Etrusco CV 600 DF im Test Jürgen Bartosch
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Etrusco CV 600 DF im Test

Etrusco CV 600 DF im Test Campingbus für Paare auf Transit-Basis

Bei Etrusco hält der Ford Transit Einzug ins Programm: Neben einigen Teilintegrierten kommt auch ein Campingbus-Modell. Dem Quickcheck stellt sich der neue Campingbus CV 600 DF.

Die im letzten Jahr verkündete Partnerschaft zwischen dem Kölner Autobauer Ford und der Erwin-Hymer-Group (EHG) trägt inzwischen immer mehr Früchte. Eine der ersten EHG-Marken, die bereits im Frühjahr Modelle auf Transit-Basis präsentierte, war Etrusco, darunter einen ausgebauten Kastenwagen, den CV 600 DF.

Das "F" am Ende der Modellbezeichnung gilt bei der Marke künftig als dezenter Hinweis auf das Ford-Chassis. Die vier weiteren Modelle der CV-Reihe bleiben jedoch dem Fiat Ducato treu.

Auffälliger Unterschied zu den bekannten Fiat-Modellen ist dabei die stattliche Außenhöhe der gewählten Transit-Version von 2,79 Meter, die dem Bus im Innenraum eine üppige Stehhöhe von 2,08 Metern ermöglicht. Der Grundriss ist dagegen weniger überraschend für einen Sechs-Meter-Ausbau: Querdoppelbett im Heck, Küche rechts an der Schiebetür, kompaktes Bad gegenüber und davor platzierte Halbdinette-Sitzgruppe. Der Ford-Ausbau ist klar auf zwei Personen ausgerichtet.

Querbett im Heck

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Die Kaltschaummatratze ist 1,9 mal 1,5 Meter groß und lagert auf einem Lattenrost.

Neben Stauraum und Bordtechnik birgt das Heck also ein 1,9 mal 1,5 Meter großes Querbett. Bequem wird es durch die zehn Zentimeter dicke, dreiteilige Kaltschaummatratze und die Lattenrostunterfederung. Der Zugang zur Schlafstätte vom Gang aus ist dank der niedrigen und wenig wuchtigen Küchenzeile leicht möglich. Über dem Bett platziert Etrusco vier Hängeschränke. Im Heck warten zudem rechts und links zwei kleinere und quer obendrüber eine große Ablage auf Brille und Handy.

Stauvolumen ist hier also in angemessener Menge vorhanden, mit Zwischenböden wären die Oberschränke aber noch besser nutzbar. Zudem sucht man einen klassischen Kleiderschrank im CV 600 DF vergebens. Immerhin: Unter der Matratze versteckt sich noch ein Wäschefach mit rund 135 Litern Volumen.

Erfreulich ist die Kopffreiheit über der Liegefläche, die ebenfalls vom Hochdach des Transit profitiert. Außerdem sorgen drei Fenster – in den Hecktüren und der linken Seitenwand – sowie zwei kleine Dachluken für viel Tageslichteinfall und Luftigkeit.

Gegen Aufpreis gibt es auch noch beifahrerseitig ein Fenster (549 Euro). Künstliches Licht verbreiten eine Deckenlampe sowie zwei frei an einer Schiene positionierbare Lesespots. Was aber fehlt, sind Steckdosen. Für 49 Euro Aufpreis gibt es immerhin USB-Slots an der Stromschiene. Sonst bleibt zum Handyladen nur die angrenzende Küche.

Durchdachte Küchenkonstruktion

Die räumliche Nähe zwischen Bett und Kombüse kann sich auch dadurch Freunde machen, dass der 70-Liter-Kühlschrank gleich in Griffweite platziert ist – und dessen Tür zu beiden Seiten öffnet. Einer schnellen Erfrischung, ohne aufstehen zu müssen, steht so nichts im Weg.

Doch die Anordnung mit Spüle und Kühlgerät als wuchtigste Elemente ganz hinten hat noch einen anderen Grund. Der restliche Küchenblock mit Zweiflammkocher, Schränken und Schublade ist niedriger und schmaler geschnitten und zudem am vorderen Ende abgeschrägt. Das ermöglicht es, dem Gang genügend Durchgangsbreite zuzugestehen.

Die Küche selbst ist solide ausgestattet. Arbeitsfläche zum Schnibbeln gibt es auf dem keilförmigen Ende oder auf der Spülenabdeckung. Ansonsten muss der Sitzgruppentisch noch aushelfen. Das Spülbecken ist zwar ausreichend groß, aber um größere Töpfe und Pfannen bequem spülen zu können, sollte der Wasserhahnauslauf höher sein. An der Wand dahinter gibt es zwei Haken – okay für Topflappen, für Geschirrtücher aber etwas niedrig. Die LED-Leuchte unten am Hängeschrank beleuchtet die Spüle gut, der Kocher daneben bekommt aber wenig ab. Seine zwei Flammen lassen sich bequem elektrisch zünden, stehen jedoch für größere Töpfe zu nahe beieinander.

Küchengeräte und Lebensmittel kommen im erwähnten Hängeschrank, den beiden Unterschränken, der Besteckschublade und in der großen Regalablage über der Schiebetür unter. Zwei USB- und zwei 230-Volt-Steckdosen ergänzen die Küchenausstattung.

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Kompaktes Bad im Campingbus für Zwei.

Gegenüber der Küche steht das kompakte Kombibad. In diesem engen Raum macht sich das hohe Transit-Dach ebenfalls positiv bemerkbar. So ist Platz genug für zwei Dachschränke und kleinere Ablagen. Trotz der Aufbauhöhe der Duschtasse verbleibt eine Stehhöhe von knapp zwei Metern. Allerdings mutet das Duschen recht umständlich an. Das liegt zum einen daran, dass die Badeinrichtung mit Vorhängen vor der Feuchtigkeit geschützt werden muss – die beim Duschen dann oft unangenehm am Körper kleben. Zum anderen schränken sowohl die Kassettentoilette als auch der Waschtisch die Bewegungsfreiheit stark ein. Ansonsten lässt sich das Bad aber gut nutzen. Das Waschbecken ist ausreichend groß, das Unterschränkchen ebenso praktisch wie die beiden Handtuchhaken und die Trockenstange an der Decke. Auch der große Spiegel kann gefallen. Natürliches Licht fällt im Testwagen durch die Dachhaube und das Badfenster. Letzteres ist jedoch aufpreispflichtig.

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Drei bis vier Personen finden in der Sitzgruppe Platz. Eng wird es dann aber auf der kleinen Tischplatte. Sie ist immerhin gegen Aufpreis erweiterbar.

Im Sitzgruppenbereich profitiert der Etrusco-Camper von dem bereits erwähnten, geweiteten Flur und einmal mehr von der großen Innenhöhe. Es entsteht ein heller Raum, dessen offener Charakter durch die weißen und hellgrauen Möbelfronten und die beiden Seitenfenster sowie das Panorama-Dachfenster noch unterstützt wird. So erhält die Sitzgruppe reichlich Tageslicht.

Neuer Ausbau mit weniger Platz

Spätestens beim Reinrutschen auf die Sitzbank merkt man aber, dass der Transit-Ausbau – verglichen mit gängigen Ducato-Modellen – an der ein oder anderen Stelle etwas Platz sparen muss. Die Sitzfläche der Bank ist mit 89 mal 44 Zentimetern eher knapp bemessen und für längere Reiseetappen nicht sonderlich bequem – zumindest wenn zwei Passagiere mitfahren sollen. Lobenswert: Beide Plätze verfügen über Isofix-Ösen. Auch der Tisch ist nur für zwei Gedecke geeignet (90 x 38 cm), lässt sich aber immerhin gegen Aufpreis erweitern (plus 66 x 38 cm). Zusammen mit den gedrehten Fahrerhaussitzen können vier Personen etwas gedrängt beisammen sitzen. Zudem lässt sich aus der Sitzgruppe bei Bedarf optional ein Notbett aufbauen.

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Praktisches Wäschefach im Heck.

Stauräume hält der Wohnbereich in Form eines großen Hängeschranks, der Ablage über der Schiebetür und weiterer offener Fächer am Fahrerhaushimmel bereit. Zudem gibt es zwei Bodenfächer im Sitzgruppenpodest, in die etwa Schuhe und anderes Kleingepäck passen. Zum Anschluss stromhungriger Elektrogeräte muss man hier allerdings mit einer 230-Volt-Steckdose vorliebnehmen. Eine Versorgung per USB-Buchsen gibt es sonst nur noch im Fahrerhaus – nach Zündungsstart.

Die Basisversion des Etrusco-Campingbusses kommt mit 130-PS-Motor und kostet 49.999 Euro. Unter der Haube des Testwagens warten jedoch 40 Pferde mehr auf ihren Einsatz – eine Leistungssteigerung, die sich durchaus lohnt und mit einer Zuzahlung von 999 Euro relativ erschwinglich ist. Wer die Schaltarbeit zudem einer Sechsgang-Automatik überlassen möchte, muss weitere 1.999 Euro investieren.

Für Wärme und Warmwasser sorgt eine Truma Combi 4. Die leistungsstärkere Combi 6 gibt es für 619 Euro extra. Ebenfalls Aufpreis kosten eine zweite Aufbaubatterie (349 Euro) und ein beheizter und isolierter Abwassertank (535 Euro). Wer gerne das volle Programm hat, kann zudem die sogenannte Edition Complete Selection wählen, die bei den CV-Modellen 7.499 Euro kostet. Darin enthalten sind unter anderem das Chassis- und das Komfort-Paket mit Klimaanlage, Stoßfänger in Wagenfarbe, Lederlenkrad, Badfenster, elektrischer Trittstufe und Tischerweiterungsplatte.

Verglichen mit dem Sechs-Meter-Ducato-Modell CV 600 DB ist das neue Transit-Modell genau 2.000 Euro günstiger und nicht nur deshalb eine interessante Alternative.

Daten und Preise

Aufbau: Stahlblechkarosserie mit Blechhochdach, Innenverkleidung mit ABS-Kunststoff, Isolierung mit PU-Schaum, 4 Kunststoff-Isolierfenster mit Alu-Rahmen, 3 Dachhauben, 1 Dachfenster.
Ausbau: Möbel aus Sperrholz, Sitzbank mit 2 Dreipunktgurten und Isofix, Heckbett 1.550–1.895 x 1.260–1.495 mm, Sanitärraum mit Kassettentoilette 18 L, integrierte Dusche, Küche mit Zweiflammkocher und Kompressorkühlschrank 70 L.
Bordtechnik: Gasgebläseheizung/Boiler Truma Combi 6 (Serie: Truma Combi 4), Frischwassertank 100 L, Abwassertank 90 L, Bordbatterie 95 Ah, Gasflasche 1 x 11 kg.
Basisfahrzeug: Ford Transit 2.0 TDCi Ecoblue, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 1.995 cm3, Leistung 125 kW/170 PS, Sechsgang-Automatikgetriebe (Serie: 130 PS und Sechs- gang-Schaltgetriebe).
Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe 5.980 x 2.060 x 2.790 mm, Radstand 3.750 mm, zulässiges Gesamtgewicht 3.500 kg.
Gurte/Schlafplätze: 4/2–3
Preise: Grundpreis 49.999 Euro, Edition Complete Selection 7.499 Euro (inkl. Chassis-Paket und Komfort-Paket u.a.), Chassis-Paket 1.999 Euro (inkl. Klimaanlage, Scheinwerfer mit Abbiegelicht, Stoßfänger in Wagenfarbe, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad, Handschuhfach mit Deckel u.a.), Komfort-Paket 1.999 Euro (inkl. Dusche-Einlegeboden, Badfenster, Fahrerhausjalousien, elektr. Einstiegsstufe, Fliegengittertüre, Tischerweiterung u.a.), zweite Aufbau- batterie (95 Ah) 349 Euro, beheizter und isolierter Abwassertank 535 Euro, Schlafraumfenster rechts 549 Euro, Truma Combi 6 statt Combi 4.619 Euro.

Wertung

Betten: 3
Sitzgruppe: 3
Küche: 3,5
Sanitärraum: 3
Möbelbau: 3,5

*von fünf möglichen Punkten.

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