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Dometic Cam360 Bird-View fürs Wohnmobil

Vogelperspektive mit 360-Grad-Kamera nachrüsten

Rangieren auf dem Hof Foto: Fotos: Bernd Thissen 11 Bilder

Das Kamerasystem Bird-View von Dometic ermöglicht durch vier Kameras eine Ansicht wie aus der Vogelperspektive. Damit wird das Rangieren einfacher.

09.10.2017 Benjamin Köbler-Linsner

Brenzlige Situationen setzen meist keine hohe Geschwindigkeit voraus. Denn Kollisionen passieren häufig schon beim Rangieren. Zwar eröffnen Rückfahrkameras den Blick nach hinten, viele Bereiche um das Reisemobil herum bleiben dem Fahrer aber verborgen.

Bei höherklassigen Pkw sind 360-Grad-Kameras fester Bestandteil der Aufpreisliste. Anbieter wie Caratec, Camos und Mobil-Line haben zwar bereits vor einigen Jahren solche Kamerasysteme im Reisemobil-Segment eingeführt, doch zu einer großflächigen Verbreitung der Birdview-Kameras kam es bis heute nicht.

Dometic führt Rundumkameras für Wohnmobile ein

Jetzt nimmt Dometic das Thema Rundumkamera in Angriff. Die Feinjustierung der einzelnen Kameras sei durch die ausgereifte Technik der Cam360 nun wesentlich einfacher als bei den bisherigen Systemen, so die Begründung für den späten Anlauf. Jede Reisemobilwerkstatt ist nach entsprechender Schulung in der Lage, das System einzurichten.

An unserem Dauertestwagen Carado T 448 dauerte die Montage bei Syro Reisemobile in Holzwickede (syro-reisemobile.de) einen Arbeitstag. Zunächst wurden die vier Kameras nur mit Klebeband fixiert, um die optimale Einbauposition auszuloten.

Bohren Foto: Fotos: Bernd Thissen
Ein Loch pro Kamera ist notwendig, damit die Kabel ins Fahrzeuginnere verlegt werden können. Die Stelle wird anschließend abgedichtet.

Erst als der gesamte Bereich rund um das 7,38 Meter lange Fahrzeug lückenlos abgebildet wurde, haben die Techniker die Positionen der Kameras markiert. An Aufbau und Kühlergrill sind die Linsen mit dauerelastischem Sikaflex sowie zwei Schrauben befestigt. Der Aufwand beim Verlegen der Kabel hängt von den Gegebenheiten des Fahrzeugs ab. Bei unserem Testwagen konnten bestehende Kanäle genutzt werden, um die Kabel hinter den Möbeln entlangzuführen.

Freie Wahl beim Infotainment

Innenraum Foto: Fotos: Bernd Thissen
Die Kabel aller Kameras verlaufen ins Cockpit. Sie werden unter der Armaturenbrettverkleidung verlegt und am Steuergerät angeschlossen.

Verarbeitet werden die Bildsignale in einem mitgelieferten Steuergerät. Dieses findet im Radioschacht hinter dem Naviceiver Platz. Wie jede gewöhnliche Rückfahrkamera auch kann die Steuereinheit am Naviceiver angeschlossen werden. Damit ist der Reisemobilist bei der Wahl des Infotainments nicht an ein bestimmtes Doppel-Din-Gerät gebunden.

Hauptaufgabe der Recheneinheit ist die Umwandlung der vier 180-Grad-Bilder zu einer 360-Grad-Ansicht. Während die Einzelbilder einen starken Fischaugeneffekt aufweisen und an den Ecken überlappen, zeigt das korrigierte Bild weder blinde Flecken noch doppelte Objekte.

Vor- und Nachteile der Rundumsicht

Verzerrungen können physikalisch bedingt jedoch nicht vollständig beseitigt werden. So wirken Personen und andere Reisemobile auf dem Monitor deutlich höher, als sie tatsächlich sind. Das Reisemobil selbst wird auf dem Monitor als Grafik eingeblendet. Das angezeigte Bild wirkt letztendlich so, als würde eine Kamera kontinuierlich über dem Fahrzeug schweben.

Kamera Bild Foto: Fotos: Bernd Thissen
Dometics Cam360 erleichtert das Rangieren. Dank Blick aus der Vogelperspektive.

Auf dem geteilten Monitor ist links immer die Vogelperspektive zu sehen, die rechte Seite zeigt die Perspektive einer der Einzelkameras. Die Auswahl der jeweiligen Ansicht trifft das System je nach Fahrsituation von allein.

So werden die Seitenkameras beim Setzen der Blinker aktiviert,die Heckansicht erscheint beim Einlegen des Rückwärtsgangs auf dem Display. Bei aktiver Navigation kann die Einblendung der Seitenansicht optional deaktiviert werden.Andernfalls können kurz aufeinander folgende Spurwechsel schwer ersichtlich sein, da die Navigationsanweisungen während des Blinkens nicht gleichzeitig mit dem Kamerabild eingeblendet werden.

Den größten Nutzen bietet die Rundumkamera beim Rangieren. Denn dabei lässt sich das Fahrzeug spielend leicht einparken. Insbesondere bei langen Reisemobilen hat der Fahrer alle Seiten und etwaige Hindernisse im Blick. Die Gefahr, dass der Überhang beim Einparken ausschert und aneckt, reduziert sich. Trotzdem darf auch trotz Birdview ein Blick in den Rückspiegel nicht vernachlässigt werden.

Auch bei zügiger Fahrt lässt sich die 360-Grad-Ansicht aktivieren, denn die Übertragung erfolgt ohne Verzögerung. Das macht zum Beispiel den Spurwechsel sicherer.

Preis und Einbau der Dometic Cam 360

Lieferumfang Foto: Fotos: Bernd Thissen
Der Lieferumfang der Rundumkamera Cam360 ist überschaubar. Neben mehreren Kabeln besteht das System aus vier Kameras, einem Steuergerät und Fernbedienung.

Der Lieferumfang der Rundumkamera Cam360 ist überschaubar. Neben mehreren Kabeln besteht das System aus vier Kameras, einem Steuergerät und Fernbedienung. Hinzu kommt ein Spannungswandler, der sowohl den Einsatz an 12-Volt- wie auch 24-Volt-Bordnetzen ermöglicht. Den Einbau und die sensible Konfiguration muss eine geschulte Fachwerkstatt durchführen. Eine Liste der Betriebe findet sich auf dometic.com. Geeignet ist das Birdviewsystem für Reisemobile von sechs bis zehn Metern Länge. Der Preis für das Kamerasystem beträgt 1499 Euro. Für die Montage fallen weitere Kosten an. Je nach Fahrzeug können für den Einbau bis zu zwei Tage nötig sein.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro Heft 09/2017
Heft 09 / 2017 15. August 2017 266 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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