Wie diese Ausstattung die Zuladung schrumpfen lässt: Alufelgen am Wohnwagen

Alufelgen für den Wohnwagen
Mehr Gewicht statt mehr Zuladung?

vom Campingprofi seit 1959
ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.05.2026
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Alufelgen stehen bei Autotunern seit jeher hoch im Kurs. Auch Caravan-Hersteller bieten für ihre Wohnwagen Leichtmetallfelgen an – als einzelnes Extra, als Teil eines Ausstattungspaketes oder bei teureren Baureihen sogar serienmäßig.

Leichtmetallfelge klingt natürlich verlockend – weil leichter auch mehr Zuladung bedeutet. Doch beim genauen Hinsehen in die Preislisten und Datenblätter zeigt sich oft: Die schicken Alufelgen sind teils sogar deutlich schwerer als die serienmäßigen Stahlfelgen.

Fendt ohne Extra-Pfunde

Nicht immer kommt das Mehrgewicht nur vom Material: So legen die Caravanhersteller bei ihren Alurädern oft ein bis drei Zoll Durchmesser drauf. Und größere Felgen und Reifen sind einfach schwerer als kleinere. Rekordhalter in Sachen Extrapfunde ist Knaus: Wer seinen Knaus Sport, mit 17-Zoll-Alufelgen statt 14-Zoll-Stahlfelgen bestückt, packt sich insgesamt 21 Kilogramm mehr an die Achse und damit auch auf die Waage. Bei den anderen Baureihen mit serienmäßigen 15-Zoll-Stahlrädern fällt das Mehrgewicht etwas geringer aus.

Fendt
Andreas Becker

Durch die Pflicht, Gewichte bei den Extras anzugeben, haben Kunden einen guten Überblick darüber, ob, und wenn ja wieviel schwerer die Aluräder im Vergleich zu den Stahlrädern sind. Am anderen Ende der von Knaus angeführten Zusatzgewicht-Skala rangiert Fendt. Wer die Baureihen Apero und Bianco auf schicke Bicolor-Felgen stellen möchte, muss zwar 789 Euro berappen, kommt aber ohne Extrapfunde davon. Bei Dethleffs, wo man Alu-Räder in 14 und 17 Zoll bekommt, zeigt sich offensichtlich der Einfluss der Radgröße aufs Gewicht: Die 14-Zoll-Alufelge wiegt zwei, die 17-Zoll-Variante 10 kg mehr als das Serien-Stahlrad. Ähnlich sieht es bei Eriba aus: Leichtmetall in 14 Zoll ist nur 500 Gramm schwerer als Stahl des gleichen Formats – die 15-Zoll-Alu-Felgen für Novaline und Feeling dagegen schlagen mit plus 4,5 kg zu Buche.

Räder machen auch Design-Pakete schwer

Häufig stecken die Alufelgen auch in Design-Paketen, in denen Hersteller diverse Zutaten für ein schickeres Erscheinungsbild bündeln. Dazu können Verblendungen der Aufbaukanten an Bug und Heck gehören – oder auch Alu-Glattblechwände, deren Außenhülle deutlich dicker sein muss als das serienmäßige Hammerschlag-Alu und damit seinerseits bis zu 30 Kilogramm aufs Gewicht schlägt. Salopp könnte man sagen: Wer schön unterwegs sein will, muss bei der Zuladung leiden.

Alufelgen

Da Aluminium weicher ist als Stahl, muss das Leichtmetall für hohe Traglasten dicker gegossen werden. Eine Standardfelge trägt selbst aus dünn gewalztem Stahl geformt enorme Lasten. Da Caravanhersteller zudem die Varianz klein halten wollen, wird eine Felge meist für die höchste Traglast und einer, maximal zwei Zoll-Größen konstruiert. So kommt an einem kompakten 1400er-Caravan dieselbe, für diesem Fall in Sachen Traglast überdimensionierte Felge zum Einsatz wie an einem Zwei-Tonnen-Einachser.

Alu ist länger schön – Stahl ist härter im Nehmen

Ein klarer Vorteil von Alu gegenüber Stahl ist, dass es schön ist – und länger schön bleibt. Ein Stahlfelge setzt irgendwann unweigerlich Rost an. Den kann man zwar mit einer Radkappe verdecken, doch oft lugt der technisch unbedenkliche Gammel trotzdem hervor. Aluräder setzen keinen Rost an – allerdings können sie ebenfalls hässliche Korrosionsspuren davontragen, wenn der Lack bzw. die Pulverbeschichtung auf der Oberfläche verletzt ist und Wasser, schlimmstenfalls sogar Streusalz, mit dem ungeschützten Alu in Kontakt kommt.

Beim Abbiegen kann es schon einmal passieren, dass man mit Schmackes an einem Randstein hängen bleibt. Auch beim Rangieren ist Feindkontakt nicht ausgeschlossen. In jedem Fall kann Stahl in diesen Situationen mehr ab als Alu. Wo sich eine Stahlfelge am Felgenhorn verbiegt, bricht Alu im Extremfall. Klar ist aber: Wenn es richtig gerumst hat, müssen Reifen und Felge zur Kontrolle – ganz egal, aus welchem Material der Rundling ist.

Fazit