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, diverse Fahrgestelle
  • Motoren:
    • 2,1-I-TDI: 114/143/163/177 PS
    • 3,0-l-TDI: 190 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Hinter-/Allrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 7- bzw. 9-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja (Eingriff über die Bremse)
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja
Vergleichstest Basis-Fahrzeuge
Vergleichstest

9. VW Crafter / MAN TGE

Der große VW Transporter entstand lange in Kooperation mit Mercedes. Das aktuelle Modell ist eine VW-Eigenentwicklung. Er ist noch heute die modernste Konstruktion unter den 3,5-Tonnern. Insbesondere bei den Fahrerassistenzsystemen ist der Crafter die Messlatte: Abstandsregeltempomat, Multikollisionsbremse, Seitenwind- und ein aktiver Spurhalteassistent mit Lenkeingriff sowie eine Einparkautomatik bis hin zum Trailer Assist sind zumindest für Kastenwagen und viele Campingbus-Ausbauten erhältlich, unter anderem auch für den von VW selbst entwickelten und verkauften Grand California.

VW Crafter Grand California
Hersteller
VW vermarktet den Crafter mit zwei eigenen Reisemobilen: dem Grand California 600 und 680. Beide optional mit Allrad.

Als Basis für Reisemobile wird statt des Crafter bislang teils der baugleiche MAN TGE verwendet. Sowohl VW als auch MAN gibt es mit Vorder- (bis 4,0 t Gesamtgewicht), Hinter- und Allradantrieb. Aufgepasst: Bei den beiden Letzteren schrumpft im Kastenwagen die Stehhöhe um rund sieben Zentimeter. Für die Gewichtsklasse fährt sich der Crafter außergewöhnlich agil, der Fahrspaß ist hoch. Eingerichtet ist das Cockpit nüchtern, dafür ablagenreich und gut verarbeitet. Als Motorisierung dient dem Crafter ein 2,0-Liter-Diesel in drei Leistungsstufen zwischen 102 und 177 PS. Neben dem Sechsgang-Schaltgetriebe gibt es eine Neungang-Wandlerautomatik.

Aktuelles: Modernstes Fahrzeug in seinem Segment. Immer noch frisch auf dem Markt.
Als Camper: Für Campingbusse sehr schmal, für aufgebaute Reisemobile fast irrelevant.

 Moderne Ergonomie, starke Motoren, gutes Fahrwerk.
 Nur wenig aufgebaute Mobile am Markt.

Technische Daten VW Crafter / MAN TGE

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, Fahrgestell
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 102/140/177 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Hinter-/Allrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 8-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja (mit Lenkeingriff)
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja

10. Ford Transit

Der große Transit wurde in Deutschland bis Mitte 2019 noch in der Version vor der Modellpflege vertrieben. Aktuell werten optische Retuschen der Front und ein zeitgemäßeres Cockpit mit moderner Bedienung den Transit auf, ebenso neue Assistenzsysteme, etwa die aktiven Fahrspur- und Einparkassistenten oder der Tempobegrenzer mit Verkehrsschild-Erkennung.

Ford Transit
Hersteller
Der Ford Transit hat ein umfangreiches Facelift hinter sich. Innen wie außen.

Attraktiv als Basisfahrzeug macht ihn seine komfortable Federung. Neben der Variante mit Frontantrieb, die meist für Reisemobile und Campingbusse verwendet wird, gibt es den Transit mit Hinter- und Allradantrieb. Der Kastenwagen ist in drei Längen von 5,53 bis 6,70 Metern sowie in drei Dachhöhen verfügbar, das Fahrgestell sogar mit bis zu fünf verschiedenen Radständen. Wohnmobilkabinen bauen üblicherweise auf dem Flachrahmen auf, der niedriger und leichter ist als der Leiterrahmen. Die Dieselmotoren leisten zwischen 105 und 170 PS. Dazu kommt später noch ein 185-PS-Top-Aggregat. Das Schalten übernimmt optional ein komfortables 6-Gang-Automatikgetriebe mit hydraulischem Wandler.

Aktuelles: Facelift und neue Assistenzsysteme.
Als Camper: Gute Basis, auch als Allrad. Der Transit wird gern bei italienischen und französischen Herstellern der Trigano-Gruppe angeboten.

 Souveräne Fahrleistungen. Vor allem als Allrad, der zudem recht günstig ist.
 Kein Windlauf verfügbar, um integrierte Reisemobile bauen zu können.
 Ist bei vielen Herstellern gar nicht im Angebot.

Technische Daten Ford Transit

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, Fahrgestell
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 105/130/170 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Hinter-/Allrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja

11. Iveco Daily

Der Iveco Daily ist üblicherweise ein Fall für gewichtigere Reisemobile jenseits von 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. In der Klasse zwischen fünf und 7,5 Tonnen Gesamtgewicht ist er praktisch allein auf weiter Flur. Für gewichtigere Aufbauten bringt er mit seinem robusten und tragfähigen Leiterrahmen beste Voraussetzungen mit. Große Integrierte auf Daily-Basis wie die reisebusartigen Liner dürfen nach entsprechenden Modifikationen am Fahrwerk bis zu 7,5 Tonnen wiegen.

Concorde Cruiser 791 RL Daily 4x4 (2020)
Neuheiten

Jetzt ist er neu aufgelegt worden. Iveco macht ihn nicht nur fit für die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt, sondern auch fein für den Einsatz als Basis edler Reisemobile. Nur dezent angepasst wurde die Gestaltung der Scheinwerfer. Das LED-Tagfahrlicht erhielt eine markantere Grafik. Auch die Hauptscheinwerfer arbeiten nun optional mit LED-Technik, was eine verbesserte Ausleuchtung verspricht.

Aktiver Spurhalter, Notbremsassistent und Abstandsregeltempomat wirken so zusammen, dass das Fahrzeug im Stop-and-go-Verkehr fast alleine fährt. Lediglich ein kleiner Gasimpuls ist nötig als Signal zum Wiederanfahren. Alle neuen Systeme sollen mittelfristig auch für Integrierte bis hin zur Sieben-Tonnen-Klasse verfügbar sein. Rustikal auf Tragfähigkeit ausgelegt bleiben dagegen das Fahrwerk und die Federung. Auch bei den neuen Euro 6d-Temp-Motoren gibt es bezüglich der Leistungsentfaltung keine großen Veränderungen. Neu und praktisch für Reisemobile: die automatische Feststellbremse.

Aktuelles: Ist frisch überarbeitet worden. Neue Optik, sauberere Motoren.
Als Camper: Kümmert sich um die Mobile oberhalb von 3,5 t zul. Gesamtgewicht.

 Robust konstruiert.
 Moderne Assistenzsysteme
 Bärenstarke Motoren, gibt es auch als Allrad-Version für schwereres Gelände.
 Höhere Gewichtsklassen mit teils rustikalem Federungsverhalten im Serienzustand.

Technische Daten Iveco Daily

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, Fahrgestell
  • Motoren:
    • 2,3-I-TDI: 116/136/156 PS
    • 3-l-TDI: 150/180/210 PS
  • Antriebsvariante: Hinter-/Allrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe, 8-Gang-Wandlerautomatik
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Ja
    • Spurhalteassistent: Ja
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja

12. Renault Master, Nissan

Renault Master
Renault
Der Renault Master wird zwar selten als Reisemobilbasis angeboten, hat jedoch erst vor Kurzem einen großen Faclift erhalten.

Der Renault Master wird selten als Reisemobilbasis angeboten. Neben ein paar Individualausbauern widmet sich hierzulande vor allem die Marke Ahorn Camp dem Franzosen, der gerade mit einem großen Facelift an den Start geht: mit neuer Optik, ablagenreicherem Cockpitmit netteren Materialien und überarbeiteten Motoren. Zu den Neuerungen zählen ein Notbremsassistent, der Totwinkelwarner und der Rear View Assist zur Beobachtung des Verkehrsgeschehens hinter dem Fahrzeug.

Als Motorisierungen für den aktualisierten Master stehen sechs 2,3-Liter-Turbodieselmotoren zur Wahl, die ein Leistungsspektrum von 131 bis 180 PS abdecken. Dank Abgasreinigung per SCR-Katalysator erfüllen sie bei den Kastenwagen die Euro-6d-Temp-Norm. Die Fahrgestelle sind dagegen nun nach Lkw-Norm Euro VI homologiert. Deshalb gibt es auch nur noch bei den Kastenwagen das automatisierte Schaltgetriebe Quickshift als Option.

Aktuelles: Für 2019 neu aufgesetzt. Optisch wie technisch.
Als Camper: Gibt es nur von wenigen Marken.

 Optisch eigenständiger Auftritt, komfortable Federung.
 Für Fahrgestelleerstmal kein automatisiertes Getriebe.

Technische Daten Renault Master, Nissan

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, Fahrgestell
  • Motoren: 2,3-I-TDI: 135/145/150/180 PS
  • Antriebsvariante: Vorder-/Hinterrad
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort)
    • Abstandstempomat: Nein
    • Spurhalteassistent: Nein
    • Seitenwindassistent: Ja
    • Bremsassistent: Ja
Fahrzeuge Vergleichstest Vergleich Dieselmotoren Ducato Fiat Ducato-Dieselmotoren im Vergleichstest Alte gegen neue Ducato-Generation

Macht Fiat mit dem neuen Ducato ein Schritt gen Zukunft?