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Aufbautür am Reisemobil tauschen

Aufbautür am Reisemobil tauschen Die sichere Haustür nach Maß

Eine neue Aufbautür verspricht mehr Komfort und Sicherheit. promobil zeigt, wie der Profi-Austausch abläuft und worauf bei Türen zu achten ist.

In Ostrach in Oberschwaben hat das Familienunternehmen Tegos seinen Sitz und produziert Türen, Klappen und Kabelbäume für zahlreiche Hersteller. So gehören unter anderem Hymer, Dethleffs, Fendt und Bürstner zu den Kunden, die hier einkaufen. Über 200 MitarbeiterInnen fertigen und montieren hier nahezu alle Komponenten zum größten Teil in Handarbeit. Täglich verlassen zwischen 75 und 100 Aufbautüren und 150 bis 200 Aufbauklappen das Werk.

Aber nicht nur die Hersteller, auch EndkundInnen können ihre Reisemobile vor Ort umrüsten lassen. Die Tegos-Manufaktur fertigt Türen und Klappen individuell nach Maß an und hat dazu Komfort- und Sicherheitszubehör, wie unter anderem Sicherheitsschlösser, Zentralverriegelungen von Türen und Klappen bis hin zur Alarmanlage, im Angebot. Nach Terminabsprache wird der Türentausch vor Ort innerhalb von 1,5–2 Tagen erledigt.

Die Preisgestaltung ist dabei transparent und übersichtlich. Es gibt vier Türvarianten mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen, jeweils zum Festpreis inklusive Einbau. Los geht es bei der Premium-Tür mit Einfach-Verriegelung für 1.450 Euro. Am anderen Ende der Preisskala steht die Premium-Tür mit Doppelverriegelung, Zuziehhilfe und schlüssellosem Zugang. Außerdem gibt es in diesem Top-Tür-Komplett-Paket auch noch eine maßgefertigte Fliegengittertür, LED-Türfensterbeleuchtung und einiges mehr zum Paket-Preis von 2.989 Euro.

Das klingt erst einmal recht teuer, aber so viel sei verraten: Sieht man den Handarbeitsanteil und die akribische Genauigkeit bei der Anfertigung der Austauschteile, relativiert sich der Preis etwas. Auch bei der eigentlichen Bedienung von Austauschtür und Fliegengitter stellt man fest, dass der betriebene Aufwand Früchte trägt. Alles ist leichtgängig und passt millimetergenau zusammen. Das fühlt sich besser an als bei vielen nagelneuen Reisemobilen. Spätestens wenn eine Aufbautür aufgrund eines Schadens getauscht werden muss, sollte man sich nicht nur beim Händler über eine neue Originaltür informieren, sondern auch mal hier in Oberschwaben nachfragen.

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Mit ein paar Handgriffen ist die alte Tür ausgebaut – innerhalb weniger Minuten.

1. Schritt: Demontage der alten Tür

Der Tag beginnt früh mit der Demontage der alten Aufbautür – in unserem Fall die eines Phoenix-Alkovens. Die BesitzerInnen sind mit der Schließgenauigkeit und der Isolierung nicht zufrieden und vermissen außerdem ein Fenster in der Aufbautür. Abhilfe soll hier die Premium-Top-Tür schaffen.

Die alte Pforte ist nach dem Lösen der Stromzufuhr schnell ausgehängt. Etwas länger dauert es bei der Fliegengittertür. Deren Originalrahmen ist überbreit, um den Spalt zwischen Aufbauwand und Möbelbau zu überdecken. Der Rahmen der neuen Fliegengittertür wäre hierfür aber zu schmal. Deshalb wird in diesem Fall das alte Bauteil wiederverwendet und mit der Neukonstruktion passgenau verbunden.

Nach rund 1,5 Stunden hat dann auch der alte Aufbau-Türrahmen als letztes Teil seinen Platz verlassen und wird entsorgt. Der Werkstattleiter Ahmet Islek macht sich anschließend auf den Weg durch die vier Werkshallen und gibt die nochmals nachgemessenen und überprüften Türdaten an alle beteiligten Gewerke weiter.

2. Schritt: Zuschnitt von Außen- und Innenblatt

Dann werden just in time das Außen- und Innenblatt zugeschnitten und der Türrahmen gebogen und pulverbeschichtet. Als Isolierung dient ein spezieller Zwei-Komponenten-Schaum, der nach der Vormontage zwischen die Türblätter gespritzt wird. So entsteht eine homogene und stabile Dämmschicht in der Tür.

Eine Fräse schneidet danach die Ausschnitte für Griff und Fenster präzise heraus. Die Innenverkleidung aus ABS-Kunststoff wird im Vakuum-Thermoform-Verfahren ebenfalls in Ostrach hergestellt.

3. Schritt: Vorbereitung des Türausschnitts

In der Zwischenzeit bereitet eine MonteurIn den Türausschnitt für die Montage vor. Neben dem Säubern und Abschleifen der Kanten sollen Holzblöcke als Verstärkung eingesetzt werden. An den Stellen, wo später die Türscharniere und Verriegelungen sitzen, wird deshalb die Isolierung ausgeschachtet, und passend zugeschnittene Holzquader werden eingeklebt und abgedichtet. Das soll eine dauerhafte Stabilität der Türposition und somit hohe Schließgenauigkeit gewährleisten.

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An den Aufnahmepunkten für die neuen Schlösser und Scharniere werden maßgeschnittene Holzklötze zur Stabilisierung in die Sandwichwand eingeklebt und abgedichtet.

4. Schritt: Zusammensetzen der neuen Aufbautür

Am frühen Nachmittag liegt der Türrohling mit montiertem Fenster und Verdunkelungsrollo bei Ahmet Islek auf der Werkbank. Insgesamt besteht die neue Aufbautür aus über zweihundert Einzelteilen, die nun zusammenfinden müssen.

Als Erstes wird der Schließzylinder der alten Tür in die Griffeinheit der neuen eingefügt. Dann klebt Ahmet Islek den Sensor für die schlüssellose Schlossöffnung per RFID-Chip auf die Rückseite des Griffs und setzt die Einheit mittels Kleb- und Dichtmasse in die ausgefräste Öffnung im Türblatt ein.

Auf der Innenseite montierter danach den Schließmechanismus, der später die Doppelverriegelung bedient. Im Rahmen des Türrohlings sind bewegliche Metallplättchen mit Gewindeloch, sogenannte Schlitten, eingesetzt, an denen je zwei Hülsen für die Montage der drei Türscharniere befestigt werden.

5. Schritt: Einsetzen des Türrahmens, Abstimmung der Tür

Der Rahmen der neuen Tür wurde inzwischen von zwei KollegInnen in die Phoenix-Seitenwand eingepasst und mit Metallklammern von innen befestigt. Bis zu 35 dieser Klammern halten den Rahmen an seinem Platz. An den eingesetzten Holzverstärkungen wird das Bauteil zusätzlich mit dem Aufbau verschraubt.

Die neue Tür kommt dann zum ersten Mal an das Fahrzeug zur Abstimmung der weiteren Arbeiten. Ahmet Islek markiert die Stellen an der Tür, an denen die Verriegelungen sitzen sollen, und hängt die Tür wieder aus. Zurück an der Werkbank müssen nun die Verschraubungspunkte der beiden Verriegelungen vorgebohrt werden.

Mit einer Schablone legt der Spezialist den richtigen Abstand zum Türrand fest und verschraubt die beiden Verriegelungsmodule. Sie sind mit einer elektrischen Zuziehhilfe ausgestattet, die dafür sorgt, dass sich die Tür später automatisch ins Schloss zieht. Man muss nur leicht drücken, damit die Verriegelungen einhaken. Kleine Elektromotoren erledigen dann den Rest und ziehen die Tür zu.

6. Schritt: Finaler Zusammenbau

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Schloss und Verriegelung werden mittels Metallstangen verbunden und justiert.

Jetzt müssen Schloss und Verriegelungsmodule mechanisch verbunden werden. Hierfür biegt und schneidet Ahmet Islek Metallstangen passend zu und hängt sie an vorgegebenen Punkten ein. Dann folgt die penible Einstellung der Gesamtanlage. Beide Verriegelungen müssen absolut synchron arbeiten, damit die Tür später perfekt schließt.

Zwei Metallprofile dienen später als Aufnahme für den Zuziehgriff auf der Innenseite. Kurz vor Feierabend hängt das Team die Tür provisorisch ein, und die BesitzerInnen können im Mobil auf dem Stellplatz auf dem Werksgelände übernachten.

7. Schritt: Fliegengittertür und Innenverkleidung

Am nächsten Morgen fertigt ein Mitarbeiter die Fliegengittertür nach Maß an und muss in diesem speziellen Fall den neuen Rahmen mit den alten überbreiten Teilen verbinden, damit später im Innenraum die Lücken zwischen Wand und Möbeln auch abgedeckt sind.

Bei Ahmet Islek kommt die Innenverkleidung als Rohling an, der in Form geschnitten werden muss. Danach klemmt der Werkstattleiter sie in den Türblattrahmen und markiert die Positionen des Fensters, der Verriegelungen, des Innentürgriffs sowie die des zusätzlichen Sicherheitsschlosses.

8. Schritt: Verkabelung und finaler Check

Ist das erledigt, müssen die Kabel zwischen Stellmotoren und Steuermodulen sauber verlegt und verbunden werden. Während das eine KollegIn erledigt, schneidet der Werkstattleiter die benötigten Öffnungen in die Innenverkleidung. Hier ist genaues und sauberes Arbeiten noch wichtiger als vorher, denn jedes unpräzise Loch ist später an der Türinnenseite zu sehen.

Nachdem die Verkabelung erledigt ist, alle nötigen Öffnungen geschnitten sind und die Dekorfolie in Carbonoptik aufgeklebt ist, folgt die finale Überprüfung der Passgenauigkeit. Ahmet Islek ist zufrieden und nimmt die Innennverkleidung ein letztes Mal ab für die finale Montage und Justierung am Fahrzeug.

Dazu wird die Tür eingehängt, die Stromversorgung angeschlossen und alle Funktionen überprüft. Dann müssen die drei Scharniere für den korrekten Sitz der Tür noch präzise eingestellt werden. Ist das alles erledigt, kommt die Innenverkleidung endgültig an ihren neuen Platz und wird zusätzlich mit zwei Schrauben am Türblatt fixiert.

Danach montiert Ahmet noch das Zusatzschloss samt Abdeckung und den Zuziehgriff. Der letzte Arbeitsschritt ist das Anbringen der Schwallwasserdichtung am Türblatt, die zusammen mit der Hauptdichtung am Rahmen Wasser und Zugluft draußen hält. Auf der Innenseite fehlt noch die Montage der erneuerten Fliegengittertür. Gegen 15 Uhr können die Phoenix-EignerInnen ihr Fahrzeug mit neuer Komfort-Aufbautür samt Fenster wieder in Empfang nehmen.

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Klappen in vielen Formen und Größen werden auf Maß gefertigt.

Individuelle Lösungen für jede ReisemobilistIn

Neben den "Standard"-Türen gibt es in der Tegos-Manufaktur Lösungen für nahezu jedes Türen- und Klappen-Problem. Liftanlagen für RollstuhlfahrerInnen oder Menschen, denen das Erklimmen der Stufen nicht möglich ist, sind ebenso machbar wie extra breite Aufbautüren.

Auch in Sachen Außenklappen sind ungewöhnliche Formen und Dimensionen als Einzelanfertigungen bestellbar. Hier hilft es, dass nahezu jedes dazu benötigte Teil im Werk hergestellt werden kann. Auch hier gibt es eine transparente Preisgestaltung je nach Klappengröße. Die Breite plus die Höhe in Millimetern bestimmen die Kosten.

Die Grenzen liegen bei 800, 1.400, 2.000 und 2.500 Millimetern, und die Preise betragen 650 bis 1.100 Euro inklusive Einbau und eventueller Entsorgung der alten Klappe. Zusätzlich können diverse Zubehörkomponenten an Tür und Klappe eingebaut werden. Von der Alarmanlage bis hin zur Zentralverriegelung reicht das Angebot.

Hat man ein Fahrzeug, in dem ab Werk schon eine Tegos-Tür oder -Klappe eingebaut ist, kann man auch einiges nachrüsten lassen. Einzig die Zuziehhilfe gibt es nur in Verbindung mit einer neuen Aufbautür.