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Markisen für den Campingbus

Sonnenschutz sinnvoll optimieren

Mit dem passenden Zubehör können Camper die Funktionen ihrer Markise erhalten und erweitern. Wir zeigen, welche Markise zu welchem Van passt und wie Sie Ihren Sonnenschutz am Kastenwagen sinnvoll optimieren können.

Große Begeisterung und große Auswahl: Markisen erfreuen sich bei Campern ungebrochener Beliebtheit. Schnell auf- und wieder abgebaut, punktet der Schattenspender mit seiner enormen Flexibilität, die viele an ihrem Campingbus schätzen. Während man an heißen Tagen sowieso am liebsten im Freien sitzt, besteht – für den Fall eines Wetterumschwungs oder eines längeren Aufenthalts auf einem Campingplatz – die Möglichkeit, mit passenden Wandteilen die Markise zum leichten Vorzelt zu erweitern. Dank verschiedener Größen, Farben und Montagearten haben Interessierte meist viele Optionen.

Campingbusse und Markisen, das passt zusammen, oder? Ja! Doch bei der Kaufentscheidung gilt es ein paar Dinge zu berücksichtigen, damit beide optimal zusammenpassen: Fahrzeuglänge und -höhe und vor allem die Dachvariante – ob flach, hoch oder zum Aufstellen – beeinflusst die Wahl der Markise und vor allem des passenden Montageadapters.

Dometic, Fiamma und Thule

Zu den bekanntesten Markisen-Herstellern in der Branche zählen Dometic, Fiamma und Thule. Die haben gleich mehrere Schattenspender speziell für Campingbusse im Sortiment, weshalb hier auch nicht alle genannt werden können. Dometic bietet beispielsweise die spezielle Kastenwagen-Dachmarkise Perfect Roof 2000 an. In den Breiten von 265 bis 400 Zentimetern erhältlich, lässt sich die zwischen 725 und 909 Euro teure Markise über eine Handkurbel ein- und ausfahren. Der mit Acryl beschichtete Stoff macht das Vinyl-Tuch wasserdicht und verrottungsfest. Die Auszugslänge beläuft sich auf 2,50 Meter, nur die kürzeste Variante muss sich mit 2,00 Metern begnügen.

Wenn man die Perfect Wall 1100 als kleine Schwester der 2000 bezeichnen möchte, dann ist die 2500 wohl der große Bruder. Das Gehäuse– in den Farben Weiß, Silber und Anthrazit erhältlich – hat für alle Markisenbreiten die gleichen Maße. Die mindestens 949 Euro teure Version gibt es in drei Ausführungen mit Breiten von 350, 375 und 400 Zentimetern. Damit passt sie ideal an Camper mit einer Länge von 4,50 bis 6,00 Metern und ist ein geeigneter Kandidat für die beliebten Kastenwagen mit mittlerer Dachhöhe Modell Ducato, Sprinter (ab Baujahr 2018) oder Crafter (ab Baujahr 2017).

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Das Thule-Panorama-Markisenvorzelt unter anderem an die Omnistor 6300.

Genauso geeignet ist ohne Frage auch die Thule Omnistor 6300. Die mindestens 260 Zentimeter lange Markise besitzt eine integrierte Regenrinne, damit Wasser abfließen kann. Die Tuchfarben sind in Blau und Grau erhältlich, das Gehäuse in Weiß, Silber und Schwarz. Ab einer Breite von 375 Zentimetern gehören zusätzliche Spannarme zum Lieferumfang dazu. Bei der Anschaffung liegt die 6300 mit einem Startpreis von 709 Euro in etwa gleichauf mit der Perfect Roof 2000 von Dometic.

Eine weitere Markise feierte jüngst auf dem Caravan Salon in Düsseldorf Premiere: Die Thule 3200 ist in fünf verschiedenen Längen erhältlich, hat einen Auszug von 2,50 Metern und kostet mindestens 440 Euro. Weiter oben in der Preisskala ist das Modell 4900 angesiedelt. Die im Komplettset rund 700 Euro teure Markise schmiegt sich mit dem richtigen Adapter ganz elegant an die Karosserie eines Ford Transit Custom, Citroën Spacetourer oder VW T5/T6 ohne Kederschiene. Für die Multivan- und Transporter-Varianten mit Flachdach und C-Schiene hat Thule außerdem die 5102 im Angebot. Die 779 Euro teure Markise mit eingebauten Stützfüßen im Frontprofil ist 2,60 Meter breit und wiegt rund 20 Kilogramm.

Besonderes Markisenexemplar bei Fiamma

Ein besonderes Markisenexemplar hat Fiamma im Programm. Der Compass ist ein 270-Grad-Sonnenschutz und sorgt damit nicht nur neben, sondern auch hinter dem Fahrzeug für Schatten. Das Tuch wird manuell aus dem Markisensackherausgezogen. An dessen Rückseite befindet sich wiederum ein Aluprofil, über das mithilfe eines speziellen Montagekits eine Verbindung zum Fahrzeug entsteht. Standfestigkeit erhält die Fächermarkise – die sich neben VW-Multivan-, -Transporter- und Renault-Trafic-Modellen auch für Geländewagen eignet – durch die integrierten Stützfüße in den vier Gelenkarmen. Im Vergleich zu seinen Mitstreitern ist der Compass mit einem Einstiegspreis von 1018 Euro sicherlich kein Schnäppchen. Deshalb hat der italienische Hersteller mit der F35 Pro auch noch eine günstigere und kleinere Markise für Minicamper wie Caddy oder Berlingo im Angebot. Die beginnen bereits ab einer Breite von 180 Zentimetern. Das gilt auch für den Auszug, der ohne Kurbelmechanik auskommt. Die mindestens 382 Euro teure F35 Pro gibt es bis zu einer Breite von 300 Zentimetern. Mit einem Gesamtgewicht von gerade einmal 8,5 Kilogramm ist sie außerdem besonders leicht.

Das trifft auch auf die F40 Van zu. Sie eignet sich jedoch nur für VW-T5- und -T6-Modelle mit kurzem Radstand und Seriendach. Die Montage erfolgt an den werkseitig dafür vorgesehenen Befestigungspunkten auf dem Dach. Bohren ist also überflüssig. Die F40 Van ist 270 Zentimeter breit, wiegt 19 Kilo und kostet 679 Euro.

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Volker Hammermeister
Neben der Markise selbst umfasst der Lieferumfang der Fiamma F45s unter anderem eine Kurbel, Heringe und Stützfußbefestigungen für die Wand.

Der Allrounder hört bei Fiamma auf den Namen F45s. Diese Markise passt mit dem richtigen Adapter an so gut wie jedes Fahrzeug. Das Vinyl-Tuch wird über eine Kurbel aus dem Aluminium-Gehäuse ausgefahren. Wem das zu anstrengend ist, der kann mit einem aufrüstbaren E-Motor nachhelfen. Der Sonnenschutz öffnet und schließt sich dann bequem per Knopfdruck über eine 12-Volt-Versorgung. Ein ähnliches System nutzt auch Thule. Die Installation sollte dabei jedoch ein Fachmann übernehmen.

Diese Möglichkeit bietet Fiamma auch für die F80s an, jedoch kommen für dieses Modell nur größere Fahrzeuge wie Ducato, Boxer oder Jumper in Frage. Dank dreifacher Kederschiene in der Frontleiste der mindestens 757 Euro teuren Konstruktion lassen sich Sonnenschutz und Co. ganz einfach befestigen.

Alle Markisen mit passenden Angeboten im Überblick gibt es hier

Diverse Ergänzungsteile

Apropos Sonnenschutz. Steht erst einmal die Markise, können Camper diese nach Belieben – und Wetterlage – mit passenden Seiten- und Frontteilen erweitern. Alle Markisenhersteller haben für ihre Produkte diverse Ergänzungsteile im Portfolio, die vor Wind, Sonne und Regen schützen sollen. Die Montage geht schnell von der Hand. Das Frontteil des Sunblockers von Thule wird in die Kederschiene eingeschoben und über Spanngummis, Seile und Heringe befestigt. Für die Seiten werden Stangen aus Aluminium zwischen Gehäuse und Frontprofil gespannt, an denen die Seitenteile Halt finden. Der Sunblocker ist luftdurchlässig, dient als Sicht- und Sonnenschutz und passt zu allen Thule-Markisen.

Auch Dometic und Fiamma haben mit dem Sunprotect beziehungsweise Blocker ähnliche Produkte parat. Alle liegen preislich bei rund 90 Euro. Mit dem Rollo+ offeriert Dometic zusätzlich einen Sichtschutz für alle werkseigenen Wandmarkisen mit Stützfüßen. In den Farben Weiß oder Grau und Längen von 2,60 bis 4,00 Meter erhältlich, wird der in die Frontblende einmalig integriert und ist anschließend in der Höhe beliebig einstellbar.

Mit Markisenvorzelten finden all diejenigen eine Lösung, die sich nach einem geschützten Raum sehnen – auch bei schlechtem Wetter. Sie sind zwar bei Dauerregen weniger robust als echte Vorzelte, dafür aber deutlich leichter und kompakter zu verstauen. Auch hier bleiben die Nutzer in der Anwendung flexibel. Die modulare Erweiterung Privacy Room von Fiamma besteht beispielsweise aus zwei Seitenteilen und einem Frontteil. An der Seite werden die Profile über den sogenannten Fast-Clip zusammengeklemmt: eine Vorrichtung aus Aluminium, die als Verbindung zwischen Markisentuch und Seitenwand fungiert. Ein Reißverschluss verbindet im Anschluss Front- und Seitenwand. Alle Elemente verfügen über ein Fenster mit Moskitonetz und bestehen aus wasserdichtem Vinyl.

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Timo Großhans
Einmal an der Markise des Campers angebracht, spendet der Sunblocker nicht nur Schatten, sondern dient auch als Sichtschutz vor neugierigen Blicken.

Der Privacy Room passt an die F45s und an die F80s, allerdings nur bei einem Ducato ab Baujahr 06/2006. Preislich startet er bei 1040 Euro. Etwas günstiger ist der Privacy Room Light. Das leichte Markisenvorzelt für die F45s kostet rund 270 Euro weniger und wiegt mit zwölf Kilogramm auch nur etwa die Hälfte. Speziell für Campingbusse eignet sich dagegen die rund 690 Euro teure CS-Light-Variante 250 und 270 Van für die F35 Pro.

Vergleichbare Produkte haben Dometic mit dem Camproom ab 1264 Euro und Thule mit dem Residence für 1300 Euro oder dem Panorama ab 1980 Euro im Angebot. Wer sein Vorzelt nach dem Kauf noch wohnlicher einrichten möchte, kann dieses mit Vorhängen optisch aufpeppen. Nahezu alle Hersteller haben passende Gardinen im Repertoire.

Ganzzelte wie das Fiamma Privacy Ultra Light für die F45s oder das Thule Quickfit für die Ducato-Varianten können eine weitere Alternative sein. Diese Modelle sind einteilig, also nicht in Front- und Seitenpartien aufteilbar. Sie aufzubauen ist anspruchsvoller, dafür sind sie resistenter gegenüber stürmischem Wetter. Grund: Sie sind aus Ripstop, einem Material, das dank spezieller Webetechnik besonders reißfest ist.

Damit kann der nächste Camping-Ausflug kommen – egal bei welchem Wetter.

Den passenden Sonnenschutz und Vorzelte im Überblick gibt es hier

Markisen richtig abspannen

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Timo Großhans
Das Sturmband festziehen. Auf der anderen Seite mindestens ein weiteres Band spannen und die Schritte eins bis drei wiederholen.

Bei Markisen gilt das Motto "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen". Oder besser gesagt: Erst abspannen, dann entspannen. Sturmbänder schützen Markisen vor ihrem ärgsten Feind, dem Wind. Wobei diese Produktbezeichnung etwas irreführend ist, denn bei einem richtigen Sturm sollte das Spanntuch längst eingefahren sein. Dometic, Fiamma und Thule bieten Markisen-Sets für rund 25 Euro an. Auch andere Anbieter wie Peggy Peg haben Sturmbänder im Programm. Das Prinzip ist bei allen nahezu identisch: Das Tie Strap von Peggy Peg besteht aus zwei jeweils drei Meter langen orangefarbenen Gurten mit zwei Spannfedern und einem Adapter, der in die Kederschiene eingeführt wird. Je nach Markisenfabrikat wird am Gelenk der Stützfüße auch eine Öse angebracht. Darin greift ein S-Haken samt Spannleine. Ein Hering verankert die Vorrichtung im Boden. Als Bindeglied zwischen Sturmband und Pflock dient eine Spiralfeder.

5 Tipps rund um die Markise

  1. Eine Markise nachträglich anzubringen ist kein Problem. Doch dabei die Zuladung des Campingbusses nicht außer Acht lassen. Eine Markise wiegt bis zu rund 30 Kilogramm.
  2. Vor der Montage an der Seitenwand beachten, dass das Gestänge der ausgefahrenen Markise eventuell mit der Schiebetür kollidieren könnte. Deshalb das Gehäuse inklusive Adapter in ausreichender Höhe anbringen.
  3. Die Stützen beim Auskurbeln der Markise möglichst früh ausfahren und schräg abstellen. So wird vermieden, dass die Verankerungen der Markise an der Karosserie beim Ausfahren überstrapaziert werden.
  4. Am einfachsten gestaltet sich der Aufbau zu zweit. Dann können die Stützfüße gleichzeitig auf etwa einheitliche Länge gebracht werden. Ansonsten drohen die Gelenke der Stützbeine bei stark ungleichen Winkeln zu brechen.
  5. Am besten einen Fuß etwas höher stellen als den anderen. Das sorgt für ein leichtes Gefälle, damit Regenwasser besser ablaufen kann.

Reinigung und Pflege

Jeder Urlaub geht einmal zu Ende. Was zu Beginn aufgebaut wurde, muss nun wieder sorgfältig zurück in das Gehäuse oder den Sack. Bei Markisen, Vorzelt und Co. gilt: Pflege ist das A und O. Vor allen Dingen beim Markisentuch entscheidet eine regelmäßige Reinigung über dessen Langlebigkeit. Folgende Tipps können helfen.

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Timo Großhans
Putzen: Vor dem Reinigen Zweige und Blätter vom Markisentuch entfernen.

5 Tipps für die Pflege

  1. Die Markise nie nass aufrollen, ansonsten droht das Tuch zu schimmeln. Das gilt auch für die Front- und Seitenteile der Vorzelte. Bei Nässe den Stoff zu Hause noch einmal aufhängen und die Markise zum Trocknen ausfahren.
  2. Nicht unter der Markise kochen. Dämpfe können das Markisentuch beschädigen und Fettflecken verursachen.
  3. Nadeln von Bäumen in südlichen Gefilden können auf die Markise fallen. Die Folge: Harzflecken. Eine dünne Plane aus dem Baumarkt bietet günstigen Schutz. Ansonsten helfen Spezialreiniger wie Baumharz-Entferner weiter.
  4. Hitze sorgt dafür, dass sich das Markisentuch ausdehnt und Falten schlägt. Deshalb den Sonnenschutz wenn möglich abends einfahren. Ansonsten das Tuch an einem kühleren Tag noch einmal auskurbeln. Das Tuch entfaltet sich dann von alleine.
  5. Sollte das Markisentuch durch spitze Gegenstände einen kleinen Riss erhalten haben, muss es nicht gleich ausgetauscht werden. Dometic, Fiamma und Thule haben Reparatursets aus durchsichtigen Klebestreifen im Angebot, die auf das Tuch aufgeklebt werden. Preislich liegen alle Sets bei rund 20 Euro.

3 Tipps für die Reinigung

  1. Mit einer Bürste das Markisentuch von grobem Schmutz sowie Ästen und Blättern befreien. Danach die ausgefahrene Markise mit Wasser befeuchten.
  2. Die Markise mit einem Schwamm reinigen. Die meisten Markisentücher bestehen aus Vinyl oder Acryl. Bei Ersterem können Gallseife oder Handwaschmittel verwendet werden. Bei Acryl nur Wasser. Mellerud bietet einen Spezialreiniger für Markisen und Polster an (ab 7,35 Euro). Die Markisenhersteller haben auch selbst eigene Reiniger im Angebot. Am Ende kann man das Tuch noch imprägnieren, um dessen wasserabweisende Funktion zu erhalten.
  3. Flecken nicht durch starkes Reiben entfernen, sondern nur leicht abtupfen. Vogeldreck zügig entfernen, da er Verätzungen hervorrufen kann.

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