Die große Preisfrage: Caravan oder Reisemobil?
Man muss sich nur umschauen auf dem Campingplatz: Dort stehen Reisemobile in Reih und Glied zwischen Caravans. Viele unbewegt seit Tagen oder gar Wochen, nicht wenige mit Vorzelt. Man sieht Familien, die sich in Campingbusse quetschen, und Paare, die Motorroller (oder sogar Autos) aus der Garage ihres Liners holen, um vor Ort mobil zu sein. Man fragt sich: Wissen diese Menschen, dass sie mit einem Wohnwagen wahrscheinlich besser bedient wären?
Fakt ist: Der Wohnwagen hat’s in den letzten Jahren schwer gegen das Reisemobil. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Führerscheinregelungen und Gewichtsklassen
Der Führerschein: Wer seine Fahrerlaubnis nach 1999 gemacht hat, darf mit der Klasse B nur noch Gespanne bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse fahren. Immerhin: Mit dem zwar prüfungs-, jedoch nicht kostenfreien B96 (ab 300 Euro) wird die Summe aus den zulässigen Gesamtgewichten von Zugfahrzeug und Wohnwagen auf 4,25 Tonnen erhöht. Wer sich weiterer Limits entledigen möchte (Auto und Anhänger jeweils bis 3,5 Tonnen), muss zur Fahrschule und eine Fahrerlaubnis der Klasse BE erwerben, die mit Theorie- und Praxisstunden sowie einer Prüfung 1000 bis 1500 Euro kostet.
Bei Reisemobilen ist die Sache nicht viel anders. Aber: 81,6 Prozent aller 2024/2025 zugelassenen Reisemobile gehörten zur Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen, die noch mit dem B-Führerschein gefahren werden darf. Das heißt: Die Auswahl an zur Klasse B passenden Wohnmobilen ist größer als die Zahl der B-tauglichen Auto-Caravan-Kombinationen. In den kommenden Jahren soll mit dem B96.02 eine Erweiterung analog des B96 kommen, der zum Führen von Kraftfahrzeugen bis 4,25 Tonnen berechtigt, nicht aber für Anhänger gilt. Aktuell muss für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen der C1 gemacht werden, der bis zu 3500 Euro kosten kann.
Psychologische und technische Überlegungen
Die Psychologie: Viele Menschen haben großen Respekt vor dem Fahren mit Anhänger und ziehen einen Wohnwagen schon deshalb nicht in Betracht. Fakt ist aber auch: Die Möglichkeiten, ein Gespann einmal Probe zu fahren, sind quasi nicht gegeben. Zudem halten viele das Reisen mit dem Caravan für zu langsam. Im Vergleich zu einem mittelgroßen Reisemobil mit 3,5 Tonnen ist der Zeitverlust zu vernachlässigen.
Die Elektro-Unsicherheit: Viele Caravaner fragen sich, welcher Antrieb der zukunftsfähigste ist. Dazu muss man wissen, dass viele Firmen ihre Flotten sukzessive auf E-Fahrzeuge umstellen. Nicht wenige Camper nutzen ihren Geschäftswagen auch privat und als Zugfahrzeug. Allein in der CARAVANING-Leserschaft sind das zehn Prozent. Für ein E-Auto auf einen kleineren und leichteren Caravan umzuschwenken, lehnen 56 Prozent der im Rahmen unserer Leserwahl befragten Menschen ab. Dass E-Fahrzeuge als Zugwagen taugen, steht dabei außer Frage. Die Bereitschaft, kürzere Reiseetappen mit Ladestopps zu akzeptieren, ist indes nicht sehr ausgeprägt.
Preise und Abstellplatz
Nicht außer Acht lassen darf man auch zwei weitere Faktoren, die Menschen vom Kauf eines Caravans abhalten: Die hohen respektive stark gestiegenen Preise sowie der fehlende Abstellplatz zu Hause werden von Leserinnen und Lesern ohne eigenen Caravan als gleichwertige Hauptgründe angegeben, warum sie sich (noch) keinen Caravan kaufen. Dazu muss man wissen: Ein Reisemobil darf dort, wo es nicht explizit verboten ist, prinzipiell unbegrenzt lange auf öffentlicher Verkehrsfläche geparkt werden. Ein Caravan muss, wie jeder andere Anhänger auch, nach spätestens zwei Wochen umgeparkt werden. Nicht selten wird das von den Behörden auch kontrolliert.

Pincamp und camping.info ermitteln die Durchschnittspreise für eine Übernachtung auf dem Campingplatz – auf unterschiedlicher Basis.
Ein Nachteil entsteht Caravanern bei der Wahl des Übernachtungsplatzes: Während Campingplätze auch Reisemobilisten willkommen heißen, öffnen nur 2404 Stellplätze in Europa ihre Tore auch für Caravaner. In Deutschland tun das 1101. Finden lassen sich diese Caravan-freundlichen Stellplätze und ebenso 10.000 Campingplätze in der App Stellplatz-Radar.
Handel und Hersteller
Der letzte Grund in dieser Aufzählung betrifft Verkäufer und Produzenten gleichermaßen. Die teureren Reisemobile garantieren einem Handelsbetrieb deutlich höhere Margen als günstigere Caravans. Es liegt vermutlich in der Natur der Sache, dass damit die Motivation wächst, ein Wohnmobil an den Mann oder die Frau zu bringen. Zudem haben einige Hersteller auch die Preise für ihre Caravans um bis zu 30 Prozent gesteigert, ohne dass tiefgreifende technische Neuerungen, Impulse und Verbesserungen zu sehen gewesen wären. Im Gegenteil: In den letzten Jahren wurde manch eine Caravan-Baureihe eher schlichter als opulenter – von der schwindenden Zahl von Marken und Modellen ganz abgesehen. Alleine das Ausstellerverzeichnis des Caravans Salon listet 166 Reisemobil-Marken mit unzähligen Baureihen auf, denen rund 20 Caravan-Marken mit ungefähr 400 Modellen gegenüberstehen.
Vergleich von Caravans und Reisemobilen
Die Preise und Kosten können beim Vergleich von Caravans und Reisemobilen natürlich nicht ausgeklammert werden, da sich hier die größten Unterschiede auftun.
Im Folgenden haben wir sechs Fahrzeuge in drei Kategorien exemplarisch gegenübergestellt. Bei den Caravans und Reisemobilen haben wir zwei Vertreter der Kompaktklasse, zwei Einzelbetten-Modelle für Paare aus dem Hause Hobby und je ein Modell für Familien ausgesucht. Geachtet haben wir darauf, Modelle mit ähnlichen Innenraummaßen und Bettgrößen zum Vergleich heranzuziehen.
Preise
Wer sich ein Wohnmobil anschafft, kauft immer einen Lieferwagen als Basisfahrzeug mit. Deshalb sind Reisemobile generell teurer als Caravans. Aber auch die technische Ausstattung ist meist opulenter als beim Wohnwagen: Eine Combi-Heizung mit Boiler ist in den meisten Reisemobilen ebenso Standard wie eine Bordbatterie, ein großer Wassertank, ein fest eingebauter Abwassertank, Verschlüsse an allen Schrankklappen und ein zumindest einfaches zentrales Bedienpanel für die Bordtechnik.
Da davon auszugehen ist, dass Caravan-Interessen und erst recht -Käufer und -Besitzer einen Pkw besitzen, muss der Kaufpreis für einen Zugwagen nicht zum Preis des Caravans addiert werden. Freilich bleibt zu berücksichtigen, dass ein Auto mit hoher Anhängelast teurer ist als eines mit geringerer. Wer ein Plus von rund 10.000 Euro einkalkuliert, liegt sicherlich nicht ganz daneben.
Bei den in den Tabellen aufgeführten Caravan-Preisen haben wir Bordbatterie, Rangiersystem und andere wichtige respektive unverzichtbare Extras mit einberechnet. Markiert sind diese mit einem grünen Häkchen.
Kompaktklasse
In der Kompaktklasse stellen wir Preise und Eigenschaften zweier Legenden gegenüber: den VW California, seit rund einem Jahr auf Basis des VW Multivan statt des T6.1, und den Eriba Touring, der seit 1959 mit seinem tragenden Stahlgerüst konstruktiv nahezu unverändert unterwegs ist. Als Modell 430 kommt der Eriba den Maßen des VW sehr nahe, der einen Teil des hohen Preises mit seiner Alltags- und Tiefgaragentauglichkeit wettmacht. Im Gegenzug eignet sich der Touring 430 mit seinen kompakten Maßen und dem relativ geringen Gewicht fast ebenso gut für intensive Reisen mit häufigen Ortswechseln wie der VW California.
Paare
Bei Hobby findet der Preisvergleich intern statt: Mit dem Teilintegrierten Prestige T 710 GE und dem Wohnwagen Prestige 560 WLU hat der norddeutsche Hersteller zwei namensgleiche Produkte im Programm, die sich im Look auch sehr ähneln. Das Reisemobil rechtfertigt seinen hohen Preis durch die Vollausstattung ab Werk. Die großen Stauräume, die beim T 710 GE (4,4 t zGG) mit enormer Zuladung einhergehen, kontert der 560 WLU durch eine hohe, aber nicht so pralle Ausstattungsfülle und sein gigantisches Bad. Für praxisgerechte Zuladung muss hier aber in die Tasche gegriffen werden. Das Rangiersystem gibt es nicht ab Werk, weshalb rund 2000 Euro beim Händler noch addiert werden müssten.
Familie
Der Erwin Hymer Group entstammen Corigon A 70 D und Dethleffs C’Go Active 495 QSK. Alkoven mit dem großen Bett-Hut über dem Fahrerhaus sind die familientauglichsten unter allen Reisemobilen – und führen trotzdem ein Schattendasein. Wer je zu viert in einem Teilintegrierten mit Hubbett in der Wagenmitte verreist ist, wünscht sich danach oft einen Alkoven. Der erkauft sich seine großen Betten und die enorme Höhe im Innenraum durch einen höheren Spritverbrauch und höhere Mautkosten auf französischen Autobahnen – dort wird es ab drei Meter Höhe richtig teuer. Der Dethleffs C’Go ist ein alter Bekannter. Das Active-Paket peppt ihn auf und bringt wichtige Ausstattungen mit, die CARAVANING als obligatorisch erachtet.
Nebenkosten
Zum Kaufpreis addieren sich Nebenkosten wie die Zulassungspapiere, also alle notwendigen Dokumente, um das Fahrzeug anzumelden. Dazu gehören Typprüfungen, Gasprüfung und die Erstellung der Zulassungsbescheinigung Teil 2 sowie das Certificate of Conformity (COC). Die Kosten dafür geben Caravan- und Reisemobilhersteller mehrheitlich an die Kunden weiter; Caravans sind meist günstiger als Reisemobile: Je nach Hersteller müssen bei Caravans zwischen 150 und 200, bei Reisemobilen über 200 Euro eingerechnet werden.
Sowohl Wohnwagen als auch Wohnmobile müssen vom Werk zum Händler transportiert werden – eine Selbstabholung im Werk ist nur bei wenigen Herstellern möglich und das Sparpotenzial obendrein gering. Je nachdem, wie weit der Handelsbetrieb vom Werk entfernt ist, fallen die Frachtkosten höher oder niedriger aus. So berechnet beispielsweise das Hymer Zentrum Stuttgart 890 Euro für den Transport eines Caravans von Dethleffs und 595 Euro für einen Eriba-Caravan vom Herstellerwerk nach Stuttgart. In dieser Pauschale enthalten ist nicht nur der Transport, sondern auch eine mehrstündige Übernahmeinspektion. Je weiter das Werk vom Handelspartner entfernt ist, desto höher sind die Kosten. Bei Reisemobilen können es bei einer ausländischen Marke bis zu 2000 Euro sein, die auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden.
Die Unterhaltskosten
Caravans und Reisemobile verursachen auch nach der Anschaffung Kosten. Bezahlt werden müssen zum Beispiel Steuer, Versicherung, Wartung, Kundendienst, Dichtigkeitsprüfung, Gasprüfung und Hauptuntersuchung. Im Folgenden haben wir aufgelistet, was auf Caravaner und Reisemobilisten zukommt. Die Unterschiede sind teils enorm.
Wartung & Kundendienst
Das Fahrwerk eines Wohnwagens ist recht simpel – gewartet werden muss es dennoch, um die einwandfreie Funktion von Bremsen, Kupplung, Achse und Beleuchtung zu gewährleisten.

Die Hauptuntersuchung im Zweijahresturnus ist für Caravans etwas günstiger als für Reisemobile.
Für einen klassischen Wohnwagenservice, der jährlich oder alle 5000 km durchgeführt werden soll und bei dem der Verschleiß von Bremsen und Auflaufeinrichtung und die Elektrik geprüft sowie bewegliche Teile geölt/gefettet und Schrauben nachgezogen werden, müssen 185 Euro einkalkuliert werden. Ebenfalls 185 Euro kostet es, wenn die Bremsen im Zweijahresturnus geöffnet und kontrolliert werden. Ersatzteile bei verschlissenen Belägen kommen extra. Das bloße Einstellen der Bremse wird mit rund 100 Euro berechnet.
Beim Reisemobil bestimmt das Basisfahrzeug die Kosten für Wartung und Kundendienst, was diese deutlich erhöht. Das am weitesten verbreitete Trägerfahrzeug für Reisemobile, der Fiat Ducato, verlangt alle zwei Jahre oder nach jeweils 48.000 Kilometern (je nachdem, was früher eintritt) einen Service mit Tausch aller Flüssigkeiten und Filter, der ohne Ersatzteile rund 800 Euro kostet.
Reifen
Um Tempo 100 fahren zu können, dürfen die Wohnwagenreifen nicht älter sein als sechs Jahre – auch wenn das Profil dann noch gut ist. Bei den profilstarken Reifen von Wohnmobilen darf man von Leistungen von bis zu 60.000 km ausgehen.

Caravans brauchen für die Tempo-100-Zulassung alle sechs Jahre neue Reifen für circa 200 Euro.
Bei Caravans fallen nach sechs Jahren überschaubare Kosten für den Reifentausch an. Je nach Räder- und Reifengröße (üblich sind 14 und 15 Zoll) und Reifenfabrikat fallen inklusive Montage zwischen 180 und 220 Euro für zwei Reifen an (Quelle: Camperland Bong). 20–30 Euro teurer sind Reifen für 17-Zoll-Felgen, die optional bei etlichen Caravan-Herstellern als Einzel- oder Paketoption angeboten werden.
Wohnmobilreifen sind mit 150–300 Euro je Stück deutlich teurer. Die Montage samt Auswuchten kommt zu diesem Preis üblicherweise noch dazu.
Hauptuntersuchung und Gasprüfung
Bei Neufahrzeugen nach drei, später alle zwei Jahre ist die Hauptuntersuchung bei privat genutzten Freizeitfahrzeugen fällig. Bei Kraftfahrzeugen muss dabei meist auch die Abgasunteruchung AU gemacht werden, die extra berechnet wird und bei Anhängern natürlich entfällt. Preise für HU und AU können je nach Prüforganisation und Bundesland leicht differieren.
Für einen Caravan kostet die HU rund 60 Euro. Bei Reisemobilen bis 7,5 Tonnen werden für HU und AU rund 180 Euro fällig. Fahrzeuge über 7,5 Tonnen müssen jährlich zu HU/AU, was zudem rund 200 Euro kostet.
Viele Prüforganisationen bieten auch Gasprüfungen (G 607) an. Die Preise sind für Caravans und Reisemobile identisch und liegen bei rund 70 Euro. Mit 30–60 Euro meist günstiger ist die Kontrolle der Gasanlage samt -geräten bei Fach-Werkstätten oder auf dem Campingplatz.
Dichtigkeitsprüfung
Jeder Caravan und jedes Wohnmobil muss einmal jährlich zur Dichtigkeitsprüfung, damit die Dichtheitsgarantie nicht verfällt. Die Preise können, müssen sich zwischen den Fahrzeuggattungen aber nicht unterscheiden. Das Camperland Bong weist auf seiner Website die Werkstattpreise vorbildlich aus: Für Caravans verlangt der Handels- und Servicebetrieb 90 Euro, für Kastenwagen 125 Euro und für Reisemobile aufgrund der meist höheren Anzahl von Außenklappen und ggf. Doppelböden 150 Euro.

Auch die jährliche Dichtigkeitsprüfung ist für Caravans üblicherweise günstiger als für Womos.
In die Prüfung aller Wände und der Verbindungen zu Dach und Boden mit einem Hygrometer eingeschlossen sind auch die Überprüfung des allgemeinen Zustandes samt baulicher Veränderungen und eine Geruchsprüfung – weil sich Nässeschäden oft auch durch Muff bemerkbar machen.
Steuern
Weil auch Anhänger die Straße abnutzen, wird eine Steuer fällig, die sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) richtet. Pro angefangene 200 kg Gesamtgewicht müssen 7,46 Euro bezahlt werden. Bei einem 2-Tonnen-Caravan summiert sich das also auf 74,60 Euro.
Bei Wohnmobilen setzt sich die Steuer aus zulässigem Gesamtgewicht (zGG) und Schadstoffklasse zusammen. Ausgehend von der Schadstoffklasse wird der entsprechende Steuersatz dann je angefangene 200 Kilo Gewicht einmal fällig. Allerdings gilt für die ersten 2000 Kilogramm ein höherer Steuersatz als für das Gewicht darüber hinaus. So fallen etwa für ein aktuelles Wohnmobil der Schadstoffklasse S4 für die ersten zehn 200-Kilo-Schritte je 16 Euro an, für alle weiteren je 10 Euro. Das ergibt bei einem 3,5-Tonnen-Mobil: 240 Euro.
Versicherung
Ohne Versicherung keine Zulassung. Obwohl der Caravan während der Fahrt über das Zugfahrzeug haftpflichtversichert ist, braucht er eine eigene Haftpflichtversicherung, die für Schäden aufkommt, die er abgekuppelt verursachen könnte – zum Beispiel durch Wegrollen.
Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherungen können für beide Fahrzeuggattungen abgeschlossen werden. Da sich die Versicherungsbeiträge anhand sehr vieler Faktoren berechnen, können die folgenden Angaben nur als grober Anhaltspunkt gesehen werden. Wir haben den Rechner der WGV-Versicherung benutzt.
Für einen eineinhalb Jahre jungen Caravan mit GfK-Dach (Kaufpreis: 25.000 Euro) sollte man mit rund 180 Euro Teil- und 565 Euro Vollkaskobeitrag rechnen.
Ein gleich altes Wohnmobil mit 140-PS-Motor, zwei 50-jährigen Fahrern, 20.000 Kilometer Jahresfahrleistung und "sonstigem Abstellort" kostet 565 Euro Teil- und 967 Euro Vollkaskobeitrag.
Schutzbriefe
Ein sehr spezielles Thema, vor allem für Caravaner: Während alle großen Automobilclubs klare Regeln für motorisierte Fahrzeuge haben, die meist auch für Reisemobile unter 7,5 Tonnen gelten, schauen Caravaner häufig in die Röhre. Denn wenn das Zugfahrzeug einen Defekt oder Unfall hat, ist der Caravan ja meist unversehrt und daher vom Schutzbrief nicht abgedeckt. Glück hat man, wenn der Schleppwagen das Auto auflädt und den Caravan bis zur Abladestelle mitnimmt. Ab dort muss man schauen, wie der Caravan wegkommt. Selbst Mietwagen helfen dann oft nicht, weil die nur selten mit Anhängekupplung bestückt sind – und die Mietwagenfirmen oft keine Kenntnis davon haben, ob ihre Fahrzeuge damit ausgestattet sind.
Reisekosten
Im Campingurlaub werden die Kosten bestimmt von Kraftstoff- bzw. Energiekosten sowie Maut- und Übernachtungspreisen.
Camping-/Stellplatz
Die durchschnittlichen Übernachtungspreise auf Campingplätzen in Deutschland und Europa ermitteln jährlich die Portale Pincamp und camping.info. Pincamp errechnet die Kosten für eine Übernachtung auf Basis von zwei Erwachsenen und einem Kind in der Hochsaison und kommt auf 40 Euro in Deutschland und 52 Euro in Europa. Camping.info ignoriert saisonale Besonderheiten und legt zwei Personen zugrunde: Ergebnis: 28,86 Euro für eine Nacht in Deutschland und 25,78 Euro für Camping im europäischen Ausland.

Die Übernachtung auf kostenpflichtigen Reisemobilstellplätzen ist günstiger. Zudem gibt es viele Gratis-Plätze. Die meisten sind für Caravans aber tabu.
Stellplätze wiederum sind deutlich günstiger, weil es Gratis-Stellplätze gibt und selbst Luxus-Stellplätze selten mehr als 25 Euro pro Nacht kosten. Die Datenbank des Stellplatz-Radar errechnet 14,91 Euro für kostenpflichtige Stellplätze in Deutschland respektive 14,74 für eine Übernachtung auf einem europäischen Platz. Zusätzlich sind Reisemobilisten auch bei Winzern, Bauernhöfen, Restaurants und anderen Betrieben gern gesehene Gäste, während Caravaner hier mehrheitlich ausgeschlossen werden. Damit besteht für Reisemobil-Camper theoretisch und praktisch die Möglichkeit, die Übernachtungskosten niedriger zu halten.
Maut
In der Schweiz ist die Sache klar: Hier brauchen Zugfahrzeug und Caravan eine Jahresvignette, was die Kosten gegenüber einem Wohnmobil bis 3,5 Tonnen verdoppelt. In Frankreich zählt alleine die Höhe des Fahrzeugs – zwischen zwei und drei Meter Höhe sind Caravans und Reisemobile in Klasse 2 eingeordnet. Über drei Meter wird es noch mal teurer, was vor allem Alkoven-Reisemobile, Liner und Campingbusse mit Hochdach trifft. In Italien wiederum ist die Zahl der Achsen maßgeblich – weshalb Doppelachs-Caravans hier teurer sind als einachsige Wohnwagen oder sogar Wohnmobile.
Durchschnittskaufpreise Caravan und Reisemobil
Caravans: 30.379 Euro
Reisemobile: 121.900 Euro





