Südschweden Campingbus-Tour Pyrcik
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Südschweden Campingbus-Tour 23 Bilder

Campingbus-Tour Süd-Schweden: Roadtrip und Tipps

Campingbus-Tour Schweden Roadtrip durch Süd-Schweden

Zwischen Pippi Langstrumpf, einem Daimler-Diesel und Lachsen, die gute Nacht sagen. Unser Campingbus-Roadtrip von Malmö nach Gotland, Stockholm und Malmstad.

Die Öresundbrücke kannten wir bisher nur aus der Krimiserie "Die Brücke", die wir noch vor einigen Monaten angeschaut hatten (Serientipp am Rande!). Jetzt befinden wir uns mitten auf der Filmkulisse – weil, wir fahren gerade mit "JJ", unserem ausgebauten Mercedes-Benz 207 D, über die Grenzlinie von Dänemark nach Schweden, über die Öresund-Meerenge.

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Die Sorstromsbroen verbindet auf 3.199 Metern die dänischen Inseln Falster und Masnedo.

Schweden ist nicht nur bekannt für seine exzellenten skandinavischen Krimis, sondern auch für seine ursprüngliche Natur, die unzähligen Nationalparks und menschenleere Abgeschiedenheit, in der sich Elch und Lachs "gute Nacht" sagen (würden). Genügend Argumente für uns, dieses Land im vergangenen Sommer intensiv zu becampen.

Vom Endpunkt der Öresundbrücke in Malmö richten wir JJ nach Osten aus. Wir haben für die kommenden drei Wochen einen Roadtrip durch Südschweden geplant sowie einen Abstecher nach Gotland – Schwedens mystisch-"mediterrane" Insel.

Direkt fällt uns die entspannte Mentalität der Einheimischen auf. Man begrüßt sich an jeder Ecke mit einem fröhlichen "hej hej", es herrscht eine offene Atmosphäre, und man duzt sich durchwegs. Selbst bei Polizeibeamten macht das "Du" keine Ausnahme – allein der Königsfamilie ist eine formellere Anrede vorbehalten. Adel verpflichtet.

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Best friends mit Schafen auf "Syd-Koster": Auch die wollig-weichen Einwohner Schwedens sind ganz entspannt unterwegs.

Typisch schwedische Idylle

Wir lassen Malmö schnell hinter uns und rollen entschleunigt durch die schwedische Idylle – vereinzelte rote Holzhäuser wirken wie Farbtupfer in der saftig grünen Umgebung. Direkt fühlt man sich in seine Kindheit zurückversetzt, denkt an "Pippi Langstrumpf" oder "Michel von Lönneberga". Diese haben ihre Heimat auch in Südschweden – alle Astrid-Lindgren-Fans können den Themenpark "Astrid Lindgrens värld" in Vimmerby besuchen.

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Typisch schwedisches Urlaubspanorama: ein See, ein Wald und absolute Ruhe.

Wir haben mit der App "park4night" einen naturnahen Stehplatz ausgespäht. In der Nähe von Fliseryd parken wir am Försjö-See. In Schweden gilt das Jedermannsrecht – und wir dachten, wie viele, dies gilt fürs Campen allgemein, es gilt allerdings nur für Zelte. Daher gibt es in Schweden viele Stell- und Campingplätze, und sollte man mal doch frei stehen, gilt wie überall: wo kein Richter, da kein Kläger. Sprich: Man sollte sich benehmen. Wir haben Glück – uns erwartet nicht nur ein traumhaftes Waldstück, sondern sogar ein paar Holzboote, die jedem zur Verfügung stehen und mit denen wir in den Sonnenuntergang paddeln.

Stellplätze in Schweden
Vorstellung

Es gibt drei Fährstrecken zwischen Schweden und Gotland, wir entscheiden uns für das nördlicher gelegene Nynäshamn als Hafen. Deswegen bieten uns die Tage davor noch die Gelegenheit, Stockholm und die umgebende Schärenlandschaft zu erkunden. Schweden ist bekannt für seine Schärengärten.

Der Stockholmer Schärengarten besteht aus ungefähr 30.000 Inseln, die sich 80 km östlich vom Stadtzentrum in die Ostsee erstrecken. Diese Küstenlandschaft ist nicht nur wunderschön anzuschauen, es macht auch Riesenspaß, die felsigen Inseln zu erkunden.

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Den einzigartigen Zauber schwedischer Schärenlandschaft sollte man sich nicht entgehen lassen. Eine wunderbare Gelegenheit bietet die Umgebung von Havstenssund an der Westküste.

Stockholm selber empfängt uns eher romantisch im strömenden Regen. "Das Venedig des Nordens" wird die Hauptstadt auch genannt – was darauf zurückzuführen ist, dass die Stadt auf einem Archipel erbaut wurde und rund 14 Inseln umfasst, die durch mehr als 50 Brücken verbunden sind. Nasse Füße können uns aber nicht davon abhalten, die einzelnen Stadtteile und ihren jeweils eigenen Charakter zu erkunden.

Insel Gotland

Am kommenden Tag strahlt uns blauer Himmel entgegen, wir sind bereit für die Insel! 3,5 Stunden dauert die Überfahrt nach Gotland – wir landen in Visby an, seit 1994 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, und erkunden direkt die Altstadt. Zufälligerweise findet zu dieser Zeit ein Mittelaltermarkt statt, der das rustikale Flair der kleinen Gässchen und bunten Häuser noch unterstreicht. Eingerahmt von mittelalterlichen Stadtmauern und mit einer leichten Meeresbrise in der Nase, lassen wir uns die besten Crêpes unseres Lebens schmecken. Wer in Visby ist, sollte "Visby Creperie & Logi" unbedingt einen Besuch abstatten.

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Die Ruine der St.-Nikolaus-Kirche steht mitten in Visby.

In den kommenden Tagen wird diese Insel, auf der sogar Safran angebaut wird, unsere Herzen im Sturm erobern. Die klarste Luft der ganzen Reise, eine wunderbare Küste, magische Landschaften und eine gelebte naturnahe Nachhaltigkeit bieten einen erholsamen Kontrast zu der knallig lauten Plastikwelt, die uns sonst oft umgibt.

Von Gotland ist es nur ein Katzensprung zur Nachbarinsel Fårö – die kostenfreie Fähre fährt im 20-Minutentakt. Auch die kleine Schwester Gotlands hat eine Besonderheit zu bieten: die Rauka-Route. Die karge felsige Küstenlandschaft ist durchwachsen von bis zu zehn Meter hohen Kalksteingebilden.

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Die Kaltsteingebilde des Gamla Hamn Naturreservats sind ein bekanntes Postkartenmotiv und auf der kleinen Insel Faro zu finden.

Es geht auf eine schwedische Tagessafari, auf Raukar-Jagd, zum Schafe streicheln und Windmühlen bestaunen. Fertig, wir setzen wieder auf die Hauptinsel über. Wir lassen uns ein paar schwedische Köstlichkeiten schmecken. "Räkmacka" – ein Toastbrot unter einem Berg an Krabbensalat – und andere "Fiske"-Gerichte werden in ausgezeichneter Qualität im "Lergrav Fisk & Café" serviert. Meeresblick inklusive. Perfekt.

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So schmeckt Schweden!

So bewusst nachhaltig Schweden uns auf der einen Seite begrüßt, so alltäglich ist in diesem Land die Digitalisierung. Kartenzahlung ist selbstverständlich – wir halten in den drei Wochen keine einzige schwedische Krone in der Hand, Bestellungen werden in manchen Restaurants direkt online aufgegeben, und manche Parkautomaten sind nur durch die Parkapp "Parkster" zugänglich.

Wie zum Beispiel auch in dem Surfcamp "Surflogiet Gotland". Hier werden die Parkgebühren für die Sauberhaltung des Strandes eingesetzt, so schließt sich der Kreis von Geben und Nehmen wieder.

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Das Surfcamp Surflogiet Gotland bietet viel Platz zum Übernachten. Entweder im eigenen Van, oder man mietet sich eine der schönen Jurten und testet schwedisches Glamping.

Nach fünf Tagen Inselluft schifft uns die Fähre wieder zurück auf das Festland. Wir wollen noch tiefer in die skandinavische Natur eintauchen und verlassen die Küste in Richtung Landesinnere. Am Abend erreichen wir den Nationalpark Tiveden. Er zeichnet sich durch eine hügelig wilde Waldlandschaft mit wunderschönen Waldseen aus. Die Wege sind deutlich ausgezeichnet, der Besucher kann problemlos zwischen unterschiedlich langen Routen wählen.

Wasser und Natur in den Nationalparks

Nach zwei Tagen steuern wir mit müden, aber zufriedenen Füßen ein weiteres Highlight der Reise an: die Westküste und den Kosterhavet Nationalpark. Er ist Schwedens erster mariner Nationalpark, besteht aus einem großen (Unter-)Wassergebiet und umfasst auch Teile größerer Inseln und eine Vielzahl von kleineren Inseln und Schären.

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Schnorchel einpacken! Im Kosterhavet Nationalpark kann man Schweden unter Wasser erkunden.

Man kann ihn auf dem Wasser im Kanu, unter Wasser mit dem Schnorchel oder auf dem Land erleben. Wir verbringen einen traumhaften Tag auf der Insel Syd-Koster, und Timo traut sich sogar ins kalte Nass, um einen kleinen Unterwasserteil zu erkunden.

Den Abschluss unserer Rundreise bildet ein weiteres Bild – die Moorlandschaft des Store Mosse Nationalparks. Südschwedens größtes Moorgebiet ist gespickt mit Bergkiefern und Blaubeersträuchern. Die Farbenpracht dieser geheimnisvollen Umgebung lässt einen nicht so schnell wieder los. So kommen wir voller gewaltiger Eindrücke abends wieder bei "JJ" an. Der Store Mosse Nationalpark bietet Besuchern die Möglichkeit, direkt auf einem Abschnitt des Hauptparkplatzes kostenfrei zu parken und sogar zu übernachten.

Ein paar Tage später geht die Reise zu Ende. Wir verlassen das skandinavische Festland und werfen noch einen letzten wehmütigen Blick auf die Öresundbrücke – diesmal gleiten wir unter ihr hindurch. Vor uns liegen acht Stunden Fahrt auf der Fähre von Malmö nach Travemünde.

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Die letzten Sekunden auf schwedischem Festland - die Fährstrecke Malmö-Travemünde ist nur eine mögliche Verbindung zwischen Schweden und Deutschland.

Reiseinfo und Campingtipps für Schweden

  • Reisezeit: Der Süden von Schweden bietet warme Sommer mit Temperaturen bis zu 30 Grad. Wer auf Wintersport steht, besucht Schweden in den Wintermonaten. Zu bedenken ist aber, dass es im Dezember sehr lange dunkel ist, die Nacht dauert in Stockholm dann knapp 18 Stunden.
  • Fähre: Die Preise hängen von der Saison und der Fahrzeuglänge ab. In der Nebensaison gibt es Tickets bereits ab 45 € (zwei Personen inkl. Fahrzeug), in der Hauptsaison können diese 150 bis 300 € kosten. Hier lohnt sich rechtzeitiges Buchen.
  • Kosten und Planung: Parken kann man in Schweden noch relativ günstig: Für 1,50 €/Std. in Visby oder 15 € für einen ganzen Tag in Stockholm. Wer dort essen geht, darf mit 15 € bis 30 € für sein Hauptgericht rechnen. Richtig teuer kann es beim Thema Alkohol werden – zwischen 5 € und 9 € haben wir für 0,5 L Bier bezahlt.
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Südseefeeling in Schweden: Auf Gotland baumelt nicht nur die Seele.
  • Übernachten: Schweden bietet ein reichhaltiges Angebot an Campingplätzen. Eine Camperfamilie mit zwei Erwachsenen und einem Kind zahlt in Schweden durchschnittlich 35 € pro Übernachtung.
  • Essen, Trinken, Einkauf: Der Preis für einen normalen Wocheneinkauf liegt etwas über dem deutschen Standard. An Supermärkten mangelt es nicht, doch je nördlicher man kommt, umso rarer wird frisches Obst und Gemüse. Wer unterwegs Hunger bekommt, wird in den meisten Tankstellen preisgünstig mit Snacks versorgt. Hotdogs stehen ganz hoch im Kurs, diese gibt es sogar in leckeren veganen Varianten. Eine Zimtschnecke auf die Hand geht immer, und mit der anderen Hand am besten noch eine der vielen Lakritz-Leckereien probieren.
  • Sprache: Mit Englisch kann man sich in Schweden gut verständigen. Es lohnt sich aber, auch ein paar Brocken Schwedisch zu lernen, denn oft ist die Ähnlichkeit zum Deutschen überraschend groß.
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Die Highlights unserer Campingtour.

Fazit

Hej hej, Schweden! In Zukunft werden wir nicht nur an die vielen Krimischmöker denken, sondern auch an diesen wunderbaren schwedischen Sommer, der all unsere Erwartungen übertroffen hat.

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