Die Rampe wirkt schmal, das Autodeck dunkel, die Crew winkt das Campingfahrzeug rein. Beim ersten Mal mit dem Wohnmobil, Campingbus oder Caravan auf der Fähre ist das schnell ein Adrenalinkick. Dabei wird die Überfahrt meist leicht, wenn Sie vorher ein paar Dinge klären. Und mit guter Planung lässt sich sogar Geld sparen.
Preischeck: Nicht nur das Ticket zählt
Der größte Hebel sitzt schon am Laptop bei der Buchung. Vergleichen Sie nicht nur den Fährpreis, sondern die Gesamtkosten inklusive Sprit, Maut und möglicher Zusatz-Übernachtungen. Der Landweg ist nicht automatisch günstiger.
Außerdem lohnt es sich, Häfen zu vergleichen: Nach Großbritannien kann es etwa billiger sein, ab Calais statt ab Amsterdam überzusetzen – trotz längerer Anfahrt.
Reedereien vergleichen: Zuschläge nicht übersehen
Oft bedienen mehrere Reedereien ähnliche Routen. Beim Vergleich zählen deshalb auch Nebenkosten wie Umwelt- oder Kraftstoffzuschläge. Genau diese Posten machen vermeintliche Schnäppchen plötzlich teuer. Ein kurzer Klick ins Kleingedruckte lohnt sich.
Timing-Tricks: Wochentag, Kabine, Saison
Werktags sind Abfahrten fast immer günstiger als am Wochenende. Wenn Sie eine Kabine auf Nachtfahrten vermeiden wollen, übernachten Sie vorher auf einem Stellplatz nahe dem Hafen und nehmen Sie am nächsten Tag die Tagfähre.
Maximale Frühbucherrabatte gibt’s häufig schon zum Jahreswechsel. Unterjährig locken Aktionspreise auf schwach ausgelasteten Verbindungen.
Online buchen und Rabatte mitnehmen
Buchen Sie nach Möglichkeit online, das ist oft günstiger als spontan am Hafen. Bonusprogramme bringen je nach Reederei fünf bis 25 Prozent, häufig ab der Folgebuchung.
Praktisch: Mit der Hymer-Freeontour-Karte gibt es zehn Prozent Rabatt auf Routen von TT-Line, Tallink Silja und Grimaldi, Anek und Superfast gewähren teils 25 Prozent. Auch Automobilclubs wie der ADAC haben oft Kooperationen – einmal prüfen kann bares Geld bringen.
Im Hafen: Ruhig bleiben, sauber parken
Am Reisetag gilt: Ruhe bewahren. Rampen und Autodecks wirken enger, als sie wirklich sind. Folgen Sie den Anweisungen der Crew und fahren Sie langsam. Beim Abstellen: Gang einlegen und die Handbremse anziehen.
Gas und Strom: Was an Bord gilt
Während der Überfahrt muss die Gaszufuhr abgestellt sein. Üblich ist die Mitnahme von bis maximal drei großen Gasflaschen beziehungsweise rund 47 Kilo Gas; Kartuschen für leichte Kocher dürfen insgesamt meist nicht mehr als einen Liter Gas enthalten.

Aus Sicherheitsgründen muss während einer Fährpassage der Gashahn geschlossen bleiben.
Einen Stromanschluss fürs Wohnmobil erlauben nur wenige Reedereien. Bei TT-Line, Finnlines und TallinkSilja muss das oft schon bei der Buchung angegeben werden. Kabel bringen Sie am Besten selbst mit.
Wenn etwas passiert: Versicherung und Beweise
Parkrempler im Hafen oder auf dem Schiff regeln Haftpflicht oder Vollkasko nach Verursacherprinzip. Prüfen Sie, ob die Vollkasko das Seerisiko und vor allem "Havarie Grosse" abdeckt, sonst kann es im Ernstfall teuer werden. Bei einem Schaden sofort das Bordpersonal informieren. Machen Sie zur Dokumentation Fotos, am besten auch vom Umfeld.
Die wichtigsten Tipps auf einen Blick
- Gesamtkosten rechnen: Fährpreis gegen Sprit, Maut und Zusatz-Übernachtungen stellen.
- Alternativhäfen prüfen: z. B. nach UK ab Calais statt Amsterdam kann günstiger sein.
- Reedereien vergleichen und Zuschläge (Umwelt/Kraftstoff) mit einrechnen.
- Werktage nutzen: meist billiger als Wochenende.
- Kabine sparen: Nacht am Hafen-Stellplatz, am nächsten Tag Tagfähre nehmen.
- Früh buchen (Top-Rabatte oft zum Jahreswechsel) und zusätzlich nach Aktionspreisen schauen.
- Online buchen statt am Hafen (am Hafen oft Aufschläge).
- Rabattquellen prüfen: Bonusprogramme, Hymer-Freeontour, ADAC & Co.
- Beim Parken: Gang rein, Handbremse fest.
- Gas während der Überfahrt abstellen; Mengenlimits für Flaschen/Kartuschen beachten.
- Stromanschluss ist selten und muss oft bei der Buchung angemeldet werden; Kabel mitbringen.
- Bei Schäden: Crew informieren, Fotos machen, Vollkasko/Seerisiko/Havarie Grosse checken.
Hier gibt's noch mehr Tipps für eine Fahrfährt mit dem Wohnmobil. Und hier zeigen wir alle Routen für Fähren Richtung Norden und für Fähren Richtung Süden.





