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Wohnmobil-Tour durchs mittlere Mosel-Tal

Am Rande der Zeit

Mobil-Tour: Mosel Foto: Dominik Ketz, Stefan Nink, Joachim Negwer, Touristik-Information Traben-Trarbach, Koblenz-Touristik, Mosellandtoursitik GmbH, Tourist-Information Trier, Christian Jung/fotolia 29 Bilder

Das mittlere Mosel-Tal in der Pfalz hat sich während der letzten Jahrzehnte seinen stillen Charme und viel Gelassenheit bewahrt – willkommen zu einer Wohnmobil-Tour der beschaulichen Art.

Manchmal hört man in der Nacht dieses Rauschen, das klingt, als schiebe da draußen etwas das Wasser durch den Fluss, ganz sachte, ganz sanft, als wolle es niemanden wecken. Man wird nicht richtig wach von diesem Geräusch, man nimmt es eher im Schlaf wahr, dreht sich um und träumt weiter. Morgens, wenn die Sonne die Nebelschwaden aus dem Tal gescheucht hat, kann man bei der ersten Tasse Kaffee am Campingtisch vorm Wohnmobil dann sehen, woher dieses Geräusch stammt. Selbst die Frachtschiffe scheinen sich hier Mühe zu geben, leise zu sein. Als wollten sie niemanden wecken. Als wollten sie den Zauber des Moseltales nicht stören.

Die Mosel ist der zweitlängste Nebenfluss des Rheins und eine Wohltat für jeden, der je am berühmtesten aller deutschen Flüsse unterwegs war. Während am Rhein auf beiden Flussseiten alle drei oder vier Minuten Züge durch das enge Tal donnern und mit dem Lautsprechergeplärre der Ausflugsdampfer eine permanente Geräuschkulisse erzeugt, ist es an der Mosel ruhig geblieben.

Die ruhige Mosel

Reise: Mosel Foto: Dominik Ketz, Stefan Nink, Joachim Negwer, Touristik-Information Traben-Trarbach, Becker-Werbung, Koblenz-Touristik, Mosellandtouristik GmbH, Tourist-Information Trier, Christian Jung/fotolia
Keine Hektik, kaum Autoverkehr: Am Ufer der Mosel ist es oft noch ganz ruhig.

Ruhig? Still ist es. An vielen Uferabschnitten ist es heute nicht lauter als vor – sagen wir: 100 Jahren, als die Schönheit des Flusses in Schunkelliedern wie „Oh, Mosella!“ besungen wurde. Genug zu sehen gibt es sowieso: Zwischen der deutsch-luxemburgischen Grenze und der Mündung der Mosel in den Rhein sind es gut 200 Flusskilometer. Und was für eine Landschaft ist das! Normalerweise ist der Mensch ja dafür bekannt, der Schönheit der Natur mit sicherem Gespür, einem umfangreichen Arsenal an Technik (Spitzhacken! Dynamit!) sowie einer Erfolgsquote von beinahe hundert Prozent den Garaus zu machen. An der Mosel ist das anders, der Mosel haben zwei Jahrtausende menschlicher Besiedlung gutgetan, und wie. Möglicherweise gibt es in ganz Deutschland keine andere Landschaft, in der Menschenhand und Natur ein derartiges Gesamtkunstwerk zustande bekommen haben wie hier, an Deutschlands romantischstem Fluss.

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Überall finden sich Relikte aus alter Zeit: Ruine bei Traben-Trarbach.

Die Mosel hat die Vorlage geliefert. Im Lauf der Jahrmillionen hat sie sich in schier unmöglichen Kehren und Schlaufen in das weiche Schiefergestein jener Region gefressen, die sie heute auf den Straßenkarten fein säuberlich in Eifel und Hunsrück teilt. Dann kam der Mensch und hat an die steilen Hänge Rebstöcke gesetzt; und an die Ufer kleine Fachwerk-Orte und auf die Bergkuppen trutzige Burgen; und wo zwischendrin noch ein bisschen Platz war, noch die eine oder andere kleine Kapelle. Es ist dieses Miteinander von dramatischer Natur und menschlichem Fleiß, das das Moseltal zu einer so besonderen Landschaft macht.

Was sind die schönsten Orte an der Mosel?

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Wohnen am Wasser: Das mittlere Moseltal ist mit vielen schönen Stellplätzen fürs Reisemobil gesegnet, und eine ganze Reihe von ihnen befindet sich direkt am Flussufer.

Schwer zu sagen. Cochem ist vielen ein wenig zu touristisch, Trier weiter flussaufwärts zu groß. Die meisten Besucher bleiben an der Mittelmosel hängen, in Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues oder irgendwo in einem der kleinen Orte davor, dazwischen oder dahinter. In Reil zum Beispiel. Zeltingen-Rachtig. Oder Wolf. Etliche Stellplätze an der Mittelmosel liegen direkt am Ufer, und wenn man dort sitzt und hinaufschaut zu jener Grenze, an der das Grün der Steillagen in das Blau des Himmels übergeht, dann kann man schon verstehen, dass an diesem Fluss schon vor langer Zeit ein gewisser Lokalpatriotismus entstanden ist.

Um einen Moselaner aus seiner Heimat zu locken, heißt es, müsse man zuvor das komplette Moseltal verlegen. Und zwar mit dem Fluss. Und natürlich mit allen Rebstöcken. Man ahnt es: Das Leben hier dreht sich – noch immer – um den Wein. Die Römer haben ihn mitgebracht, und spätestens, seit Kaiser Augustus das Imperium Romanum von Trier aus regierte, genoss der Moselwein einen Ruf wie Donnerhall in der damals bekannten Welt. 6.000 Hektar Weinberge gibt es heute noch an der Mittelmosel, von deren Steillagen die besten Weine der Region stammen.

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Wurde durch Winzer und Weinhändler reich: Traben-Trarbach ist heute berühmt für seine schöne Jugendstil-Architektur.

Über die Städte und Orte wäre noch mal zu reden. Über Bernkastel-Kues zum Beispiel: Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert, Kopfsteinpflaster, steinerne Heiligenfiguren, die über engen Gassen stehen, die sich an den Fuß der Weinberge schmiegen. Kröv, das es sich an einer der schönsten Schleifen des Flusses bequem gemacht hat. Beilstein, das heute noch aussieht wie im Mittelalter. Und ein Bummel durch Traben-Trarbach kann ein Spaziergang durch die Architekturgeschichte sein – ganz tief in die Vergangenheit taucht man ein, wenn man an einer Führung durch die unterirdischen, labyrinthischen Weinkeller teilnimmt. Nach so einem Abstecher kommen einem die Farben draußen am Fluss beinahe unwirklich vor.

Die Aussicht genießen

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Meist ganz bequem nahe am Fluss: Moselradweg in der Nähe von Neef.

Also los! Einfach mal das Wohnmobil stehen lassen, die Mosel lässt sich prima mit dem Fahrrad erkunden, auf beinahe der gesamten Länge führt ein Radweg am Ufer entlang. Noch schöner aber ist das Tal beim Wandern. Von hoch oben, von einem Aussichtspunkt irgendwo in den Weinbergen. Da sitzt man dann, packt das frische Brot aus der Bäckerei neben dem Stellplatz aus, die Wurst vom Metzger, die Tomaten, die eingelegten Oliven. Und natürlich den Wein, den der Winzer einem mitgegeben hat. Man isst, man trinkt, man schaut, man hört. Falls man etwas hört. Viel ist da ja nicht. Und das sanfte Wasserschieben der Frachtschiffe auf dem Fluss dringt bis hier oben natürlich ebenfalls nicht hinauf. Es ist ja noch nicht einmal laut genug, um einen nachts aufzuwecken.

Prima zum Wandern und Radeln

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Wandern mit Weitblick: unterwegs auf dem Moselsteig an der romantischen Burg Thurant, die mit ihrem historischen Gasthaus hoch über dem kleinen Ort Alken liegt.

Anstrengend, aber absolut lohnend ist eine Wanderung auf dem Moselsteig, der im April 2014 offiziell eröffnet wird und mit 24 Einzeletappen 365 Kilometer weit über die Berge am Fluss führt. Der Weg windet sich durch Wald und Weinberge, geht dicht am Moselufer oder entlang von Hangkanten mit großartigen Blicken, er verwöhnt durch stille Natur genauso wie durch die Nähe zu kulturträchtigen Orten.

Eine gute Alternative für Menschen, die lieber in die Pedale treten, anstatt zu laufen, ist der Moselradweg – gut ausgebaut, solide ausgeschildert und ohne große Steigungen. Selbst ungeübte Radfahrer werden hier ihre Freude haben. Die Strecke führt von Ort zu Ort am Fluss entlang, fast überall ist man auf Radfahrer eingestellt. Besonders bequem: Wer für die Rückfahrt zu müde ist, kommt von einigen Orten auch mit dem Moselschiff ganz behaglich zum Ausgangspunkt zurück. Das Leben hier an der Mosel dreht sich seit den Tagen der alten Römer in erster Linie um den Anbau von gutem Wein. 

Musikfestival und Weinfeste

Musik und Kultur an den schönsten Orten am Fluss kann man beim großen Mosel-Musikfestival genießen. Über 50 Konzerte sind in diesem Jahr zwischen Anfang Juli und Anfang Oktober geplant; in Kirchen und Synagogen, in Barocksälen alter Klöster und auf Weingütern. Das Programm reicht von Vivaldis Vier Jahreszeiten bis zu choralem Jazz mit Jan Garbarek und dem Hilliard Ensemble. Mehr Infos: www.moselmusikfestival.de

Außerdem gibt es viele Weinfeste, eines der bekanntesten ist die Mosel-Wein-Woche in Cochem im Juni. Eine Übersicht über alle Weinfeste an der Mosel gibt es hier: www.mosel-weinfeste.de

Die schönsten Orte im mittleren Moseltal

1. Trier: Von hier herrschte einst Kaiser Augustus, und dementsprechend prächtig ist das historische Erbe der Stadt: Amphitheater, Dom, Stadttor (die Porta Nigra ist das größte römische Stadttor auf dieser Seite der Alpen) und drei ausgedehnte Thermenanlagen machen Trier zum Unesco-Weltkulturerbe und lohnenden Ausflugsziel.

2. Bernkastel-Kues: Den schönsten Rundherumblick hat man auf dem mittelalterlichen Marktplatz von Bernkastel, den besten Ausblick von der Burg Landshut hoch über der Doppelstadt. Damit Sie den Überblick bewahren: Kues ist der Stadtteil am linken Ufer, Bernkastel liegt gegenüber. Tipp: Besuch im Moselweinmuseum.

3. Traben-Trarbach: Die zweite Doppelstadt am Fluss war nach Bordeaux einst die berühmteste Weinhandelsstadt der Welt – dem Stadtbild mit den prächtigen Jugendstilvillen sieht man das heute noch an. Etwas weniger touristisch als Bernkastel-Kues, aber auch etwas weniger postkartenidyllisch.

4. Zell: Das 4.400-Einwohner-Städtchen besitzt eine eigene Währung: In vielen Geschäften und Restaurants wird der Zeller als Zahlungsmittel akzeptiert. Das superb erhaltene Residenzschloss sowie die Marienburg, ein ehemaliges Kloster der Augustinerinnen, gehören zu den Glanzlichtern der gemütlichen Ortschaft.

5. Cochem: Das Wahrzeichen der Stadt thront hoch über ihr: Wenn man während seines Moselurlaubs nur eine einzige Burg besichtigen möchte, dann sollte es die Reichsburg Cochem sein. Im Städtchen zu ihren Füßen: Fachwerkgassen und Ausflugslokale. An den Hängen nebenan, obendrüber und gegenüber: Rebstöcke.

6. Koblenz: Hier ist die Mosel gewissermaßen zu Ende: Koblenz ist das Tor zum Mittelrheintal, einem weiteren Unesco-Weltkulturerbe. Unbedingt sehenswert sind die Festung Ehrenbreitstein (zu der man mit einer Gondel hinaufschweben kann) und das Deutsche Eck, das den Zusammenfluss von Rhein und Mosel markiert.

Luxemburger Moseltal
Kultur, Natur und Wein

Information

Mosellandtouristik: Zentrale Beratungsstelle, versendet auf Anfrage auch Prospekte. Zudem gibt die zugehörige Website Auskunft über Sehenswertes, Führungen, Weinverkostungen,
Events und vieles mehr.
54470 Bernkastel-Kues, Kordelweg 1, Telefon 0 65 31/9 73 30, www.mosellandtouristik.de

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