„Schlampige Verarbeitungsqualität“: Wohnmobil-Besitzer berichten von Mängeln an Fahrzeugen

Umfrage des Monats zum Möbelbau
Camper fordern robustere Wohnmobil-Möbel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.04.2026
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Schrank, Möbelbau, Innenraum, Ihre Meinung
Foto: Dieter S. Heinz

Haben Sie Probleme mit dem Möbelbau Ihres Wohnmobil? Mit dieser Frage haben wir offenbar einen Nerv getroffen – das zeigen zahlreiche, teils ausführliche E-Mails. Viele Camperinnen und Camper stufen Mängel inzwischen als "Kleinigkeit" ein und beheben sie selbst. Ein Mindestmaß an handwerklichem Geschick gehört auf Reisen mit Wohnmobil und Wohnwagen also dazu. Doch wer würde bei einem neuen Pkw, erst recht im Preissegment eines Reisemobils, zum Schraubendreher greifen und ein Handschuhfach reparieren, das sich beim Fahren abrupt öffnet? Zu diesem Thema gibt es noch einiges zu sagen – mehr in der nächsten Ausgabe.

Die Antworten der promobil-Community

Viele Leser haben auf unsere Umfrage des Monats zur Qualität des Möbelbaus in Wohnmobil reagiert. Die interessantesten Antworten haben wir hier gesammelt.

"Mehr Robustheit und Langlebigkeit, dafür zwei, drei Kilo mehr."

Die Oberflächen der vom Hersteller verwendeten Leichtbauplatten für die Schrankkorpusse sind bei unserem Sprinter sehr empfindlich; mehr Robustheit und Langlebigkeit und dafür zwei, drei Kilo mehr Gewicht in Kauf zu nehmen, wäre mir lieber. Ein richtiges Ärgernis war die Fliegenschutztür vor der Schiebetür – ständig flog sie aus den Führungsschienen. Mit den Schubladen, Klappenscharnieren und Schlössern haben wir keine Probleme, die verbauten Teile sind hochwertig. Einzig der Schließwinkel der unteren Küchenschublade war so schmal, dass die Schublade in engen Kurven auch im verschlossenen Zustand aufflog: Das Schloss griff nur einen Millimeter in den Winkel. Meine Do-it-yourself-Lösung mit einem breiteren Aluwinkel löste das Problem, solche Fehler sollten aber in der Produktion nicht passieren.

-Uwe Burkhardt, per E-Mail

"Vor allem Probleme bei den Verriegelungen und Versteifungen."

Bei den Wohnmobilmöbeln sehe ich vor allem Probleme bei den Verriegelungen und Versteifungen. Mein Wohnmobil hat Schubladen, die in Fahrtrichtung aufgehen. Die Riegel haben bei mittelschwerer Beladung (Schublade hing vielleicht 1 mm durch) schon nicht mehr gegriffen und schnellten beim Bremsen nach vorne heraus. Ich möchte mir nicht vorstellen, was bei einem Crash passiert. Meiner Meinung nach dürfen solche Riegel auch nicht von Holzschrauben gehalten werden, sondern müssen formschlüssig mit der Schubladenfront verbunden sein und möglichst beidseitig verriegeln. Ein anderes Problem hatte ich mit Versteifungselementen für dünne Leichtbauplatten. Eine flache Platte (Tür) hat einfach keine Stabilität, nur die Form (Rundung, Winkel) gibt hier Stabilität. Natürlich weiß ich, dass eine flache Platte leichter zu produzieren ist als eine mit Rundung, aber haltbarer Leichtbau geht aus flachen Platten einfach nicht.

-Jörg Wartenberg, per E-Mail

"Das Problem habe ich selbst behoben."

Bei unseren Schubladenhaben die Pushlocks nicht richtig gehalten und die Schubladen in der Küche haben sich in einer Kurve selbstständig gemacht. Das Problem habe ich selber behoben und die Einrastnasen durch Unterlagen besser eingestellt. Auch werden die Schubladen nun mit leichteren Lebensmitteln und Töpfen beladen.

-Edwin Gebhart, per E-Mail

"Schlampige Verarbeitungsqualität in Bezug auf Klappergeräusche."

Kleinigkeiten wie sich ablösende Umleimer, schlecht schließende Klappen oder Türen und defekte Softclose-Schlösser habe ich auch in der Garantiezeit selbst repariert. Bei meinem zweiten Wohnmobil stört mich die schlampige Verarbeitungsqualität in Bezug auf Klapper- und Knirschgeräusche. Die Möbel sind im Grunde genommen irgendwie eingebaut worden, ohne die Verwindung des Fahrzeugs in Betracht zu ziehen. Tatsächlich habe ich beim Einbau einer Solaranlage einige Möbel komplett demontiert und mit schwingungsaufnehmenden Gummipolstern neu befestigt. Das Ergebnis zeigt mir, dass es mit einfachen Mitteln doch möglich wäre, der nervenden Geräuschkulisse Linderung zu verschaffen. Mein Urteil als Handwerker (und ich liebe das Wohnmobilleben): Auch in der gehobenen Preisklasse sehe ich insgesamt einen eher geistlosen und lieblosen Möbelbau, der auf den ersten Blick nett wirkt, in der Qualität jedoch weit hinter schwedischem Möbelbau zurückbleibt.

-Ingo Albert, per E-Mail

"Wir haben einige Probleme bereits ab Werk."

Wir haben einige Probleme bereits ab Werk: Ein Scharnier ist nicht richtig angebracht und klemmt, wie auch der Tisch. Wir können es nicht selber beheben und dort, wo wir das Wohnmobil gekauft haben, gibt es die Ausrede "Holz arbeitet”, also bleibt es so, wie es ist. Auch war schon eine Tür kaputt, doch die wurde repariert. Aussage dazu: "Die Schrauben waren zu kurz.”

-Heike Kaufmann, per E-Mail

Ihre Meinung zu Reisen mit Hund ist gefragt

Schreiben Sie uns zum Thema des Monats in einem der kommenden Hefte:

Reisen Sie mit Hund? Dann interessiert uns Ihre Erfahrung: Welchen Grundriss haben Sie gewählt, und was hat dabei den Ausschlag gegeben? Wo hat sich der Grundriss bewährt, wo stößt er an seine Grenzen? Was würden Sie beim nächsten Mobil anders machen? Schreiben Sie uns!

Senden Sie uns bis zum 13. April 2026 Ihre Meinung per E-Mail an thema-des-monats@promobil.de oder per Post an Redaktion promobil, TDM, 70162 Stuttgart. Ihre Meinung zählt! Unter allen Einsendern verlosen wir eines unserer aktuellen promobil-Sonderhefte nach Wunsch und Verfügbarkeit. Wer seiner Einsendung ein Porträtfoto von sich beifügt, verdoppelt damit seine Gewinnchancen. Beim aktuellen Thema des Monats hat gewonnen: Uwe Burkhardt.