Am Donnerstag, dem 2. Juli 2026, brach nahe dem Campingplatz Le Sainte-Marie in Sainte-Marie-la-Mer im Département Pyrénées-Orientales ein Feuer aus. Innerhalb weniger Stunden breiteten sich die Flammen aus und erreichten Le Brasilia in Canet-en-Roussillon – jenen Campingplatz, der in der promobil-Bestenliste lange als bester Campingplatz Frankreichs geführt wurde.
Le Brasilia: Frankreichs Vorzeige-Campingplatz steht in Flammen
Für viele Wohnmobil-Begeisterte ist Le Brasilia ein Begriff. Der Campingplatz in Canet-en-Roussillon überzeugt mit seiner Lage am Mittelmeer, einem umfangreichen Freizeitangebot und hochwertiger Ausstattung. In der promobil-Bestenliste belegt er aktuell den zweiten (viele Jahre allerdings auch den ersten) Platz unter den französischen Campingplätzen.
Umso schockierender ist das Ausmaß der Zerstörung: Das Feuer traf Le Brasilia besonders hart. Der Präfekt der Pyrénées-Orientales ordnete die Schließung des Campingdorfs bis einschließlich 19. Juli an. Ob und wann eine vollständige Wiedereröffnung möglich ist, bleibt abzuwarten.
Feuer breitet sich rasend schnell aus
Das Feuer entstand am frühen Donnerstagnachmittag in der Nähe des Campingplatzes Le Sainte-Marie. Starker Wind trieb die Flammen an – sie überquerten den Fluss Têt und griffen auf weitere Campingplätze über. Neben Le Brasilia traf das Feuer auch Le Marina und Le Sainte-Marie. Zudem erreichten die Flammen den nautischen Industriekomplex Catana in Canet-en-Roussillon, wo das Unternehmen Katamarane herstellt.
Am Freitagmorgen meldete die Präfektur, dass die Einsatzkräfte den Vegetationsbrand fixiert hatten – er breitete sich also nicht weiter aus. Den Industriebrand im Bereich Catana hatten die Feuerwehrleute eingegrenzt, er blieb aber unter Beobachtung. Mehrere Glutnester kontrollierten die Einsatzkräfte weiterhin.
Behörden evakuieren 1.700 Camperinnen und Camper
Die Evakuierung lief unter schwierigen Bedingungen. Die Behörden brachten rund 1.700 Camperinnen und Camper aus den betroffenen Anlagen Le Sainte-Marie, Le Marina und Le Brasilia in Sicherheit. Darunter befanden sich auch zehn Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Zusätzlich evakuierten die Einsatzkräfte rund 900 Beschäftigte aus dem angrenzenden Industriegebiet.
Für die Betroffenen richteten die Behörden Aufnahmeorte in Sainte-Marie-la-Mer, Canet-en-Roussillon, Le Barcarès und Torreilles ein. Dort standen medizinische Teams, psychologische Unterstützung und Vertreter der Campingbranche bereit.
Bei dem Brand erlitten mehrere Menschen leichte Verletzungen. Rettungskräfte behandelten sechs Zivilpersonen, darunter ein Kind. Auch Einsatzkräfte zogen sich leichte Rauchgasvergiftungen zu – darunter Feuerwehrleute und kommunale Polizeikräfte. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Todesopfer.
Feuer zerstört 281 Bungalows – enorme Sachschäden
Das Feuer richtete erheblichen materiellen Schaden an. Nach Angaben der Präfektur zerstörten die Flammen 281 Bungalows. 483 weitere Unterkünfte rettete die Feuerwehr vor der Zerstörung. Das Feuer traf den Campingplatz Le Brasilia besonders schwer.
Auch der Katamaranhersteller Catana am Hafen erlitt schwere Verluste. Die Flammen zerstörten zwei Gebäude. Einen für die Produktion wichtigen Gebäudeteil konnten die Feuerwehrkräfte jedoch schützen.
Brandursache bleibt unklar
Zur Ursache des Feuers liegen bis Freitag keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Behörden verweisen auf die außergewöhnlich schwierigen Bedingungen in der Region: extreme Hitze, anhaltende Trockenheit und starker Wind. Diese Faktoren begünstigten die rasante Ausbreitung, erklären aber nicht den Auslöser. Die Behörden bestätigten zunächst keine konkrete Ursache.
Was betroffene Camperinnen und Camper jetzt wissen müssen
Wenn Sie von dem Brand betroffen sind, finden Sie hier die wichtigsten Informationen:
Evakuierte Gäste empfängt das Team von Le Brasilia bei "Les Voiles Rouges" in Canet-en-Roussillon (196 Avenue de Perpignan). Dort erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen und individuelle Begleitung.
- Gäste mit Buchungen bis 19. Juli haben per E-Mail Informationen zu Rückerstattungen und möglichen Ersatzunterkünften erhalten.
- Der Zugang zum Campingdorf bleibt untersagt. Die Behörden bewerten derzeit die Lage, um die Zugangsbedingungen zu den verschiedenen Bereichen festzulegen. Gendarmeriepatrouillen sichern die evakuierten Bereiche und schützen zurückgelassene Gegenstände.
- In Canet-en-Roussillon richteten die Behörden zudem eine zentrale Anlaufstelle ein. Dort unterstützen medizinische Teams, psychologische Fachkräfte, Zivilschutzverbände und Vertreter der Campingbranche bei Fragen zu Unterbringung, Versicherung und der Rückkehr zu persönlichen Gegenständen.
Ausblick: Vorsicht vor Waldbränden in Südfrankreich
Der Brand steht im Zusammenhang mit einer angespannten Waldbrandlage in Südfrankreich. Laut Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu brachen seit Beginn der Saison landesweit rund 7.000 Feuer aus. Die Flammen verbrannten bereits etwa 8.700 Hektar Fläche. Lecornu ordnet die Lage als angespannt ein.
Für Camperinnen und Camper, die in den kommenden Wochen nach Südfrankreich reisen möchten, bedeutet das: Informieren Sie sich vor der Abfahrt über aktuelle Waldbrandwarnungen. Offizielle Quellen wie Météo-France oder die jeweiligen Präfekturen geben Auskunft über Gefahrenlagen und eventuelle Sperrungen.
Sollten Sie sich bereits auf einem Campingplatz befinden und Rauchentwicklung bemerken oder einen Feueralarm hören, gilt: Bewahren Sie Ruhe, folgen Sie den Anweisungen des Personals und halten Sie Rettungswege frei. Machen Sie keine Umwege für Gepäck – Ihre Sicherheit hat oberste Priorität.





