Vorsicht bei der Wohnmobilzulassung! So vermeiden Sie die 6 dümmsten Fehler

Wohnmobilzulassung in Deutschland
Vermeiden Sie diese 6 Fehler bei der Zulassung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.02.2026
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TÜV Rheinland
Foto: Reichel, Becker

Die Wohnmobilzulassung wirkt komplizierter, als sie sein muss. Wer Voraussetzungen, Unterlagen und Ablauf kennt, vermeidet typische Fehler bei TÜV und Zulassungsstelle – und spart bares Geld.

Fehler 1: Das Fahrzeug gilt nicht automatisch als Wohnmobil

Einer der häufigsten Irrtümer: Ein Fahrzeug mit Bett oder Campingausstattung gilt automatisch als Wohnmobil. Tatsächlich wird ein Fahrzeug nur dann anerkannt, wenn es die gesetzlich vorgeschriebene Mindestausstattung erfüllt. Fehlt ein vorgeschriebenes Element oder ist die Ausstattung nicht fest verbaut, kann die Zulassung abgelehnt werden.

Darauf kommt es an:

  • Schlafplatz, Sitzgelegenheiten, Tisch, Kochmöglichkeit und Stauraum sind Pflicht
  • Die Ausstattung muss überwiegend fest verbaut sein
  • Mobile Campingmöbel reichen nicht aus

Fehler 2: Umbauten ohne Rücksprache mit dem TÜV

Gerade bei Selbstausbauten wird häufig erst am Ende geprüft, ob der Ausbau zulassungsfähig ist. Das kann teuer werden. Werden Einbauten beanstandet, sind Nachbesserungen nötig oder ein Gutachten wird verweigert.

So vermeiden Sie Probleme:

  • Umbauten frühzeitig mit TÜV oder DEKRA abstimmen
  • Sicherheitsrelevante Bauteile sauber dokumentieren
  • Elektrik und Gasanlagen fachgerecht installieren

Fehler 3: Unvollständige oder falsche Unterlagen

Ein weiterer Klassiker: Der Termin bei der Zulassungsstelle scheitert an fehlenden Dokumenten. Besonders bei Umbauten oder Importfahrzeugen werden häufig zusätzliche Nachweise verlangt, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich sind.

Diese Unterlagen sind besonders wichtig:

  • Personalausweis oder Reisepass (ggf. mit Meldebescheinigung)
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und II
  • Nachweis der Hauptuntersuchung
  • eVB-Nummer der Versicherung
  • SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
  • Ggf. Gutachten oder CoC-Bescheinigung

Fehler 4: Der Ablauf wird unterschätzt

Viele gehen davon aus, dass die Wohnmobilzulassung in einem einzigen Behördengang erledigt ist. In der Praxis sind mehrere Schritte notwendig, die in der richtigen Reihenfolge erfolgen müssen.

Der richtige Ablauf:

  • Versicherung abschließen und eVB-Nummer erhalten
  • TÜV-Abnahme oder Gutachten durchführen lassen
  • Termin bei der Zulassungsstelle wahrnehmen
  • Kennzeichen anbringen und Fahrzeug nutzen

Wer diesen Ablauf einhält, vermeidet unnötige Wartezeiten und doppelte Termine.

Fehler 5: Kosten falsch einschätzen

Die reinen Zulassungsgebühren sind überschaubar, doch zusätzliche Kosten werden häufig unterschätzt. Besonders bei Selbstausbauten oder Importfahrzeugen können TÜV-Gutachten oder Nachprüfungen den Gesamtbetrag erhöhen.

Typische Kostenpunkte:

  • Zulassungsgebühr
  • Kennzeichen und Wunschkennzeichen
  • Hauptuntersuchung
  • Ggf. Einzelabnahme oder Gutachten

In vielen Fällen liegen die Gesamtkosten zwischen 100 und 200 Euro, können jedoch je nach Aufwand steigen.

Fehler 6: Falsche Zulassungsart wählen

Nicht jedes Wohnmobil muss ganzjährig zugelassen werden. Wer die falsche Zulassungsart wählt, zahlt unter Umständen unnötig Steuern oder Versicherungsbeiträge.

Mögliche Zulassungsarten:

  • Ganzjahreszulassung
  • Saisonkennzeichen
  • Kurzzeitkennzeichen
  • H-Kennzeichen bei Oldtimern

Fazit