Sind die M+S-Ganzjahresreifen für die Tonne? Diese Reifen gehören jetzt ans Wohnmobil!

Winterreifenpflicht für Wohnmobile 2026
Sind die M+S-Ganzjahresreifen für die Tonne?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.01.2026
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Winterreifentest 13
Foto: Uli Regenscheit

Der Winter hat Deutschland aktuell fest im Griff: Schnee, Eis und anhaltende Minusgrade sorgen vielerorts für glatte Straßen. Viele Reisemobilhalterinnen und -halter fragen sich daher, ob ihre Bereifung noch zulässig ist. Eine häufig gestellte Frage lautet:

"Muss ich meine M+S-Ganzjahresreifen jetzt wegschmeißen, weil es verboten ist, sie zu benutzen?"

Die klare Antwort lautet: Nein – aber unter den derzeitigen Witterungsbedingungen dürfen Sie mit ihnen nicht fahren.

Was ist bei der aktuellen Wetterlage erlaubt – und was nicht?

Seit dem 1. Oktober 2024 gilt in Deutschland eine verschärfte Auslegung der sogenannten situativen Winterreifenpflicht. Entscheidend ist nicht der Kalender, sondern allein die tatsächliche Straßenlage.

  • Bei Schnee, Eis, Schneematsch, Reif- oder Glatteis dürfen ausschließlich Reifen verwendet werden, die mit dem Alpine-Symbol (3PMSF, Schneeflocke im Bergpiktogramm) gekennzeichnet sind.
  • Ganzjahresreifen mit reiner M+S-Kennzeichnung erfüllen diese Vorgabe nicht mehr und gelten rechtlich nicht als wintertauglich.

Da aktuell in vielen Regionen Deutschlands genau diese winterlichen Bedingungen vorherrschen, ist das Fahren mit M+S-Reifen ohne Alpine-Symbol derzeit nicht zulässig.

Sind M+S-Reifen damit grundsätzlich verboten?

Allwetterreifen im Test
Ingolf Pompe

Nein. M+S-Reifen sind nicht generell verboten und müssen auch nicht entsorgt werden. Sie dürfen weiterhin gefahren werden, sofern keine winterlichen Straßenverhältnisse herrschen, etwa bei trockener Fahrbahn oder milder Witterung.

In der aktuellen Situation mit Schnee und Eis bedeutet das jedoch ganz konkret: Das Fahrzeug muss stehenbleiben, bis sich die Straßenverhältnisse deutlich bessern – oder es müssen Winter- oder Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol montiert werden.

Welche Folgen drohen bei Verstößen?

Wer bei winterlichen Bedingungen dennoch mit ungeeigneter Bereifung unterwegs ist, muss mit folgenden Konsequenzen rechnen:

  • Bußgeld ab 60 Euro
  • ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei
  • mögliche Nachteile beim Versicherungsschutz im Schadensfall

Gerade bei schweren Reisemobilen können die Auswirkungen erheblich sein.

Warum zählt nur noch das Alpine-Symbol?

Allwetterreifen im Test
Andreas Becker

Die M+S-Kennzeichnung ist rechtlich nicht geschützt und sagt nichts darüber aus, ob ein Reifen definierte Wintertests bestanden hat. Das Alpine-Symbol (3PMSF) erhalten nur Reifen, die standardisierte Prüfungen auf Schnee erfolgreich absolvieren. Es gilt daher heute als einzig verlässlicher Nachweis für Wintertauglichkeit – auch bei Ganzjahresreifen.

Aus diesem Grund verzichten viele Hersteller bereits seit Jahren auf Reifen, die ausschließlich mit M+S gekennzeichnet sind.

Reifenalter nicht außer Acht lassen

Unabhängig von der Kennzeichnung sollten Reisemobilhalterinnen und -halter auch das Alter ihrer Reifen im Blick behalten. Der ADAC empfiehlt:

  • Winterreifen: maximal etwa acht Jahre
  • Sommerreifen: etwa acht bis zehn Jahre

Gerade bei Fahrzeugen mit geringer Jahreslaufleistung kann das Reifenalter sicherheitsrelevant sein – selbst dann, wenn noch ausreichend Profil vorhanden ist.

Fazit