Ab 2026 müssen sich Wohnmobilhalterinnen und -halter auf steigende Betriebskosten einstellen. Ursache ist die fortschreitende CO₂-Bepreisung in Deutschland. Sie soll den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen senken, macht sich im Alltag aber ganz konkret bemerkbar – vor allem an der Tankstelle und beim Gasverbrauch. Denn Kraft- und Brennstoffe werde dadurch teurer. Dieser Artikel erklärt verständlich, was sich ändert, was gleich bleibt und worauf Sie sich einstellen sollten.
1. Was ist der CO₂-Preis?
Der CO₂-Preis ist eine staatliche Abgabe auf fossile Energieträger wie Diesel, Benzin, Heizöl und Gas. Er richtet sich danach, wie viel Kohlendioxid bei der Verbrennung entsteht: Je höher der CO₂-Ausstoß, desto höher der Preis.
Für den Verkehrssektor bedeutet das: Steigt der CO₂-Preis, verteuern sich Kraftstoffe – unabhängig davon, ob es sich um einen Pkw, Transporter oder ein Wohnmobil handelt.
2. Warum betrifft das Wohnmobile besonders?
Wohnmobile sind von der CO₂-Bepreisung überdurchschnittlich betroffen, weil ihr Kraftstoffverbrauch hoch ist. Das liegt daran, dass sie:
- ein hohes Fahrzeuggewicht und schlechtere aerodynamische Eigenschaften haben,
- mit leistungsstarken Motoren ausgestattet sind,
- meist längere Distanzen zurücklegen,
- überwiegend mit Diesel betrieben werden.
3. Wie viel teurer wird das Tanken 2026?
Die CO₂‑Bepreisung in Deutschland verteuert fossile Kraftstoffe, indem pro ausgestoßener Tonne CO₂ eine Abgabe erhoben wird. Weil Diesel bei der Verbrennung etwas mehr CO₂ erzeugt als Benzin, fällt die CO₂‑Abgabe pro Liter bei Diesel höher aus.
Nach Berechnungen, die auf Daten des ADAC basieren, wirkt sich das so aus:
- Benzin: CO₂‑Preis verursacht 2026 voraussichtlich etwa 15,7 bis 18,6 Cent pro Liter Aufschlag.
- Diesel: CO₂‑Preis verursacht 2026 voraussichtlich etwa 17,3 bis 20,5 Cent pro Liter Aufschlag.
Zudem zeigen aktuelle Marktdaten, dass Tankstellenpreise bereits Anfang 2026 im Zuge dieses Effekts spürbar gestiegen sind.
Wohnmobile mit typischen 60- bis 90-Liter-Dieseltanks werden dadurch pro Tankfüllung um mehrere Euro höhere Kosten haben – bei häufiger Nutzung summieren sich diese Mehrkosten auf mittlere dreistellige Beträge pro Jahr. Eine vollständige Füllung von 90 Litern Diesel bei 19 Cent Aufschlag pro Liter kostet etwa 17 Euro mehr als bisher.
Betrachten wir ein realistisches Urlaubsbeispiel:
- Ein Wohnmobil mit 90 Liter Dieseltank.
- Drei Urlaubsreisen pro Jahr, jeweils zwei Wochen, z. B. nach Mittelitalien.
- Pro Urlaub werden im Schnitt 4 bis 5 Tankfüllungen benötigt:1,5 Füllungen jeweils für Hin- und Rückreise1–2 Füllungen vor Ort für Standortwechsel und Ausflüge
Damit ergeben sich pro Urlaub:
- 4 Tankfüllungen 4 × 17 € = 68 Euro
- 5 Tankfüllungen 5 × 17 € = 85 Euro
Über drei Urlaube im Jahr summiert sich das auf:
- 3 × 68 € ≈ 204 Euro
- bis zu 3 × 85 € ≈ 255 Euro
Fazit: Wer ein Wohnmobil mit 90 Litern Tank hat, muss ab 2026 für die CO₂-bedingten Mehrkosten beim Diesel realistisch mit 200 bis 250 Euro pro Jahr rechnen. Wer längere Strecken fährt oder öfter tankt, kann leicht auf höhere dreistellige Beträge kommen.
4. Wird auch Camping-Gas teurer?
Ja. Die CO₂-Bepreisung betrifft nicht nur Kraftstoffe, sondern auch fossile Brennstoffe wie Flüssiggas (Propan/Butan). Flüssiggas ist im deutschen System ebenfalls CO₂-bepreist, wenn es in Verkehr gebracht wird, und die entsprechenden Mehrkosten gelangen letztlich an Verbraucher.
Das bedeutet: Heizung und Kochen im Wohnmobil werden künftig ebenfalls teurer, je höher der Gasverbrauch ist.
Ändert sich die Kfz-Steuer für Wohnmobile – und warum wird darüber diskutiert?
Aktuell gibt es keine beschlossene Änderung der Kfz-Steuer im Rahmen der CO₂‑Bepreisung. Sie richtet sich weiterhin nach dem zulässigen Gesamtgewicht und der Schadstoffklasse (Euro-Norm). Der tatsächliche CO₂-Ausstoß eines Fahrzeugs spielt bislang keine direkte Rolle.
Gleichzeitig wird auf politischer Ebene seit einiger Zeit über eine Neuausrichtung der Kfz-Besteuerung diskutiert, die künftig sowohl Pkw als auch Wohnmobile stärker nach ihren CO₂-Emissionen ausrichten könnte.
Hintergrund ist die Klimapolitik im Verkehrssektor: schwere und verbrauchsintensive Fahrzeuge, wie Wohnmobile oder SUVs, stoßen deutlich mehr CO₂ pro Kilometer aus als viele Pkw. Kritiker bemängeln daher, dass die aktuelle Steuer kaum Anreize für emissionsärmere Fahrzeuge setzt.
Im Raum steht deshalb die Idee, die Kfz-Steuer künftig stärker an den tatsächlichen CO₂-Emissionen zu orientieren. Befürworter erwarten dadurch mehr Lenkungswirkung zugunsten effizienterer Fahrzeuge. Branchenverbände und Interessenvertretungen warnen jedoch vor einer einseitigen Belastung, insbesondere für ältere Wohnmobile, und fordern faire Übergangsregelungen, die sozial und wirtschaftlich ausgewogen sind.
5. Was können Sie als WohnmobilhalterIn tun?
Auch wenn höhere laufende Kosten kaum vermeidbar sind, helfen folgende Maßnahmen, den Verbrauch zu optimieren:
- Saisonkennzeichen prüfen – reduziert Kfz-Steuer bei eingeschränkter Nutzung.[null]
- Fahrten effizient planen – weniger Kilometer senken Verbrauch.
- Reifendruck und Wartung – regelmäßige Pflege reduziert Verbrauch.
- Gasverbrauch bewusst gestalten – sparsame Geräte und Isolierung senken Kosten.
- Beim Neukauf auf Effizienz achten – moderne Motoren sind im Verbrauch auf Dauer günstiger.












