Isofix benötigt man vor allem dann, wenn man einen Kindersitz im Auto transportieren möchte. Denn Isofix-Kindersitze gelten als besonders sicher. Auch Transportboxen für Hunde oder Katzen sind teilweise mit Isofix-Aufhängung erhältlich. Im Pkw ist Isofix für alle Autos mit mehr als einer Sitzreihe seit 2014 vorgeschrieben. Aber wie ist das eigentlich im Camper?
Warum haben Wohnmobile kein Isofix?
Auch da gibt es die Möglichkeit Isofix bei der Konfiguration zu bestellen. Doch da es sich bei Wohnmobilen in der Regel um Fahrzeuge auf einer Nutzfahrzeugbasis handelt, gibt es keine Pflicht serienmäßig Isofix einzubauen. Und so haben neue Wohnmobile in der zweiten Reihe häufig kein Isofix. Was ist außerdem, wenn man ein gebrauchtes Wohnmobil kauft, das kein Isofix hat oder man damals beim Neukauf einfach keinen Wert auf dieses Detail gelegt hat?
Kann man Isofix im Wohnmobil nachrüsten?
Eine Nachrüstung von Isofix ist in Autos oft möglich, bei Wohnmobilen gestaltet sie sich schwierig, aber nicht unmöglich. Das Problem dabei ist, dass für das Isofix-System ein anderes Gurtgestell eingebaut werden muss, das teurer und schwerer ist. Außerdem müssen in der Regel andere Sitzpolster eingebaut werden. Das gestaltet sich je nach Hersteller und Bauweise schwierig.
Am besten spricht man deshalb zuerst mit dem Fahrzeughersteller oder dem Fachhändler. Bei einigen Fahrzeugen sind die Bohrungen inklusive Gewinde bereits vorhanden, bei anderen Herstellern bekommt man original Isofix-Nachrüst-Sets. Der Einbau oder Umbau sollte dabei immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.
Die Nachrüstsätze selbst können dabei zwischen 75 und 180 Euro kosten. Inklusive ein- oder Umbau steigen die Kosten schnell auf 400 Euro und mehr pro Platz, speziell bei individuellen Rücksitzbänken, die dann neue Rücken- und Bankpolster benötigen. Bei älteren Modellen kann es außerdem vorkommen, dass Originalpolster und Polsterfarben nicht mehr vorhanden sind und sich die neuen Polster beispielsweise von den Fahrerhaussitzen unterscheiden. Wie kompliziert sich die Umrüstung gestaltet hängt stark vom Hersteller und vom Alter des Modells ab.
Bei Fahrzeugen die Sitzbänke oder Einzelsitze in Schienen haben, kann es am schnellsten und einfachsten sein, einfach den Sitz oder die Sitzreihe gegen ein Modell mit Isofix auszutauschen. Hersteller wie Schnierle bieten sogar Schlafsitzbänke mit Isofixhalterungen an.
Allerdings liegen die Kosten hier garantiert bei 600 bis 1.000 Euro und mehr für Einzelsitze und 2.000 bis 3.000 Euro für eine neue Sitzbank. Außerdem sollte man darauf achten, dass das Schienensystem passt.
Wie Sie Kinder in Kindersitzen ohne Isofix sicher befördern
Um einen Kindersitz zu verwenden, braucht man zum Glück nicht zwingend Isofix. Passende Kindersitze kann man auch mit gängigen Dreipunktgurten befestigen. Also auf dem Beifahrersitz oder entsprechend ausgestatteten Rückbanksitzplätzen.
Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass der Kindersitz wirklich fest sitzt. Durch die Form der Sitzbänke, die meist nicht den normalen, annähernd ergonomischen Pkw-Sitzplätzen gleichen, sondern in der Regel gerader sind, könnte der Sitz leichter verrutschen. Außerdem muss womöglich der Tisch verschoben werden.
Das gilt insbesondere für Babyschalen, besonders dann, wenn diese noch gegen Fahrtrichtung eingesetzt werden müssen. Wird das Kind gegen Fahrtrichtung auf dem Beifahrersitz befördert, muss außerdem der Beifahrerairbag deaktiviert werden.
Am sichersten reisen Familien mit Kindern im eigenen Pkw, wie beispielsweise ein ADAC-Crashtest 2020 zeigte. Einer von mehreren Gründen warum sich Wohnwagen am besten für Familien eignen.












