Ohne Kaffee geht es morgens für viele Deutsche nicht aus dem Haus. Im letzten Jahr lag der Pro-Kopf-Konsum bei 163 Litern. Kein Wunder also, dass auch für die meisten Camper mindestens das gute Tässchen am Morgen einfach dazugehört. Wer möglichst schnell und ohne Aufwand in den Genuss des Heißgetränks kommen will, ist am besten mit einer Portionskaffeemaschine bedient. Im Idealfall dauert es weniger als eine Minute bis zum fertigen Kaffee. Die perfekte Pulvermenge steckt bereits in Kapseln oder Pads.
Testergebnisse im Überblick:
Vor- und Nachteile der Modelle
Dem promobil-Vergleichstest stellen sich sechs Portionskaffeemaschinen. Einige sind so handlich, dass sie auch mal auf der Abdeckung des Herds oder der Spüle stehen können. Den Testsieg streicht dabei die Nescafé Dolce Gusto Genio S von Krups ein. Doch alle Modelle haben ihre eigenen Vorzüge.
Wichtig: Elektrische Kaffeemaschinen erfordern Abstellfläche und 230 Volt. Wer keinen Landstrom oder Wechselrichter an Bord hat, findet passende Alternativen für den autarken Kaffeegenuss hier: 13 Methoden der Kaffeezubereitung beim Camping ohne Maschine.
Der Testsieger: Nescafé Dolce Gusto Genio S von Krups

Nescafé Dolce Gusto Genio S: Der Träger wird zum Befüllen entnommen. Einen Auffangbehälter für gebrauchte Kapseln gibt es keinen.
Ein wahres Leichtgewicht mit gerade einmal zwei Kilogramm ist der Testsieger: Nescafé Dolce Gusto Genio S von Krups. Ihre geringe Tiefe macht sie ebenfalls zur campingtauglichen Reisebegleiterin. Nebenzahlreichen Espresso-, Lungo- und Café-Grande-Sorten können mit ihr auch Milchkaffeespezialitäten sowie Tee und heiße Schokolade zubereitet werden.
Eine Vielzahl von Möglichkeiten ergibt sich aus der Option, die Wassermenge vor jedem Brühvorgang individuell einzustellen. Ist der abgeschlossen, tropft die Maschine allerdings stark nach. So läuft der kleine Restwasserbehälter schnell voll.
Verhindern lässt sich das, indem der Deckel sofort nach dem Brühvorgang geöffnet wird. Trotzdem erreicht sie im Test die beste Punktzahl, auch aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.
Philips Baristina mit Siebträger-Technik
Das schwerste und ausladendste Modell kommt von Philips. Das Besondere an der fünf Kilogramm schweren Baristina mit Siebträger-Technik ist das integrierte Mahlwerk. Es mahlt frische Bohnen nach Bedarf. Das hat zwar seinen Preis, verspricht jedoch ein besonderes Kaffeearoma und verursacht keinen Müll.
Tchibo Call me Pad: Filterkaffee auf Knopfdruck

Tchibo Call me Pad: Die Padmaschine ist die einzige im Test, die auch zwei Tassen parallel zubereiten kann.
Umweltschonend sind auch Kaffeepads, die als Ganzes in die Biotonne wandern dürfen. "Call Me Pad" heißt das geräuscharm laufende Modell von Tchibo im Test, das auf den Kaffee in runden Filterpapiertütchen setzt.
Espressoliebhaber kommen mit ihr allerdings nicht auf ihre Kosten. Zwar können die Auswahltasten für die Wassermenge individuell eingestellt werden, eine feine Crema entsteht aber erst ab der voreingestellten Mindestmenge von 120 Millilitern, was einer klassischen Tasse Kaffee entspricht.
Tchibo Qbo Kapselmaschine
Tchibo ging ebenfalls mit einer Kapselmaschine ins Rennen. Die Qbo, nach ihren würfelförmigen Kunststoffkapseln benannt, ist deutlich kompakter als das Pad-Modell. Sie läuft ebenfalls recht leise und überrascht mit einer schicken Beleuchtung während des Brühvorgangs.
Das kompakteste Modell: Nespresso Essenza Mini
In Sachen Kompaktheit kommt keine getestete Maschine an die Nespresso Essenza Mini heran. Mit nur 8,4 Zentimeter in der Breite genügt ihr ein kleiner Streifen Küchenarbeitsfläche. Eine perfekte Crema krönt sowohl den Espresso als auch den 150 Milliliter langen Lungo. Bei der Kaffeetemperatur bildet die Essenza Mini aber das Schlusslicht.
Nespresso Vertuo Pop: Kaffeekapseln mit Barcodes

Nespresso Vertuo Pop: Die runden Kapseln für die Nespresso Vertuo Pop unterscheiden sich je nach Kaffeesorte und benötigter Wassermenge in ihrer Höhe.
Aus derselben Schmiede stammt die größere und schwerere Nespresso Vertuo Pop. Die Kapseln unterscheiden sich jedoch von den klassischen Nespresso-Kapseln. Sie sind je nach Sorte mit einem Barcode versehen, der von der Maschine nach dem Einlegen gelesen wird und dafür sorgt, dass die passende Wassermenge ausgegeben wird. Der gesamte Brühvorgang dauert allerdings auch deutlich länger als bei den übrigen Testkandidaten.
Der Testsieger: Den besten Kompromiss aus allen getesteten Kategorien schafft die kompakte Krups Nescafé Dolce Gusto Genio S, die dazu auch mit ihrer umfangreichen Auswahl an Kaffee- und Milchkaffeespezialitäten punktet.
So testet promobil Kaffeemaschinen
Eine gute Kaffeemaschinebrüht Tasse für Tasse gleichbleibenden Kaffee. Wichtig ist die Trinktemperatur. Während je zehn Brühvorgängen pro Testkandidat blieb sie zwar relativ konstant, jedoch war sie nicht bei jeder Maschine optimal. Studien zufolge empfinden die meisten Menschen eine Trinktemperatur zwischen 68 und 70 °C als angenehm. Mit einem Wert von 74 °C lag die Tchibo Call Me Pad deutlich darüber. Mit durchschnittlich 67,7 °C könnten einige den Kaffee der Nespresso Essenza Mini als zu kühl empfinden. Kontinuität ist auch bei Wassermenge und Brühzeit erwünscht.

Beide Disziplinen meisterten die sechs Maschinen mit Bravour. Bei der Lautstärkemessung waren keine größeren Ausreißer zu verzeichnen. Auffallend leise zeigte sich die Padmaschine. Ebenso floss das Handling samt Reisemobiltauglichkeit in die Bewertung mit ein. Sehr große und schwere Modelle wie die Philips Baristina eignen sich nur für große Küchen. Ein weiteres Kriterium war die Reinigung. Außer den spülmaschinenfesten Restwasserschalen der Dolce Gusto und der Tchibo Call Me Pad sind alle losen Teile von Hand zu säubern.
Weitere Kaffeemaschinen fürs Camping im promobil-Praxistest
Diese Kaffeemaschinen sind von promobil im Praxiseinsatz beim Camping getestet und laufen außer Konkurrenz zu den Kaffeemaschinen aus dem Vergleichstest am Anfang des Artikels. Dennoch verbergen sich darunter einige spannende Optionen für umweltbewusste Camperinnen und Camper sowie solche, die besonders gerne autark unterwegs sind.
1. Kaffee-Ball-Maschine CoffeeB
CoffeeB möchte das Umweltgewissen von Kapselmaschinen-Nutzenden beruhigen, denn die "Kapseln" sind hier Bälle aus 100 % Kaffee mit einer Alginatschutzschicht. Nach dem Brühen landen die Kugeln entweder im Biomüll oder düngen Pflanzen. Dazu drückt man die Bälle einfach zusammen und das Pulver verteilt sich. Auch die Verpackung besteht aus Papier und Pappe und ist so recycelbar.
Es gibt acht Kaffeesorten, die entweder online unter coffeeB.de oder in Filialen von Edeka, Marktkauf, Mediamarkt oder Saturn gekauft werden können. Alle probierten Sorten schmecken ähnlich gut wie bei anderen Kapselsystemen. Die Preise liegen aktuell bei 3,69–3,99 Euro für neun Portionen und damit auf gehobenem Niveau. Dennoch gibt es für die Idee einen Daumen hoch.
Die Bedienung der Maschine ist denkbar einfach. Eine Kugel kommt oben in den manuell zu bedienenden Schacht. Ist dieser geschlossen, klappt man den seitlichen Hebel nach unten und wählt entweder Espresso, Lungo oder heißes Wasser.
Mit 19 Bar presst die Maschine dann das Wasser durch den Kaffee. Dabei arbeitet der Automat angenehm leise. Ist der Vorgang beendet, klappt der Hebel automatisch hoch und die Kugel fällt in den Auffangbehälter.
Ein Problem, wenn die Benutzer unterschiedliche Kaffeemengen bevorzugen, denn bei der CoffeeB ist es so nicht möglich, sich zum Beispiel aus einer Kapsel einen doppelten Espresso zu machen. Neun Kugeln können im mitgelieferten Rondell gelagert werden.
Im Test war die Bedienung aber hakelig. Bei rund 60 Probe-Kaffees hat das Brühen bei fünf Kugeln nicht funktioniert, was bei dem Portionspreis ärgerlich ist. Auch die Anzeige für einen vollen Auffangbehälter funktionierte nicht zuverlässig.
Einen weiteren Punktabzug gibt es für die Größe der Maschine, die in vielen Fahrzeugen die Suche nach einem Stauraum während der Fahrt erschwert. Ein bisschen Feinarbeit an der Technik und eine kleinere Maschine für Camper stehen auf der Wunschliste, dann steht diesem Produkt nichts mehr im Weg.
2. Autarke Akku-Kaffeemaschine von Einhell TE-CF 18 Li-Solo

Die Maschine kann entweder mit Pads oder losem Pulverkaffee genutzt werden.
- Ist: eine kompakte, 1,17 kg schwere Kaffeemaschine ohne eigenen Akku, die mit dem Einhell-Wechselakku betrieben wird und daher mit verschiedenen Akkukapazitäten genutzt werden kann.
- Kostet: 103 Euro mit 4,0-Ah-Akku-Starterkit oder 70 Euro ohne Akku.
- Kaufen: Die Einhell-Kaffeemaschine hier bestellen. Gibt es bei Amazon.
- Wertung: empfehlenswert
Zubehör für die Kaffeemaschine im Test
Regelmäßig haben wir auch Zubehör für die Kaffeemaschine im Wohnmobil im Praxistest.
S´Käpsele Kaffeemaschinenhalterung

S´Käpsele ist eine praktische wie dekorative Halterung für die unter Campern sehr beliebten Nespresso-Kaffeemaschinen.
- Ist: eine praktische wie dekorative Halterung für die unter Campern sehr beliebten Nespresso-Kaffeemaschinen.
- Für: alle Camper, die sich einen festen, sicheren Platz für ihre Kapselmaschine wünschen und die bunten Kapseln etwas in Szene setzen wollen.
- Kostet: ab 100 Euro
- Kaufen: Hier können Sie die Kaffeemaschinenhalterung s´Käpsele kaufen.
- Bewertung: empfehlenswert
Kann: ständiges Auf- und Abbauen der Kaffeemaschine vermeiden und bei entsprechend hohem Montageplatz Küchenarbeitsfläche freigeben, die sonst von der Maschine blockiert wäre. Außerdem lassen sich die bunten Kaffeekapseln dekorativ in der integrierten Halterung einfädeln und sind somit immer griffbereit. Die Kaffeemaschine wird mit Gummipuffern in der Halterung gehalten und mit einem Spanngurt fixiert
Kann nicht: für alle erhältlichen Nespresso-Kaffeemaschinen verwendet werden, da die Halterung aktuell nur für die Modelle Essenza Mini und Pixie von Krups oder DeLonghi zu haben ist.





